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Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Do 24. Dez 2020, 10:43
von ChristinaF
Ich finde, dass die Frage nicht leicht zu beantworten ist. Abgesehen von den bereits physischen Vorgängen während einer HRT (Mann zu Frau), die so oder so irreversible Tatsachen schafft, wirft sich die Frage nach den psychischen Wirkungen auf. Ich stelle es mir für eine Person, die diesen Weg einschlagen möchte, sehr sehr schwer vor. Dann weiter die Umwelt. Wie reagieren meine Mitmenschen? Und wie reagieren sie weiter, wenn die eingangs angestrebte Detransition möglicherweise wieder rückgängig gemacht werden will. Fragen über Fragen.
Liebe Grüße
Christina
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Do 24. Dez 2020, 10:56
von Anne-Mette
Moin,
das wirft mal wieder die Frage auf, ob es dann Frau oder Mann "sein muss" oder ob Leben als nichtbinärer Mensch besser und gesünder sein kann und dadurch auch eine mögliche "vollkommene Detransition" (soweit das möglich ist) zu vermeiden ist. Es ist nämlich die Frage, wenn es nach der Detransition immer noch nicht "das Richtige" ist, was dann?
Ich weiß, das wird nicht für viele/alle Menschen zutreffen; aber ein Leben in beiden Geschlechtern oder "zwischen den Geschlechtern" oder "in meinem eigenen Geschlecht" scheint durchaus positive Aspekte zu haben.
Gerade bei sehr jungen Menschen halte ich es für problematisch, sich oder sie auf ein Geschlecht festzulegen, ohne über Optionen nachzudenken.
Gruß
Anne-Mette
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Do 24. Dez 2020, 11:45
von Andrea aus Sachsen
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Elizabeth hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 23:45
@Andrea: Androcur: welche Dosis brauchst Du?
Ich nehme täglich 5mg, aber nur zyklisch (15 Tage Einnahme / 15 Tage Pause).
Elizabeth hat geschrieben: Mi 23. Dez 2020, 23:45
Auf Dauer macht frau sich natürlich Gedanken: will ich die Dinger noch?
Diese Frage kann ich für mich klar mit "nein" beantworten. Wenn da die Angst vor der OP nicht wäre, hätte sich die Sache für mich wohl längst erledigt.
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Do 24. Dez 2020, 12:01
von Jaddy
Ob genau Mann oder Frau oder eher eine persönliche Mischung zwischen oder ausserhalb hängt nicht nur von der eigenen Befindlichkeit ab. Es ist wie bei bi-, pan- und polysexuellen Menschen auch: Uneindeutigkeit wird von anderen häufig als "nur noch nicht entschieden" gewertet. "Du hast eben noch nicht d richtige gefunden", "du bist ja wahllos", "das gibts doch gar nicht", "aber du musst doch eine Vorzugsrichtung haben", "also eigentlich bist du aber doch..." und immer wieder der Versuch, dieses "eigentlich" aus Indizien zu schliessen: "das ist jetzt aber besonders {"hetero", "homo", "männlich", "weiblich", ...}".
Das macht es schon manchmal schwierig, mit der eigenen Art rauszukommen, das Unwohlsein und den Wunsch nach anderem Umgang zu äussern.
Ein besonderer Knackpunkt scheint die Entkopplung von Körper und Gender zu sein. Hauptsächlich für binäre Menschen, aber unter Enbys selbst auch. Wir sind unglaublich tiefsitzend konditioniert, mit Körper und Präsentation genau zwei Gender zu verknüpfen. Nur bestimmte Features ändern zu wollen - Bart? Name? Brust? Anrede? Genital? - ohne gleich das ganze Paket zu nehmen, nicht "ganz Mann/Frau werden" zu wollen, ist für sehr viele Menschen quasi undenkbar. Wieder das Beispiel Nele und der Beitrag der butch dyke letztens, die nach der krebsbedingten Mastektomie ganz bestimmt keine Rekonstruktion haben wollte.
Einige hier kennen es als passing problem. Die bei anderen merkbare Irritation während der Transition oder wenn bestimmte Änderungen nicht so erfolgreich sind. Es ist noch einmal "anders kompliziert", wenn ein selbst mit sich zufrieden ist, nur ständig erklären muss/soll, dass das so gewollt ist und ein nicht "eigentlich" eines der binären Körper/Erscheinungsklischees anstrebt.
Eigentlich... kann ich das Enby-sein nicht empfehlen. Wenn du binär gelesen wirst, gehst du unter, wirst misgendert und nicht wahr- oder ernst genommen. Wenn du uneindeutig gelesen wirst, bist du Freak, fällst immer auf, bietest die maximale Zielscheibe, bist quasi immer die eigene Mini-Demo und unter ständiger Beobachtung. Aber es ist eben wie bei jeder Form von trans-ness: Ab einem gewissen Punkt geht es nicht anders.
Folgerung: Nicht trans sein ist das Problem, sondern der Konflikt mit der cis Welt. Enbys haben nur das zusätzliche Problem, wie bisexuelle in queer spaces, sich auch innerhalb der trans Community gegen die binären Erwartungen wehren zu müssen.
Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Fr 1. Jan 2021, 18:09
von ExuserIn-2022-03-18
Andrea aus Sachsen hat geschrieben: Do 24. Dez 2020, 11:45
Diese Frage kann ich für mich klar mit "nein" beantworten. Wenn da die Angst vor der OP nicht wäre, hätte sich die Sache für mich wohl längst erledigt.
Hallo Andrea, du kannst auch erstmal nur die Orchiektomie machen lassen. Das ist im Vergleich zur GaOP ein vergleichsweise sehr kleiner Eingriff.
Ich hab mir die Dinger 2018 beim Dr. Liedl wegmachen.
War nur eine Nacht im Krankenhaus. Aber wenn du sehr schmerzempfindlich bist, ist es auch nicht sooo ohne

Nur die Skrotumhaut solltest du auf jeden Falldran lassen für eine eventuelle spätere große GaOP, da du ansonsten Hauttransplantationen brauchst, da ja zum Teil die Schamlippen draus gemacht werden.
Vom Aussehem her ändert sich zwar nicht allzuviel, aber war ein besseres Körpergefühl und hat mir die Entscheidung erleichtert, ein Jahr später dann doch die große OP machen zu lassen.
Aber das ist nur meine persönliche Geschichte dazu.
LG Alexandra

Re: Medizinische Details (Subforum Detransition)
Verfasst: Mo 25. Okt 2021, 19:17
von ExuserIn-2021-11-20
-Alexandra- hat geschrieben: Fr 1. Jan 2021, 18:09
ch hab mir die Dinger 2018 beim Dr. Liedl wegmachen.
Hallo Alexandra, mich würde an dieser Stelle interessieren wie es Dir mit der Orchiektomie heute geht gerne auch als PN. Testosteron ist ja nicht nur als sexual Hormon aktiv sondern, soweit ich weiß, hat es auch mit der Regeneration und dem Imunsystem Verbindungen, kannst Du da was zu berichten?
Wär ganz lieb von Dir
Grüsse
Stefanie
[Beitrag editiert: Autorin des Zitates korrigiert]