Hallo Anke,
Um so schlimmer, denn scheinbar ist nichts dabei herausgekommen.
Nur halt, dass es zwei mal verhindert werden musste und konnte, dass unsäglich schlechte Entwürfe ins Parlament kommen und dort mit der Mehrheit der Regierungskoalition verabschiedet worden wären; zuletzt Anfang April 2021. Und vielleicht noch, dass die endgültige Ausgestaltung der Regelungen im -§45b PStG es wenigstens einer Reihe von Menschen erspart hat, sich den unwürdigen Prozeduren nach dem TSG zu unterziehen. Sonst allerdings nichts weltbewegendes.
Der weeeeeeeeeeeeit überwiegende Teil der CDU/CSU und das BMI sind schlicht nicht Willens, eine Reform des TSG anzugehen, der man von Seiten der Betroffenenverbände auch nur annähernd zustimmen könnte. Vielmehr wurde zuletzt versucht, das Thema vor event. kommenden Koalitionsverhandlungen so zu erledigen, dass man in den nächsten Jahren darauf verweisen könnte, dass Thema doch grad erst neu geregelt zu haben. Allerdings -der Entwurf dazu wurde ja veröffentlicht- ohne auch nur ansatzweise substanzielle Änderungen vorgenommen zu haben. Das ist die Situation in der wir sind. Es lässt sich anhand von Medienberichten oder Plenar- und Ausschussprotokollen öffentlich nachlesen; macht nur leider kaum jemand.
Dazu kommt, dass sich in den seeeehr mühsamen Aufbau von beidseitig respektierten Kontakten zu möglichen Alliierten bei den Konservativen im BT und in den Ministerien zu oft Leute aus der Comunity einmischen, deren Einlassungen -sagen wir mal- nicht hilfreich sind. Als prägnantes Beispiel mag eine Person aus der Comunity dienen, die sich -wie auch immer sie das geschafft hat- in ein wichtiges Gespräch zwischen Verbänden und BMJV 'reingequascht' hat. Sie erschien in Badelatschen und Strandkleid im Ministerium (ok, es war im Sommer), referierte in ihrem Redebeitrag in wirren Worten einen Zusammenhang zwischen Transfeindlichkeit und Kapitalismus und legte großen Wert auf Selfies mit Wichtig-Wichtig-Leuten. Das ist genau so tatsächlich passiert.
Man kann sowas natürlich machen, aber du wirst mir zustimmen, dass es nicht hilfreich ist, wenn in Ministerien der Eindruck entsteht, trans* Personen seien überdurchschnittlich verwirrt. Ich könnte mehrere Beispiel dafür bringen, wie nach aussen gegebene Infos zu Gesprächen mit MdBs o.Ä. folgende Gespräche mit diesen Leuten erschwert haben, weil die Gesprächspartner_innen zwischenzeitlich mit wütenden, kruden oder wunschzetteligen E-Mails aus der Comunity 'bearbeitet' wurden. Das macht keinen Spass und hat natürlich Auswirkungen auf den Informationsfluß.
Es geht ja nicht nur darum zu sprechen, sondern das auch so anzugehen, dass dabei etwas herauskommt.
Das sehe ich auch so. Es ist auch eigentlich gar nicht schwer. Es braucht nur die richtige Antwort auf eine recht einfache Frage: Wie bringt man, mit wenig personellen Resourcen und ohne großen öffentlichen Meinungsdruck, kreuzkonservative, am Thema überwiegend desinteressierte und durch das Abstimmungsergebnis zur Eheöffnung für Homosexuelle noch immer quasi traumatisierte Abgeordnete dazu, gesetzgeberisch etwas zu tun, wofür sie in ihren Wahlkreisen von ihren ebenso strukturierten Wähler_innen bestenfalls keinen Beifall bekommen?
Wenn es diese Antwort gibt, wird es ein Kinderspiel sein.
Trotzdem sage ich hier meine Meinung und formuliere Kritik
.
You're welcome.
Hab es gut
Marielle
PS: Ich hatte diesen Beitrag weitgehend geschrieben, bvor ich deinen letzten Beitrag geĺesen habe. Genau das, was du darin beschreibst, versuchen einige Leute. Auch im BVT*.