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Re: Ich verstehe etwas nicht

Verfasst: Do 3. Dez 2020, 10:48
von Luna
Hallo zusammen,
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 2. Dez 2020, 10:42 was ich sehr schlimm finde: es artet immer wieder aus und es entstehen persönliche Herabsetzungen und Beschimpfungen aus dem Übel-Kübel.
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 2. Dez 2020, 10:42 Warum helfen meine Bitten um Zurückhaltung und Respekt nicht?
Muss denn wirklich alles reglementiert werden?
... also ich versteh' es auch nicht. Nach meinem Zwangsouting 2018 war dieses Forum quasi mein Rettungsanker, der nahezu einzige Raum, wo ich Informationen bekam, Erfahrungsberichte lesen und mitdiskutieren konnte. Als Sahnehäubchen gibt's noch Wohlfühl-, Spaß-, Musik- und Modethreads - einfach perfekt. Ich weiß nicht wie ich damals mit meiner Situation umgegangen wäre oder umgehen hätte sollen, wenn es dieses Forum (und die Seite von Jula Böge) nicht gegeben hätte. In der ersten Hälfte dieses Jahres schlitterte ich immer weiter in eine Lebens- und dann auch Ehekrise (über deren überaus positives Ende ich in einem eigenen Thema berichten werde), allerdings mit dem Unterschied zu 2018, dass ich das Forum nicht mehr als Rettungsanker empfand. Eine scheinbar alles überschattende, heftig und nach meinem Empfinden teils stillos und herabwürdigend geführte Corona-Debatte, aber auch der Diskussionsstil bei anderen Themen führten dazu, dass ich irgendwie nach dem Anklicken der ersten ein, zwei Threads nicht mehr weiterlesen wollte und das Gefühl bekam, dies sei nicht (mehr) die Community, an die ich mich wenden könnte (was natürlich Blödsinn ist, aber so empfand ich es). Gott sei Dank hab ich hier allerdings eine mir inzwischen sehr wichtig und lieb gewordene Freundin gefunden ( (ki) L.), mit der ich mich sehr intensiv und offen über PN austauschen konnte.

Natürlich ist nirgends alles eitel Wonne, Sonnenschein. Wo Menschen aufeinander treffen, gibt es unterschiedliche Standpunkte, gegensätzliche Argumente und (manchmal) emotional geführte Diskussionen. Aber gerade in einer Community, die - so heterogen sie sein mag - mit Ausgrenzung und Diskriminierung zu kämpfen hat, die von der Gesellschaft mehr Toleranz, Akzeptanz und Empathie erwartet, würde ich mir etwas mehr Respekt für andere Menschen im Allgemeinen und die Mitdiskutierenden im Besonderen erwarten. Ist das Selbstwertgefühl mancher wirklich schon so gering, dass es nicht mehr möglich ist zu sagen: "Dieses Argument hat was, das ist eine Überlegung wert, da muss ich mal drüber nachdenken...". Oder ist das Ego so dermaßen groß, dass man sich sicher ist, die einzig richtige Meinung zu vertreten und diese - getragen von einem gehörig Maß an Sendungsbewusstsein - der ganzen Welt auf's Auge drücken zu müssen? Ich kann nur aus meinen beruflichen Erfahrungen heraus sagen, dass die Besten meiner Zunft (Juristen) gerade die Diskussion mit jenen Kollegen suchen, die geradezu diametral gegensätzliche Meinungen vertreten. Was gibt es Befruchtenderes als einen von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung getragenen Austausch von Argumenten, was bringt einen persönlich weiter, als die Auseinandersetzung mit Argumenten, die der eigenen Ansicht zuwider laufen?

Ich gehe mal davon aus, dass die meisten hier in den "explosiven" Themengebieten (sei es nun Medizin, insb. Epidemiologie, aber auch Genderwissenschaften etc.) de facto Laien sind, nichts desto weniger aber (vielfach als Betroffene) über einen reichen und wertvollen Erfahrungsschatz verfügen. Umso schöner ist es, wenn man andere an diesem Erfahrungsschatz teilhaben lässt, Informationen, die man sich mühsam erworben oder leidvoll erfahren hat, weitergibt und so anderen eine wertvolle Hilfe ist. Aber sind deshalb die eigenen Erfahrungen wertvoller, valider oder allgemeingültiger als die Erfahrungen Anderer? Müssen sie immer die einzig richtigen sein und zu untergriffigen und herabwürdigenden Posts führen, wenn jemand anderer diese Erfahrungen als für sich selbst nicht passend oder gültig ansieht? Kann man nicht auch mal die Meinung des Gegenüber einfach stehen lassen wie sie ist?

Ich würde mir wirklich etwas mehr Respekt, einen vorsichtigeren Umgang miteinander und konstruktive Diskussionen wünschen, damit dieses Forum weiterhin jener Rettungsanker, jene Informationsquelle und jener Freiraum sein kann, der es für mich als Betroffene und bisweilen Hilfesuchende war (und ist). Das hätten sich alle hier und insbesondere Anne-Mette, die uns diesen Raum (dankenswerter Weise) zur Verfügung stellt, verdient.

Alles Liebe
Luna

Re: Ich verstehe etwas nicht

Verfasst: Do 3. Dez 2020, 11:00
von Engelchen
Luna hat geschrieben: Do 3. Dez 2020, 10:48 Ich würde mir wirklich etwas mehr Respekt, einen vorsichtigeren Umgang miteinander und konstruktive Diskussionen wünschen, damit dieses Forum weiterhin jener Rettungsanker, jene Informationsquelle und jener Freiraum sein kann, der es für mich als Betroffene und bisweilen Hilfesuchende war (und ist). Das hätten sich alle hier und insbesondere Anne-Mette, die uns diesen Raum (dankenswerter Weise) zur Verfügung stellt, verdient.

Alles Liebe
Luna
Dem ist nichts hinzuzufügen....
Dieses Forum war und ist mein sicherer Hafen...
Ich möchte ihn wieder so zurück wie ich damals eingefahren bin....

Liebe Grüße

Lisa


Re: Ich verstehe etwas nicht

Verfasst: Do 3. Dez 2020, 11:12
von Jasmine
Luna hat geschrieben: Do 3. Dez 2020, 10:48 .........
Ich würde mir wirklich etwas mehr Respekt, einen vorsichtigeren Umgang miteinander und konstruktive Diskussionen wünschen, damit dieses Forum weiterhin jener Rettungsanker, jene Informationsquelle und jener Freiraum sein kann, der es für mich als Betroffene und bisweilen Hilfesuchende war (und ist). Das hätten sich alle hier und insbesondere Anne-Mette, die uns diesen Raum (dankenswerter Weise) zur Verfügung stellt, verdient..........
Liebe Luna, du hast mir die Worte aus dem Mund genommen.

Gerade jetzt in der vorweihnachtlichen Zeit die meine Menalee und ich sehr genießen, ist uns Frieden und Besinnlichkeit ganz wichtig. Vielleicht liegt es auch an der Zeit (Corona, Einsamkeit oder etwas anderem) das es im Moment etwas schwierig ist. Aber ich werde mich bemühen und meine Worte angemessen wählen.

Liebe Grüße Jasmine

Re: Ich verstehe etwas nicht

Verfasst: Do 3. Dez 2020, 13:28
von Simon(e)
Hallo zusammen,

Traurig, was hier zur Zeit für Diskussionen stattfinden!!!!
Ich sehe zur Zeit keinen wahren Sinn mehr und habe mich stark zurück gezogen!!!!
Ich habe mich hier mal sehr wohlgefühlt, aber das ganze Gehetze ist teilweise sehr anstrengend und echt ätzend!!!!
SCHADE!!!!!!

Ich wünsche euch trotzdem alles Gute, bleibt gesund und passt auf euch auf!!!!


Liebe Grüße
Simon(e)

Re: Ich verstehe etwas nicht

Verfasst: Do 3. Dez 2020, 15:23
von sbsr
Ich lese nur das, was meines Erachtens lesenswert ist. Dabei fällt so einiges durchs Raster, aber so macht's wenigstens noch Spaß dabei zu sein.

Das folgende soll keine Kritik an Anne-Mette sein !!! Ich war früher mal drei Jahre lang als Moderatorin (ich habe mich damals schon als Mädel ausgegeben :D) in einem relativ großen Forum tätig, da waren wir verstärkt dahinter, dass das Thema beim Thema bleibt. Mancher mag jetzt sagen, das wäre Zensur, ja wenn notwendig war es das teilweise, und es ist auch schwierig ein gutes Maß zwischen Diskussion und und entartetem Geschreibe zu finden. Meistens hat der Hinweis "zurück zum Thema" geholfen. Mit härteren Maßnahmen vergrault man leicht User, die sich patou im Recht fühlen, was natürlich auch nicht gewollt ist. Letzten Endes war das Forum aber so beliebt, weil eben gezielt auf vernünftige Beiträge geachtet wurde.

Gerade im Hinblick auf die derzeitige Gesellschaftliche Situation habe ich den Glauben an die Einsicht und Vernunft verloren. Deshalb täte es meiner Meinung nach öfters gut, nachdrücklich Einhalt zu fordern. Dazu braucht es nicht unbedingt einen Moderator, das kann auch der Themenersteller machen.

Ganz persönlich habe ich dem Forum und Euch allen sehr sehr viel zu verdanken, ich möchte nicht daran denken was passieren hätte können. Als Gruppe sind wir in der Lage, uns gegenseitig, Neulingen am Anfang ihres Weges oder in der Findungsphase, PartnerInnen und Beteiligten zu helfen, mit einem schwierigen Thema umzugehen. Mit langjähriger Erfahrung, neuen Erfahrungen, mit Zuspruch oder einfach nur zuhören. Endlose Streitereien, wo am Ende sowieso niemand Recht haben kann, aber Hauptsache man schreit am lautesten, bringen weder uns weiter, noch ist es ein Anreiz für diejenigen ins Forum zu kommen, die vielleicht dringend Hilfe nötig hätten. Das soll nicht heißen, das nicht kontrovers diskutiert werden darf, aber dann vielleicht in eigenen Themen mit entsprechender Warnung im Titel und in angemessenem Ton.