“Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour
“Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour - # 2

Knäckebrötchen
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 16 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

MichiWell hat geschrieben: So 2. Mär 2025, 20:57 Du unterstellst mir also indirekt, dass ich denen keine Akzeptanz entgegenbringen würde.
Rücksichtnahme und Akzeptanz gehen für mich ein Stück weit Hand in Hand ja. Ansonsten unterstelle ich gar nichts, sondern tue meine Meinung zu der zitierten Aussage kund.
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Knäckebrötchen
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 17 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Momo58 hat geschrieben: So 2. Mär 2025, 18:48 Warum soll ich als Atheist während der Fastenzeit irgendwelcher Religionen auf Pommes und Currywurst an der Imbissbude verzichten? Ich bin nicht religiös. Ich faste nicht. Mein Motto: Verständnis ja, Rücksicht nein.
Hmm ich wusste bislang noch nicht, worauf ich dieses Jahr fasten mag - ich glaube, Currywurst!
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 18 im Thema

Beitrag von Maya »

Knäckebrötchen hat geschrieben: So 2. Mär 2025, 21:48 Hmm ich wusste bislang noch nicht, worauf ich dieses Jahr fasten mag - ich glaube, Currywurst!
Auf gar keinen Fall! :o
So weit wird es nicht kommen! :((a
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 19 im Thema

Beitrag von Annette »

Moin Moin

Fasten sollte man aus eigenem Antrieb, wenn nötig. Zum Abnehmen, zB. aus gesundheitlichen Gründen, oder für das eigene Wohlbefinden. Sonst nicht! Denn mit dem Fasten entsagt man ja freiwillig einem beträchtlichen Teil der eigenen Lebensfreude, und ich finde es als völlig absurd, sich das von Glaubensführern und -eiferern vorschreiben zu lassen. Wozu auch, und für wen? Ohne Existenzbeweis gibt es nun mal keine Gottheit, also erachte ich es als überflüssig, ein gottgefälliges Leben zu führen (was nicht bedeutet, dass ich mich nicht an ethische Grundsätze halten würde).

Aber im Allgemeinen scheint das ja niemanden zu stören! Schön brav folgen sie den Lockrufen der Lügenbaronen und geben sich der Selbstkasteiung hin. Ganz nach dem Motto: Hauptsache, das Leben macht keinen Spaß!

Ich wünsche alles Gute!
Annette
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 20 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Annette hat geschrieben: Mo 3. Mär 2025, 07:22 Moin Moin

Fasten sollte man aus eigenem Antrieb, wenn nötig. Zum Abnehmen, zB. aus gesundheitlichen Gründen, oder für das eigene Wohlbefinden. Sonst nicht! Denn mit dem Fasten entsagt man ja freiwillig einem beträchtlichen Teil der eigenen Lebensfreude, und ich finde es als völlig absurd, sich das von Glaubensführern und -eiferern vorschreiben zu lassen. Wozu auch, und für wen? Ohne Existenzbeweis gibt es nun mal keine Gottheit, also erachte ich es als überflüssig, ein gottgefälliges Leben zu führen (was nicht bedeutet, dass ich mich nicht an ethische Grundsätze halten würde).

Aber im Allgemeinen scheint das ja niemanden zu stören! Schön brav folgen sie den Lockrufen der Lügenbaronen und geben sich der Selbstkasteiung hin. Ganz nach dem Motto: Hauptsache, das Leben macht keinen Spaß!

Ich wünsche alles Gute!
Annette
Das darfst Du gerne so sehen. Ich für mich kann sagen: ohne mein persönliche Beziehung zu Gott wäre mein Leben deutlich ärmer und definitiv weniger freudvoll.

Wenn ich faste, dann freiwillig, weil ich mir in dieser Zeit bewußt werde, warum mir der Konsum des Befasteten eigentlich so wichtig ist. Ja, Verzicht kann auch mal schmerzen - auf jegliche Form von Knabberzeug zu verzichten war eine meiner härstesten Übungen - und aber auch ungeahnte Möglichkeiten eröffnen: so tut es morgens auch ein Glas Wasser, es muss nicht unbedingt der Kaffee sein. Der schmeckt zwar besser, wacher macht er mich nicht.

Ihr dürft Religion(en) und ihre Dogmen gerne ablehnen. Ich selbst bin auch sehr kritisch gegenüber meiner Religion. Aber bitte verwechselt nicht das persönliche Glauben und die persönliche Beziehung, das Ausleben dieses Glaubens, mit dem stumpfen Befolgen von Befehlen.

Davon abgesehen gab es für viele der "Vorschriften" in der damaligen Zeit gute Gründe. Manche sind total absurd (auch für damals) oder sogar schädlich (auch für damals), aber das ist ja eben auch einer meiner größten Kritikpunkte an Religion.

Ich finde dieses aggressive Ablehnen allerdings genauso befremdlich, wie das aggressive Verteidigen/Proklamieren.


@Maya:

Wohl bekomm's! Ich gönne dir jede Currywurst und freue mich darauf, nach Ostern selber wieder eine zu genießen :) Aber nur Rind. Schmeckt besser.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 21 im Thema

Beitrag von lexes »

Ich selber kann mit Religionen ( jeder Art ) nichts anfangen und glaube auch an keinen Gott

Sollten Menschen das tun, so ist es für mich völlig OK

Sollten sie Feste dazu feiern => für mich auch i.O.

Am Ramadan respektvoll sein .. kein Problem

Ich sehe nur immer Posts wie :

Es ist Ramadan Freunde , lasst uns den Grill rausholen und den Geruch von Schweinefleisch über das Land wehen

oder :

Deutsche Weihnachtsmärkte werden mit Betonsperren dekoriert und Innenstädte zu Muslimischen Festen mit muslimischer Dekoration , wie unfair

.. das ist einfach asoziales Verhalten und wird auch von mir ( klarer Atheist ) verpönt und ( bei Bedarf ) scharf diskutiert.

Wenn jemand an den unsichtbaren Onkel im Himmel und sein altes Buch glauben möchte, so kann er das gerne tun und wird auch entsprechend mit Rücksicht behandelt

Gerade wir hier ( die sich auch oft nicht "gesellschaftskonform / normal" benehmen ) sollten doch in Puncto Toleranz und Rücksicht geübt sein

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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 22 im Thema

Beitrag von SusiS »

Wenn man extrem strenggläubiges Fasten vergleicht, ist das christliches Fasten wesentlich strenger als der muslimische Fasten.
Nur wird der strenggläubiges christliche Fasten [Beginn Aschermittwoch bis einschließlich Karfreitag] aus guten Grund nicht so streng durchgeführt - schon im Mittelalter (z.B. das Biber so ausgelegt wurde das sie zu Fische zählten und damit gegessen durften, oder das Starkbier nur um 2 Punkte zu nennen um es umgehen.) Da gibt es Fastenbrechen wie bei Ramadan, oder das bestimmte Gruppen ausgenommen sind (Schwangere, Kinder, körperlich stark arbeitende Personen [laut muslimische Bekannte Person von Geschwister])
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 23 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

ARTE:

Fasten - Ein Phänomen wird erforscht


https://www.arte.tv/de/videos/118244-00 ... erforscht/
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 24 im Thema

Beitrag von lexes »





Sehr medizinisch .. gut erklärt

.. der arme Typ .... über so einen langen Zeitraum nur Gemüsebrühe :-)

.. und das es "fatty Liver" heisst wusste ich auch nicht

Sehr interessant :-)
Jaddy
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 25 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Was mir bei dem Artikel aufgefallen ist: Viele von könnten viele von uns genau so zur Toleranz/Akzeptanz/Solidarität gegenüber "uns" mindestens nicht so ganz cis Menschen schreiben.
1. Zeigt Interesse

Trans, inter, nichtbinär, agender (TIN*) ist zum Glück schon lange kein Tabu-Thema mehr. Und dennoch kennen sich die wenigsten cis Menschen wirklich damit aus. Wenn ihr dazugehört, kann ich nur sagen: Scheut euch nicht, euren TIN* Freund:innen und Kolleg:innen Fragen zu stellen! Wichtig dabei ist nur, dass ihr Fragen stellt, die echtes Interesse zeigen, wie: “Wie geht es Dir nach dem Coming out / jetzt als (Mann/Frau/Enby)?”, “Was sind deine größten Herausforderungen?”, “Was macht dir an deinem neuen Leben / Deiner Transition am meisten Freude?”. Weniger schön sind dagegen Fragen, die die Kritik bereits mitliefern, wie “Warum setzt du deinen Körper freiwillig so einer Tortur aus?”, “Wie, lebenslang Hormone?” oder “Das könnte ich ja nicht”.
2. Verzichtet auf Mitleid

Ich habe während der Transition / nach meinem Coming out schon so oft Dinge gehört wie: “Es tut mir so leid, dass du das durchmachen musst”, oder “Oh Mann, du Arme”. Und während ich mir diese Kommentare meistens nicht wirklich zu Herzen nehme, sind sie doch (vor allem in ihrer Häufigkeit) frustrierend. Deswegen lasst mich eins ein für alle Mal klarstellen: Eine Transition oder Leben als nicht-cis Person ist keine quälende Aufgabe, die mir auferlegt wird, sondern eine Befreiung, auf und über die ich mich freue.

Es ist eine Zeit, in der ich mich selbst neu entdecken und erschaffen kann. Ich kann mich und mein neues Leben feiern. Dann von außen zu hören, wie schlimm das alles ist, passt einfach nicht zusammen.

Und lasst mich auch das klarstellen: Natürlich bestreite ich nicht, dass der ganze Prozess schwer ist – aber, und das wissen leider immer noch nicht genug Menschen: Diejenigen, die aus welchen Gründen auch immer irgendeine Prozedur nicht machen können oder wollen, müssen das auch nicht. Das umschließt Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, solche, die bestimmte körperliche Dinge behalten wollen oder bei denen für die einige Schritte einfach noch nicht richtig sind. Diejenigen, die also irgendwelchen Angleichungen machen, tun das aus freien Stücken und weil sie sich körperlich und seelisch dazu in der Lage fühlen, und müssen dementsprechend auch nicht bemitleidet werden.
3. Schafft neue Strukturen

Am Arbeitsplatz: Wenn ihr vielleicht selbst Arbeitgeber:in oder Vorgesetzte:r seid, versucht herauszufinden, ob es eine Möglichkeit gibt, trans Personen über den Zeitraum der Transition im Unternehmen flexiblere Arbeitsmethoden anzubieten.

Denn viele Schritte erfordern Behördengänge oder ärztliche Termine, was konkret bedeutet, dass manche Arbeitnehmer:innen einen früheren Beginn und ein späteres Ende der Arbeit bevorzugen würden.

Außerdem könnte man prüfen – sofern die Art der Arbeit das zulässt –, ob in der Zeit der Transition Anwesenheitszeiten im Büro gelockert werden können und Home-Office für Fastende angeboten werden kann [und frühzeitig Namen und Anreden ändern, Mailadressen, ...]. So würden Missverständnisse, Zwangsouting und ständige Erklärungen vermieden.
Ihr seid selbst keine Arbeitgeber:innen und möchtet euch dennoch für eure Kolleg:innen einsetzen? Dann könnt ihr die oben genannten Vorschläge bei euren Arbeitgebenden vorbringen – denn unterstützende Stimmen im Team können einen riesigen Unterschied machen. Falls das keine Möglichkeit ist, könnt ihr aktiv auf eure trans Kolleg:innen zugehen und beispielsweise anbieten, bei Bedarf eine bestimmte Aufgabe für sie zu übernehmen.
4. Es ist okay, Fehler zu machen

Zum Schluss möchte ich noch einen eher unkonventionellen Ratschlag an alle geben, die umsichtiger mit ihren TIN* Mitmenschen umgehen wollen: Es ist in Ordnung, Fehler zu machen! Euer trans Freund oder trans Kollegin weiß eure Unterstützung sicher zu schätzen, aber würde auch nicht erwarten, dass ihr euch aller Rahmenbedingungen und Bedürfnissen während der Transition bewusst seid.

Wenn ihr also versehentlich im Büro den falschen Namen benutzt, dann versichere ich euch: Das ist kein Weltuntergang [schnell korrigieren und weiter]. Dasselbe gilt für ein Szenario, wo ihr noch die alten männlichen oder weiblichen Verhaltensmuster im Kopf habt. Niemand erwartet Perfektion. Alles, was zählt, sind die gute Absicht und die kleinen, aber bedeutungsvollen Gesten der Unterstützung, die ihr sonst zeigt.
Das gleiche könnte für so ziemlich alle Minderheiten durchdekliniert werden. Behinderte und rassifizierte Menschen können das gleiche Muster verwenden. Sogar Frauen in "männlichen" Umgebungen: Unwissende "Norm"-Menschen projezieren ihr Leben und ihre Empfindungen auf sie / uns und "beglücken" sie / uns mit ihren Meinungen, statt wohlwollende Unterstützung zu bieten oder wenigstens zu fragen, was angebracht und hilfreich wäre.

Zwei Dinge noch zu der "verringerten Arbeitsleistung": Erstens ist das nichts anderes, als wenn der Kollege Mid-life-Krise am Wochenende mal wieder für den nächsten Marathon trainiert hat und die nächsten drei Tage nur 60% bringen kann. Oder wenn die halbe Abteilung eine rauschende Feier hingelegt hat - der Anlässe gibt es ja viele - und fast komplett ausfällt. Das sind die objektiv überflüssigen Dinge, die aber gleichzeitig zum Wohlbefinden dazu gehören.

Wenn zweitens quasi alles zusammenbricht, wenn nicht alle 100% Leistung bringen, ist diese Arbeit schlecht konstruiert. Jede Struktur braucht Reserven. In der Technik sind 20-25% gängig und bei Menschen sollten es mindestens so viel sein, weil sie nicht nur nach physikalischen Maßstäben funktionieren, sondern auch ein Leben ausserhalb der Job-Maschine haben. Jedes Mehr ist Ausbeutung und Schuld der Arbeitgebenden.

Ich bin übrigens komplett atheistisch und halte Religionen für Märchenkram. Es steht mir aber genau wie allen anderen nicht zu, Menschen ihr seelisches Wohlbefinden wegnehmen oder madig machen zu wollen, solange sie mich nicht zwingen wollen, mitzumachen. Wir können allesamt prima miteinander auskommen, wenn wir lernen und Rücksicht nehmen. Unendliche Vielfalt in unendlichen Kombinationen. Es sind glücklilcherweise nur wenige A****löcher, die ausschliesslich ihren Lebensstil gelten lassen und für alle verbindlich machen wollen.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 26 im Thema

Beitrag von conny »

Jaddy hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 16:28 Wir können allesamt prima miteinander auskommen, wenn wir lernen und Rücksicht nehmen.
Und das sieht ggü. religiösen Menschen die auch hier vertreten sind, bei dir dann so aus?
Jaddy hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 16:28 Ich bin übrigens komplett atheistisch und halte Religionen für Märchenkram.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 27 im Thema

Beitrag von Shoshana »

conny hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 20:17 Und das sieht ggü. religiösen Menschen die auch hier vertreten sind, bei dir dann so aus?
Na klar. Eine Ich-Aussage gilt nur für die jeweilige Person und läßt abweichende Meinungen, Einstellungen, … zu. Also da ist gar kein Widerspruch zu finden.
Care about what other people think and you will always be their prisoner. - Lao Tzu
Jaddy
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 28 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Shoshana hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 20:37
conny hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 20:17 Und das sieht ggü. religiösen Menschen die auch hier vertreten sind, bei dir dann so aus?
Na klar. Eine Ich-Aussage gilt nur für die jeweilige Person und läßt abweichende Meinungen, Einstellungen, … zu. Also da ist gar kein Widerspruch zu finden.
Genau so.

Conny, ich kann mit vielen Weltbildern und Lebensweisen nichts anfangen. Sport-Fandom zum Beispiel. Oder auch Outdoor-/Survival-Kram. "Volksmusik", Esoterik usw. Ich kann aber nachvollziehen, was Menschen sich dadurch abholen, was es ihnen gibt. Ich kann auch Parallelen ziehen zu meinen Themen, Interessen und Kinks. Denn die Motive und Mechanismen scheinbar verschiedener Lebensarten sind sich im Kern häufig erstaunlich ähnlich. Aus sehr persönlichen Gründen landen die einen dann bei Thema A und anderen bei Thema B bis ZZ.

Ich hab auch Teile, die andere sicherlich für seltsam und irritierend halten. Ich weiss auch ziemlich genau, wo ich was kompensiere und Plomben setze. Als erwachsene Menschen sollten wir mE in der Lage sein, unsere irrationalen Anteile zu erkennen, zu akzeptieren und darüber zu reden. Sie zu haben und zu pflegen ist nichts ehrenrühriges. Alle Menschen machen das. Deshalb können wir uns trotzdem füreinander freuen, dass wir unsere Wege gefunden haben. Auf der Metaebene darüber reden zu können, nimmt ja der intensiven Erfahrung selbst nichts.

Als Analogie vielleicht: Wir können Begehren, Verlangen und soziale Bindung psychologisch, soziologisch, neurochemisch und wie auch immer analysieren und diskutieren. Deswegen sind verliebt zu sein, Sex zu haben und eine wunderbare Beziehung zu erleben nicht weniger real.

Es kommt für mich aber darauf an, diese persönlichen Kinks und Quirks gesellschaftlich unschädlich auszuleben. Ich denke, dass wir mit dem Ansatz einer vielfältigen, offenen Gesellschaft(tm) da am ehesten dran sind. Dazu gehört meiner Ansicht nach, sich selbst und den eigenen Glaubenssätzen gegenüber ehrlich zu sein (und vielleicht auch nicht ganz so ernst zu nehmen). Die Konflikte entstehen dort, wo Menschen ihre "gefühlten Wahrheiten" bzw faktenfreien metaphysischen Konstrukte für die einzig gültigen halten und durchsetzen wollen. Alles andere lässt sich mit Respekt, Rücksichtnahme und etwas gutem Willen regeln.

Ja, das gilt auch für den ganzen Genderkram.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 29 im Thema

Beitrag von Michi »

Jaddy hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 16:28 Was mir bei dem Artikel aufgefallen ist: Viele von könnten viele von uns genau so zur Toleranz/Akzeptanz/Solidarität gegenüber "uns" mindestens nicht so ganz cis Menschen schreiben.
[...]
Sowas in der Art kam mir auch in den Sinn, als ich meinen ersten Beitrag hier schrieb. Danke Jaddy, dass du dir die Mühe gemacht hast, auch wenn es kaum gedankt wird. Ich hatte keine Kraft, es so auszuformulieren.

Jaddy hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 16:28 Das gleiche könnte für so ziemlich alle Minderheiten durchdekliniert werden. Behinderte und rassifizierte Menschen können das gleiche Muster verwenden. [...]
Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied; es gibt zwei Gruppen von Gruppen:

Die, die sich die Gruppe ausgesucht haben, und die, die keine Wahl haben. Und die ersteren Gruppen sind regelmäßig die, die höhere Ansprüche an Akzeptanz, Rücksichtnahme und Zuwendung einfordern.

Jaddy hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 16:28 Ich bin übrigens komplett atheistisch und halte Religionen für Märchenkram. Es steht mir aber genau wie allen anderen nicht zu, Menschen ihr seelisches Wohlbefinden wegnehmen oder madig machen zu wollen, solange sie mich nicht zwingen wollen, mitzumachen.
Ich stimme dir zu. Doch zu mehr als Akzeptanz, nämlich zu darüber hinaus gehender Rücksichtnahme wie sie in dem Artikel erwartet wird, bin ich so generell nicht bereit. Das geht mir zu weit. Dafür habe ich über die Jahre zu viel Negativ-Erlebnisse mit Menschen gehabt, die mich mit ihrer Religion ungefragt grob belästigt haben, und tief in meine Privatsphäre eingedrungen sind, ohne auch nur ansatzweise zu fragen, ob ich das möchte.

Das schließt nicht aus, dass ich es mit einzelnen Menschen anderes handhabe, bei denen ich individuell durchaus entgegenkommender bin. Ich habe auch schon mal einen evangelischen Pfarrer um Unterstützung ersucht, weil er menschlich sehr okay war. Er war übrigens auch einer der Wenigen, die sich anderen nicht religiösen Menschen gegenüber höchst respektvoll verhalten hat, indem er jegliche Missionierungsversuche unterlassen hat. Er hatte verstanden, wo seine Freiheit endet, weil da meine beginnt.
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: “Ich bin Muslima – und das wünsche ich mir während des Ramadan... | Glamour

Post 30 im Thema

Beitrag von Jaddy »

MichiWell hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 23:40
Jaddy hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 16:28 Das gleiche könnte für so ziemlich alle Minderheiten durchdekliniert werden. Behinderte und rassifizierte Menschen können das gleiche Muster verwenden. [...]
Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied; es gibt zwei Gruppen von Gruppen: Die, die sich die Gruppe ausgesucht haben, und die, die keine Wahl haben. Und die ersteren Gruppen sind regelmäßig die, die höhere Ansprüche an Akzeptanz, Rücksichtnahme und Zuwendung einfordern.
"Es gibt 10 Gruppen von Menschen. Die, die binär verstehen und die anderen"... Wenn du zu der ersten Gruppe auch religiöse Menschen zählst, bin ich bei der Wahlfreiheit nicht so sicher. So wie die ganze Sache mit dem freien Willen nicht so sicher ist. Unser Wollen ist immer bedingt. Durch unsere Vergangenheit, durch unsere Lebensumstände und durch unsere Hirnchemie. "Das Sein bestimmt das Bewusstsein" usw. Michael Schmidt-Salomon (atheistischer Philosoph) hat dazu mehr als ein Kapitel mit sowohl philosophischen Herleitungen, als auch neurowissenschaftlichen Erkenntnissen in "Jenseits von Gut und Böse: Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind". Kann ich dir gerne zur Verfügung stellen.

Kurz: Wir können alles tun, was wir wollen, aber wir können nicht alles wollen, was wir denken. Weil wir nicht mal alles denken könenn, was wir -äh- wollen.

Wie viele der Teilnehmenden hier (trans mal ausgenommen, die sind ja quasi "offiziell entschuldigt") könnte zum Beispiel Crossdressing einfach willentlich bleiben lassen, ohne Bedauern, ohne Verlust von Lebensqualität? Wie viel Aufwand und Nerven stecken viele da rein, riskieren Beziehungen und Familie, hadern mit sich und der Welt? Könnten sie nicht einfach etwas anderes wollen? Können religiöse Menschen das Bedürfnis einfach "wegwollen"? Oder sich einfach für eine etwas praktischere Religion entscheiden, ohne Fasten und Gebote?

Ich denke, dass Menschen an ihrem Bedürfnis (oder Nichtbedürfnis) nach einem für sie stimmigen metaphysischen Sinngebungskonzept, wie zum Beispiel einer Religion, ebenso wenig ändern können, wie an ihrer sexuellen Orientierung, ihrem Geschlechtsempfinden, ihrer Fehlsichtigkeit oder ihren Vorlieben für irgendwelche Gemüse. Welche genau es werden ist nicht vorhersehrbar. Eher eine Art Schmetterllingseffekt, welchen Angeboten von aussen wir in bestimmten Momenten begegnen.

Auf der anderen Seite werden meiner (subjektiven) Beobachtung nach Ansprüche umso mehr zurückgewiesen, je mehr wir sie persönlich als "willkürlich" einschätzen. Typischer Bestätigungsfehler. Also wie bei "X is a lifestyle choice". Als ob wir eine Wahl hätten, so zu sein, wie wir sind; queer, trans, schwul oder religiös.
MichiWell hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 23:40
Jaddy hat geschrieben: Do 6. Mär 2025, 16:28 Ich bin übrigens komplett atheistisch und halte Religionen für Märchenkram. Es steht mir aber genau wie allen anderen nicht zu, Menschen ihr seelisches Wohlbefinden wegnehmen oder madig machen zu wollen, solange sie mich nicht zwingen wollen, mitzumachen.
Ich stimme dir zu. Doch zu mehr als Akzeptanz, nämlich zu darüber hinaus gehender Rücksichtnahme wie sie in dem Artikel erwartet wird, bin ich so generell nicht bereit. Das geht mir zu weit. Dafür habe ich über die Jahre zu viel Negativ-Erlebnisse mit Menschen gehabt, die mich mit ihrer Religion ungefragt grob belästigt haben, und tief in meine Privatsphäre eingedrungen sind, ohne auch nur ansatzweise zu fragen, ob ich das möchte.

Das schließt nicht aus, dass ich es mit einzelnen Menschen anderes handhabe, bei denen ich individuell durchaus entgegenkommender bin.
Mir geht es auch im ganz direkte Begegnung. Also Mensch zu Mensch. In dem Artikel auch, wenn ich das richtig gelesen habe. Die betreffenden Menschen nicht damit aufziehen, keine "haha witzigen" Bemerkungen machen, keine betont anti-Aktionen, wie das eigene Mittagessen extra in der Nähe verspeisen, usw. Also einfach ein netter Mitmensch sein. Golden Rule und all sowas. Mehr war da gar nicht drin. Und natürlich nicht durch penetrante Fragen oder ähnliches in deren Privatsphäre eindringen (ohne auch nur ansatzweise zu fragen, ob die Person das möchte).

Ich bin mit den karmischen Gesetzen nicht so vertraut, aber heute irgendwelche Menschen wegen ihrer Religion für die Taten anderer Menschen an dir vor Jahren zu bestrafen, scheint mir in keinem guten logischen oder ethischen Zusammenhang zu stehen. So sehr ich solche Verletzungen auch nachvollziehen kann. Ich hab auch diverse prägende, negative Begegnungen gehabt. Rein psychologisch betrachtet verlängerst du aber nicht nur dein Leid, sondern vermehrst es auch noch in anderen, an denen du dich anstelle der Verantwortlichen "rächst".

Das wirft die Frage auf, ob du dir diese heutige Reaktion ausgesucht hast und ob du sie auch wieder "wegwollen" kannst.
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