Sonntagsblatt: Freispruch für Pastor Latzel: Warum der Verlierer die Bibel ist
Sonntagsblatt: Freispruch für Pastor Latzel: Warum der Verlierer die Bibel ist - # 2

Christel_Inter
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 181
Registriert: Do 22. Apr 2021, 20:02
Geschlecht: Divers
Pronomen: sie
Wohnort (Name): b. Boizenburg/E
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 2 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Sonntagsblatt: Freispruch für Pastor Latzel: Warum der Verlierer die Bibel ist

Post 16 im Thema

Beitrag von Christel_Inter »

conny hat geschrieben: Mi 25. Mai 2022, 21:05 Die Staatsanwaltschaft geht - zu Recht - in Revision.

Wo hast Du denn Deine Erfahrungen, die Du für allgemeingültig hälst, gemacht?
Ich habe in je einer Kirchgemeinde in NRW, Sachsen und jetzt in Niedersachsen "inner Circle" Erfahrungen gemacht und kann Deine Ausführungen nicht bestätigen.
I.ü.: die Titulierungen "evangelen" und "katholen" sprechen in Deiner Betrachtungsweise für sich.
40 Jahre im HAUPTBERUF (RelPäd.) - LK Hannover -
Die Titulierungen "Evangelen" und "Katholen" stammt genau aus diesen Hauptberuflichen Kreisen - so wohl als auch, da mir durchgehend die Ökumene am Herzen lag. - Ob bei Katholikentagen oder bei Kirchentagen (an denen ich reichlich teilgenommen habe) wurden diese Begriffe gar nicht abwertend von den Podien herunter ausgesprochen.

Hier werde ich nicht konkret aus der Kiste der Details plaudern. (vielleicht wirst Du nachvollziehen können, warum)
ich deute nur mal an:
@ (neueren Datums) Aktives Mobbing auf Ebene der Pastoren; versetzt wird die nicht still-haltende, gemobbte Person - dafür verleugnet sich die Aufsichtführende Dienstebene in Person eines Regionalbischofs gegen über einer öffentlich-rechtlichen Radiostation mit "ich habe keine Kenntnis von irgendwelchen Vorkommnissen in XY-hausen." Er vergaß nur, dass am Abend zuvor bei einer öffentlichen Gemeindeversammlung auch Pressevertreter anwesend waren.
@ (älteren Datums) der Kirchenkreis wirbt den Kollegen aufgrund seiner erfolgreichen Arbeit ab und schließt mit ihm den Arbeistvertrag. In der erbetenen Bewerbung hatte er sich ausführlich und offen vorgestellt. - Am Vorabend seiner Diensteinführung bekommt der Kollege den Anruf seines neuen Chefs. Inhalt: er brauchte morgen nicht zum Gottesdienst kommen, die Amtseinführung würde nicht stattfinden. Grund: da er unverheiratet mit einer Frau zusammenleben würde, hatten sich einige die Mitglieder einer frömmelnden Gemeinschaft dahingehend erklärt, wenn dieser Mensch seinen neuen Dienst antreten dürfte, würden sie geschlossen aus der Kirche austreten.
@ (vor etwa 20Jahren) der Team der standortfesten Rel.Päds ist auf natürlichem Wege in die Jahre gekommen, das wirkt sich auf die Möglichkeiten hinsichtlich von öffentlich ausgeschriebenen Freizeitangeboten aus. Erkankungen und damit verbundene Ausfälle sind der Hintergrund für erhebliche Einschränkungen. Der Chef verlangt, dass dennoch offiziell für solche Angebote geworben wird. Man könne ja auf Anfrage sagen, sie seien bereits ausgebucht.
@ (ich verzichte auf einen Zeithinweis) die von einer sehr schweren Erkrankung gezeichnete Pastorin lässt alle wissen, dass sie im Blick auf ihr zu erwartendes Sterben verlangt, dass sich NIEMAND von der Kirchenleitung bei ihrer Beerdigung blicken lässt...
@ (vor 15 Jahren) der lang gediente Pastor hat sich in einem herzlichen Frieden von seiner letzten Gemeinde in den Ruhestand verabschieden lassen, auch aus seinen früheren Gemeinden sind Abgeordnete gekommen. Seiner Kirchenleitung hatte schriftlich mitgeteilt, dass keinen aus ihren Reihe bei dieser Feier sehen möchte.
@ noch mehr?
Ich kann Dir nicht sagen, warum mich ausgerechnet diese und noch viel mehr Ereignisse sehr nahe erreichten; dabei habe ich meine eigenen Erfahrungen noch ausgespart. Ich weiß, dass sich vor Ort in den Gemeinden sehr viele Menschen wirklich mit einem erstaunlichen und lobenswerten Einsatz für "die Sache" einsetzen... Und ich werde mich hüten, meine gesammelten Ereignisse als Gesamtheit den guten Werken gegenüber zu gewichten. Doch das allein nur von mir registrierte ist schlicht VIEL ZU VIEL und die Teppiche, unter denen sich das sammelt sind von vielen bitteren Tränen getränkt.
Ich habe meine Dienstjahre aus Überzeugung und als Berufung gerne erlebt und gefüllt. Aber die amtliche Begleitmusik war stets für mich eine Beleidigung des Evangeliums!
Konntest Du mir jetzt folgen?
Mein Kleidungsstil verfolgt nicht das Ziel "FRAU", sondern mein Sein als Ich-Bin-Ich - ein Inter*-Mensch! ÜBRIGENS: Mein Name ist amtlich "Christel"
http://www.christel-pruessner.de/_Seite_Androgyn_01.htm
Blossom
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3963
Registriert: Sa 18. Jan 2020, 21:09
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waltrop
Hat sich bedankt: 185 Mal
Danksagung erhalten: 46 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Sonntagsblatt: Freispruch für Pastor Latzel: Warum der Verlierer die Bibel ist

Post 17 im Thema

Beitrag von Blossom »

Lina hat geschrieben: Fr 27. Mai 2022, 13:31 Woher wissen wir das eigentlich. Es steht ja nun Mal Sachen in der Bibel, um die man nicht drum herum kommt.

Und diese Religion lässt sin nicht wirklich Spielraum offen.

Es ist doch wirklich heuchlerisch, wenn es heißen soll, "diese Religion ist die einzige Wahre ... abgesehen von diesen und jenen Punkten, an die wir uns nicht halten wollen."
Das ist doch Quatsch, und mir ging es auch nicht darum, ob in der Bibel Sachen stehen, um die man nicht herumkommt. Ganz persönlich halte ich sie eher für eine Art Geschichtsbuch und Regelwerk im Umgang miteinander. Aber das ist meine ganz persönliche Ansicht, die keiner weiteren Kommentierung bedarf.

Ja, Relegion lässt Spielräume - ist auch gut so! Es ist bleibt aber eine Auslegung!

Den Zusatz: "Es ist doch heuchlerisch, wenn es ...." hättest du dir sparen können, denn zu keinem Zeitpunkt habe ich etwas in dieser Richtung verlauten lassen! Immer schön im Kontext bleiben und nichts hineininterpretieren, was da nicht steht!
Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.
Billie Jean King (*1943)
Dali
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 209
Registriert: Sa 21. Aug 2021, 16:47
Geschlecht: Je nachdem
Pronomen: Er
Wohnort (Name): Schweden
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0
Kontaktdaten:

Re: Sonntagsblatt: Freispruch für Pastor Latzel: Warum der Verlierer die Bibel ist

Post 18 im Thema

Beitrag von Dali »

Lina hat geschrieben: Fr 27. Mai 2022, 13:31 Woher wissen wir das eigentlich. Es steht ja nun Mal Sachen in der Bibel, um die man nicht drum herum kommt.
Und diese Religion lässt sin nicht wirklich Spielraum offen.
Für mich stehen in erster Linie Sachen in der Bibel, die vor z.T. über 2500 Jahren mündlich überliefert wurden.
Ich möchte gar nicht wissen, was für Übersetzungsfehler (absichtlich oder unabsichtlich) in dieser Zeit hineingeschrieben wurden, gerade wie es den Kirchenoberhäuptern gepasst hat.
Mir missfällt zutiefst eine Religion, die von Männern geprägt und auch missbraucht wurde oder noch wird. Eine Religion, in der der Frau die lebenslange Opferrolle zugesprochen wird, weil sie einen Apfel geklaut hat???
Wer weiß denn bitteschön, was Gott, sofern es ihn gibt, hier geplant hat? Es ist alles eine Auslegungssache von Theologen, die ihr Wissen aus Büchern beziehen, die für mich persönlich eine recht zweifelhafte Herkunft haben.

Aber ich bin mir sehr sicher, falls Gott von oben zusieht, was seine Schöpfung hier unten zum Teil für einen Mist baut, kann er nur resigniert mit seinem Kopf schütteln.

LG

Dali
Antworten

Zurück zu „Religion, Politik und Gesellschaft“