Re: Sonntagsblatt: Freispruch für Pastor Latzel: Warum der Verlierer die Bibel ist
Verfasst: Fr 27. Mai 2022, 15:37
40 Jahre im HAUPTBERUF (RelPäd.) - LK Hannover -conny hat geschrieben: Mi 25. Mai 2022, 21:05 Die Staatsanwaltschaft geht - zu Recht - in Revision.
Wo hast Du denn Deine Erfahrungen, die Du für allgemeingültig hälst, gemacht?
Ich habe in je einer Kirchgemeinde in NRW, Sachsen und jetzt in Niedersachsen "inner Circle" Erfahrungen gemacht und kann Deine Ausführungen nicht bestätigen.
I.ü.: die Titulierungen "evangelen" und "katholen" sprechen in Deiner Betrachtungsweise für sich.
Die Titulierungen "Evangelen" und "Katholen" stammt genau aus diesen Hauptberuflichen Kreisen - so wohl als auch, da mir durchgehend die Ökumene am Herzen lag. - Ob bei Katholikentagen oder bei Kirchentagen (an denen ich reichlich teilgenommen habe) wurden diese Begriffe gar nicht abwertend von den Podien herunter ausgesprochen.
Hier werde ich nicht konkret aus der Kiste der Details plaudern. (vielleicht wirst Du nachvollziehen können, warum)
ich deute nur mal an:
@ (neueren Datums) Aktives Mobbing auf Ebene der Pastoren; versetzt wird die nicht still-haltende, gemobbte Person - dafür verleugnet sich die Aufsichtführende Dienstebene in Person eines Regionalbischofs gegen über einer öffentlich-rechtlichen Radiostation mit "ich habe keine Kenntnis von irgendwelchen Vorkommnissen in XY-hausen." Er vergaß nur, dass am Abend zuvor bei einer öffentlichen Gemeindeversammlung auch Pressevertreter anwesend waren.
@ (älteren Datums) der Kirchenkreis wirbt den Kollegen aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit ab und schließt mit ihm den Arbeistvertrag. In der erbetenen Bewerbung hatte er sich ausführlich und offen vorgestellt. - Am Vorabend seiner Diensteinführung bekommt der Kollege den Anruf seines neuen Chefs. Inhalt: er brauchte morgen nicht zum Gottesdienst kommen, die Amtseinführung würde nicht stattfinden. Grund: da er unverheiratet mit einer Frau zusammenleben würde, hatten sich einige die Mitglieder einer frömmelnden Gemeinschaft dahingehend erklärt, wenn dieser Mensch seinen neuen Dienst antreten dürfte, würden sie geschlossen aus der Kirche austreten.
@ (vor etwa 20Jahren) der Team der standortfesten Rel.Päds ist auf natürlichem Wege in die Jahre gekommen, das wirkt sich auf die Möglichkeiten hinsichtlich von öffentlich ausgeschriebenen Freizeitangeboten aus. Erkankungen und damit verbundene Ausfälle sind der Hintergrund für erhebliche Einschränkungen. Der Chef verlangt, dass dennoch offiziell für solche Angebote geworben wird. Man könne ja auf Anfrage sagen, sie seien bereits ausgebucht.
@ (ich verzichte auf einen Zeithinweis) die von einer sehr schweren Erkrankung gezeichnete Pastorin lässt alle wissen, dass sie im Blick auf ihr zu erwartendes Sterben verlangt, dass sich NIEMAND von der Kirchenleitung bei ihrer Beerdigung blicken lässt...
@ (vor 15 Jahren) der lang gediente Pastor hat sich in einem herzlichen Frieden von seiner letzten Gemeinde in den Ruhestand verabschieden lassen, auch aus seinen früheren Gemeinden sind Abgeordnete gekommen. Seiner Kirchenleitung hatte schriftlich mitgeteilt, dass keinen aus ihren Reihe bei dieser Feier sehen möchte.
@ noch mehr?
Ich kann Dir nicht sagen, warum mich ausgerechnet diese und noch viel mehr Ereignisse sehr nahe erreichten; dabei habe ich meine eigenen Erfahrungen noch ausgespart. Ich weiß, dass sich vor Ort in den Gemeinden sehr viele Menschen wirklich mit einem erstaunlichen und lobenswerten Einsatz für "die Sache" einsetzen... Und ich werde mich hüten, meine gesammelten Ereignisse als Gesamtheit den guten Werken gegenüber zu gewichten. Doch das allein nur von mir registrierte ist schlicht VIEL ZU VIEL und die Teppiche, unter denen sich das sammelt sind von vielen bitteren Tränen getränkt.
Ich habe meine Dienstjahre aus Überzeugung und als Berufung gerne erlebt und gefüllt. Aber die amtliche Begleitmusik war stets für mich eine Beleidigung des Evangeliums!
Konntest Du mir jetzt folgen?