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Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:07
von ExuserIn-2022-05-22
Die einzige Frechheit ist du blöde anmachst in dem du schreibst man solle nichts schreiben. Nein überhaupt nicht anmaßend. Da frage ich mich was bekommst du eigentlich noch mit? Wenn auf stänkern das Echo kommt musst du dich nicht wundern! Schau mal in den Spiegel!

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:12
von Jasmine
Alyssa hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 10:09 ....................In der realen Welt geht"™s nicht ohne Ellbogen! ................
Das sehe ich anders. Vielmehr glaube ich das Menschen die sehr stark ihre Ellbogen einsetzen etwas zu verbergen haben. Ich kann mich auch ohne Ellbogen durchsetzen, weil ich weiß was ich kann. Wenn mir gegenüber ein Mensch die Ellbogen auspackt, fühle ich mich nicht angegriffen und versuche mit Ruhe und Diplomatie mich durchzusetzen. Des weiteren bin ich der Meinung das Respekt keine Ellbogen braucht.
Liebe Grüße Jasmine

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:16
von Alex_andra
Alyssa hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 10:38 Kasperverein wo jeder nur in seiner Blase bestätigt werden will
Alyssa hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 10:38 Und wenn"™s ihm nicht gefällt wird blöd angemacht.
Alyssa hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 10:38 Und wenn dann die Ellbogen rausgenommen werden und es ein Echo gibt ist man beleidigt...
Blub, blub, blub...
Ich kann hier eigentlich nur eine Person erkennen, die in ihrer Blase gefangen scheint und permanent versucht, in dieser zu verharren.
Blub, blub...
Wenn eine Person in ihrer Blase feststeckt, kann sie fälschlicherweise die Grenzen der eigenen Blase für die Außenhaut der vermeintlichen Blasen anderer halten und glauben, all die anderen seien gefangen und nur mensch, man, frau,x, me, myself and I, selbst sei frei.
Liebe Alyssa, deine Strategie mag für dir eine Lösung für vermeintliche Probleme bieten, allerdings geht diese sicher mit der Zeit auf die Gelenke der von dir als auszufahren beschriebenen Teile der Extremitäten. Allerdings sind diese Strategien sicher in der Summe allgemein gesellschaftlich eher Teil des Problems und keine Lösung.
Also Ellebogen rein und raus aus der Blase, zuhören und lesen, ohne immer nur das lesen zu wollen, was mensch eh schon weiß und denkt und dann im besten Fall deeskalierend an der Lösung arbeiten, eventuell den eigenen Standpunkt so darlegen, dass er für andere nicht verletzend oder herab würdigend erscheint.
Und am Ende noch das Lob an Anne-Mette dafür, dass sie voreingenommen ist und uns dadurch meist sicher durch all dir unsicheren Zeiten gebracht hat. Es ist so oft nur schwer auszuhalten, dass viele Menschen der Auffassung sind, durch permantetes Wiederholen des eigenen Standpunkts einer Lösung näher zu kommen und nicht zu erkennen, dass damit nur virtueller und leider auch geistiger Speicher besetzt wird, der doch auch sinnvoller genutzt werden kann.

Liebe sonnige Grüße direkt aus meinem gütigen Herzen oder ist das etwas meine Blase

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:23
von ExuserIn-2022-05-22
Jasmin wenn das so einfach wäre. Ich habe die Erfahrung gemacht wenn man immer nur leise tretend daher kommt wird man nicht ernst genommen. Wenn auf Anmerkungen nur abwiegeln, beschwichtigen oder ignorieren folgt ist es nur natürlich das irgendwann der Kragen platzt. Wer alles schluckt was ihm aufgedrückt wird bekommt irgendwann Schlafstörungen, Magenschmerzen oder Depressionen.
Erfahrungen... leider.
Seit dem ich mir meinen zustehenden Platz nehme geht"™s seit Jahren besser. Und was andere denken ist mir erst recht Schnuppe. Was hilft Friedfertigkeit wenn das Umfeld es nicht zu lässt?

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:26
von Patricia
Alyssa hat geschrieben: Di 26. Okt 2021, 22:08 Ja wenn man alles an sich heran lässt oder sich für alle Katastrophen der Welt die durch die Medien gejagt werden verantwortlich fühlt wird man natürlich krank. Einfach mal den roten Ausschalter drücken und 5-10 km km joggen gehen hilft.
Tolle Aussage !!! Werde ich dann meiner Mutter sagen, die an eben diesem Syndrom vor 35 Jahren litt, nachdem sie und ich gemeinsam mitangesehen haben, wie mein Vater vor unseren Augen stirbt und das trotz sofort eingeleiteter lebensrettender Maßnahmen. Sie hätte einfach mal joggen gehen sollen. Ich vielleicht auch ...

Eines Tages, Monate nach dem Tod meines Vaters, kam meine Mutter von der Arbeit nach Hause und fühlte sich nicht gut. Sie verspürte Druck in der Brust und das Gefühl der Todesangst, das Infarktpatienten erleben. Sie hat sich mit letzter Kraft zu unserer Nachbarin geschleppt. Diese hat sofort den Notarzt kommen lassen.

Wäre sie gestorben, wäre ich an diesem Tag zur Vollwaise geworden. Ich kann mich an den EKG-Ausdruck von damals erinnern, der dagelassen wurde. Auf diesem Ausdruck waren zwei der Linien eine zeitlang fast gerade, zeigten kaum Aktivitäten.
Meine Mutter litt noch einige Jahre an unerklärbaren Herzproblemen. Ihr Herz ist jedoch gesund. Der Auslöser war der Tod meines Vaters.
Dabei hätte sie einfach nur ein wenig joggen gehen sollen ...
Sir Karl Raimund Popper, österreichisch-britischer Philosoph hat geschrieben:Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.
---
Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden.
Du tolerierst andere Meinungen definitiv nicht, ziehst sie oft ins Lächerliche, also warum sollen wir deine Meinung tolerieren? Toleranz basiert auf Gegenseitigkeit.

Patricia

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:27
von ExuserIn-2022-05-22
Alex keine Sorge. Meinen Gelenken geht"™s prächtig und sie entfalten die gewünschte Wirkung.
Gibt keinen Grund das zu ändern.

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:31
von ExuserIn-2022-05-22
Patricia_cgn hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 11:26
Alyssa hat geschrieben: Di 26. Okt 2021, 22:08 Ja wenn man alles an sich heran lässt oder sich für alle Katastrophen der Welt die durch die Medien gejagt werden verantwortlich fühlt wird man natürlich krank. Einfach mal den roten Ausschalter drücken und 5-10 km km joggen gehen hilft.
Tolle Aussage !!! Werde ich dann meiner Mutter sagen, die an eben diesem Syndrom vor 35 Jahren litt, nachdem sie und ich gemeinsam mitangesehen haben, wie mein Vater vor unseren Augen stirbt und das trotz sofort eingeleiteter lebensrettender Maßnahmen. Sie hätte einfach mal joggen gehen sollen. Ich vielleicht auch ...

Eines Tages, Monate nach dem Tod meines Vaters, kam meine Mutter von der Arbeit nach Hause und fühlte sich nicht gut. Sie verspürte Druck in der Brust und das Gefühl der Todesangst, das Infarktpatienten erleben. Sie hat sich mit letzter Kraft zu unserer Nachbarin geschleppt. Diese hat sofort den Notarzt kommen lassen.

Wäre sie gestorben, wäre ich an diesem Tag zur Vollwaise geworden. Ich kann mich an den EKG-Ausdruck von damals erinnern, der dagelassen wurde. Auf diesem Ausdruck waren zwei der Linien eine zeitlang fast gerade, zeigten kaum Aktivitäten.
Meine Mutter litt noch einige Jahre an unerklärbaren Herzproblemen. Ihr Herz ist jedoch gesund. Der Auslöser war der Tod meines Vaters.
Dabei hätte sie einfach nur ein wenig joggen gehen sollen ...
Sir Karl Raimund Popper, österreichisch-britischer Philosoph hat geschrieben:Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die uneingeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.
---
Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden.
Du tolerierst andere Meinungen definitiv nicht, ziehst sie oft ins Lächerliche, also warum sollen wir deine Meinung tolerieren? Toleranz basiert auf Gegenseitigkeit.

Patricia
Du verstehst überhaupt nicht was ich geschrieben habe . Schade. Ich geb"™s auf.
Übrigens hast du recht ich toleriere auch nur was mich toleriert und nicht blöd anmacht.

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:32
von Claudia_G
Danke Patricia, dass du im Kern deines Beitrages zum Wesentlichen dieses Thema zurück kommst.

Und ansonsten - don't feed the Troll - please.

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:35
von Anne-Mette
Ich habe das Thema verlinkt, weil es mich interessiert und weil es ganz gut zu einem anderen Beitrag Krank durch Trauer
passt.
Ich habe eigene Erfahrungen, aber auch mit anderen Menschen/Gruppen zu den Themen gearbeitet.
Die in den Beiträgen aufgeworfenen Fragen könnten irgendwie auch das Denken über Transsexualität erweitern, weil Betroffene verschiedentlich geäußert haben: "ich bin nicht transident, Ich bin transsexuell und es ist körperlich!
Vielleicht gibt es da Parallelen, einen "körperlichen Schmerz" zu empfinden(?)

Ich habe nicht damit gerechnet, dass so wenig soziale Kompetenz vorhanden ist und gleich die Ellenbogen ausgefahren werden, anstatt am Thema mitzuarbeiten - oder einfach mal die Klappe zu halten.

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:38
von ExuserIn-2023-01-07
Alyssa hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 07:27
Zum Thema: ja sicher wird man krank wenn man sich um jeden Scheiss auf der Welt kümmert. Ich ziehe mir doch nicht jeden Schuh an den irgendwer hinstellt. Das habe ich im Laufe des Lebens gelernt . Ein dickes Fell , etwas Nervenstärke und ein gesunder Egoismus sind im Leben unerlässlich. Wer das nicht hat sollte sich das zu legen sonst sitzt er nämlich ratzfatz beim Nervendokter auf der Couch. Der wird dann dafür sorgen das man lernt auch an sich zu denken! Problembewältigung!
Jeder wird im Laufe des Lebens die eine oder andere Krise bewältigen müssen aber da kommt man nur raus wenn man anfängt an sich zu denken!
Ich nenne es mal eine gesunde Leck mich am Arsch Mentalität. Gelernt in einem langen Berufsleben.
Wer das nicht kann sollte es unbedingt lernen!
Habe jetzt etwas hin und her überlegt, ob ich etwas ausführlicher antworte und habe mich dafür entschieden. Nicht weil ich glaube, Dich überzeugen zu können. Eher weil mir das Thema am Herzen liegt und ja auch noch Leute mitlesen, die offen sind für andere Sichtweisen.

Im Prinzip beschreibst Du ja sehr schön, warum Du nicht in derartige Krisen geraten könntest. Du hast Dir im Laufe des Lebens ein dickes Fell und Ellenbogen zugelegt. Du bist an Widerständen nicht zerbrochen sondern gewachsen. Das freut mich für Dich. Und das meine ich jetzt ernst. Das Problem liegt aber darin, dass Deine Sicht auf Mitmenschen von einem egozentrischen Bias geprägt ist. Du glaubst, dass Deine Biographie, Deine Bewältigungsstrategien auf andere einfach so übertragbar wären. Deshalb kommt die Botschaft an: "Stellt Euch nicht so an, hört auf zu jammern, geht joggen, benutzt Ellenbogen, alles gut." Das sind Botschaften, die Menschen mit psychischen Problemen (vor allem auch bei Depression) leider oft zu hören bekommen. "Reiß Dich mal zusammen, stell Dich nicht so an." Das ist aber nicht nur unempathisch, sondern auch aus fachlich psychologischer Sicht einfach falsch.

Denn durch diese nicht Anerkennung des individuellen Leids als Form einer psychischen Erkrankung stellst Du betroffene Personen als willensschwache Individuen dar, die sich nur nicht genug anstrengen. Ob ein Mensch mit krisenhaften Ereignissen klar kommt, ob er hilfreiche Bewältigungsstrategien entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab. Es gibt Dinge die uns eine gewisse Resilienz gegenüber psychischen Erkrankungen verleihen. Diese können genetischer Natur sein (Primärpersönlichkeit) aber auch in der individuellen Biographie (stützendes soziales Umfeld, Familie, Peergroup etc.) begründen sein. Und ebenso kann eine gewisse Vulnerabilität Veranlagung sein, ein Rucksack, den man mit auf die Welt gebracht hat. Sie kann aber auch Resultat ungünstiger, wiederholt krisenhafter, vielleicht sogar traumatischer Lebensereignisse sein.

Ich finde es gut, dass Du über genügend Widerständigkeit (Resilienz) verfügst, und sich die Verletzlichkeit (Vulnerabilität) in Grenzen zu halten scheint. Und Du so Deinen Weg aus eigener Kraft gehen kannst, ohne schwere psychische Erkrankungen entwickelt zu haben. Ich finde aber zugleich, dass dies Grund zur Dankbarkeit und nicht zur Überheblichkeit sein sollte. Denn ein nicht zu unterschätzender Anteil an dieser Fähigkeit ist Dir geschenkt: von Deinen Genen, von Erfahrungen mit Mitmenschen, die Dich in Deiner Durchsetzungsfähigkeit bestärkt haben etc. Dein Leben, Deine Geschichte.

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:41
von ExuserIn-2022-05-22
Tja Anne habe ich gestern versucht. Lies oben.
Was war die Folge? Lies weiter... Eine Beleidigung und Anmache ohne Grund.
Gibt Schuhe die ich mir ganz sicher nicht anziehe!

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 11:49
von Jasmine
Alyssa hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 11:23 Jasmin wenn das so einfach wäre. ............Wenn auf Anmerkungen nur abwiegeln, beschwichtigen oder ignorieren folgt ist es nur natürlich das irgendwann der Kragen platzt. Wer alles schluckt was ihm aufgedrückt wird bekommt irgendwann Schlafstörungen, Magenschmerzen oder Depressionen. ................
Ich begebe mich nicht in die Situation alles zu schlucken und lasse mir auch nichts aufdrücken. Die Zeiten sind vorbei, ich habe gelernt meine Ressourcen besser zu nutzen und sachlich mit Konflikten umzugehen. In Diskussionen gilt für mich das Gleiche. Mir ist auch ganz wichtig, das ich die Angelegenheiten eben nicht soweit an mich heranlasse, das ich Schaden nehme. Ich wurde früher genug verletzt und ich habe meinen Weg gefunden mit so einem Verhalten umzugehen. Mein Weg war aber auch kein leichter Weg.
Ich habe das Gefühl, das in diesen unsicheren Zeiten - Arbeitslosigkeit, politische Lage, Corona, usw. - viel zerbrochen ist. Viel Einsamkeit trägt ihre Früchte. Egoismus und Gleichgültigkeit sind Faktoren die in der Gesellschaft Schaden anrichten.
Liebe Grüße Jasmine

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 12:11
von ExuserIn-2022-05-22
Der erste inhaltliche gute Kommentar 👍🏻👍🏻👍🏻

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 12:27
von scheue_Sarah
Es gibt Krankheiten, die sind von außen sichtbar.
Es gibt Krankheiten, die werden durch Röntgen, CT, MRT,... sichtbar.
Es gibt Krankheiten der Seele, die sind niemals sichtbar, sondern werden meist durch Veränderungen der Persönlichkeit erfahrbar.

Ich kenne eine Familie, in der die Mutter verstarb. In der Folgezeit veränderte sich die Tochter (vorher gesunder Teenager) dermaßen, bis auch sie wenige Monate später nicht mehr lebte.
Kein körperliches Gebrechen nachweisbar, sie starb an Broken-Heart!

Mehr möchte ich dazu nicht schreiben
Sarah

Re: taz: Broken„Heart„Syndrom

Verfasst: Mi 27. Okt 2021, 14:26
von ExuserIn-2022-05-22
Juna33 hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 11:38
Alyssa hat geschrieben: Mi 27. Okt 2021, 07:27
Zum Thema: ja sicher wird man krank wenn man sich um jeden Scheiss auf der Welt kümmert. Ich ziehe mir doch nicht jeden Schuh an den irgendwer hinstellt. Das habe ich im Laufe des Lebens gelernt . Ein dickes Fell , etwas Nervenstärke und ein gesunder Egoismus sind im Leben unerlässlich. Wer das nicht hat sollte sich das zu legen sonst sitzt er nämlich ratzfatz beim Nervendokter auf der Couch. Der wird dann dafür sorgen das man lernt auch an sich zu denken! Problembewältigung!
Jeder wird im Laufe des Lebens die eine oder andere Krise bewältigen müssen aber da kommt man nur raus wenn man anfängt an sich zu denken!
Ich nenne es mal eine gesunde Leck mich am Arsch Mentalität. Gelernt in einem langen Berufsleben.
Wer das nicht kann sollte es unbedingt lernen!
Habe jetzt etwas hin und her überlegt, ob ich etwas ausführlicher antworte und habe mich dafür entschieden. Nicht weil ich glaube, Dich überzeugen zu können. Eher weil mir das Thema am Herzen liegt und ja auch noch Leute mitlesen, die offen sind für andere Sichtweisen.

Im Prinzip beschreibst Du ja sehr schön, warum Du nicht in derartige Krisen geraten könntest. Du hast Dir im Laufe des Lebens ein dickes Fell und Ellenbogen zugelegt. Du bist an Widerständen nicht zerbrochen sondern gewachsen. Das freut mich für Dich. Und das meine ich jetzt ernst. Das Problem liegt aber darin, dass Deine Sicht auf Mitmenschen von einem egozentrischen Bias geprägt ist. Du glaubst, dass Deine Biographie, Deine Bewältigungsstrategien auf andere einfach so übertragbar wären. Deshalb kommt die Botschaft an: "Stellt Euch nicht so an, hört auf zu jammern, geht joggen, benutzt Ellenbogen, alles gut." Das sind Botschaften, die Menschen mit psychischen Problemen (vor allem auch bei Depression) leider oft zu hören bekommen. "Reiß Dich mal zusammen, stell Dich nicht so an." Das ist aber nicht nur unempathisch, sondern auch aus fachlich psychologischer Sicht einfach falsch.

Denn durch diese nicht Anerkennung des individuellen Leids als Form einer psychischen Erkrankung stellst Du betroffene Personen als willensschwache Individuen dar, die sich nur nicht genug anstrengen. Ob ein Mensch mit krisenhaften Ereignissen klar kommt, ob er hilfreiche Bewältigungsstrategien entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab. Es gibt Dinge die uns eine gewisse Resilienz gegenüber psychischen Erkrankungen verleihen. Diese können genetischer Natur sein (Primärpersönlichkeit) aber auch in der individuellen Biographie (stützendes soziales Umfeld, Familie, Peergroup etc.) begründen sein. Und ebenso kann eine gewisse Vulnerabilität Veranlagung sein, ein Rucksack, den man mit auf die Welt gebracht hat. Sie kann aber auch Resultat ungünstiger, wiederholt krisenhafter, vielleicht sogar traumatischer Lebensereignisse sein.

Ich finde es gut, dass Du über genügend Widerständigkeit (Resilienz) verfügst, und sich die Verletzlichkeit (Vulnerabilität) in Grenzen zu halten scheint. Und Du so Deinen Weg aus eigener Kraft gehen kannst, ohne schwere psychische Erkrankungen entwickelt zu haben. Ich finde aber zugleich, dass dies Grund zur Dankbarkeit und nicht zur Überheblichkeit sein sollte. Denn ein nicht zu unterschätzender Anteil an dieser Fähigkeit ist Dir geschenkt: von Deinen Genen, von Erfahrungen mit Mitmenschen, die Dich in Deiner Durchsetzungsfähigkeit bestärkt haben etc. Dein Leben, Deine Geschichte.
Wieder eine typische Interpretation. Ich habe niemand als irgendwas hingestellt. Ich habe lediglich zum Ausdruck gebracht das es nie verkehrt sich selbst auch in Mittelpunkt zustellen anstatts ständig sich mit fremden Problemen zu beschäftigen und vor allem sich eine dicke Haut zuzulegen. Ich habe auch viele schwierige Zeiten erlebt. Wie jeder wohl. Eins habe ich gelernt mich nicht als Deppen behandeln zulassen und daran zuerkranken. Vorher nehme ich die sogenannten Ellbogen raus!
Ob das die Gene sind weiß ich nicht. Aber ich weiß das man das auch erlernen kann. Ich nenne es gesunden Egoismus.
Und ich bin auch überzeugt das Psychiater darin einen von mehreren Lösungsansätze sehen wenn es um Problembewältigung geht. Erst mal sich sehen und auch mal in den Mittelpunkt stellen.
Anders formuliert- meine Schultern reichen gerade für meine Probleme. Für andere ist kein Platz. Und daran richte ich mich aus.