Therapieerfahrungen - werde ich mein CD mal los ?
Therapieerfahrungen - werde ich mein CD mal los ? - # 2

Lina
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 16 im Thema

Beitrag von Lina »

Cybill hat geschrieben:Lieber Holzwurm,

seriöse Therapeuten, die sich auch mit alternativen Methoden beschäftigen, haben - in aller Regel - auch eine fundierte Ausbildung im Erlebens- und Verhaltensgeschäft, der Gesundheitserhaltung und -wiederherstellung oder ggf. auch (nur) eine Prüfung vor der Ärztkammer (Heilpraktikergesetz). Sie (sollten) wissen, was sie tun.

.."[/i].

.. obwohl die Heilpraktikerprüfung sich eher damit befasst, was man alles NICHT tun darf.
Aber die ist schon krass. Ich tippe, dass 8 von 10 "handelsübliche" Allgemeinärzte die nicht auf Anhieb bestehen würden.
Cybill
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 17 im Thema

Beitrag von Cybill »

Nun, die Menge der Dinge, die man nicht darf ist eben kleiner als die derer die man darf. Umgekehrt prüfen wäre noch schwieriger.

Abgesehen davon, meine Nichte hat gerade ihr Examen in der Medizin beendet: 3 Tage a 8 Stunden schriftlich und noch eine 2-stündige mündliche.
Da fehlt noch die Dissertation, und das Rigorosum um letztlich Frau Dr. med. zu werden.
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Im Übrigen: Ich bin nicht hauptberuflich transsexuell!
Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 18 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

Hallo Angel,
schön zu lesen, daß Dich dieser Thread interessiert.

Ich habe den Eindruck, Cybill und ich sind auf einem guten Weg, was die Diskussion hier angeht — wir stimmen glaube ich in mehr überein, als unsere ersten Beiträge vermuten ließen, in anderem sind wir verschiedener Meinung, können uns damit aber gegenseitig gut stehenlassen oder auch verstehen, und weiter bleibt wohl auch manche Meinungsverschiedenheit, bei der Toleranz und Zubilligung der Freiheit zur abweichenden Meinung schon mühsam ist. Das alles auf dem Boden von Achtung vor der anderen Person ist eigentlich schon das Optimum. Du hast Dir ja auch nur eine Annäherung gewünscht...

Die Kehrseite ist : Euch bleibt die Aufgabe, Verantwortung und Freiheit zugleich, Euch Eure eigene Meinung zu bilden. Es gibt nun mal (meiner Meinung nach) nicht die objektive Wahrheit. Beispiel esowatch : Lies mal, was sie über Homöopathie schreiben — auf der anderen Seite ist die klassische Homöopathie von der offiziellen Gebührenordnung für (schulmedizinische) Ärzte als erstattungsfähig anerkannt. Und die Schulmedizin ist ja reichlich unverdächtig, irgendwelchen esoterischen Quatsch anzuerkennen, oder ? Ein wohltuendes Beispiel, daß kein Mensch oder Institution das Maß aller Dinge ist. Selbst wenn sie sich als streng wissenschaftlich bezeichnet oder dafür hält.

Deine eigene Meinung zu bilden, kann Dir keiner abnehmen. Und ich will das auch nicht, genauso wie ich mir nicht ausreden lasse, meine persönliche Meinung zu haben. Z.B. Dein Satz :
"Bisher sieht es nur so aus das Meditation, Homöopatie und Familienaufstellung bei Holzwurm keine Ergebnisse gezeigt hat." Geschrieben habe ich das zumindest nicht. Trotzdem kannst Du das, was ich als Folge beschrieben habe (einschließlich der Rückfälle), natürlich für Dich als "kein Ergebnis" bezeichnen und ich habe da auch keinen Ehrgeiz, Dich vom Gegenteil zu überzeugen — mir bleibt wichtig, meine Einschätzung und Meinung hier äußern zu dürfen, daß ich weiter froh über die letzten Entwicklungen und meinen jetzigen Zustand bin (die für mich gute Ergebnisse sind).
Und da Du nachgefragt hast, wie meine Rückfälle aussahen : " (Meine Neigung) entspringt mehr einer Mischung aus extremer Unruhe, Getriebenheit und Leere" - wenn diese Gefühle nicht auftauchen, habe ich auch kein Verlangen, hohe Absätze zu tragen.
Ich kenne in ruhigen Phasen manchmal einen leisen Anflug, daß ich an die hohen Schuhe denke und dann merke : nein, brauche ich nicht. Vielleicht ist das das, was Du mit ""nur" der Rückfall in die Verhaltensweisen" bezeichnest ? Einfach etwas Gewohntes, was aber emotional nicht (jetzt : nicht mehr ?) dran ist.
Nicht wegtherapieren ? In meiner ersten Antwort an Cybill habe ich versucht darzustellen, daß ich MEIN CD nicht als unabänderliches Merkmal ansehe, sondern mehr als suchtartige Störung. Da halte ich Therapie grundsätzlich für möglich. Daß das dann aber fundierte Therapien sein sollten / müssten und keine Hoppla-di-hopp Therapie von Leuten, die sich was Tolles in esoterischen Büchern angelesen haben, da gebe ich Cybill recht. Eine therapeutische Zulassung ist schon (und wieder auch : nur) eine gewisse Sicherheit. Was im einzelnen fundiert ist : sehr umstritten.

esowatch u. Familienaufstellungen : (System-) Aufstellungen sind ein riesiges Gebiet - Familienaufstellung nach Hellinger nur eine Art unter wer-weiß-wie-vielen. Eine Buchecker nur an einer riesigen fruchttragenden Buche. Familienaufstellung (nicht nach Hellinger) ein ganzer Ast, Trauma-Aufstellung ist ein anderer Zweig, solche nach F. Ruppert wieder eine Buchecker.
" da man vom Anleiter (bei ihr war es eine Heilpraktikerin) zu Verhaltensweisen gezwungen wird" ist kein Merkmal der Aufstellungsmethode(n), sondern krasses Versagen oder mangelnde Qualifikation der Heilpraktikerin. Das gibt es leider, deshalb ist Vorsicht und die Auswahl der TherapeutIn ja auch so wichtig. Ich schaue sowieso erst bei einer Person zu, wie sie leitet, und entscheide danach, ob ich selbst bei ihr aufstelle.
Mit Zwang hatten die Aufstellungen, die ich erlebt habe, nichts zu tun. Schon mit Konfrontation, d.h. der Zumutung, mir Schmerzhaftes und von meinem Bild von mir und meiner Familie Abweichendes anzuschauen. Hier ist wieder die therapeutische Qualifikation entscheidend, abschätzen zu können, wie weit eine solche Konfrontation möglich ist und wie die hochkommenden Gefühle aufzufangen und zu begleiten sind.

Um mit meiner Antwort erst einmal zum Ende zu kommen :

Für entscheidend halte ich, daß Ihr die Freiheit (+ Aufgabe + Verantwortung) habt, Eure persönliche Entscheidung zu treffen, auf allen Ebenen :

- ob Ihr Euer CD als unabänderliches Merkmal anseht oder als suchtartige Störung
- wenn Ihr Euer bei Eurem CD eine Therapie wünscht, welches Therapieziel Ihr anstrebt (Ermutigung, CD zu leben und Euch dabei zu stärken oder es abzulegen)
- welche Therapie(n) Ihr für vertrauenswürdig haltet
- welche(n) TherapeutIn Ihr für vertrauenswürdig anseht
- wie weit Ihr mit ihm/ihr gehen wollt.

Wem die Entscheidung schwerfällt, ob ein Behandlungsangebot seriös ist :

Meine PERSÖNLICHEN (mit keinem Anspruch auf Allgemeingültigkeit und ohne damit ein Urteil über irgendeine Therapie oder Person abzugeben, die diese Formulierungen verwendet) NO GOs in Flyern und Therapiebeschreibungen, bei denen ich sofort aufhöre weiterzulesen :
- pauschale Abqualifizierung aller anderen Therapien
- wenn schnelle (vielleicht sogar sofortige) und leichte Heilung versprochen wird (wenn es sich auf eine Krankheit bezieht, ist das strafbar) oder in den Vordergrund gestellt wird
- "sehr sanft, ohne Nebenwirkung, aber sehr, sehr wirksam"
- wenn der Ursprung einer Therapie oder die Fähigkeiten der behandelnden Person mit göttlichen, übernatürlichen oder übermenschlichen Quellen oder persönlichen Erleuchtungserlebnissen in Verbindung gebracht wird. (Ich habe mich selbst von einer Frau mit etwas ähnlichem wie Reiki behndeln lassen und würde das auch wieder tun — nur diese Frau habe ich lange schon gekannt und war von ihrer ehrlichen spirituellen Haltung überzeugt).

Wenn ein komisches Bauchgefühl bleibt, erst einmal abwarten, nicht unter Zeitdruck setzen lassen, sich mit Menschen Eures Vertrauens erst einmal beraten.

Uff, das reicht erst mal.

LG und ein schönes Wochenende
H.
Marielle
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 19 im Thema

Beitrag von Marielle »

Hallo zusammen,

ich habe diesen Thread "quergelesen" und möchte einen Gedanken, meine Ansicht beisteuern:

Vorausgeschickt sei: Ich bin nicht krank, weil ich mich nicht krank fühle.

Es muss schrecklich sein, so an sich selbst zu leiden. Auch wenn ich der Meinung bin, dass es sich bei TVs und CDs nicht, niemals, um Kranke handelt, so scheinen doch viele daran zu leiden. Daher ist Abhilfe, von Heilung mag ich nicht sprechen, allemal wünschenswert. Ich lese hier viel davon, dass Menschen die Ursache suchen; Und zwar bei sich selbst! Sie suchen eine "Krankheitsursache", einen Fehler. Ich glaube: WIR HABEN KEINEN FEHLER! Und ich glaube: Die Ursache für das negative Selbst-Erleben liegt oft in Erwartungen. Echten und gefühlten Erwartungen; Oft von aussen, manchmal auch an sich selbst gestellte Erwartungen. In diesem Zusammenhang die Erwartung wie ein Mann, ein Partner, ein Vater, ein Nachbar zu sein hat. Diese Erwartung kommt im wesentlichen von aussen. Sie basiert auf einer uralten, m.E. überholten, Definition von 'Mann'. Diese Definition verbietet Schwäche, mithin 'weiblich sein' (was in sich selbst auch so eine bödsinnige Definition ist: schwach=weiblich).

Ich kann keine (pseudo-) wissenschaftliche These aufstellen, weil ich nur mich und ein paar andere TVs und CDs als jeweils einzigartige Beispiele kenne. Trotzdem mag ich behaupten, dass Abhilfe nur gelingt, wenn man/frau sich selbst akzeptiert anstatt nach einem Fehler an sich selbst zu suchen. Schon der olle Kinsey hat irgendwann gemerkt, dass die Kategorien 'Mann', 'Frau', 'hetero', 'homo' nicht ausreichen, um das ganze Spektrum zu beschreiben. Da gibt es noch viel mehr, nach meiner Überzeugung gibt es alles, jede Zwischenform, beliebig viele.

Ich sage nicht, dass es leicht ist. Aber es hilft nichts; Wir müssen uns selbst akzeptieren um akzeptiert zu werden.

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.
Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 20 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

...nur für die, die es interessiert : ein Zwischenbericht

Sechs Monate hielt die Ruhe — oder besser : Freiheit ? - an. Ab und zu ein paar Gedanken ans Tragen von HHs, aber keinerlei Bedürfnis mehr.

Doch dann : ich plane, aus dem Haus, in dem ich mit meiner Mutter lebe, auszuziehen und mir eine eigene Wohnung zu nehmen. Der Entschluß beflügelt mich - . Nachdem ich allerdings eine Wohnung besichtigt habe und mich für sie entscheide, packt mich mein alter Dämon mit solcher Wucht, daß ich direkt von der Wohnung in ein Schuhgeschäft gehe und mir ein neues Paar HHs kaufe. Auf der Zugfahrt zur Therapiesitzung (Traumaaufstellung) trage ich die Schuhe und mache auch einen Gang durchs Abteil.
In der Aufstellung zeigt sich wieder das alte Thema : meine Mutter / ein innerer Anteil meiner Mutter will nicht, daß ich ein Mann bin und in mir ist ein (frühkindlicher ? embryonaler ?) Anteil, der ihr gehorcht. Ich arbeite mit den Sätzen : "Mama, ich bin ein Mann. Ich gehe nicht länger in Deinen Schuhen. Und ich höre auf, mich nach Deiner Liebe, Zustimmung und Freigabe von damals zu strecken. Ich verzichte darauf und gehe jetzt meinen Weg — als Mann." Langsam gewinne ich wieder Abstand von der Stellvertreterin meiner Mutter.

Auf der Rückfahrt bin ich ruhig, meine Phantasien von der Hinfahrt, in HHs in Bordbistro zu gehen, haben keine Kraft und Faszination mehr. Zu Hause angkommen, gebe ich die Schuhe in einer Kleiderbörse (obwohl sie ja wirklich schön waren...) ab.

Mal sehen, wie es weitergeht...

LG
Holzwurm
Anne-Mette
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 21 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ich finde sehr gut, dass Du nach langer Zeit mal wieder zu dem Thema geschrieben hast und uns an Deinem Weg teilhaben lässt.
Zu Hause angkommen, gebe ich die Schuhe in einer Kleiderbörse (obwohl sie ja wirklich schön waren...) ab.
???

Jedenfalls wünsche ich Dir alles Gute und hoffe, dass sich der Auszug/Umzug positiv für Dein weiteres Leben auswirken möge.

Gruß
Anne-Mette
Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 22 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

Hallo Anne-Mette,

danke für Deine freundliche Antwort, die auch meinen Erfahrungen und Sichtweisen hier einen Platz einräumt.

Deine ??? verstehe ich nicht ganz ; ich habe die Schuhe in einen Secondhand Laden gegeben, als Bekräftigung, sie nicht zu tragen und merkte daneben trotzdem, daß ich die Schuhe schön fand (und sie mir auch weiter gerne an Frauen ansehe).

Gruß und Danke für die guten Wünsche
Holzwurm
Cybill
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 23 im Thema

Beitrag von Cybill »

Hallo Holzwurm,

was hindert Dich, dir einzugestehen, dass Du eben eine CD oder Fetischist oder was auch immer bist? Du beschreibt eine Selbstquälerei, nur um von einer Veranlagung loszukommen, die zu Dir gehört wie Deine Nase. Vielleicht sieht Du es einfach ein, dass Du so bist, wie Du bist. Das nimmt ziemlich viel Druck weg.
Was Deine Erfahrung mit der Traumaaufstellung betrifft, so bist du offensichtlich an einen "Therapeuten" (oder nennt er/sie sich Coach?) geraten, der aus dem sozialpädagogischen Lager kommt. Die mache es sich ziemlich einfach die Brüder und Schwestern. :twisted: keine Ahnung von Persönlichkeitspsyschologie, aber armen Klienen ihre Persönlichkeit erklären.

Was ich Dir aber jetzt schon sagen kann, ist dass "Dein Dämon" mit aller Macht über Dich herfallen wird, wenn du erst eine eigene Wohnung hast und es wird immer schlimmer werden.

Gib Bescheid, wenn ich mich irre!

Alles Gute!

-Cybill
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 24 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

Hallo Cybill,

mich hindert, wie ich mich bzw meinen Anteil wahrnehme. Und die Quälerei besteht weniger in meinen Bemühungen, diese Neigung abzulegen, als in den oben beschriebenen Zuständen, die mich dazu treiben.

Vom Stil her empfinde ich Dich mal wieder als zu selbstsicher.
Kannst Du in die Zukunft schauen ? Ein schlichtes Zu-bedenken-Geben, was Du aus Deiner Erfahrung befürchtest, hätte ich als angemessener empfunden.
Oder die Beurteilung der Therapeutin aus den wenigen Sätzen, die Du über sie gelesen hast ? Machst DU es Dir da nicht etwas einfach ?

Natürlich berichte ich weiter. Mit Auf und Ab, Zwischentönen...

Und wenn das Gute auch das umfassen darf, was von Deinen Erfahrungen und Konzepten abweicht — DANKE !

Gruß
Holzwurm
Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 25 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

Hallo,

über Für und Wider von alternativen oder wissenschaftlich als wirksam bestätigten Therapien wurde ja weiter oben ausführlich gestritten, da möchte ich nicht wieder einsteigen.

Interessant finde ich was Ihr (maria u. darialena) darüber schreibt, wie Ihr Euer CD erlebt. Für Euch scheinen es wichtige und gute Schritte zu Euch selbst zu sein und das gönne ich Euch von Herzen.

Mein CD empfinde ich nicht so. Da ist in mir keine Freude — es ist die Entlastung von einem Getrieben-Sein, - und dann kommt Leere, nicht Freude. Bzw. die Erregung durch die Behinderung (die neuen Schuhe letzte Woche hatten nur 12 cm Absatz, die wurden nach meinem Gang durchs Abteil schon fast wieder langweilig).
Wenn ich daneben halte (Begegnung mit der Natur, anderen Menschen, Musik), was mich wirklich erfüllt, hat das FÜR MICH etwas ganz anderes. Wobei mich daraus die Frage anschaut, die mich schon lange begleitet : was erfüllt mich wirklich ? (Und was weniger, aber auch gut; was ist ganz nett, aber auch nicht mehr ?) Was ist Ersatz (Ich interpretiere oder bewerte jetzt nicht Dein Erleben, darialena, sondern spüre meinem Inneren nach...) ? (das geht von gutem, notwendigen Ersatz und Trost zu verdrängendem, wegdrückendem Verhalten, wo ich gerne wissen möchte, worum mir es wirklich geht. Und all die Zwischenstufen... , oje).

Ihr glaubt, daß viel bei mir daran hängt, daß ich CD nicht als natürlichen Teil von mir akzeptiere. Ich bezweifle das — wenn ich an anderes Verhalten denke, was ich mir erst im stillen Kämmerlein erlauben mußte, bevor ich es umsetzte, fühlt sich das anders an.

"Das heißt nicht, daß ich keine Probleme hätte, aber ich stelle mich ihnen und versuche, sie zu lösen.

Egal, was für Problemen ich auch immer tagtäglich gegenüber stehen mag, ich empfinde mein Leben seitdem als schön..."

Wenn ich "seitdem" durch "37.Lebensjahr" ersetze, unterschreibe ich das voll und ganz.

LG
Holzwurm
Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 26 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

genau so !!

Bis Donnerstag LG
Holzwurm (durchaus in der männlichen Form ;-) )
Cybill
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 27 im Thema

Beitrag von Cybill »

Hallo Holzwurm,

ich friste mein Erwerbsdasein seit ein paar Jahren damit, dass ich Personenprofile erstelle, Verhaltensvorraussagen treffe, Interventionsempfehlungen gebe, berufliche Einsatzmöglichkeiten beurteile, usw... Da gehe ich davon aus, dass ich einige Erfahrungen habe, die meine Selbstsicherheit rechtfertigen, nicht zu vergessen, dass ich dazu eine grundständige wissenschaftliche Ausbildung genossen habe.

Du hast den Suchtcharakter Deines Erlebens erwähnt. Damit dürftest Du wohl richtig liegen, zumindest, was die zugehörigen Gehirnstoffwechselprozesse betrifft.

Liebe Grüße und nochmal Alles Gute!

-Cybill
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Holzwurm

Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 28 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

Hallo Cybill,

ich schrieb "zu selbstsicher". Ich achte schon Deine Kompetenz und Erfahrung — und behalte mir gleichzeitig mein Recht zur Skepsis, wenn eine Vorhersage nicht als subjektive Einschätzung, sondern als unumstößliche Wahrheit daherkommt. (In der wissenschaftlichen Medizin ist man ja mit den individuellen Prognosen z.B. bei Krebskranken auch vorsichtiger geworden... Und dann der Bereich der Gerichtsmedizin mit den Rückfallprognosen (vielleicht arbeitest Du ja dort ?) - ? Ich habe großen Respekt vor der Arbeit, weil ich sie für sehr schwer und mit großer Verantwortung beladen ansehe. Und doch bleibt es nur subjektive Einschätzung (und die halt auch jemand treffen muß), aber exaktes Wissen der Zukunft ??)

Im übrigen kan ich mir Deine Vorhersage durchaus als wahrscheinlich vorstellen. Ich interpretiere ja meine "Rückfall" selbst so, daß meine Arbeit des letzten halben Jahres an diesem Thema für den kindlich-abhängigen Teil in mir effektiv u./o. ungefährlich genug war, um ruhig zu bleiben. Doch die Entscheidung für die eigene Wohnung hat dann Panik ausgelöst. Entsprechend sehe ich es auch so, daß es mit einem endgültigen Umzug richtig rundgehen kann. Nur läßt meine Interpretation die Möglichkeit offen, daß ich mich innerlich weiter lösen kann und mein Dämon mich nicht zwangsläufig packen wird.
Da Du mein CD für unabänderlich hältst, sieht das natürlich anders aus...

Was meinst Du mit Suchtprozessen, die nur gehirnstoffmäßig bedingt sind ?

Liebe Grüße
und ein schönes Wochenende ))):s
Holzwurm
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 29 im Thema

Beitrag von Cybill »

Es geht hauptsächlich um Dopamin, das zur "Belohnung" ausgeschüttet wird. Ähnlich wie beim Nikotingenuss oder beim Verzehr von Schokolade oder Alkohol wird dieser Botenstoff dann ausgeschüttet, wenn uns angenehme Dinge wiederfahren. Bei stoffgebundenen Abhängigkeiten wird zur Vermeidung des "Entzuges" nachgelegt und damit das schlechte Gefühl des Entzuges vermieden.
Ich gehe anhand meiner introspektiven Erfahrungen davon aus, dass beim Nachgeben der Sucht sich zu "Verkleiden" ähnliches im Gehirn passiert. Das würde ich nur zu gerne "erforschen".
Da jedoch die ersten Ergebnisse der Gendenti-Erhebung darauf hinweisen, dass es sich nur um einen Nebeneffekt handelt, will ich Dir keine allzu großen Hoffnungen machen, dass Du mit den Standardprogrammmen der Abhängigkeitsbehandlung weiter kommst.

Gruss


Cybill
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Re: Therapieerfahrungen „ werde ich mein CD mal los ?

Post 30 im Thema

Beitrag von Holzwurm »

Hallo Cybill (u. an alle),

fragen hilft. Nicht zuletzt, um zu verstehen, was ich geschrieben habe :-) . Ich habe den Begriff "suchtartige Störung" aus zwei Gründen verwendet. Einmal vom meinem Erleben her, zum anderen, um es als prinzipiell behandelbar von unabänderlichen, natürlichen Eigenschaften abzugrenzen.

Wenn Du die Rolle vom Dopamin beim Ausüben des CD als Nebeneffekt beschreibst, würde ich das aus meiner Sichtweise, mit der ich nach (früh-) kindlichen Ursachen (familien-systemisch oder traumabedingt) für meine Neigung suche, auch so sehen. (Wahrscheinlich wieder Beifall aus der verkehrten Ecke ?!) Insofern sehe ich mich auch nicht in einem der "Standardprogrammme der Abhängigkeitsbehandlung", aber okay, da habe ich auch keinen Überblick.
(2. Klammer für diejenigen, die meinen, ich wollte hier platte "Die Ursache gefunden — alles supi" Parolen verbreiten : Ursachen ; nicht die Suche nach der einen Ursache, sondern Arbeit an einem Puzzle verschiedener Aspekte, die die sich aus meiner Biographie ergeben und an dem Entstehen meines CD beteiligt sind. War es letzte Woche noch mein eigener (kindlicher) Gehorsam, scheinen es jetzt mehr übernommene Gefühle aus der mütterlichen Linie zu sein.)

Jedenfalls war die letzte Woche ein Auf und Ab, ich war nahe daran, mir die Schuhe wieder aus dem Second-Hand-Laden zurückzuholen. Und kommendes Wochenende steht wieder eine Zugfahrt an, und in der Nähe des Zielbahnhofes gibt es ein großes Schuhgeschäft mit High-Heels ... Mal sehn.

LG
Holzwurm
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