Re: Männlichkeit in der Weiblichkeit ?
Verfasst: Do 23. Jan 2020, 15:09
Liebe Nicole
Es gibt ein in medizinischen Fachkreisen berühmt gewordenes Bild vom sezierten Gehirn einer verstorbenen Frau, dessen Substanz durch Morbus Alzheimer zu annähernd drei Viertel zerstört war. Trotzdem hat man dieser Frau zu Lebzeiten NICHTS angemerkt, die galt bis ganz zum Schluss alles andere als dement... Wenn ursprünglich viel Hardware-Kapazität da war, dann kann erstaunlich viel davon kaputtgehen, ohne dass es im Alltag auffällt. Sie selber wird allerdings wohl schon gespürt haben, dass manches nicht mehr so gut ging wie früher.
Intelligenz ist vermutlich (genau wissen wir das ja noch lange nicht) nicht nur eine Frage der verfügbaren Hardware, sondern auch dessen, wie man sie effizient benützt. Wenn Franz Josef Strauß schon merklich angetrunken war (wozu der vermutlich einen horrenden Promillewert brauchte), dann waren seine Statements immer noch brillianter als die seiner meisten Zeitgenossen in nüchternem Zustand
Was den Bezug des Suff zur Genderrolle angeht: Du selber beschreibst (für mich sehr gut nachvollziehbar) die "Unerträglichkeit meiner gescheiterten Rolle als Mann" als Ursache der Sauferei. Folglich war die gestörte Genderrolle doch schon vorher da...
Herzliche Grüße
Wally
Liebe Nicole,Nicole Doll hat geschrieben: Do 23. Jan 2020, 14:17 Die Verschaltung der alten vor dem Drogenkonsum entstandenen Gehirnzellen wurde von meiner konservativ geprägten Erziehung als Junge bestimmt. Also wurden sie männlich-autistisch (Asperger oder so). Was geschah aber, als ich versuchte, der Unerträglichkeit meiner gescheiterten Rolle als Mann mit dem Alkohol zu entfliehen? Mein Geist blieb aktiv. Entsprechend viele neue Verschaltungen müssen also entstanden sein. Nur waren die nun nicht mehr von meiner männlichen Rolle, sondern vom Bild der Fetisch-Traumfrau aus meiner sexuellen Fantasie geprägt. So wurde diese Frau immer mehr ein Teil meiner Persönlichkeit.
Und wie ist es dann bei einem Kind, das als Junge geboren ist, aber mit der männlichen Rolle - aus welchem Grund auch immer - von Anfang an nichts anfangen kann? Dann wird doch die Persönlichkeit auch "weiblich". Und das sicherlich viel stärker als bei meinen paar kaputt gesoffenen Gehirnzellen.
Es gibt ein in medizinischen Fachkreisen berühmt gewordenes Bild vom sezierten Gehirn einer verstorbenen Frau, dessen Substanz durch Morbus Alzheimer zu annähernd drei Viertel zerstört war. Trotzdem hat man dieser Frau zu Lebzeiten NICHTS angemerkt, die galt bis ganz zum Schluss alles andere als dement... Wenn ursprünglich viel Hardware-Kapazität da war, dann kann erstaunlich viel davon kaputtgehen, ohne dass es im Alltag auffällt. Sie selber wird allerdings wohl schon gespürt haben, dass manches nicht mehr so gut ging wie früher.
Intelligenz ist vermutlich (genau wissen wir das ja noch lange nicht) nicht nur eine Frage der verfügbaren Hardware, sondern auch dessen, wie man sie effizient benützt. Wenn Franz Josef Strauß schon merklich angetrunken war (wozu der vermutlich einen horrenden Promillewert brauchte), dann waren seine Statements immer noch brillianter als die seiner meisten Zeitgenossen in nüchternem Zustand
Was den Bezug des Suff zur Genderrolle angeht: Du selber beschreibst (für mich sehr gut nachvollziehbar) die "Unerträglichkeit meiner gescheiterten Rolle als Mann" als Ursache der Sauferei. Folglich war die gestörte Genderrolle doch schon vorher da...
Herzliche Grüße
Wally