Diese Doppelstrategie entspricht mir total. Auf der einen Seite Aufklärung, Kontakt, Sichtbarkeit; so freundlich, verbindlich und wohlwollend wie möglich. Auf der anderen Seite die eigene Privatsphäre bewahren und darauf achten, was wir uns persönlich "leisten" können. Es ist toll, wenn Menschen die Möglichkeiten haben - sprich: Privilegien, Unabhängigkeit - und öffentlich sichtbar sind. Das ist nicht allen gegeben. Auch nicht das Nervenkostüm, sich mit unangenehmen Leuten herumzuschlagen.Vicky_Rose hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 08:20Das ist richtig, aber für eine Randgruppe haben wir gefühlt überproportional Aufmerksamkeit. [...] Auf der anderen Seite denke ich, jetzt erst recht.Violetta CD hat geschrieben: Mo 27. Okt 2025, 06:29 Wir sind und bleiben eine sehr kleine Randgruppe.
Wir gehörem zum Menschsein dazu. Das klassische Bild von Geschlecht ist eine massive Einschränkung, die uns, aber auch andere Menschen und Gruppen einschränkt. Sich verstecken, bedeutet, Macht über mich in ungebetene Hände zu geben. Offener Auftritt ist Selbstermächtigung.
Zum Thema Zahlen: "Wir" sind eine kleine Minderheit. Gleichzeitig eine der vielen kleinen Minderheiten. Studien haben je nach Fragestellung und Umgebung 1-3% "mehr oder weniger trans" gemessen. Bei "nicht so ganz genderkonform" geht die Zahl über 5% und da beziehe ich CD mit ein. Je jünger die Altersgruppe, desto mehr. Bis zu 10% bei Teens. Auch wenn da mglw eine generelle Unzufriedenheit mit zu strikten Genderrollen abgezogen werden kann, wird es offenbar besser im Sinne von Offenheit.
Ich hab da gerne so Merksätze wie "1-3% trans, 1,5% haben rote Haare oder grüne Augen oder einen Doktortitel. Professor*in dürfen sich nur 0,3% nennen", "in einer Schule mit 500 Kindern sind 5 bis 15 trans" und "ein Drittel aller trans Personen sind nichtbinär".
Es gibt um uns herum mehr Gleichgesinnte, als wir normalerweise wahrnehmen. "Du kennst vielleicht keine trans/CD Personen, aber sie kennen dich. Und das hat Gründe."