Re: Das Schweigen der Männer
Verfasst: Di 26. Apr 2011, 13:00
Hallo zusammen,
dieser Thread hat mich wieder einmal angesprochen und deshalb möchte ich auch mein Statement dazu abgeben. Ich habe meine Vorliebe für die weibliche Haut couture schon mein ganzes Leben lang, d,h, 43 Jahre lang und dabei sind 25 Jahre Ehe. Bisher war ich ein klassische Stubentranse und ging meiner Neigung immer im Verborgenen nach -selbst meine Frau hat nichts davon gewußt. Die Scham des Entdeckwerdens, etwas "Perverses zu tun, oder als schwul oder sonstwas abgestempelt zu werden, mit der Folge die Partnerin und die letzten 25 Jahre zu verlieren, die Kinder entzogen zu bekommen usw. liesen mich akribisch daran arbeiten , möglichst perfekt zu sein und keine Spuren zu hinterlassen.
Als ich beruflich längere Zeit im Außendienst unterwegs war(über 1 Jahr), benutzte ich meine Freizeit, mich über meine Situation und meine "Neigung" zu informieren...also z. Bsp. auch hier.
Das hat mir sehr geholfen, mich meiner Situation selbst zu stellen, sie zu begreifen und zu begreifen, dass ich nicht allein auch dieser Welt bin und ruhig aus "dieser" in meinem Kopf vorhandenen Schmuddelecke herauszukommen. Ich begann mich richtig zu entwickeln, mein Passing und Styling typgerecht zu betreiben und daraus entstand dann auch der Entschluß, mich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Da ja mein eindruck von mir immer nur ein subjektiver (vor dem Spiegel) war, beschloß ich ein Foto von mir ins Forum zu stellen.
Nach sehr viel Anerkennung und dem Kennenlernen einer heute sehr guten Transfreundin hatten wir uns (für mich das erste Mal) en Femme verabredet. Danach trafen wir uns ca. 1-2 Mal die Woche, dann ergaben sich Stammtische und weitere Transveranstaltungen. Mittlerweile hatte sich auch eine Stattliche Kollektion an Bekleidung undAccessoires angesammelt(3 Koffer voll). Als ich dann 'Anfang dieses Jahres wieder in den innendienst versetzt wurde und permanent wieder zuhause war, war das Verstecken der ganzen Sachen nicht mehr so einfach. deshalb entschloß ich mich dazu, meine Frau in mein größtes Geheimnis meines Lebens einzuweihen. Nach 2 kläglichen Versuchen eines Gesprächsbeginns(ich war immer sehr aufgeregt) fasste ich den Entschluß ihr einen Brief zu schreiben, damit ich nicht Gefahr lief, alles in der Aufregung zu zerreden oder gar zu dramatisieren. Was sich jeder in Vorbereitung solch einer Situation klar machen sollte ist, er ist dabei die Weltanschauung seines Partners und die seelische Verfassung völlig über den Haufen zu schmeißen und es bedarf einer durchdachten Strategie, wenn man einem völlig unbedarften Partner plötzlich was von Transgendern und CD und dem Zusammenhang mit seiner eigenen Person erzählen will.
Dadurch dass beim Partner nach Eröffnung dieses Themas die Alarmglocken sowieso zu schrillen beginnen, sollte man fürs erste auch eine Reizüberflutung und eine Überinformation vermeiden.
Ich habe bisher eine sehr harmonische ehe geführt und muss für mich sagen, dass ich den richtigen Weg für mein Outing gewählt habe.
Ich habe meine Frau Schritt für Schritt mit Pia und ihrer Geschichte vertraut gemacht und ihr immer zwischendurch Zeit gelassen, die Infos zu verarbeiten und auch Fragen zu stellen.
Mittlerweile reden wir offen über Pia, meine Frau wäscht die benutzten Sachen und Pia hat auch schon ihr erstes Fach in unserem gemeinsamen Kleiderschrank von meiner Frau erhalten. Ich bin stolz auf meine Frau, dass sie dieses Thema so verständlich aufgenommen hat und auch séhr verständnisvoll und liebevoll mit mir umgeht. Ich hatte große Ängste, dass es gewaltig unserer Beziehung schaden könnte, aber in Nachhinein ist unsere Beziehung noch inniger und stabiler geworden - sie ist daran gewachsen.
allerdings habe ich auch darauf geachtet, sie nicht nach dem Outing mit Pia zu bedrängen und ihr immer die Entscheidung überlassen ,wieviele neue Infos sie haben möchte.
Mittlerweile sprechen wir sogar darüber, gemeinsam zu einem Event zu gehen(natürlich en Femme). denn was sich jeder Mann klar werden muß, ist dass in ihm schon immer ein Stück Frau vorhanden war, ob bewußt oder unterbewußt, und dieses Stück Frau auch dazu beigetragen hat, dass deine Frau genau diesen Typ Mann zu ihrem Partner gewählt hat.
Würde man seine feminine Seite einfach "wegzaubern" können, denke ich wäre der Typ Mann auch nicht mehr so interessant für seine Frau.
Wie und in welcher Form man sich outet, dafür gibt es kein Rezept. Mir hat es extrem geholfen, dass ich mich in die Gefühlswelt meiner Partnerin versetzt habe und strikt darauf geachtet habe, sie nicht zu verletzen.
Noch ein Tip von mir: "Wenn in der Partnerschaft schon irgendwo die Emaille ab ist, dann ist das Outing auch nur ein weiterer Grund für eine Trennung!"
So jetzt seit ihr wieder dran.
LG Pia
dieser Thread hat mich wieder einmal angesprochen und deshalb möchte ich auch mein Statement dazu abgeben. Ich habe meine Vorliebe für die weibliche Haut couture schon mein ganzes Leben lang, d,h, 43 Jahre lang und dabei sind 25 Jahre Ehe. Bisher war ich ein klassische Stubentranse und ging meiner Neigung immer im Verborgenen nach -selbst meine Frau hat nichts davon gewußt. Die Scham des Entdeckwerdens, etwas "Perverses zu tun, oder als schwul oder sonstwas abgestempelt zu werden, mit der Folge die Partnerin und die letzten 25 Jahre zu verlieren, die Kinder entzogen zu bekommen usw. liesen mich akribisch daran arbeiten , möglichst perfekt zu sein und keine Spuren zu hinterlassen.
Als ich beruflich längere Zeit im Außendienst unterwegs war(über 1 Jahr), benutzte ich meine Freizeit, mich über meine Situation und meine "Neigung" zu informieren...also z. Bsp. auch hier.
Das hat mir sehr geholfen, mich meiner Situation selbst zu stellen, sie zu begreifen und zu begreifen, dass ich nicht allein auch dieser Welt bin und ruhig aus "dieser" in meinem Kopf vorhandenen Schmuddelecke herauszukommen. Ich begann mich richtig zu entwickeln, mein Passing und Styling typgerecht zu betreiben und daraus entstand dann auch der Entschluß, mich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Da ja mein eindruck von mir immer nur ein subjektiver (vor dem Spiegel) war, beschloß ich ein Foto von mir ins Forum zu stellen.
Nach sehr viel Anerkennung und dem Kennenlernen einer heute sehr guten Transfreundin hatten wir uns (für mich das erste Mal) en Femme verabredet. Danach trafen wir uns ca. 1-2 Mal die Woche, dann ergaben sich Stammtische und weitere Transveranstaltungen. Mittlerweile hatte sich auch eine Stattliche Kollektion an Bekleidung undAccessoires angesammelt(3 Koffer voll). Als ich dann 'Anfang dieses Jahres wieder in den innendienst versetzt wurde und permanent wieder zuhause war, war das Verstecken der ganzen Sachen nicht mehr so einfach. deshalb entschloß ich mich dazu, meine Frau in mein größtes Geheimnis meines Lebens einzuweihen. Nach 2 kläglichen Versuchen eines Gesprächsbeginns(ich war immer sehr aufgeregt) fasste ich den Entschluß ihr einen Brief zu schreiben, damit ich nicht Gefahr lief, alles in der Aufregung zu zerreden oder gar zu dramatisieren. Was sich jeder in Vorbereitung solch einer Situation klar machen sollte ist, er ist dabei die Weltanschauung seines Partners und die seelische Verfassung völlig über den Haufen zu schmeißen und es bedarf einer durchdachten Strategie, wenn man einem völlig unbedarften Partner plötzlich was von Transgendern und CD und dem Zusammenhang mit seiner eigenen Person erzählen will.
Dadurch dass beim Partner nach Eröffnung dieses Themas die Alarmglocken sowieso zu schrillen beginnen, sollte man fürs erste auch eine Reizüberflutung und eine Überinformation vermeiden.
Ich habe bisher eine sehr harmonische ehe geführt und muss für mich sagen, dass ich den richtigen Weg für mein Outing gewählt habe.
Ich habe meine Frau Schritt für Schritt mit Pia und ihrer Geschichte vertraut gemacht und ihr immer zwischendurch Zeit gelassen, die Infos zu verarbeiten und auch Fragen zu stellen.
Mittlerweile reden wir offen über Pia, meine Frau wäscht die benutzten Sachen und Pia hat auch schon ihr erstes Fach in unserem gemeinsamen Kleiderschrank von meiner Frau erhalten. Ich bin stolz auf meine Frau, dass sie dieses Thema so verständlich aufgenommen hat und auch séhr verständnisvoll und liebevoll mit mir umgeht. Ich hatte große Ängste, dass es gewaltig unserer Beziehung schaden könnte, aber in Nachhinein ist unsere Beziehung noch inniger und stabiler geworden - sie ist daran gewachsen.
allerdings habe ich auch darauf geachtet, sie nicht nach dem Outing mit Pia zu bedrängen und ihr immer die Entscheidung überlassen ,wieviele neue Infos sie haben möchte.
Mittlerweile sprechen wir sogar darüber, gemeinsam zu einem Event zu gehen(natürlich en Femme). denn was sich jeder Mann klar werden muß, ist dass in ihm schon immer ein Stück Frau vorhanden war, ob bewußt oder unterbewußt, und dieses Stück Frau auch dazu beigetragen hat, dass deine Frau genau diesen Typ Mann zu ihrem Partner gewählt hat.
Würde man seine feminine Seite einfach "wegzaubern" können, denke ich wäre der Typ Mann auch nicht mehr so interessant für seine Frau.
Wie und in welcher Form man sich outet, dafür gibt es kein Rezept. Mir hat es extrem geholfen, dass ich mich in die Gefühlswelt meiner Partnerin versetzt habe und strikt darauf geachtet habe, sie nicht zu verletzen.
Noch ein Tip von mir: "Wenn in der Partnerschaft schon irgendwo die Emaille ab ist, dann ist das Outing auch nur ein weiterer Grund für eine Trennung!"
So jetzt seit ihr wieder dran.
LG Pia
