Wo seid ihr? - # 2
-
Lucky70
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 132
- Registriert: Sa 27. Mär 2021, 20:59
- Geschlecht: m, eigentlich egal
- Pronomen: er
- Wohnort (Name): München
- Hat sich bedankt: 2 Mal
- Danksagung erhalten: 17 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
@Tira, nein das ist schon klar, ich habe eine Kollegin die auch nicht viel kleiner ist als ich (1,94) und gerne Absätze trägt. Daher fühlt sie sich in meiner (und ein paar andere Kollegen, einer ist über 2.00 m) auch so wohl - denn das war ja mein Punkt: die fallen grundsätzlich auf. Ich denke ich kann meistens cis und trans unterscheiden, da gibt es einigeDetails, wie z.B. Hüfte oder Gesichtszüge, die da gute Indikationen geben.
Es gibt nur eine Kategorie Mensch, bei der mit die Unterscheidung Mann-Frau sehr schwer fällt: ungepflegt und Körperumfang XXL. Wohlbermerkt: beides cis. Aber das ist offtopic.
Lucy.
Es gibt nur eine Kategorie Mensch, bei der mit die Unterscheidung Mann-Frau sehr schwer fällt: ungepflegt und Körperumfang XXL. Wohlbermerkt: beides cis. Aber das ist offtopic.
Lucy.
-
Knäckebrötchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 706
- Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie/ihr
- Wohnort (Name): Marburg
- Hat sich bedankt: 253 Mal
- Danksagung erhalten: 751 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Hi Lana,
24/7 Transfrau hier. Du findest mich also überall, auf der Arbeit, beim Einkauf, beim Bummeln, im Konzert und in den Öffis. Also, du könntest, würdest Du in Marburg und Gießen rumlaufen. Ein anderes Leben könnte ich mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen. Meine alten Klamotten sind im Container gelandet oder waren so neutral, dass ich sie weiter tragen wollte.
Will ich als trans* wahrgenommen werden? Eigentlich nein.
Werde ich als trans* wahrgenommen: ja (vermutlich). Und wenn nicht - dann weiß ich es nicht, da ich selten wildfremde Menschen frage, ob sie mich nun als Frau wahrnehmen oder als trans*
Allein schon, weil ich ja nach wie vor beim selben Bäcker einkaufe, mit vielen Leuten regelmäßig im gleichen Zug sitze, auf Elternabenden und auf dem Fußballplatz ja auch erklären muss, zu welchem Kind ich nun gehöre und in welchem Verhältnis wir stehen. Weil meine Kinder mich nach wie vor Papa nennen, auch in der Öffentlichkeit. Weil eine Transition mit 46+ einfach nicht mehr sooooo viel Spielraum für Veränderungen bietet wie mit Anfang 20. Weil Hormone viel machen, aber keine Wunder bewirken können.
Aber das ist total OK. Weil ich eben zu meiner Transidentität stehe, wenn sie Thema ist - ganz selbstbewusst. Ich trage es nicht wie eine Monstranz vor mir her, aber ich verleugne mich auch nicht. Gerade erst hat mich die Arzthelferin beim Zahnarzt gefragt, ob sie mich als "Frau X" ansprechen soll. Weil sie gesehen hat, wie ich mich präsentiere, gleichzeitig aber meine KK-Karte natürlich noch auf den alten Namen läuft.
Ob Du mich auf der Strasse als trans* identifizieren würdest? Ich würd's ja echt gerne ausprobieren
Ich präsentiere im anonymen Umfeld Öffentlichkeit jedenfalls weiblich genug, um im Bus von Männern einen Platz frei gemacht zu bekommen (ok, könnte auch am Alter liegen...) - oder eben in einem 4er mit drei Frauen den letzten Platz angeboten kriege, wo schon einige Männer länger daneben stehen. Ob die mich nun als trans* lesen und "keine Gefahr", oder als weitere Frau - ich weiß es nicht und am Ende ist es mir auch relativ egal, weil das Ergebnis das Gleiche ist.
Ich sehe öfter Menschen, bei denen ich einen trans*-Hintergrund vermute. Andererseits hat eine mir bekannte Bio-Frau mehr Bartwuchs als ich (inzwischen, nach Laser). Die hätte ich z.B. bei einer Gegenüberstellung viel eher als trans* genannt, als die tatsächliche Transfrau, die mal bei uns gearbeitet hat! In der Regel versuche ich schon, einfach weil ich gerne Menschen schaue, nach Anzeichen zu suchen. Bei Transmännern hast Du quasi keine Chance, wie schon geschrieben. Bartwuchs und Stimmbruch ist echt unfair! In beide Richtungen. Aber letztendlich spricht man die Menschen dann doch nicht an, weil es ja doch auch verletzend sein kann.
Was Komplimente angeht: nur immer frei raus damit! Ich habe schon so oft von Unbekannten beim Einkaufen oder so ein Kompliment zu meinen Nägeln, meinem Lippenstift/Make-Up oder einem Kleidungsstück bekommen. Und genauso habe ich mir angewöhnt, Komplimente zu verteilen. Nicht wahllos und andauernd, aber wenn mir etwas auffällt, ich den Eindruck habe, da hat sich jemand Mühe gegeben - absolut! Das ist, so unter Frauen, auch total ok. Und üblicherweise freuen sich die Angesprochenen sehr. Ich umgekehrt auch. Macht manchmal einen trüben Tag schön
Also: nur Mut!
Liebe Grüße
Knäcke
24/7 Transfrau hier. Du findest mich also überall, auf der Arbeit, beim Einkauf, beim Bummeln, im Konzert und in den Öffis. Also, du könntest, würdest Du in Marburg und Gießen rumlaufen. Ein anderes Leben könnte ich mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen. Meine alten Klamotten sind im Container gelandet oder waren so neutral, dass ich sie weiter tragen wollte.
Will ich als trans* wahrgenommen werden? Eigentlich nein.
Werde ich als trans* wahrgenommen: ja (vermutlich). Und wenn nicht - dann weiß ich es nicht, da ich selten wildfremde Menschen frage, ob sie mich nun als Frau wahrnehmen oder als trans*
Allein schon, weil ich ja nach wie vor beim selben Bäcker einkaufe, mit vielen Leuten regelmäßig im gleichen Zug sitze, auf Elternabenden und auf dem Fußballplatz ja auch erklären muss, zu welchem Kind ich nun gehöre und in welchem Verhältnis wir stehen. Weil meine Kinder mich nach wie vor Papa nennen, auch in der Öffentlichkeit. Weil eine Transition mit 46+ einfach nicht mehr sooooo viel Spielraum für Veränderungen bietet wie mit Anfang 20. Weil Hormone viel machen, aber keine Wunder bewirken können.
Aber das ist total OK. Weil ich eben zu meiner Transidentität stehe, wenn sie Thema ist - ganz selbstbewusst. Ich trage es nicht wie eine Monstranz vor mir her, aber ich verleugne mich auch nicht. Gerade erst hat mich die Arzthelferin beim Zahnarzt gefragt, ob sie mich als "Frau X" ansprechen soll. Weil sie gesehen hat, wie ich mich präsentiere, gleichzeitig aber meine KK-Karte natürlich noch auf den alten Namen läuft.
Ob Du mich auf der Strasse als trans* identifizieren würdest? Ich würd's ja echt gerne ausprobieren
Ich sehe öfter Menschen, bei denen ich einen trans*-Hintergrund vermute. Andererseits hat eine mir bekannte Bio-Frau mehr Bartwuchs als ich (inzwischen, nach Laser). Die hätte ich z.B. bei einer Gegenüberstellung viel eher als trans* genannt, als die tatsächliche Transfrau, die mal bei uns gearbeitet hat! In der Regel versuche ich schon, einfach weil ich gerne Menschen schaue, nach Anzeichen zu suchen. Bei Transmännern hast Du quasi keine Chance, wie schon geschrieben. Bartwuchs und Stimmbruch ist echt unfair! In beide Richtungen. Aber letztendlich spricht man die Menschen dann doch nicht an, weil es ja doch auch verletzend sein kann.
Was Komplimente angeht: nur immer frei raus damit! Ich habe schon so oft von Unbekannten beim Einkaufen oder so ein Kompliment zu meinen Nägeln, meinem Lippenstift/Make-Up oder einem Kleidungsstück bekommen. Und genauso habe ich mir angewöhnt, Komplimente zu verteilen. Nicht wahllos und andauernd, aber wenn mir etwas auffällt, ich den Eindruck habe, da hat sich jemand Mühe gegeben - absolut! Das ist, so unter Frauen, auch total ok. Und üblicherweise freuen sich die Angesprochenen sehr. Ich umgekehrt auch. Macht manchmal einen trüben Tag schön
Liebe Grüße
Knäcke
Sapphic | Trans* | Femme
-
Knäckebrötchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 706
- Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie/ihr
- Wohnort (Name): Marburg
- Hat sich bedankt: 253 Mal
- Danksagung erhalten: 751 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Hey Lana,Lana hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 11:23 Ich habe häufig das Gefühl, der einzige Mensch in der Stadt zu sein, der sich bewusst so zeigt, dass er auch sichtbar ist. Dabei wird "Sichtbarkeit" im Alltag im queeren Kontext als wichtig empfunden. Immer wieder lese ich auch hier, dass man "gesehen" werden möchte, so wie man wirklich ist. Auch, um das Thema Trans besser in der Gesellschaft zu integrieren, ist "Sichtbarkeit" ganz wichtig.
dazu wollte ich Dich noch fragen: was genau verstehst Du denn unter "sich bewusst so/sichtbar zeigen"? Ich sehe dein Avatarbild und würde Dich von hinten einfach nur als Frau lesen. Trägst Du zu dem heißen blauen Kleid Bart oder wie zeigst Du bewusst, das Du trans* bist?
Oder nutzt Du trans*-typische Symbole wie Flaggen-Pins/Ohrhänger/Anderes? Führst Du deinen Blahaj im Park gassi? An was denkst Du, erkennt man dein trans*? Oder was würdest Du dir vielleicht zum Aspekt "Sichtbarkeit" wünschen?
Sapphic | Trans* | Femme
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1769
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 920 Mal
- Danksagung erhalten: 1471 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Liebes Knäckenbrötchen,
Danke fürs Kompliment
Von hinten ist mein Passing ziemlich gut, glaube ich. Dass es von vorne nicht so ist, bestätigen mir immer wieder die enttäuschten Blicke von Männern, die wohl ein süßes Mädchengesicht erhofft haben, wenn sie sich umdrehen nachdem sie mich überholt haben.
Ein gutes "weibliches" Passing im Alltag ist nicht mein Ziel. Das ist viel zu aufwendig und würde mich schnell überfordern, zumal das Ergebnis (für mich) nie wirklich zufriedenstellend wäre. Zu besonderen Anlässen mach ich das aber gerne mal.
In der Regel bin ich ungeschminkt unterwegs, aber glatt rasiert.
Weitere Verzierungen wie künstliche Brüste oder Hüftpolster trage ich nur in Ausnahmefällen.
Meine Haare, lackierten Fingernägel und Kleidung aus der weiblichen Klamottenkiste (die männliche gibt's nicht mehr) kontrastieren damit und ziehen Blicke an. Ich merke, dass manche irritiert sind, weil ich nicht "stimmig" rüberkomme und sie dadurch Schwierigkeiten haben, mich einzuordnen. Das sind diejenigen, die aufmerksam unterwegs sind. Alle anderen bekommen mich wohl gar nicht mit.
Dass nur sehr wenige so unterwegs sind wie ich, ist mir auch klar. Darum ging es mir aber gar nicht, das ist vielleicht etwas missverständlich formuliert.
Ich frage mich halt manchmal, wo sie denn alle sind, die ganzen Menschen, die sich irgendwie dem Transkosmos zuordnen. Es sind ja schon gute Antworten dazu gekommen
LGL
Danke fürs Kompliment
Von hinten ist mein Passing ziemlich gut, glaube ich. Dass es von vorne nicht so ist, bestätigen mir immer wieder die enttäuschten Blicke von Männern, die wohl ein süßes Mädchengesicht erhofft haben, wenn sie sich umdrehen nachdem sie mich überholt haben.
Ein gutes "weibliches" Passing im Alltag ist nicht mein Ziel. Das ist viel zu aufwendig und würde mich schnell überfordern, zumal das Ergebnis (für mich) nie wirklich zufriedenstellend wäre. Zu besonderen Anlässen mach ich das aber gerne mal.
In der Regel bin ich ungeschminkt unterwegs, aber glatt rasiert.
Weitere Verzierungen wie künstliche Brüste oder Hüftpolster trage ich nur in Ausnahmefällen.
Meine Haare, lackierten Fingernägel und Kleidung aus der weiblichen Klamottenkiste (die männliche gibt's nicht mehr) kontrastieren damit und ziehen Blicke an. Ich merke, dass manche irritiert sind, weil ich nicht "stimmig" rüberkomme und sie dadurch Schwierigkeiten haben, mich einzuordnen. Das sind diejenigen, die aufmerksam unterwegs sind. Alle anderen bekommen mich wohl gar nicht mit.
Dass nur sehr wenige so unterwegs sind wie ich, ist mir auch klar. Darum ging es mir aber gar nicht, das ist vielleicht etwas missverständlich formuliert.
Ich frage mich halt manchmal, wo sie denn alle sind, die ganzen Menschen, die sich irgendwie dem Transkosmos zuordnen. Es sind ja schon gute Antworten dazu gekommen
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Helga
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1212
- Registriert: Sa 9. Mär 2019, 22:07
- Geschlecht: m, Feiertagsfrau
- Pronomen: fallabhängig
- Wohnort (Name): Norddeutschland
- Hat sich bedankt: 90 Mal
- Danksagung erhalten: 109 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Liebe Lana,Lana hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 11:23 Also, wo seid ihr, dass man euch viel zu selten "sehen" kann?
wir sind eigentlich überall, tauchen aber unter indem wir die Oberflächlichkeit der anderen Menschen als Tarnkappe nutzen.
Die allermeisten Menschen würdigen ihre Mitmenschen nur eines flüchtigen Blickes um zu checken: Haben wir den gleichen Weg oder stoßen wir zusammen, geht von irgendjemandem eine Belästigung oder potentielle Gefahr aus? Mit Kleid, Perücke Makeup gehen wir auf den ersten Blick als Frau durch und werden als harmlos eingestuft. Den zweiten Blick gönnt uns meistens niemand. Wenn doch wird dieser meistens von einem Lächeln gekrönt.
Als "Fachmenschen" bilden wir uns ein ein Radar für Transpersonen zu haben. In Wirklichkeit sind wir vermutlich genauso Oberflächlich wie alle anderen.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1769
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 920 Mal
- Danksagung erhalten: 1471 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Ich bilde mir ein, diesen "zweiten Blick" bewusst zu tätigen. Natürlich nicht andauernd, das wäre zu anstrengend. Aber ich habe Menschen schon immer gerne angeschaut und intensiver betrachtet. Nicht im Sinne von Anstarren, vielleicht eher so, wie man als Schreiner Möbel mit einem genaueren Blick betrachtet? Ich kann mich an nichts anderes erinnern, als dass ich Menschen und ihre Kleidung ausführlich und genau betrachte, weil es mich schon immer interessiert hat. Mir fallen feine Unterschiede auf, wie etwa die Machart von Nähten, Besonderheiten von Material oder Schnitt, raffinierte Verschlüsse, verspielte Verzierungen etc., von denen andere nicht mal bemerken, dass sie überhaupt da sind. Und natürlich auch, wie gut die Kleidung zu dem Menschen passt, der drinsteckt. Vieles davon passiert unbewusst, und ich könnte es nicht in Worte fassen. Aber wenn Gespräche auf das Thema Aussehen/Kleidung von anderen Menschen kommen, stelle ich immer wieder fest, wie die Meisten sind.Helga hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 22:27 Mit Kleid, Perücke Makeup gehen wir auf den ersten Blick als Frau durch und werden als harmlos eingestuft. Den zweiten Blick gönnt uns meistens niemand.
Aber vielleicht hast Du damit trotzdem Recht
LGLHelga hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 22:27 Als "Fachmenschen" bilden wir uns ein ein Radar für Transpersonen zu haben. In Wirklichkeit sind wir vermutlich genauso Oberflächlich wie alle anderen.
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Alicia
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 779
- Registriert: Sa 9. Mär 2024, 11:21
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Mittelfranken
- Hat sich bedankt: 1881 Mal
- Danksagung erhalten: 1146 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Aber hola,
da hat Lana quasi eine Lawine losgetreten. Als ich den Eingangspost gestern Früh gelesen hatte, war die Pause leider vorbei und ich konnte nicht direkt antworten. Der restliche Tag und auch der heutige waren so turbulent, dass ich erst jetzt dazu komme.
Eigentlich ist schon Alles geschrieben, von der absoluten Präsenz der betroffenen ( ca. 0,25% auf viele Millionen ), dass nicht alle gleichzeitig unterwegs sind und dass nicht jede(r) sofort erkennbar ist. Mir fällt auch nix mehr Neues ein. Nur soviel:
Gestern war ich mit meinem Schatz nach der Arbeit etwas Shoppen in der Nachbarstadt. Also war ich wieder androgyn mit femininer Note unterwegs: Skinny-Jeans, niederflorige Stiefelchen, Rollkragenpullover (mit weitem Kragen!) mit minimaler Oberweite drunter und langer ärmelloser Weste. Ohne Perücke und Makeup, nur einen dunkelroten Lippenstift. In einem solchen Outfit geht man in der Menge unter und fängt sich keinen Blick ein, außer vielleicht im Cafe, weil der glitzernde Schmuck über die Brust baumelte (hihi).
Da wäre ich mal gespannt, ob mich ein Passant oder eine Passantin spontan als CD eingruppiert hätte.
Liebe Grüße und Dankeschön fürs Thema, Alicia

da hat Lana quasi eine Lawine losgetreten. Als ich den Eingangspost gestern Früh gelesen hatte, war die Pause leider vorbei und ich konnte nicht direkt antworten. Der restliche Tag und auch der heutige waren so turbulent, dass ich erst jetzt dazu komme.
Eigentlich ist schon Alles geschrieben, von der absoluten Präsenz der betroffenen ( ca. 0,25% auf viele Millionen ), dass nicht alle gleichzeitig unterwegs sind und dass nicht jede(r) sofort erkennbar ist. Mir fällt auch nix mehr Neues ein. Nur soviel:
Gestern war ich mit meinem Schatz nach der Arbeit etwas Shoppen in der Nachbarstadt. Also war ich wieder androgyn mit femininer Note unterwegs: Skinny-Jeans, niederflorige Stiefelchen, Rollkragenpullover (mit weitem Kragen!) mit minimaler Oberweite drunter und langer ärmelloser Weste. Ohne Perücke und Makeup, nur einen dunkelroten Lippenstift. In einem solchen Outfit geht man in der Menge unter und fängt sich keinen Blick ein, außer vielleicht im Cafe, weil der glitzernde Schmuck über die Brust baumelte (hihi).
Da wäre ich mal gespannt, ob mich ein Passant oder eine Passantin spontan als CD eingruppiert hätte.
Liebe Grüße und Dankeschön fürs Thema, Alicia
Eine Lebensweise zu erfinden ist nichts. Sie zu verinnerlichen, ein Anfang. Sie zu leben ist alles.
(Frei nach Otto Lilienthal)
(Frei nach Otto Lilienthal)
-
Nicole Fritz
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 3016
- Registriert: Mo 20. Mär 2017, 17:38
- Geschlecht: Enby
- Pronomen:
- Forum-Galerie: gallery/album/567
- Hat sich bedankt: 156 Mal
- Danksagung erhalten: 253 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Hallo Lana,
wenn Du weit hier draußen aufs Land kommen würdest, könntest Du mich vielleicht entdecken - oder auch nicht. Seit dem großen "C" zeige ich nur noch so etwas wie eine Anti-Männlichkeit. Das dürften dann wohl einige im Sinne der allgemeinen Propaganda als "perverse Transe" deuten. Würde ich jetzt behaupten im falschen Körper geboren zu sein, wäre es vielleicht anders - aber nur dann, wenn ich konsequent den Trans-Weg ginge. Und ganz ehrlich: Noch eine Rolle, mit der ich am Ende nicht wirklich etwas anfangen kann? - dafür bin ich inzwischen zu alt.
LG Nicole
wenn Du weit hier draußen aufs Land kommen würdest, könntest Du mich vielleicht entdecken - oder auch nicht. Seit dem großen "C" zeige ich nur noch so etwas wie eine Anti-Männlichkeit. Das dürften dann wohl einige im Sinne der allgemeinen Propaganda als "perverse Transe" deuten. Würde ich jetzt behaupten im falschen Körper geboren zu sein, wäre es vielleicht anders - aber nur dann, wenn ich konsequent den Trans-Weg ginge. Und ganz ehrlich: Noch eine Rolle, mit der ich am Ende nicht wirklich etwas anfangen kann? - dafür bin ich inzwischen zu alt.
LG Nicole
-
Marcella67
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 139
- Registriert: So 27. Okt 2024, 19:31
- Geschlecht: Teilzeitfrau
- Pronomen: sie oder du
- Hat sich bedankt: 115 Mal
- Danksagung erhalten: 188 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Hallo zusammen
Nicht regelmäßig, aber wenn man Menschen beobachtet und auf die Outfits schaut, fallen schon ab und zu schon einige auf.
Leider war ich en femme noch nicht unterwegs. Geplant ist mit Maya zum Stammtisch in's Kattwinkel im Januar zu gehen.
LG Marcella
Ich arbeite mitten in Köln und tatsächlich, sehe ich am Hauptbahnhof, oder am Kiosk beim Feierabend-Bier, des Öfteren Menschen, die wie Anja schon sagte, im weitesten Sinne als "trans" einzuschätzen sind.Anja61 hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 19:37 ...Da ich in der Großregion Köln/Bonn lebe, habe ich den Vorteil, dass ich in der Fußgängerzone oder in der Straßenbahn immer wieder mal auf Menschen aufmerksam werde, die ich im weitesten Sinne als "trans" einschätzen würde...
Nicht regelmäßig, aber wenn man Menschen beobachtet und auf die Outfits schaut, fallen schon ab und zu schon einige auf.
Leider war ich en femme noch nicht unterwegs. Geplant ist mit Maya zum Stammtisch in's Kattwinkel im Januar zu gehen.
LG Marcella
In der Stille der Natur findet man oft die Antworten auf die Fragen des Lebens
-
Knäckebrötchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 706
- Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie/ihr
- Wohnort (Name): Marburg
- Hat sich bedankt: 253 Mal
- Danksagung erhalten: 751 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Ich muss gestehen, ich gehe un(rest)rasiert und ohne Make-up nicht mehr aus dem Haus (höchstens zum Müll). Wobei das bei mir heißt Kajal auf der Wasserlinie, Mascara auf die Wimpern und ein neutraler Lippenstift. Ist in 5 Minuten erledigt und reicht aus um ein wesentlich feminineres Aussehen zu erreichen. Sowas wie Foundation, Concealer und das volle Programm gibt es nur zu besonderen Anlässen.Lana hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 22:13 In der Regel bin ich ungeschminkt unterwegs, aber glatt rasiert.
Weitere Verzierungen wie künstliche Brüste oder Hüftpolster trage ich nur in Ausnahmefällen.
Ab und zu mache ich so ein wenig auf Casual-Business-Gruft und dann ist sowas wie in meinem Profilbild unterwegs. Dank der Laserbehandlung ist halt mein Bartschatten komplett weg und inzwischen auch der Rasur-Rand am Hals deutlich schwächer. Das macht auch viel aus, im flüchtigen Blick nicht aufzufallen, weil eben weniger irritiert. Da hast Du sicherlich recht, von hinten wurde ich früher (also so vor 30 Jahren...) mit langen Haaren auch öfter mal von Typen angequatscht, die dann ganz schnell "oh sooooorry, ich dachte, Du wärst jemand anders" sagen mussten
Und sowas wie Silikon-Support habe ich mir tatsächlich nie angeschafft. Mit Hüftpolstern habe ich mal geliebäugelt, aber ich akzeptiere, was die Hormone entstehen lassen/verändern - und das ist dann vielleicht das nächste: Hormone. Es gibt Menschen, die mich nach einiger Zeit auf der Straße nicht mehr erkennen und an mir vorbei laufen. Ich grüße die dann aber, frech wie ich bin und dann ist erstmal so Irritation, wer spricht mich da an? "Ah Du! Whoa, Du siehst inzwischen so krass weiblich aus!". Hatte gerade letzte Woche wieder so eine Begegnung und freue mich dann immer wie ein kleiner Krümelkeks
Aber es ist auf jeden Fall ein spannendes Thema. Und dann denke ich manchmal, wenn ich so unterwegs bin und das Gefühl habe, voll als trans* identifiziert zu werden - da läuft eine Biofrau, die sieht aus wie'n Kerl. So ein herbes Gesicht, aber ich weiß sie hat eigene Kinder... und dann bin ich wieder beruhigt, weil ich weiß: es gibt auch "echte" Frauen, die sehr maskulin rüberkommen. Oder deutlich kleinere Brüste haben, umherlaufen wie Seemänner bei schwerer See...Und in der Vielfältigkeit verschwinden wir doch recht häufig.
Sapphic | Trans* | Femme
-
JanaH
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 574
- Registriert: Di 10. Okt 2017, 07:13
- Geschlecht: Frau
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Leipzig
- Hat sich bedankt: 98 Mal
- Danksagung erhalten: 16 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Also, wo seid ihr, dass man euch viel zu selten "sehen" kann?
Allermeistens zuhause bei meinen Katzen...
Allermeistens zuhause bei meinen Katzen...
-
Lana
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1769
- Registriert: Fr 8. Jan 2021, 01:29
- Pronomen: sie
- Hat sich bedankt: 920 Mal
- Danksagung erhalten: 1471 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Wenn ich was mache, ist es zu 99% genau das. Es geht weniger um die 5 Minuten (wobei es auch daran immer wieder scheitertKnäckebrötchen hat geschrieben: Mi 20. Nov 2024, 20:35 Wobei das bei mir heißt Kajal auf der Wasserlinie, Mascara auf die Wimpern und ein neutraler Lippenstift. Ist in 5 Minuten erledigt und reicht aus um ein wesentlich feminineres Aussehen zu erreichen.
Aber du hast natürlich Recht mit dem Aussehen, die paar Kleinigkeiten bringen schon viel.
Schön für dich, funktioniert bei mir leider nicht. Zu wenig Pigmente in den Haaren. Und Nadelepilation ist mir inzwischen zu mühsam geworden, das habe ich wieder aufgehört. Ist auch ziemlich teuer. Bleibt selber zupfen (hab ich mal ein paar Jahre lang gemacht) oder rasieren. Beides sehr lästig, und das Ergebnis ist selten zufriedenstellend.Knäckebrötchen hat geschrieben: Mi 20. Nov 2024, 20:35 Dank der Laserbehandlung ist halt mein Bartschatten komplett weg
Aber gut, das ist halt auch ein Teil von mir, mit dem ich umgehen muss. Hab mich inzwischen damit abgefunden, auch wenn ich es wohl nie schön finden werde. Mit dieser Akzeptanz lebt es sich leichter, als wenn ich ständig gegen biologische Voraussetzungen anrenne und damit hadere, dass ich eben nicht das Gesicht habe, das ich mir wünschen würde. Ich selbst kann das auch gut verdrängen, so lange ich an keinem Spiegel vorbeikomme
Die Anderen müssen halt da durch und den Tatsachen ins Auge sehen, wenn sie mir begegnen. Aber die meisten schauen im letzten Moment lieber weg
Vielleicht ist das tatsächlich ein wichtiger Punkt, der meine Wahrnehmung beeinflusst. Danke für den Gedanken.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
Blaise Pascal
-
Magdalena
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 2733
- Registriert: Di 4. Feb 2014, 10:17
- Geschlecht: weiblich
- Pronomen: sie
- Wohnort (Name): Dresden
- Hat sich bedankt: 416 Mal
- Danksagung erhalten: 524 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Hallo,
in vielen Bereichen hat sich das öffentliche Leben verändert. Gerade in den Städten ist das Spektrum sehr weit gefächert. Auch in der Kleidung sind die Übergänge fließend. Wer ist da noch als Transgender wahrnehmbar?
Wenn ich noch einer Person als Transgender begegne ist es meist bei meinem Endokrinologen oder in bekannten Szenelokalen.
Viele liebe Grüße von Magdalena
in vielen Bereichen hat sich das öffentliche Leben verändert. Gerade in den Städten ist das Spektrum sehr weit gefächert. Auch in der Kleidung sind die Übergänge fließend. Wer ist da noch als Transgender wahrnehmbar?
Wenn ich noch einer Person als Transgender begegne ist es meist bei meinem Endokrinologen oder in bekannten Szenelokalen.
Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
-
Knäckebrötchen
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 706
- Registriert: So 6. Okt 2024, 16:48
- Geschlecht: Weiblich
- Pronomen: Sie/ihr
- Wohnort (Name): Marburg
- Hat sich bedankt: 253 Mal
- Danksagung erhalten: 751 Mal
- Gender:
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Kssssss! Geh weeeeeeeeg! Sag nicht das böse Wort!
Ach, das ist natürlich doof, helle Haare sind beim Lasern echt ein Nachteil ja. Hätte ich jetzt nach deinem Bild nicht unbedingt erwartet. Da habe ich wirklich Glück gehabt mit heller Haut und dunklen Haaren. Auch das IPL am Restkadaver geht gut. Aber ich habe auch einen guten Freund mit sehr blondem Haar, bei dem das nicht funktioniert.
Es ist halt ein Tauschgeschäft, mein Bart war im Prinzip ab Mittags wieder voll am Start. Da hilft dann auch kein Make-Up. Lasern tut halt f***ing weh, vor allem um die Lippe herum. Aber zweimal am Tag (und dann noch auf der Arbeit) naß rasieren macht die Haut echt übel kaputt.
Es hilft allerdings total, das Gegebene zu akzeptieren, so wie Du schreibst. Ich finde, das überträgt sich auch auf die Menschen gegenüber. Je sicherer/gelassener/natürlicher man sich gibt - und das geht meist mit einem in-sich-ruhen einher - desto weniger nehmen die Menschen Unstimmigkeiten als stressig und irritierend wahr. So zumindest meine Theorie. Weil letztendlich haben auch die meisten Frauen Aspekte, die sie an sich nicht mögen. Hier zu dick, da zu gackelig, hier dunkle Flecken oder Falten... Und da finde ich, bist Du ein tolles Vorbild - sich trotz der (selbst definierten) "Makel" annehmen und in der Öffentlichkeit zu stehen.
Da kann ich verstehen, wo Du Sichtbarkeit benennst. So möchte ich dich gerade voll feiern
Und was das Make-Up angeht: ich bin mittlerweile ganzjähig auf wasserfeste Produkte umgestiegen. Ich pendle ja auch täglich durch Wind und Wetter mit der Bahn, und entweder isses nebelig, oder regnerisch oder heiß... das klappt trotz Heuschnupfen und/oder Erkältung ganz gut. Und Nachschminken geht ja auch
Sapphic | Trans* | Femme
-
Helga
- registrierte BenutzerIn
- Beiträge: 1212
- Registriert: Sa 9. Mär 2019, 22:07
- Geschlecht: m, Feiertagsfrau
- Pronomen: fallabhängig
- Wohnort (Name): Norddeutschland
- Hat sich bedankt: 90 Mal
- Danksagung erhalten: 109 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Wo seid ihr?
Liebe Lana,Lana hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 11:23
Woran liegt es, dass ihr in der Öffentlichkeit kaum sichtbar seid?
um auf diese Frage eine ehrliche Antwort zu geben: Ich bin nicht so sichtbar wie ich es gerne sein würde. Ein bis zwei Mal die Woche ein Wohlfühlabend mit Strumpfhose und bequemem Wollkleid ohne Schminke und Perücke im Haus. Im Schnitt einmal im Monat ein Ausflug en femme (in der Regel dann aber den ganzen Tag), die restlichen 350 Tage des Jahres Männermodus.
Natürlich sind diese seltenen Ausflüge mit einer gewissen Wehmut verbunden, haben aber auch den Vorteil, dass auch nach Jahren noch kein "Alltag" einkehrt und das "Prickeln" beim rausgehen bleibt.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.