Re: Erfahrungen mit einem Gastvortrag an einer deutschen Universität | hpd
Verfasst: Sa 1. Nov 2025, 14:25
OK, ich sehe, dass ist ein langer und komplizierter Text. Ich versuche eine Kurzfassung.
Amelung behauptet im Titel seines Vortrags und dem was er in seinem Artikel schreibt, transaktivistische Personen würden "biologische Fakten" bestreiten und gar einen "Krieg" führen (gegen Fakten und biologische Wissenschaft). Dem ist nicht so.
Seine Argumentation (und Vollmer, Dawkins, Schwarzer, Luis, etc) geht so: "Für die Zeugung braucht es zwei verschiedene Zelltypen, männliche Spermien und weibliche Eizellen. Biologie als exakte Wissenschaft definiert den Menschen also als zweigeschelchtlich, also gibt es nur zwei Geschlechter". Sie unterstellen dann, dass jegliche Kritik diese "wissenschaftlich nach wie vor nicht widerlegte Tatsachen um das biologische Geschlecht" betstreiten würden. Das ist falsch.
1. Die Zeugung benötigt biochemisch diese Zelltypen. Das sagt nichts über die restliche Biologie der beiden Menschen aus von denen sie stammen und schon gar nichts über ihr Gender ("an der Backtheke"). Wenn Amelung als trans Mann eine eigene Eizelle verwendet, ist die dann weiblich, männlich oder ist diese Kategorie streng genommen unerheblich, überflüssig, missverständlich?
2. Die Konvention der Biologie, jene Exemplare einer Art "weiblich" zu nennen, die die größeren Keimzellen produziert, bricht bei diversen Art zusammen, die nicht ins Schema passen. Die Bezeichnung "weiblich" ist also eher pragmatisch, statistisch, aber keineswegs "natürlich", sondern willkürlich.
3. Biologisches Geschlecht beim Menschen besteht aus diversen Faktoren und keiner davon hat mit der Geschlechtsidentität einen kausalen Zusammenhang. Die psychologischen, sozialen und kulturellen Faktoren sind weitgehend unabhängig von der Biologie. Keines von beidem kann aus dem anderen abgeleitet werden.
4. Unsere Gameten und der ganze Rest der Biologie spielen im Alltag - um den es beim trans sein hauptsächlich geht - keine Rolle. Julia Serano (selber Biologin und trans Aktivistin) schreibt: "Gameten leiden unter dem gleichen Problem wie Genitalien, Geschlechtschromosomen und andere nicht wahrnehmbare Geschlechtsmerkmale, nämlich dass wir uns im Alltag überhaupt nicht auf sie verlassen. Jeden Tag bezeichnen wir Menschen als „er“ oder „sie“ und gehen mit ihnen als Frauen oder Männern um, ohne jemals zu wissen, welche Gameten sie besitzen oder nicht besitzen.". Sie diskutiert das ausführlich in https://juliaserano.substack.com/p/why- ... -activists - auch welche Verrenkungen "gender criticals" machen, um irgendwie Sex und Gender zu koppeln, wo keine eindeutigen oder zwingenden Verbindungen existieren.
Die Kritik von Transaktivistys ist also lediglich, dass relativ willkürliche Bezeichnungen in der Biologie nicht für die Diskussion über soziale Geschlechterrollen herangezogen werden sollten, sondern im Gegenteil vergeschlechtlichte Begriffe weitgehend ersetzt werden sollten, wo sie zu Fehlschlüssen führen können - oder absichtlich missverständlich benutzt werden zwecks ideologischer Ziele.
Beispiel: Wenn über Hygieneprodukte für menstruierende Menschen gesprochen wird, dann nicht nur von Frauen zu reden, weil das in der Regel dazu führt, dass betroffene trans Männer - wie möglicherweise Amelung - nicht mitgedacht werden.
Amelungs Vortrag ist vom Titel über den Inhalt bis zu seinem Artikel darüber ein Strohmann, ein bewusstes Missverstöndnis, absichtliche Fehlleitung und gleichzeitig Provokation. Da dieses Vorgehen bei ihm nicht neu ist, alle sachichen Diskussionsversuche nicht zu einer Änderung geführt haben und er seine Auftritte ausschliesslich für Propaganda und Schein-Debatten nutzt, halte ich einen ausfürhlichen und aufklärenden Protest bei jedem dieser Anlässe für folgerichtig und notwendig. Über Stil und Vorgehen im Detail lässt sich reden, aber die grundlegende Kritik ist berechtigt.
Amelung behauptet im Titel seines Vortrags und dem was er in seinem Artikel schreibt, transaktivistische Personen würden "biologische Fakten" bestreiten und gar einen "Krieg" führen (gegen Fakten und biologische Wissenschaft). Dem ist nicht so.
Seine Argumentation (und Vollmer, Dawkins, Schwarzer, Luis, etc) geht so: "Für die Zeugung braucht es zwei verschiedene Zelltypen, männliche Spermien und weibliche Eizellen. Biologie als exakte Wissenschaft definiert den Menschen also als zweigeschelchtlich, also gibt es nur zwei Geschlechter". Sie unterstellen dann, dass jegliche Kritik diese "wissenschaftlich nach wie vor nicht widerlegte Tatsachen um das biologische Geschlecht" betstreiten würden. Das ist falsch.
1. Die Zeugung benötigt biochemisch diese Zelltypen. Das sagt nichts über die restliche Biologie der beiden Menschen aus von denen sie stammen und schon gar nichts über ihr Gender ("an der Backtheke"). Wenn Amelung als trans Mann eine eigene Eizelle verwendet, ist die dann weiblich, männlich oder ist diese Kategorie streng genommen unerheblich, überflüssig, missverständlich?
2. Die Konvention der Biologie, jene Exemplare einer Art "weiblich" zu nennen, die die größeren Keimzellen produziert, bricht bei diversen Art zusammen, die nicht ins Schema passen. Die Bezeichnung "weiblich" ist also eher pragmatisch, statistisch, aber keineswegs "natürlich", sondern willkürlich.
3. Biologisches Geschlecht beim Menschen besteht aus diversen Faktoren und keiner davon hat mit der Geschlechtsidentität einen kausalen Zusammenhang. Die psychologischen, sozialen und kulturellen Faktoren sind weitgehend unabhängig von der Biologie. Keines von beidem kann aus dem anderen abgeleitet werden.
4. Unsere Gameten und der ganze Rest der Biologie spielen im Alltag - um den es beim trans sein hauptsächlich geht - keine Rolle. Julia Serano (selber Biologin und trans Aktivistin) schreibt: "Gameten leiden unter dem gleichen Problem wie Genitalien, Geschlechtschromosomen und andere nicht wahrnehmbare Geschlechtsmerkmale, nämlich dass wir uns im Alltag überhaupt nicht auf sie verlassen. Jeden Tag bezeichnen wir Menschen als „er“ oder „sie“ und gehen mit ihnen als Frauen oder Männern um, ohne jemals zu wissen, welche Gameten sie besitzen oder nicht besitzen.". Sie diskutiert das ausführlich in https://juliaserano.substack.com/p/why- ... -activists - auch welche Verrenkungen "gender criticals" machen, um irgendwie Sex und Gender zu koppeln, wo keine eindeutigen oder zwingenden Verbindungen existieren.
Die Kritik von Transaktivistys ist also lediglich, dass relativ willkürliche Bezeichnungen in der Biologie nicht für die Diskussion über soziale Geschlechterrollen herangezogen werden sollten, sondern im Gegenteil vergeschlechtlichte Begriffe weitgehend ersetzt werden sollten, wo sie zu Fehlschlüssen führen können - oder absichtlich missverständlich benutzt werden zwecks ideologischer Ziele.
Beispiel: Wenn über Hygieneprodukte für menstruierende Menschen gesprochen wird, dann nicht nur von Frauen zu reden, weil das in der Regel dazu führt, dass betroffene trans Männer - wie möglicherweise Amelung - nicht mitgedacht werden.
Amelungs Vortrag ist vom Titel über den Inhalt bis zu seinem Artikel darüber ein Strohmann, ein bewusstes Missverstöndnis, absichtliche Fehlleitung und gleichzeitig Provokation. Da dieses Vorgehen bei ihm nicht neu ist, alle sachichen Diskussionsversuche nicht zu einer Änderung geführt haben und er seine Auftritte ausschliesslich für Propaganda und Schein-Debatten nutzt, halte ich einen ausfürhlichen und aufklärenden Protest bei jedem dieser Anlässe für folgerichtig und notwendig. Über Stil und Vorgehen im Detail lässt sich reden, aber die grundlegende Kritik ist berechtigt.