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Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Fr 2. Sep 2016, 17:01
von Anne-Mette
Guten Tag Narea,
Ich melde mich natürlich wieder.
Das ist schön; wir freuen uns schon auf bessere Nachrichten
Du bist bestimmt häufiger in der Einkaufsmeile zu sehen in den nächsten Tagen?!
Herzliche Grüße
Anne-Mette
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: So 4. Sep 2016, 14:35
von Olivia
Hallo NAREA,
bei allem Ärger durch so einen unglücklichen Wasserschaden ist es doch schön zu hören, dass es Dir und Deiner Herzallerliebsten und euch beiden miteinander gut geht. Das ist das Wichtigste, alles andere findet sich!
Liebe Grüße von Olivia
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Mo 5. Sep 2016, 15:30
von NAREA
Hallo, bin wieder da.
Der Wasserschaden macht weniger Probleme als die Neugestaltung unserer Behausung. Wir haben endlich was gefunden. Nicht weit von Doris ihrer Arbeitsstelle. Am Stadtrand von Greifswald. Trotzdem etwas abgelegen und ruhig. Nachbarn gibt es auch.
Mal sehen wie sich das Kennenlernen so gestalten wird. Habe etwas Angst davor.
Da ein Großteil meiner Sachen (fast alles) nicht mehr zu gebrauchen ist, merke ich jeden Tag, daß Doris immer verrückter wird.
Sie freut sich auf die Einkaufsbummel. Das macht mir Angst.
Zur Zeit tapeziere und streiche ich. Jeden Tag kommen ein paar Möbel. Es wird sicher schön. Der Neuanfang.
Ich gefalle mir nicht. Bin nur in den Sachen von Doris hier im Haus. Meine ausgehende Unterwäsche (Waschmaschine kommt morgen) ersetzt Doris flink durch ihre. Eine alte Hose und ein Kittel, der gerade nicht zu einem malenden Ehemann paßt, bedeckt meinen Körper. Und wie Ihr Euch schon denken könnt, muß ich auch ein Kopftuch tragen.
Nur immer blöd, wenn ein Lieferant vor der Tür steht. Ich stelle mich trotzdem in meinem farbbespritzten bunten Kittel als der Hausherr vor.
Abends will Doris immer mit mir in die Stadt und Sachen kaufen. Sie hat sich etwas verändert, was die Kleidung für mich angeht.
Das macht mir solche Angst, daß ich schon Erschöpfung von der Malerei vortäuschen muß.
Sie sucht Sachen aus und ich muß immer alles anprobieren. Das nervt. Das Schlimme ist, daß ich nie mit ihr die Herrenabteilung erreiche. "Komm, es ist schon spät." Enttäuscht trotte ich dann hinter ihr her. Zu Hause muß ich dann alles noch mal anprobieren.
Macht Ihr das auch so? Was im Laden paßt, kann zu Hause nicht kleiner oder größer geworden sein.
So habe ich jetzt schon mehr weibliche Sachen für mich als männliche.
Wir wissen doch nicht mal, wie die Nachbarn hier ticken. Das aktuelle Wahlergebnis hier macht mir Angst.
Muß weiter streichen. Mein Kittel steht schon alleine, wenn ich ihn ausziehe. Ein Zeichen für gute Farbe, die leider die Wand nicht erreicht hat.
Schönen Abend Euch Allen
Narea (jetzt doch mehr Wilfried)
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Do 8. Sep 2016, 15:38
von NAREA
Hallo,
komme gerade vom Putzen der Wohnung von Doris. Ist ja so wenn man auszieht. Sie muss heute länger arbeiten.
Bin aber auch heute wieder mehrmals rot und blass geworden. Doris hat heute Morgen noch mit mir gefrühstückt und wollte es sich nehmen lassen, mir meine Bekleidung vorzuschreiben. Die Übergabe sollte um 14 Uhr sein.
Also dachte ich, toll, nehme ich nur Kittel mit und ziehe ihn über meine Männersachen. Tja, wenn man denkt es geht so einfach, dann kommt Doris und überzeugt einem vom Gegenteil.
Ich brauche keine Männersachen mitzunehmen, sagte sie. Sie drückte mir einen hellen einfarbigen Kittel in die Hand und sagte, dass ich froh sein kann, dass sie an so was gedacht hat. Den brauche ich bei der Übergabe nur Überziehen und damit zu unserem neuen Zuhause fahren.
"Komm zieh schnell die Sachen an, dann können wir zusammen losfahren." Ich wollte lieber etwas später los. Sie wollte nur ihre Putzarbeitssachen an meinem Körper sehen.
Ihre Unterwäsche, wieder mit BH, einen knielangen weiten Rock (ich sollte mich ja noch bewegen können, um Restschmutz zu beseitigen), eine Bluse und einen blöden bunten Kittel. Protest wurde schnell abgeschmettert. Es sei sehr warm heute, da versteht jeder, dass ich keine Hosen tragen möchte. Ich brauche ja nur nach der Arbeit die Kittel zu tauschen und mein Tuch abnehmen. Ein Tuch sollte ich auch noch umbinden. Protest. Hat geklappt.
Wohl gefühlt habe ich mich nicht. Aber es lief alles gut. Im Plattenbau interessiert der Nachbar nicht sonderlich. Dreimal zur Mülltonne, das hat gereicht. Das waren dann die Momente, die mir Angst gemacht haben. So super fraulich sehe ich nun nicht aus.
Habe aber alles gut überstanden. Der Herr von der Wohnungsverwaltung hat mich komisch angesehen. Sein Kommentar:
"Sehen sie mich an, bei der Hitze in langen Hosen. Da kann ich sie nur beneiden."
Ich nickte nur, wenn der wüßte, was sich unterm Kittel verbirgt.
Bis bald,Narea
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Sa 10. Sep 2016, 07:58
von Joe95
Das Gefühl zu sehr feminin gekleidet zu sein kenne ich nur zu gut.
Auch wenn ich von mir selbst aus oft übertreibe, das Ergebnis ist das gleiche.
Allerdings fühlt man sich nachher erleichtert, wenn man feststellt das es doch nicht so dramatisch war.
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: So 11. Sep 2016, 11:31
von NAREA
Hi Jo 95,
Du hast Recht, aber ich glaube mich durch die Trennung von Doris etwas verändert zu haben. Kann nicht sagen wie aber etwas ist anders.
In unserer neunen Heimat muss ich erst mal sehen, wie es hier läuft. Gleich mit Rock auf die Straße, das traue ich mir noch nicht. Mal im Garten mit Kittelschürze werkeln, das möchte erst mal ausprobieren und auch mal Leute beobachten, wie sie reagieren.
Doris hätte natürlich das volle Programm.
Bis bald, Narea
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Mo 19. Sep 2016, 09:58
von NAREA
Hallo, heute kurz einen Lagebericht.
Bin schon fast fertig mit den Innenarbeiten im Haus. Weil das Wetter so schön war, bin ich auch oft draußen gewesen. Die Außenanlage sah auch nicht gut aus. Weil ich mich nicht dauernd umziehen wollte, habe ich meine Hausfrauenbekleidung anbehalten. Mußt ja sowieso oft raus, um den Müll, Tapetenreste und Sonstiges zu entsorgen.
Da ließ es sich nicht vermeiden, daß ich von Nachbarn und vorbeigehenden Leuten gesehen wurde.
Einmal stand ich ganz dicht am Zaun als zwei Frauen mit dem Rad vorbeifuhren. Ich grüßte ordentlich und wünschte den Damen einen Guten Tag.
So als hätten sie mich nicht gesehen, fuhren sie vorbei. Kurz danach hielten sie an und sahen sich um und redeten, was ich aber nicht verstehen konnte. Das fängt ja gut an, dachte ich mir. Dabei hatte ich nur eine schmutzige Kittelschürze, die mit Farbresten behaftet war, an. Unten schauten nur ein paar bunte Gummistiefel heraus. Nicht mal ein Tuch hatte ich um.
Soll das schon sittenwidrig sein? Vielleicht beanspruchen die Damen das Kitteltragen nur für sich.
Als ich das Doris erzählt habe, wollte sie gleich ein Exempel starten. Sie wollte mit mir in den Dorfkrug gehen und eine Lokalrunde geben. Als Mann wäre ich ja mitgegangen aber sie wollte gleich zeigen, wie es bei uns tolerant zugeht.
So sind wir immer noch am diskutieren, wir mit dem Landvolk hier in Kontakt kommen.
Alles gar nicht so einfach.
Gruß Narea
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Mi 21. Sep 2016, 12:41
von NAREA
Hallo,
ich sitze gerade in meiner Lieblingswäsche und nur meinen Kittel drüber. Meine Stimmung ist nicht die Beste.
Dieses Dorf ist in der Zeit stehengeblieben. Zu meiner und der Sicherheit von Doris, nenne ich den Namen nicht.
Wir werden sicher hier nicht so glücklich, wie vorher. Aber der Haus war günstig und die Umgebung wohnenswert.
Wir wollen versuchen unser Leben hier zu gestalten. Mal muß man sesshaft werden. Das "wie" macht uns noch Sorgen.
Die Leute sind nicht so zugänglich. Es kann doch nicht sein, daß ich sie in meinem Kittel an der Mülltonne so geschockt habe, daß wir als Sonderlinge abgestemtelt werden.
Wir sind auf der Suche nach einem (wenn es reicht) Verbündeten.
Wenn ich nicht mehr das tragen kann, weil es im Dorf noch nie so was gegeben hat, dann haben wir ein Problem.
Nochmal was Anderes zu suchen wäre Quatsch. So jung sind wir auch nicht mehr.
Bleibt doch nur das Heimlichtun.
Das stelle ich mir grausam vor.
Hinter unserem Haus haben wir eine große Wiese, die zu einem Waldstück führt. Wir leben unsere Freiheit so aus, daß wir abends noch mal einen Spaziergang machen. Das geht wegen der Feuchte des Grases nur in Gummistiefeln.
Aber wir haben unseren Spaß daran. Meistens haben wir Gummistiefel und Jeansrock an. Das Obendrüber entscheidet das jeweilige Wetter. Die Idee von Doris, einfach mal so durch das Dorf zu gehen, löst bei mir Angstgefühle aus.
Klar, der innere Drang den Dorfbewohnern zu zeigen, daß es mehr gibt als nur Frauen, die Röcke tragen, bringt mich auch zum Nachdenken.
Dann wieder die Angst. Wie werden sie über dich denken? Doris in Hosen wird auf dem Dorf kein Unverständnis auslösen.
Ich bin das Übel. Langsam fühle ich mich auch so.
Mit besseren und optimistischen Nachrichten werde ich mich wieder melden.
Danke für Eure Treue.
Gruß Narea
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Mi 21. Sep 2016, 12:52
von Anne-Mette
Liebe Narea,
ich glaube, Du hast bisher ein gutes Händchen gehabt, mit MitbewohnerInnen in Kontakt zu kommen.
Das wird Dir auch DORT gelingen, da bin ich mir sicher.
Bestimmt braucht es nur etwas Zeit oder

am Gartenzaun, um das Eis zu brechen.
Manche "Dörfler" müssen sich erst an neue Menschen gewöhnen, ganz egal, ob sie einen Kittel anhaben oder einen Blaumann.
Vielleicht gibt es die Möglichkeit, die Leute bei

und Kuchen kennenzulernen?
Gutes Gelingen!
Herzliche Grüße
Anne-Mette
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Mi 21. Sep 2016, 13:47
von Dolores59
NAREA hat geschrieben:
Die Leute sind nicht so zugänglich. Es kann doch nicht sein, daß ich sie in meinem Kittel an der Mülltonne so geschockt habe, daß wir als Sonderlinge abgestemtelt werden.
Hi Narea,
es ist besser
mit den Leuten zu reden als
über die Leute zu reden. Insofern kann ich Anne-Mettes Vorschlag nur bekräftigen. Ein Einladung der unmittelbaren Nachbarschaft zu einen Klönschnack bei Kaffee und Kuchen kann helfen, das Eis zu brechen. Wartet nicht, bis die Menschen auf Euch zukommen, sondern geht auf die Menschen zu.
LG
Dlores
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Di 11. Okt 2016, 13:11
von NAREA
Hallo Dolores59,
danke für den Zuspruch. Gute Ratschläge sind immer hilfreich. In meinem Fall waren alle Versuche nicht erfolgreich. Ein sehr konservatives Völkchen hat sich hier versammelt. Im nächsten Bericht erkläre ich alles.
Danke und Gruß Narea
-Dein Profil ließt sich super. Den Mut und die Einstellung lassen mich vor Neid erblassen. Bleib Dir treu-
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Di 11. Okt 2016, 13:35
von NAREA
Hallo, lange habe ich gewartet, um Euch schöne Neuigkeiten zu schreiben.
Leider sind wir hier nicht weiter gekommen. Eine Versammlung der örtlichen Feuerwehr an der auch viele ihre Frauen mitbringen, wollte wir nutzen, um unseren Einstand in die Dorfgemeinschaft zu geben.
Es war für uns ein teurer Abend aber so richtig hatten wir nicht das Gefühl willkommen zu sein.
Die unmittelbare Nachbarschaft hatten wir auch schon zu Kaffee da.
Komischerweise flößen mir die Leute Angst ein. Ich habe es vermieden in irgendeiner Form weiblich zu erscheinen.
Die Zeit ist nicht reif dafür.
Doris muß noch ein paar Jahre arbeiten (3) und ich mach das Hausmütterchen. Hier trage ich so wie jetzt gerade Bluse, Rock mit vorderen Reißverschluss, den ich bei mehr Bewegungsfreiheit hochziehen kann. Vielleicht könnte ich so meiner Frau noch besser gefallen. Aber sie kennt ja meine krummen Beine.
Wenn ich hier fertig bin, schlüpfe ich wieder wie jeden Tag in meinen Kittel und beschäftige mich Haus oder Garten. Wenn mich so jemand sehen sollte, ist mir das auch egal.
So wie in unseren vorherigen Dorf wird es nie wieder.
Wir reden abends oft darüber, wie es war. Aber Vorwürfe werde ich Doris nicht machen. (die kann ich mir denken)
Sie leidet mit mir. Gibt mir das auch sehr deutlich zu verstehen.
Sie sucht mir jeden Abend neue Sachen heraus, die ich ihr zu Liebe tragen soll. Sicher ein wenig Wiedergutmachung.
Mir ist es sehr angenehm von ihr eingekleidet zu werden. Nur nach Draußen trauen wir uns (noch)nicht.
Es hat geklingelt. Ich erwarte keinen. Mist, und nun so angezogen. Schau mal nach.
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Di 11. Okt 2016, 15:42
von Inga
Hallo, NAREA,
ach, was es auch ist, ist doch schön, von dir hier wieder zu hören bzw. hier zu lesen.
Ich drücke Euch beiden die Daumen, dass ihr mit der Nahbarschaft warm werdet bzw. die Nachbarschaft mit euch, und es noch ein gutes Einleben wird.
Liebe Grüße
Inga
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Mi 12. Okt 2016, 13:20
von NAREA
Danke Inga, so optimistisch bin ich nicht. Man darf einfach nicht zu viel erwarten. Es gibt noch viel zu viele Menschen, die mit uns nichts anzufangen wissen. Man muss ihnen eben Zeit geben. Erzwingen kann man nichts.
Gruß Narea
Re: Mein Leben als Crossdresser an der Seite einer Frau
Verfasst: Mi 12. Okt 2016, 15:01
von NAREA
Ich sah durch die Türscheibe zwei junge Leute, ein Junge und ein Mädchen. Was die wohl wollen? Wenn ich die Tür nicht öffne, dann erfahre ich es nie. Aber ist meine Neugierde größer als meine Angst in Rock und Bluse gesehen zu werden?
Sollte ich mir noch schnell eine Kittelschürze überziehen? Meine Gedanken überschlugen sich. Der Rock würde sowieso unten rausschauen. Ja, ich machte es trotzdem. Kittel übergezogen und zur Tür gegangen.
Wir schauten uns gegenseitig an. Sie sicher verwunderter als ich. Das Mädchen begrüßte mich mit Handschlag und sagte, dass sie auch in diesem Dorf lebte und für die Schule einen Aufsatz schreiben müsse. Der Junge bestätigte das und so erfuhr ich, dass sie über neue Nachbarn oder neu Zugezogene Leute schreiben sollten. Da wir nun erst kurz und zuletzt hier her gezogen sind, ist der Besuch ja logisch. Was sollte ich machen? Sie herein lassen? Sie abwimmeln? Eine Ausrede einfallen lassen? Ich war unsicher.
Das bemerkten die beiden. Das Mädchen hielt einen Einkaufsbeutel hoch und meinte, wenn ich Kaffee hätte, dann hätten sie schon den Kuchen dafür. Hat mich überzeugt. Ich bat sie herein und wir gingen in die Küche. So konnte ich das Kaffeewasser beobachten und das Geschirr herausstellen.
Das Mädchen fing an Fragen zu stellen.
Warum wir gerade hier her gezogen sind. Wie es mit der Integration ist. (schönes Wort aber so ausländisch fühlten wir uns nicht) Aber ist schon ok, wir wollten uns ja integrieren. Das das etwas schleppend anläuft habe ich ihr gesagt. Habe auch unsere Erfahrungen der Vergangenheit preisgegeben.
Der Junge Mann wies mich darauf hin, dass hier im Dorf ausnahmslos Alteingesessene leben. Das Haus, das wir bewohnen, wurde von den Kindern zum Kauf angeboten. Ihre Eltern waren nicht mehr in der Lage hier allein zu wohnen. Sie sind in einem Altenheim in der Kreisstadt untergekommen.
Ich sagte ihm, dass wir uns in solcher Umgebung sehr wohl fühlen und auch gewillt sind in die Dorfgemeinschaft aufgenommen zu werden.
Dann redeten wir bei Kaffee und Kuchen über Gott und die Welt.
Das Mädchen sagte, dass ihr eine Frage auf der Zunge liege. Ich ahnte was kommt.
Warum ich als Mann so gekleidet herumlaufe. Ihr Vater würde das nie tun.
Da mischte sich der Junge ein und sagte, dass der das auch nicht nötig hätte mit zwei Frauen im Haus. Das Mädchen nickte und sagte nur, dass er recht hätte, das hätte sie nicht bedacht. Zum Jungen sagte sie dann Entschuldigung, sie hätte zu voreilig reagiert. Ich weiß ja auch wie sehr du deine Mutter unterstützt, weil dein Vater viel unterwegs ist.
Ja, und da trage ich auch die Schürzen meiner Mutter. Sie hat mich nicht gezwungen, nur gebeten bei bestimmten Arbeiten eine Schürze zu tragen.
Jetzt musste ich eingreifen, nicht dass sie sich noch wegen so einer banalen Sache streiten.
Seht mal, bei uns ist es so, meine Frau muss arbeiten und ich bin Rentner. Habe Zeit für Arbeiten im Haus und Garten. Ich könnte auch alles in meinen Joggingsachen machen. Das habe ich früher auch getan. Die wurden natürlich schmutzig. Dann schlug meine Frau mir vor, dass ich ihre Kittel tragen kann. Ich überlegte nicht lange und machte die Hausarbeit in ihren bunten Kitteln. Mich sah ja keiner. Im Garten zog ich einfarbige Arbeitskittel an, die vielen gar nicht auf. Dann kam ein heißer Sommer. Freizeithosen oder Jeans unter dem Kittel war dann zu warm. Lass doch die Hosen weg, sagte sie. War natürlich viel angenehmer. Abends wollte ich nicht im Kittel sitzen, also wieder Hosen an. Meine Frau kaufte mir kurze Hosen. Das verweigerte ich. Sah so blöd aus an mir. Sie sagte, dass sie mir nicht mehr helfen könne oder ich könne ja mal ihre Röcke anprobieren. Ich war mutig und probierte einige. Und wie ihr seht, ich habe welche gefunden, die sich sehr gut tragen lassen. Kommt ihnen junges Fräulein sicher ungewöhnlich vor mir gefällt es. Das stimmt Herr Weber, ich habe mich schon an der Haustür etwas gewundert. Aber wenn ich jetzt so darüber nachdenke, sind sie ein sehr mutiger Mann.
Mag sein, aber mir geht Bequemlichkeit vor Mut.
Der junge Mann hat die ganze Zeit kein Wort gesagt. Würdest du das auch machen? fragte das Mädchen.