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Re: Outen in der Arbeit
Verfasst: Mi 30. Mai 2012, 20:42
von ab08
Dornröschen hat geschrieben:So nun hab ich"™s hinter mir.
* Keinerlei Diskriminierung in der Behörde
* Keine Auswirkungen auf Beurteilung und evtl. Beförderungen
* Beibehaltung des bisherigen Arbeitsplatzes, wenn gewünscht.
* Nach Information der Beschäftigten (Rundmail) Ansprache als Frau "F" und
Änderung des Familiennamens im Telefon-, e-mail Verzeichnis und an der Tür
* Kostenlose Untersuchung beim Amtsarzt und anschl. Weiterleitung an entsprechende
Ärzte zur Erstellung med. Gutachten (freiwillig)
LG
Chrissie
Liebe Chrissie,
es freut mich sehr, dass es bei Dir so glatt ging. Vielleicht hat man in Bayern, zumindest in einigen Behörden, dazugelernt.
Trotzdem stehst Du erst am Anfang!!
Sichere Dich bitte, im eigenen Interesse, gut gegen Eventualitäten ab !!
Ein guter Anwalt(Rechtschutz) im Hintergrund, und insbesondere ein Berufsverband können im Notfall sehr hilfreich sein... (Eine Untersuchung beim
Amtsarzt kann z.B. vieles bedeuten...)
Bei mir (Höherer Dienst, Bayern) ist es einige Zeit her (2008), letztendlich habe ich alles (NÄ/PÄ) geschafft.
Auch wenn ich nichts Näheres berichten kann: Beruflich war es nicht einfach und ich mußte mich wehren. Fremde Hilfe wurde nötig, um wieder normal arbeiten zu dürfen.
Bitte trotz aller freundlichen Zusagen nicht blauäugig sein und - bei aller Euphorie - auch an Schwierigkeiten denken.
Ob sich z.B. die ersten zwei Punkte bewahrheiten, wird sich zeigen...
- Ich wünsche es Dir jedenfalls von ganzem Herzen!
Viel Glück und keine Angst: Nach dem Outing überwogen bei mir, trotz aller Schwierigkeiten, stets Freude & Zufriedenheit!!!
ab
Re: Outen in der Arbeit
Verfasst: Sa 21. Jul 2012, 20:34
von ab08
Hallo Juliane,
mir hat die Unterstützung des Berufsverbandes (Insbes dessen Anwalt) geholfen. Rechtschutz im beruflichen Bereich (Über Arag Kosten €199,18 pro Jahr mit Privat-RS, Wohn-RS, Verkehrs-RS) hab ich zwar auch, aber nicht benötigt. (Bei Problemen im beruflichen Bereich hätte ARAG auch helfen müssen)
In den Fällen, die ich kenne, kam die entscheidende Unterstützung von der Gewerkschaft oder ähnlichen Organisationen.
Es geht dabei eigentlich nicht um TI, sondern darum, dass jeder Mensch Rechte hat. TI haben nicht weniger Rechte!! Diejenigen, die diese Rechte aufgrund von Vorurteilen beschneiden, sollten juristisch in ihre Schranken verwiesen werden. Auch TI sind ganz normale Bürger & Bürgerinnen. Genau so, also auf legalem Wege, sollten wir uns auch im Notfall wehren.
Ich mußte übrigens beweisen, dass ich trotzdem gesund bin, was mir auf korrektem Wege gelang....
LG
ab
Re: Outen in der Arbeit
Verfasst: Fr 26. Okt 2012, 14:38
von Becky
Hi,
Schön zu hören das das Outing gut verlief.
...aber erzählt mal wie ging es weiter, wie hat sich das Umfeld danach wirklich verhalten?
Gruss Elena
Re: Outen in der Arbeit
Verfasst: Fr 26. Okt 2012, 18:06
von ab08
Elena hat geschrieben:Hi,
Schön zu hören das das Outing gut verlief.
...aber erzählt mal wie ging es weiter, wie hat sich das Umfeld danach wirklich verhalten?
Gruss Elena
Liebe Elena,
in der Antwort zur ersten Frage schrieb ich das ja gerade bei Schulprojekt "Trans..."
Im Grunde verbesserte sich die Lage nach dem Outing insgesamt gesehen:
viewtopic.php?f=52&t=5174#p53160
Natürlich kam immer wieder was vor und das ist heute ab und zu auch noch so.
Aber gleichzeitig bekommst Du von anderer Seite Unterstützung.
Anfangs war bei mir das Verhältnis pro negatives Erlebnis circa 5-6 positive Unterstützungen.
Heute liegt es bei 1 : 10 oder noch besser.
Es hängt natürlich auch immer vom Umfeld ab...
Aber auch von Dir:
Bereits vor dem Outing überlegte ich genau, auf wen ich eventuell im Notfall zählen kann. Natürlich machte ich mit dem Bau meines Netzes von möglichen Unterstützern nach dem Outing weiter. Hinterher, nach dem Outing, war es leichter, zu erkennen, wer mir positiv gegenüberstand. Bis heute, 5 Jahre später, setzt sich diese Entwicklung fort. Ich bin recht offen und so ergeben sich durchaus manchmal Freundschaften...Wie ich im Schulprojekt "Trans..." schrieb, hab ich jetzt deutlich mehr Freunde/Freundinnen als früher.
Pass also bitte auf und geh sorgfältig vor -
aber Sorgen brauchst Du Dir wirklich nicht zu machen...
Liebe Grüße
ab