Re: Keine Angst ?
Verfasst: Do 29. Feb 2024, 16:59
Die markierten Aussagen sind hier etwas fehl am Platz.Jaddy hat geschrieben: Do 29. Feb 2024, 16:11 Der Begriff heisst nicht "feminine", sondern "feministische" Aussenpolitik. Da sollte schon auffallen, wo der Unterschied ist. Und auf den Seiten des Auswärtigen Amts lässt sich nachlesen, was hinter dem Begriff stehen soll: https://www.auswaertiges-amt.de/de/auss ... senpolitik
Zitat:In "kurz & knapp" auch von der BPB erklärt: https://www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche ... enpolitik/Gesellschaften sind friedlicher und wohlhabender, wenn alle Menschen gleichermaßen am politischen, sozialen und wirtschaftlichen Leben teilhaben können. Deshalb hat sich der Auswärtige Dienst Leitlinien gegeben, die dazu beitragen, diese globalen Ziele zu erreichen. ...
Kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck
Strukturelle Benachteiligungen herrschen weltweit vielerorts noch immer vor. Feministische Außenpolitik tritt dem entgegen — und setzt dabei in den eigenen Reihen an. Die Leitlinien für feministische Außenpolitik geben dem Handeln aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Dienstes einen Rahmen, ermutigen zu Reflektion und Eigeninitiative. Sie wurden gemeinsam mit internationalen Partnern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Auswärtigen Dienstes und im Dialog mit der Zivilgesellschaft formuliert. Deutschland folgt damit dem Beispiel anderer Länder, wie zum Beispiel Schweden, Kanada oder Mexiko.
Frauenrechte sind ein Gradmesser für den Zustand von Gesellschaften. Feministische Außenpolitik richtet sich jedoch keineswegs nur an Frauen. Vielmehr achtet eine feministische Außenpolitik stärker auf Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft, Religion, Geschlechtsidentität, Behinderung, sexuellen Identität oder aus anderen Gründen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Der Blick über den Globus zeigt: Vielerorts ist der rechtliche Schutz von Frauen und marginalisierten Gruppen lückenhaft, ihre Teilhabe an Entscheidungsprozessen erschwert. Zugänge zu Bildung, Netzwerken und finanziellen Ressourcen sind noch immer ungleich verteilt. Um dies anzugehen, verbindet feministische Außenpolitik Prinzipien mit pragmatischem Vorgehen.
Etwas (sehr viel) ausführlicher inkl historischer EInordnung in https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/a ... enpolitik/
Deutschland bzw Baerbock sind nämlich nicht die ersten. Das erste mal offiziell benutzt hat den Begriff die schwedische Aussenministerin 2014, aber die Konzepte sind schon älter - und sehr viel durchdachter als die Kommentare hier.
Also: Es geht um Gleichstellung, nicht nur der Geschlechter. Um Teilhabe, sozialen Frieden, Gerechtigkeit, aber auch um Sicherheit. Alles in allem das Gegenteil dessen, was Russland im In- und Ausland anrichtet. Und auch verschieden zu manchen Zielen deutscher Aussenpolitik vergangener Jahrzehnte, die häufig genug auf das Leben der Menschen in anderen Ländern keinen Wert gelegt hat. (Ja, das haben viele Länder nicht. Auch viele "westliche". Umso dringender, das jetzt zu verändern)
Natürlich funktioniert das nie perfekt. Immerhin sind bei weitem nicht alle Länder enstprechend eingestellt. Hallo Russland, hallo von religiösen und anderen Extremisten dominierte Staaten, hallo von den Fakten weitgehend entkoppelte US-Republikaner - (und bei uns auch die Führungsleute der C-Parteien). Deshalb sind aber die Landmarken und Ziele nicht falsch.
Was Russland und die Ukraine angeht: Ja, schlimme Katastrophe für alle, die da hineingezogen werden, also die gesamte ukrainische Bevölkerung und die für verbrecherische Ziele verpflichteten Soldatys und ihre Angehörigen aus Russland Belarus, Tschetschenien, Goergien, usw. Häufig ohne Ahnung, für was sie da missbraucht werden. Schlimm auch, dass wir uns mit solchen völlig überflüssigen Dingen herumschlagen, Zeit, Geld, Nerven und kluge Köpfe in Rüstung etc stecken müssen, um nicht wieder in den 1970ern/1980ern zu landen, statt gemeinsam ein lebenswertes 21stes Jahrhundert zu gestalten.
Dennoch gilt immer noch: "Wenn Russland mit dem Krieg aufhört, gibt es keinen Krieg mehr. Wenn die Ukraine mit dem Krieg aufhört, gibt es keine Ukraine mehr" - und das, was eine russische Vereinnahmung für die Menschen in der Ukraine bedeuten würde, wäre ebenfalls das Gegenteil einer gerechten, friedlichen Gesellschaft. Deshalb hat die ukrainische Gesellschaft nicht kapituliert und deshalb ist auch feministische Aussenpolitik nicht automatisch Appeasement.
Und einen noch: "Siegfrieden"? Ehrlich? Wikipedia leitet bei diesem Wort automatisch weiter zu "Diktatfrieden", denn genau so wird das Wort historisch benutzt.Will irgendwer behaupten, dass es bei der Verteidigung der Ukraine gegen den russischen Überfall auf eine vollständige Unetrwerfung Russlands hinausliefe oder laufen soll? Wie viel RT muss eins dafür unkritisch konsumiert haben? Ich weiss, welche Seite auf einen "Siegfrieden" hinaus will. Putin sagt das häufig genug ganz klar und seine Propaganda ebenso: Die Ukraine vereinnahmen in die Russki Mir.Der Begriff Diktatfriede (auch Friedensdiktat, Friedenstraktat oder, aus Sicht des Gegners, ein Siegfrieden) beschreibt einen Friedensvertrag, dessen Bedingungen — im Gegensatz zu einem Verständigungsfrieden — von der Siegerseite einseitig festgelegt und von der Verliererseite ohne Mitgestaltungsmöglichkeiten hingenommen werden bzw. wurden.
So werden bzw. wurden meist Friedensverträge bezeichnet, bei der die Siegerseite im Verlauf der militärischen Auseinandersetzung militärisch und politisch erstarkt (ist) und die Verliererseite im Verhältnis dazu so unerheblich wird bzw. wurde, dass es zum einseitigen Diktat des Friedens und seiner Bedingungen kommen konnte bzw. kann.
Ein solcher Friede stellt zwar formal, nicht aber materiell eine bilaterale Vereinbarung unter Gleichen dar, sondern eine einseitige Bestimmung des Friedensschlusses wie der weiteren politischen Entwicklung durch die siegreiche Partei.
Es wäre schön, wenn Begriffe und Konzepte zuerst verstanden und dann benutzt würden.
(Ja, ich bin sauer über so viel Stammtisch-Unfug hier)
Der Begriff "Siegfrieden" mag hier anders benutzt werden als wie Wikipedia ihn definiert.
Fakt ist, die Politik setzt darauf, das Russland besiegt werden muss, damit es zum Frieden kommt.
Das ist hochgradigt gefährlich . Zuweilen die Selben, die Waffen an die Ukraine liefern, kein Problem haben, das Embargo zu missachten.
Die USA und Frankreich importieren Uran aus Russland, Deutschland und andere Staaten beziehen immer noch Erdgas aus Russland.
Vermittlungsbemühungen um Friedensgespräche halten sich in Grenzen.
Zu RT, ich habe selber diesen Sender nie geschaut.
Stammtisch?
Ein Forum ist eine Art online- Stammtisch. Der Begriff "Stammtisch" wird gerne abwertend genutzt, weil insbesondere Kneipengänger eine eher zweifelhafte Meinung vertreten. Deshalb ist aber nicht jeder Meinungsaustausch zweifelhaft.
Gab es eigentlich in den Gebieten, wegen denen angeblich die Ukraine angegriffen wurde, irgendwann eine Volksbefragung, zu welchem Land die Menschen gehören wollen?
Bevor Russland die Ukraine angriff herrschte in den Gebieten ein Bürgerkrieg, an dem russische Söldner ebenso mitwirkten. Und was hatte die CIA dort verloren?
LG Verena