Lana hat geschrieben: Fr 26. Apr 2024, 01:25Wally hat geschrieben: Mo 22. Apr 2024, 12:58Gute Frage! Meine klare Antwort: nein.Lana hat geschrieben: So 21. Apr 2024, 23:55 Gibt es überhaupt noch "typische Männerkleidung", wenn Frauen sie selbstverständlich und ohne Probleme tragen?
Es hat wohl mit der asymmetrischen Art zu tun, wie wir das Geschlecht anderer Menschen abchecken, schon in den allerersten Sekundenbruchteilen eines Kontakts. Dieser vermutlich angeborene, "fest verdrahtete" Mechanismus (er funktioniert so blitzschnell, dass er schwerlich "erlernt" sein kann) läuft asymmetrisch ab: wir scannen dabei unser Gegenüber ausschließlich auf männliche Körpermerkmale (Größe, Stimme, Bart, Adamsapfel usw.). Finden wir die, dann identifizieren wir die Person als Mann. Finden wir sie nicht, dann sehen wir die Person als Frau oder Kind. Frau/Kind ist da sozusagen "default"; und nur, wenn dieses blitzschnelle Scannen beim Erstkontakt irgendwas körperlich Männliches zutage bringt, kippt unsere Wahrnehmung - dann aber radikal und im Endergebnis äußerst stabil - nach "männlich".
Spannende These, danke für die Anregung!
Ist das deine eigene Meinung oder berufst du dich auf sowas wie einen fachlichen Konsens, z.B. aus der Wahrnehmungspsychologie?
Ich frage deshalb, weil ich das für meine Wahrnehmung nicht bestätigen kann. Ich nehme andere Menschen zunächst als männliche Wesen wahr, und zwar unbewusst und unabhängig von männlichen Körpermerkmalen. Das ist also mein "default". Der kippt nur dann, wenn ich überzeugende weibliche Körpermerkmale finde. Daher benötigt Frau auch ihre weiblichen Attribute (Schmuck, Frisur, weibl. Kleidung etc.), um sich klar abzugrenzen und Zweifel bei der Zuordnung zu vermeiden.
Mann braucht das nicht, er ist die Default-Einstellung. Aus der kommt er auch mit viel Aufwand kaum heraus, wie MzF bekannt sein dürfte.
Umgekehrt, also FzM, ist es wesentlich einfacher: Frau betreibt keinen Aufwand mehr zur Abgrenzung von Männern und wird automatisch letzteren zugeordnet, wenn ihre weiblichen Merkmale nicht zu stark hervorstechen.
Meine These wäre somit genau umgekehrt wie deine.
Sie führt aber zum selben Ergebnis, dass es keine explizite Männerkleidung gibt, da Mann der Default ist und keine eigene Kennzeichnung benötigt. Frau braucht sie jedoch, daher besondere Kleidung, die nur für sie vorgesehen ist, ebenso Schmuck etc.
LGL
Hmmm...
da hab ich mal eine Frage an euch beide..
was wäre, wen ihr nicht sehen könntet? Könnt ihr dann kein "Geschlecht" mehr unterscheiden?
Hängt ihr dann völlig in der Luft?
Ich frage euch das jetzt deshalb, weil ich früher mit blinden Menschen gearbeitet habe und auch
heute noch öfter einer älteren Dame Unterstützung gebe die (fast) blind ist und sie es trotzdem schafft
Menschen einzuordnen. Und nein, ausser äusserlichen Dingen wird nicht nur Stimme wahrgenommen.
Hilft mir sehr stark, ich könnte einen Bart bis zum Boden haben und trotzdem werde ich am Telefon
rein weiblich wahrgenommen.
Ich bin ganz offen, ich glaube mit den visuellen Einschätzungen seit ihr völlig auf dem falschen Weg.
Da ist ein Funke der überspringt, das man die Person als sich sehr ähnlich einschätzt.
Frau erspürt wer Frau ist und Mann erspürt wer Mann ist, über dieses mir sehr ähnlich. Das ist der Ausschlag.
Also wäre für Frau Frau "default" und für Mann Mann, aus dem Grund weil man das Gleiche extrem schnell auf
dem Schirm hat.
Aber wie auch immer, denkt gerne Kleidung wäre ein Aufhänger...
alles Liebe Marie