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Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: So 26. Dez 2021, 07:15
von kathrin84
Hallo Sarah,
bei mir ist es ganz ähnlich gelaufen wie bei dir, ist nur über 5 Jahre her. Zu mir kann ich sagen dass ich für mich bis jetzt immer noch nicht weiß wo die Reise einmal hingehen soll und rückwirkend sagen muss dass ich es hätte einfach sein lassen sollen.
Ich habe es nicht wieder angesprochen gegenüber meiner Frau angesprochen, der Preis war so schon groß genug.
Wie du das ganze für dich entscheidest musst letztendlich du für dich entscheiden. Da kann dir leider keiner helfen. Versuche dich in die Lage deiner Frau zu versetzen, wie hättest du reagiert wenn sie dir gesagt hätte sie wolle mal als Mann vor die Tür?
Mir hat der Gedankenandatz geholfen.
Kannst auch gerne eine PN schreiben wenn du magst.
Ich hoffe ich konnte dir trotz meiner negativen Erfahrungen etwas helfen.
Viele Grüße
Kathrin
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: So 26. Dez 2021, 09:15
von MoreThan2m
Hallo Sarah,
mit bedauern habe ich deine Geschichte gelesen, die sich wie ein Spiegel meiner anhört.
Das Thema um Weihnachten zu thematisieren macht es nicht leichter.
Ich selbst habe mich meiner Frau nach 24 Jahren Ehe Anfang Oktober offenbart.
Die Reaktion war genau die gleiche wie bei Deiner Frau. Sie wollte das nicht akzeptieren. Sich mit dem Thema auseinandersetzen
schonmal garnicht. Wir haben viel geredet. Allerdings sind wir da nicht groß weitergekommen.
ich weiss: man soll dem Partner Zeit geben und ich denke auch das dies bei uns damit auch eine Art "Normalisierung" eintreten
kann. Die Beziehung aber wird es bei uns nicht mehr geben . Ein akzeptieren des anderen so wie er ist sollte das erste Ziel sein.
Ich bin vo 6 Wochen ausgezogen um meiner weiblichen Seite den Raum zu geben den sie anscheinend braucht.
Vor 2 Wochen habe ich der Familie und engen Freunden meine Neigungen offenbart.
Das hilft ungemein. Es befreit Deine Gedanken von dem lebenslangen unterdrücken, der Heimlichtuerei.
Du kannst auf einmal offen auftreten und alle bei mir wirklich alle haben sich für die Offenheit bedankt.
Einige Freundschaften sind dadurch deutlich intensiver geworden.
Ich habe mich allen persönlich offenbart. Das ist am Anfang schwer, aber es wird immer leichter.
Dieses jedesmal drüber sprechen hat mir auch geholfen meine Gefühle, Sehnsüchte und Wünsche immer besser in Worte zu kleiden und mir selber klar zu werden wo ich stehe.
Meine Frau und ich haben natürlich total Verlustängste. Wie geht das Leben weiter. Was bedeutet das finanzell, kann man das Haus halten usw. Aber das sind alles Themen die man lösen kann.
Meine Frau lässt das Thema zumindest langsam an sich ran. Sie wollte mittlerweile auch Fotos sehen was ich anziehe und wie ich raus gehe. Das hat sie zumindest dahingehend beruhigt das ich nicht als bunter Clown rum laufe. Sie hat mir mittlerweile sogar angeboten das Sie in Ihren alten Handtaschen ein paar für mich raussuchen geht.
Ich für mich habe nun gelernt das ich mehr als CD bin. Ich leben in meinem kleine Appartement zur Zeit als Julia. Auch in meinen neuen Ort gehe ich nur noch aus Frau raus. Nur besuche zu Hause mache ich noch als Mann. Das ist aber auch OK für mich. 55 Jahre war ich Mann und er ist auch ein Teil von mir. Warum soll ich ihn einfach wegwerfen. Er bekommt jetzt noch den Raum den Julia 55 Jahre bekommen hat. Selten. und vermutlich immer selterner.
Ich hoffe Ihr findet einen Weg miteinander zu reden. Und macht nicht den Fehler das das Thema durch nicht Reden einfach verschwindet. Es macht es nur schlimmer.
Liebe Grüße aus Düssel
Julia
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: So 26. Dez 2021, 20:33
von Klaudia
Hallo Sarah,
wie du siehst, sind viele von uns in einer ähnlichen Situation wie du, so auch ich.
Ich bin dir da ein paar Monate voraus, ich hatte mich nach 25 Jahren Ehe vor kurzer Zeit meiner Frau gegenüber geoutet. (Siehe hier:
viewtopic.php?p=306312#p306312)
Nach der anfänglich nicht so schlechten Reaktion wird das Thema wieder totgeschwiegen. Ich wollte auch nicht zu viel Gas geben und abwarten, aber meine Frau ignoriert das Thema leider komplett. Ich lebe meine weibliche Seite (ich würde mich als Crossdresser bezeichnen) also nur aus, wenn sie nicht da ist. Nur Damenwäsche und Strumpfhosen trage ich auch regelmäßig in ihrer Anwesenheit. Neulich hatte ich im Homeoffice ein schwarzes Strickkleid mit blickdichter Strumpfhose an, ungeschminkt und ohne Perücke. So hat mich meine Frau "erwischt" als sie früher als erwartet zurück kam. Da meine Frau eigentlich schon Bescheid wußte, sollte das ja kein großes Thema sein, aber sie reagierte ungläubig und verständnislos. Als ich bemerkte, dass ich ihr das alles schon mal erklärt hatte (u.a. mit der Bitte, sie soll mal die Seite von Annica Springmann lesen:
https://www.female-copy.de) bemerkte sie wieder, das sie das alles sehr merkwürdig findet und danach war das Gespräch dazu wieder beendet.
Ich weiß auch noch nicht genau, wie ich damit weiter umgehen werde, ich will unser gemeinsames Leben nicht auf's Spiel setzen. Vielleicht reicht es mir noch eine Weile, mich auszuleben, wenn ich alleine bin - wie gesagt, ich würde mich nicht als Trans bezeichnen.
Liebe Grüße
Klaudia
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Mo 27. Dez 2021, 08:02
von Frieda
Sarah_78 hat geschrieben: Fr 24. Dez 2021, 22:25
....
Hallo liebe Sarah
Seit Tagen arbeitet dein Thread in mir. Ich weiß auch nicht Recht ob ich diesen massiven Gedankenstrudel in mir, dir/euch wahrhaftig näher bringen kann?!
Ich möchte ausdrücklich daraufhin weisen, dass das Folgende meine ganz persönliche (und auch emotional behaftete) Sichtweise und Meinung ist.
Ich persönlich finde es schlichtweg egoistisch, wenn in einer Beziehung ein Partner leidet (und es ist mir vollkommen egal wer) bzw nicht wahrhaftig entspannt in seinem Sein leben kann. Unser Alltag besteht daraus, dass wir tagtäglich vielen Individuen begegnen sobald wir unser Heim verlassen. Jeder passt sich da mal mehr oder weniger gewissen Regeln an, was vollkommen normal, richtig und wichtig ist, sonst gäbe es ein riesiges durcheinander. Wir brauchen alle unseren Rückzugsort, wo wir ohne Scheu sein können was/wer/wie wir sind

Ich finde es furchtbar, wenn wir an diesem Ort (unser Heim) auch noch uns anpassen müssen. Ich frage mich, sind wir dann Gast in unserem Heim?
Diese Gedanken von mir bezogen auf das Thema Trans kann ich grob auf einen Gedanken/Punkt herunterbrechen....
Eigentlich dreht es sich bei beiden Partnern am Ende immer nur um eine Frage: "Trennung Ja/Nein? ".
1. Wenn ein Partner freiwillig seine persönliche Entwicklung, der Paarbeziehung und der Elternkindbeziehung hinten an stellt, dann ist es seine eigene Entscheidung, die er aber später niemandem zum Vorwurf machen kann (nicht dem Partner, nicht dem Kind).
2.Wenn ein Partner sich öffnet und den Familienmitgliedern mitteilt, dass seine persönliche Entwicklung sich an einem Scheitelpunkt befindet, dann haben alle Beteiligten vollkommen gerecht und fair die Chance sich mit dem Thema selbstständig und/oder auch gemeinsam damit auseinander zu setzen. Und jedem Beteiligten steht fair und gerecht die Entscheidung zu, wie es für ihn selbst mit dieser Veränderung weitergehen soll. Es braucht keine Vorhaltungen, Schuldzuweisungen oder oder zu geben. Das Leben ist Veränderung und Punkt. Das Leben auf diesem Planeten hat sich über Millionen von Jahren weiterentwickelt, sonst gäbe es immer nur noch die Einzeller hier. Da kann egal wer auch immer, wie Rumpelstilzchen auf und nieder hüpfen das Leben verändert sich ständig jeden Tag aufs Neue. Ja man ist eine Verbindung mit einem Menschen vor X Jahren bewusst eingegangen. Und manch einer hat sich auch einen Ring an den Ringfinger stecken lassen, aber der Ring ist keine Fessel

Es läuft am Ende immer nur auf eine Frage hin: "Hier stehend an diesem Scheitelpunkt, welchen Weg wählst du jetzt?". Und wer sich dazu entschließt materielle Dinge in diese Entscheidung mit einfließen zu lassen, darf sich am Ende nicht beklagen, wenn dann manchmal die Humanität zu kurz kommt.
Wie diese anstehenden Veränderungen sich dann im Leben außerhalb unseres Heimes auswirken, steht klar dann nochmal auf einen anderen Zettel und ist ein Thema für sich. Aber bei diesem Thema bleibe ich persönlich weiterhin optimistisch, weil in meiner Wahrnehmung befindet sich unsere Gesellschaft ebenso in einer Veränderung bzw Transformation.
Namaste

Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Mo 27. Dez 2021, 11:48
von Zita
Hallo Sahra,
bei mir ist mein Outing jetzt schon ein bisschen her. Aber auch bei uns war das Problem, dass meine Frau auch nicht gerade ein Mensch ist, der gerne Beziehungsgespräche führt. Wobei wir damals in einer Phase waren, wo es noch mehr Punkte gab, als meine Trans-Gender Eigenschaften. Nach mehreren erfolglosen Versuchen mit ihr ins Gespräch zu kommen, habe ich mich dann entschlossen eine Paar-Therapeutin mit ins Boot zu holen.
Das was zwar auch nicht einfach, da meine Frau den Sinn erstmal gar nicht einsah. Die Aussage war so ungefähr: "Ja, wenn Du ein Problem hast, dann hol Du Dir Hilfe. Ich habe doch gar kein Problem." Im Endeffekt habe ich dann genau das gemacht. Ich habe mir eine Therapeutin gesucht, die sowohl Einzel- als auch Paartherapien anbot. Nachdem ich dann bei der ersten Sitzung alleine gewesen war, hatte diese Therapeutin am Ende der Sitzung klar gesagt: "Nun, alles was sie erzählen sind eigentlich Paarthemen und keine Einzelperson Themen. Wäre es nicht sinnvoller, wenn ihre Frau mit dabei ist?" Diese Aussage hat meine Frau dann schlussendlich dazu bewegt doch mitzukommen.
Nun, ich kann im Nachhinein nur sagen, dass es die absolut beste Entscheidung gewesen war, da eine neutrale dritte Person mit einzubeziehen. Die Therapeutin hatte zwar von der Trans-Thematik nur sehr rudimentär Ahnung. Aber das war auch gar nicht schlimm, da das Hauptproblem ein kommunikatives Problem war. Sie hat die Transgender-Thematik einfach wie jedes andere Paar-Problem behandelt, bei dem sich persönliche Eigenschaften der Einzelpersonen zu ernsten Schwierigkeiten auswachsen.
Im Endeffekt geht es ja immer um die Fragen: "Was brauche ich? Was braucht der Partner? Wieviel Nähe und wieviel Distanz braucht jeder Partner? Wie kommuniziere ich meine Bedürfnisse?" Dadurch, dass die eigentliche Trans-Problematik auf diese Meta-Ebene gehoben wurde, zerfiel das Ganze große Unheimliche (nicht plötzlich, aber langsam und kontinuierlich) in viele kleine einzeln handhabbare Fragestellungen. Also, ich kann nur raten, wenn im Zweiergespräch kein Gespräch zustande kommt, dann hol Dir eine neutrale externe Person zu Hilfe.
Liebe Grüße
Zita
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Di 28. Dez 2021, 17:23
von kathrin84
Hallo Sarah,
Wir hast du denn inzwischen für dich entschieden?
Viele Grüße
Kathrin
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Di 28. Dez 2021, 18:22
von ExUserIn-2026-04-08
Hallo Sarah,
in vielen Diskussionen ähnlicher Art geht es sehr häufig um die Partnerin, wie sie denn das Thema aufnimmt, was man tun kann, um es evtl. leichter zu machen etc.
Davon bin ich keine Freundin. Die Partnerin im Blick zu haben ist gut und schön. Aber für mich ist es wesentlich, was ich eigentlich möchte. Wie soll mein Leben weiter gehen ? Mich interessieren keine Kompromisse, sondern Lösungen. Aber die sind manchmal schmerzhaft. Als ich mit meiner Frau anfing darüber zu reden, war mir das alles noch nicht ganz klar und so habe ich ziemlich herum gestammelt. Aber nach einiger Zeit habe ich einen Zugang zu mir selber bekommen, in dem ich mich fragte, wer bin ich wirklich und warum konnte ich das so schlecht transportieren ? Der wesentliche Punkt bei mir war die fehlende Überzeugung, dass mein Leben auf beiden Seiten der Geschlechter gut und richtig für mich ist. Ich habe mit der Zeit ein besseres Gefühl für mein weibliches Ich gewonnen und so betrachte ich mit voller Überzeugung als ein Feature und nicht als Bug. Das intelektuell zu verstehen ist eins, die Überzeugung zu besitzen ist etwas anderes.
Mit dieser Überzeugung bin ich in das Gespäch gegangen und konnte es so auch transportieren. Ich habe früher mehr Verwirrung und Skepsis verbreitet. Das hilft nicht im Gespräch. Damit konnte meine Frau wesentlich mehr anfangen und so konnten wir uns wieder besser annähern. Das bedeutet nicht, dass sie es gut findet, aber sie kann mein Wesen dadurch besser akzeptieren. Dabei kamen dann auch noch ganz andere Themen auf den Tisch, so dass wir beide unseren Lernstoff zu bearbeiten haben. Daraus kann sich eine Basis für eine bessere Partnerschaft entwickeln. Wir werden sehen, wie es weiter geht. Die Ängste, die Partnerschaft betreffend, sind reduziert.
Natürlich kann Deine Frau auch anders reagieren und nicht damit umgehen können oder wollen. Dann stellt sich tatsächlich die Frage, ob und wie es mit der Beziehung weiter geht. Aber auch in diesem Moment ist es gut, eine klare Vorstellung zu besitzen, wie man selber tickt und wo die Prioritäten liegen. Ich würde jederzeit im Kernbereich meine eigenen Bedürfnisse wichtiger nehmen als in einer lauen Beziehung zu leben, in der ich nicht auf Augenhöhe mit meiner Partnerin bin. Das kenne ich und sehe es als verlorene Zeit. Aber jede/r muss die eigenen Vorstellungen leben. Dafür muss man sie aber kennen ...
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Do 30. Dez 2021, 21:15
von Sarah_78
kathrin84 hat geschrieben: Di 28. Dez 2021, 17:23
Hallo Sarah,
Wir hast du denn inzwischen für dich entschieden?
Viele Grüße
Kathrin
Ich warte auf jeden Fall bis nächstes Jahr.
Dann sprech ich es nochmal an.
Hab ihr beim ersten Gespräch auch das Buch Teilzeitfrau geschenkt, hoffe dass sie auch mal ein wenig darin gelesen hat. Wobei ich den Eindruck habe, dass sie es komplett verdrängt hat.
Gruß Sarah
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Mo 3. Jan 2022, 00:41
von -=Tom=-
Hallo Sarah,
ich wünsche Dir für das neue Jahr alles Gute. Du verdienst meinen größten Respekt für den Mut mit deiner Frau zu reden. Nicht jedes Outing muss schlecht verlaufen. Gib euch beiden Zeit mit der neuen Situation klar zu kommen. Meine Frau hat die neue Seite an mir positiv aufgenommen, trotz anfänglicher Unsicherheit. Auch jetzt nach ca 1 1/2 Jahren hat meine Frau Gedanken, wo meine Reise hingehen wird. Meine weibliche Seite hat mittlerweile einen festen Platz in unserer Beziehung eingenommen. Holt euch professionelle Unterstützung wenn es deiner Frau hilft. Nur gehe das Thema ruhig und mit viel Geduld an. Bitte nichts überstürzen oder Druck aufbauen. Versetze dich in die Lage deiner Frau ohne aber auch deine Bedürfnisse aus dem Blick zu verlieren. Ihr müsst jetzt einen Weg für euch gemeinsam finden.
Ich drücke euch ganz fest die Daumen.
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Di 4. Jan 2022, 19:12
von Sarah_78
Hallo Tom,
vielen Dank, Dir auch alles Gute für's neue Jahr.
Sie bekommt alle Zeit der Welt.
Deswegen warte ich auch noch, bevor ich es nochmal bei ihr ansprechen werde.
Es gibt hier so viele positive Beispiele, dass ich hoffe, das wir das auch hin bekommen.
LG Sarah
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Mi 5. Jan 2022, 01:46
von chrisvomsee
Hallo Sarah,
ich möchte einfach noch ein weiteres positives Beispiel hier anhängen für Dich.
Ich bin mit meiner Frau seit 2005 zusammen, und habe mich ihr gegenüber 2009 geoutet.
Danach kamen 2 tolle Kinder. Und nun haben wir das Jahr 2022 und wir sind immer noch zusammen.
Aber: Gespräche und Diskussionen
(oft auch sehr emotional), die gab es zwischendurch immer.
Auch eine kurze Paartherapie.
Geoutet bin ich bis auf wenige Ausnahmen nicht. Da hätte ich gerne mehr aber meine Frau eher nicht. Was ich
(zumindest bisher) akzeptiere.
Auch ich bin mir eigentlich noch nie wirklich 100% sicher gewesen was ich denn genau will und wohin ich will.
Aber da für uns beide Beziehung und Familie sehr wichtig sind, haben wir uns bis jetzt immer wieder zusammengerappelt.
Wenn meine Frau mich fragt ob ich nicht ganz Frau sein will
(fragt sie immer mal wieder) dann sage ich immer:
Nein, für immer nicht. Aber öfter schon
Grüße vom Bodensee
Chris
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Sa 8. Jan 2022, 23:42
von Sarah_78
Hallo Chris,
vielen Dank für das positive Beispiel, das gibt mir wieder mehr Hoffnung. Ich bin mit meiner Frau seit 2002 zusammen und auch wir haben 2 Kinder. Auch ich bin mit nicht zu 100 Prozent sicher, was ich will.
Wie ist es bei Euch mit den Kindern? Wissen sie Bescheid? Kennen Sie Dich auch als Frau?
Das ist auch eine Angst von mir.
LG Sarah
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: So 9. Jan 2022, 21:36
von -=Tom=-
Hallo Sarah,
auch ich habe 2 Kinder. Beide Kinder kennen mich aber nicht als Frau. Diesen Schritt wollen meine Frau und ich derzeit nicht gehen. Trotzdem habe ich meinen Freiraum und kann mich immer wieder entfalten. Klar hätte ich gerne mehr Zeit dafür, dies ist aber Jammern auf hohem Niveau

.
Vor meinem Outing, war meine "Freizeit" fast nicht vorhanden. Daher kann und möchte ich mich nur bedingt beschweren

.
Was ich Dir damit sagen/auf den Weg geben möchte, es wird Grenzen geben an die man sich halten sollte um für alle eine gute Umgebung zu schaffen. Diese Grenzen sind natürlich dehnfähig und können ausgebaut werden. Meine Kinder kennen mich zu Hause mit Leggings, daher ist der Anblick von Papa nicht verstörend. Heute habe ich eine graue Leggings mit einem schwarzen Sweatkleid/Hoddie Kleid an. Für die Kinder wirkt das wie ein großer Hoodie. So kann ich meiner weiblichen Seite mehr Spielraum geben ohne in irgendeinen Konflikt zu geraten.
Alles braucht Zeit und Raum

. Mit viel Geduld und Ruhe wirst Du deinen Weg finden.
Einen schönen Abend noch

Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: So 9. Jan 2022, 22:30
von Sarah_78
Hallo Tom,
auch ich könnte mir im Moment nicht vorstellen, dass es meine Kinder mitbekommen. Habe auch schon im Winter Leggins unter der Jeans angehabt und danach haben es auch meine Kinder gesehen. Aber gedacht haben sie sich nichts dabei.
Ein Sweatkleid abends aufm Sofa wäre im Moment mein Traum.
LG Sarah
Re: Ich hab mich getraut, mit ihr zu reden!
Verfasst: Mo 10. Jan 2022, 07:33
von ExUserIn-2026-04-08
Hi sarah,
Kinder sind sich er ein eigenes Thema. Wie alt sind Deine Kinder ? Meine Beiden sind schon eine Weile aus dem Haus und ich habe es ihnen trotzdem gesagt. Grund war hierfür, dass ich beim Tod meines Vaters einen neuen Damenbadeanzug in seinem Schrank gefunden habe. Ob er auch in die Thematik verstrickt war ? Keine Ahnung. Wenn aber genetische Einflüsse eine Rolle spielen sollten, wollte ich, dass mein Sohn weiß, dass er in dieser Frage einen Anlaufpunkt hat. Meine Tochter hat sich eine Zeit lang in der LGBT-Community herum getrieben. Viel erzählt hat sie nicht, aber es doch deutlich gezeigt. Beide haben sehr cool darauf reagiert und es war niemals mehr Thema. Allerdings haben sie mich nie en femme gesehen.
Aus meiner Sicht halte ich es für sinnvoll, zuerst mit der Partnerin reinen Tisch zu machen, bevor Kinder involviert werden. Dann hat man jemand an seiner Seite. Für mich hat es sich bewährt, auch kein großes Aufheben darum zu machen. Es ist einfach so, wie es ist. Und wenn die Eltern daraus kein großes Problem machen, ist es bei kleinen Kindern wahrscheinlich auch keins. Auch spielt das eigene Selbstbewusstsein eine wichtige Rolle. Bei Pubertieren, die selber in einer Findungsphase sind, ist das wahrscheinlich etwas anderes. Hier spielt ihr weiteres soziales Umfeld sicher auch eine wichtige Rolle. Aber Eltern sind sowieso peinlich.
Das sind nur meine 2 cts. Jede Situation ist anders und Du musst Deinen eigenen Weg in Deiner Situation finden. Bei mir hat das auch lange gedauert und es waren zwei Dinge notwendig. Sie musste sich mit der Situation auseinander setzen und ich musste das Selbstbewusstsein für mein ganzes Ich (männlich und weibliches Fühlen) entwickeln. Beides zusammen brachten den Durchbruch. Es ist für sie sicher leichter, damit umzugehen, wenn sie spürt, welche Bedeutung Deine weibliche Seite für Dich hat und Teil deiner Persönlichkeit ist. Für mich bedeutet das, den ganzen Weg zu meiner Persönlichkeit zu gehen. Und ich verstehe es als ein Angebot an meine Frau.