Re: Ich verstehe etwas nicht
Verfasst: Do 3. Dez 2020, 10:48
Hallo zusammen,
L.), mit der ich mich sehr intensiv und offen über PN austauschen konnte.
Natürlich ist nirgends alles eitel Wonne, Sonnenschein. Wo Menschen aufeinander treffen, gibt es unterschiedliche Standpunkte, gegensätzliche Argumente und (manchmal) emotional geführte Diskussionen. Aber gerade in einer Community, die - so heterogen sie sein mag - mit Ausgrenzung und Diskriminierung zu kämpfen hat, die von der Gesellschaft mehr Toleranz, Akzeptanz und Empathie erwartet, würde ich mir etwas mehr Respekt für andere Menschen im Allgemeinen und die Mitdiskutierenden im Besonderen erwarten. Ist das Selbstwertgefühl mancher wirklich schon so gering, dass es nicht mehr möglich ist zu sagen: "Dieses Argument hat was, das ist eine Überlegung wert, da muss ich mal drüber nachdenken...". Oder ist das Ego so dermaßen groß, dass man sich sicher ist, die einzig richtige Meinung zu vertreten und diese - getragen von einem gehörig Maß an Sendungsbewusstsein - der ganzen Welt auf's Auge drücken zu müssen? Ich kann nur aus meinen beruflichen Erfahrungen heraus sagen, dass die Besten meiner Zunft (Juristen) gerade die Diskussion mit jenen Kollegen suchen, die geradezu diametral gegensätzliche Meinungen vertreten. Was gibt es Befruchtenderes als einen von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung getragenen Austausch von Argumenten, was bringt einen persönlich weiter, als die Auseinandersetzung mit Argumenten, die der eigenen Ansicht zuwider laufen?
Ich gehe mal davon aus, dass die meisten hier in den "explosiven" Themengebieten (sei es nun Medizin, insb. Epidemiologie, aber auch Genderwissenschaften etc.) de facto Laien sind, nichts desto weniger aber (vielfach als Betroffene) über einen reichen und wertvollen Erfahrungsschatz verfügen. Umso schöner ist es, wenn man andere an diesem Erfahrungsschatz teilhaben lässt, Informationen, die man sich mühsam erworben oder leidvoll erfahren hat, weitergibt und so anderen eine wertvolle Hilfe ist. Aber sind deshalb die eigenen Erfahrungen wertvoller, valider oder allgemeingültiger als die Erfahrungen Anderer? Müssen sie immer die einzig richtigen sein und zu untergriffigen und herabwürdigenden Posts führen, wenn jemand anderer diese Erfahrungen als für sich selbst nicht passend oder gültig ansieht? Kann man nicht auch mal die Meinung des Gegenüber einfach stehen lassen wie sie ist?
Ich würde mir wirklich etwas mehr Respekt, einen vorsichtigeren Umgang miteinander und konstruktive Diskussionen wünschen, damit dieses Forum weiterhin jener Rettungsanker, jene Informationsquelle und jener Freiraum sein kann, der es für mich als Betroffene und bisweilen Hilfesuchende war (und ist). Das hätten sich alle hier und insbesondere Anne-Mette, die uns diesen Raum (dankenswerter Weise) zur Verfügung stellt, verdient.
Alles Liebe
Luna
Anne-Mette hat geschrieben: Mi 2. Dez 2020, 10:42 was ich sehr schlimm finde: es artet immer wieder aus und es entstehen persönliche Herabsetzungen und Beschimpfungen aus dem Übel-Kübel.
... also ich versteh' es auch nicht. Nach meinem Zwangsouting 2018 war dieses Forum quasi mein Rettungsanker, der nahezu einzige Raum, wo ich Informationen bekam, Erfahrungsberichte lesen und mitdiskutieren konnte. Als Sahnehäubchen gibt's noch Wohlfühl-, Spaß-, Musik- und Modethreads - einfach perfekt. Ich weiß nicht wie ich damals mit meiner Situation umgegangen wäre oder umgehen hätte sollen, wenn es dieses Forum (und die Seite von Jula Böge) nicht gegeben hätte. In der ersten Hälfte dieses Jahres schlitterte ich immer weiter in eine Lebens- und dann auch Ehekrise (über deren überaus positives Ende ich in einem eigenen Thema berichten werde), allerdings mit dem Unterschied zu 2018, dass ich das Forum nicht mehr als Rettungsanker empfand. Eine scheinbar alles überschattende, heftig und nach meinem Empfinden teils stillos und herabwürdigend geführte Corona-Debatte, aber auch der Diskussionsstil bei anderen Themen führten dazu, dass ich irgendwie nach dem Anklicken der ersten ein, zwei Threads nicht mehr weiterlesen wollte und das Gefühl bekam, dies sei nicht (mehr) die Community, an die ich mich wenden könnte (was natürlich Blödsinn ist, aber so empfand ich es). Gott sei Dank hab ich hier allerdings eine mir inzwischen sehr wichtig und lieb gewordene Freundin gefunden (Anne-Mette hat geschrieben: Mi 2. Dez 2020, 10:42 Warum helfen meine Bitten um Zurückhaltung und Respekt nicht?
Muss denn wirklich alles reglementiert werden?
Natürlich ist nirgends alles eitel Wonne, Sonnenschein. Wo Menschen aufeinander treffen, gibt es unterschiedliche Standpunkte, gegensätzliche Argumente und (manchmal) emotional geführte Diskussionen. Aber gerade in einer Community, die - so heterogen sie sein mag - mit Ausgrenzung und Diskriminierung zu kämpfen hat, die von der Gesellschaft mehr Toleranz, Akzeptanz und Empathie erwartet, würde ich mir etwas mehr Respekt für andere Menschen im Allgemeinen und die Mitdiskutierenden im Besonderen erwarten. Ist das Selbstwertgefühl mancher wirklich schon so gering, dass es nicht mehr möglich ist zu sagen: "Dieses Argument hat was, das ist eine Überlegung wert, da muss ich mal drüber nachdenken...". Oder ist das Ego so dermaßen groß, dass man sich sicher ist, die einzig richtige Meinung zu vertreten und diese - getragen von einem gehörig Maß an Sendungsbewusstsein - der ganzen Welt auf's Auge drücken zu müssen? Ich kann nur aus meinen beruflichen Erfahrungen heraus sagen, dass die Besten meiner Zunft (Juristen) gerade die Diskussion mit jenen Kollegen suchen, die geradezu diametral gegensätzliche Meinungen vertreten. Was gibt es Befruchtenderes als einen von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung getragenen Austausch von Argumenten, was bringt einen persönlich weiter, als die Auseinandersetzung mit Argumenten, die der eigenen Ansicht zuwider laufen?
Ich gehe mal davon aus, dass die meisten hier in den "explosiven" Themengebieten (sei es nun Medizin, insb. Epidemiologie, aber auch Genderwissenschaften etc.) de facto Laien sind, nichts desto weniger aber (vielfach als Betroffene) über einen reichen und wertvollen Erfahrungsschatz verfügen. Umso schöner ist es, wenn man andere an diesem Erfahrungsschatz teilhaben lässt, Informationen, die man sich mühsam erworben oder leidvoll erfahren hat, weitergibt und so anderen eine wertvolle Hilfe ist. Aber sind deshalb die eigenen Erfahrungen wertvoller, valider oder allgemeingültiger als die Erfahrungen Anderer? Müssen sie immer die einzig richtigen sein und zu untergriffigen und herabwürdigenden Posts führen, wenn jemand anderer diese Erfahrungen als für sich selbst nicht passend oder gültig ansieht? Kann man nicht auch mal die Meinung des Gegenüber einfach stehen lassen wie sie ist?
Ich würde mir wirklich etwas mehr Respekt, einen vorsichtigeren Umgang miteinander und konstruktive Diskussionen wünschen, damit dieses Forum weiterhin jener Rettungsanker, jene Informationsquelle und jener Freiraum sein kann, der es für mich als Betroffene und bisweilen Hilfesuchende war (und ist). Das hätten sich alle hier und insbesondere Anne-Mette, die uns diesen Raum (dankenswerter Weise) zur Verfügung stellt, verdient.
Alles Liebe
Luna