Steffi-BLN hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 12:38
Ich bin viel glücklicher, dass sagen mir auch meine Mitschüler und fragen mich was denn mit mir los sei, da ich immer so gut drauf bin. Daraufhin sage ich nur dass ich seit ein paar Wochen endlich die richtigen Medikamente bekomme. In der Schule wissen eigentlich alle Bescheid. Aber ist auch klar, wenn ein biologischer Mann immer weiblicher wird und nur mit den Mädels immer zusammen ist. Sich über Make Up mit ihnen unterhalten tut usw. Aber mit geht es einfach nur gut dabei
Ich finde es super, dass du schon so früh die richtigen Weichen für dich stellen kannst! Dein Umfeld in der Schule scheint nicht das schlechteste zu sein, sodass es recht entspannt nach 'leben und leben lassen' klingt. Die Transition in einer toleranten Umgebung anzufangen, ist eine gute Voraussetzung, dass sich alle Veränderungen optimal auswirken, denke ich.
Du wirst es schaffen und trotz 'trans' ein normales Leben führen können, denn du hast dein Leben noch fast komplett vor dir. Wenn du schon den Schulabschluss als "offizielles Mädchen" bekommst, erspart dir das viel Theater in der Zukunft. Je weniger jetzt noch schriftlich unter deinem Jungennamen in die Welt gesetzt wird, desto besser ist es.
Jetzt klinge ich schon wie eine alte Schachtel - na, bin ich ja auch so gut wie (lach). Trotzdem heule ich nicht den verlorenen Jahrzehnten hinterher, sondern freue mich, wenn junge Menschen wie du es besser - sprich früher - machen können. Das ist eine großartige Chance.
Steffi-BLN hat geschrieben: Sa 23. Feb 2019, 12:38
Und jetzt seit 2 Tagen etwa, merke ich Veränderungen in der Brust. Speziell die Brustwarzen tun ein bisschen weh. Auch habe ich das Gefühl, dass am Warzenhof sich etwas tut. Ist etwas breiter geworden und er steht etwas vor, wird also dicker.
Das ging bei mir erstmals nach 3 Wochen HET los. Die Wachstumsphasen dauern bei mir so 6 bis 8 Monate, dann kommt ein Monat Pause und es fängt wieder an. Anscheinend führt das langsame stetige Wachsen zu einer schönen natürlichen Form. Anfangs hatte ich Sorge, es würde wie ein ekliger 'Männerbusen' aussehen - zum Glück nicht! Vom Körperlichen her finde ich das Brustwachstum am schönsten. Ich könnte mir nicht vorstellen, meine Brüste aufschneiden und mich zur Sondermülldeponie machen zu lassen, nur um etwas an Größe zu gewinnen.
Steffi-BLN hat geschrieben: Fr 15. Mär 2019, 22:03
Habe heute meine Blutwerte bekommen und die Werte sind im normalen weiblichen Bereich angekommen

Mir wurde 8 Stunden nachdem ich mich eingegelt habe, Blut abgenommen. Also sind die Werte echt zufriedenstellend.
Da ist noch viel Entwicklungspotential drin, aber du stehst ja quasi am Anfang. Das erste Jahr HET hatte mir auch jede Menge Schmetterlinge und fast alles, was
pink war, beschert ... Vor allem aufgrund meines Alters lief das nicht ganz ohne Peinlichkeiten ab, aber in der Pubertät in gewisse Fettnäpfchen zu treten, halte ich für unvermeidbar.
Besonders intensiv war mein Testosturz auf unter 0,25 ng/ml innerhalb von 3 Monaten, der nach dem ersten Jahr HET eintrat. Ich fühlte mich regelrecht entgiftet und der kleine Bartschatten über der Oberlippe verschwand. Was überhaupt noch nachwächst, lässt sich regelrecht nachzählen.
Die HET ist eine Wundertüte und von wahnsinnig vielen Komponenten abhängig, aber wer jung anfängt, sollte m.E. bessere Voraussetzungen haben, weil der Körper noch anpassungsfähiger und im Auf- statt im Abbau begriffen ist.
Steffi-BLN hat geschrieben: Fr 15. Mär 2019, 22:03
Ja, speziell was die Gedanken angeht. Ich möchte inzwischen am liebsten keine Unisex Pullover mehr tragen. Fühle mich in denen jetzt auch schon extrem unwohl. Heißt, wieder shoppen gehen.
Oh ja, diese fürchterliche Ungeduld. Nun, da bin ich mit meiner Turbogeschwindigkeit in Sachen Transition die Falsche, Geduld anzumahnen ... Wenn es sich für dich richtig anfühlt, dann mach es. Das Versteckspiel ist ohnehin beendet. Diese ganze Unisex-Schiene fuhr ich 9 Monate lang vor meinem Coming-Out, als ich noch Doppelleben führen musste. Ich weiß, wie fürchterlich das nervt. Danach kamen erstmal Damenjeans dran, die ersten Shirts mit etwas verschämter Spitze, später mit kleinen Volants, Pumps mit 5cm Absatz.
Auf keinen Fall hätte ich gleich am Anfang im Business-Bombshell-Kleid aufschlagen können, mal abgesehen davon, dass ich weder körperlich noch mental bereit dafür war, meine Umgebung sowieso nicht.
Obwohl zwischen Stretchjeans und bürotauglichem Vintage-Kostüm bei mir nur ein Jahr lag, hab ich dennoch viele kleine Schritte gemacht, wenn auch in hohem Tempo. Bei mir hatte die körperliche Entwicklung und meine "gesellschaftliche" Akzeptanz als Frau bestimmt, wie ich meine Outfits entwickelte. "Lange" fühlte ich mich unwohl im Rock, also hab ich keinen angezogen. Die Zeit kommt, wenn sie reif ist. Und das fühlst du, wenn du in dich reinhörst und registrierst, wie dich deine Umwelt wahrnimmt. Ich war nie eine Freundin davon, mit Scheuklappen und 'Denkt was ihr wollt'-Mentalität durch die Welt zu stampfen.
Fühlst du dich wohl, strahlst du das aus und bist authentisch - und alles war richtig. Wenn es nicht so ist, startest du später einen neuen Versuch. Kein Beinbruch.
Steffi-BLN hat geschrieben: Fr 15. Mär 2019, 22:03
Ich möchte auch, wenn ich denn ab nächste Woche Steffi sein darf in der Schule(Dienstag spreche ich mit der Chefin), einen Push Up BH tragen mit so kleinen Silikon Einlagen von H&M. Also nicht diese Vollprothesen.
Ich hoffe dass ich mich das traue. Weil das ist ja auch wieder ein riesengroßer Schritt.
Klar, wenn du das möchtest - mach es. Du bist ein Mädchen und nichts ist normaler, als einen BH zu tragen!
Ich hatte es nach dem vollständigen Outing nur eine Woche ohne BH ausgehalten. Die Spaghettiträger-Tops drunter waren auch nicht schlecht, aber ich fühlte mich unwohl, unvollständig - ja irgendwie 'schlampig'. Weil ich weder etwas mit Silikon noch sonstigen Prothesen haben wollte, war die Suche nach dem passenden BH sehr schwer. Keinesfalls wollte ich mich 'ausstopfen' und von der Männermaskerade, die nun beendet war, in etwas neues 'Unechtes' stolpern. Schließlich fand ich ein sehr süßes Modell mit kleinen herausnehmbaren Kissen. Das ließ ich gelten, denn Biofrauen nutzen dieselbe Technik und von 'Ausstopfen' kann bei der geringen Dicke und Größe der Kisschen nicht die Rede sein. Damit hatte ich von Anfang an ein schönes, natürliches Dekolleté. Und das Beste: Selbst jetzt bei deutlich gewachsenen Brüsten passen die BH's noch immer, nur dass sie eben mehr ausgefüllt sind. Falls du Interesse hast, schicke ich dir den Produktlink gerne per PN.
Steffi-BLN hat geschrieben: Fr 15. Mär 2019, 22:03
Dann traue ich mich auch immer mehr was Make up betrifft. Seit 1 Woche ist zu dem Concealer, BB Cream noch der Mascara dazugekommen. Ich bin so glücklich im Moment.
Noch mehr Wert als auf Make-up würde ich auf die Pflege legen. Du hast jetzt eine junge glatte Haut - und das soll noch laaaange so bleiben. Da stellt tägliches Make-up schon eine gewisse Gefahr dar, wenn was falsch gemacht wird. Auch Concealer, BB-Cream und Mascara wollen gründlich und restlos entfernt werden! Verstopfte Poren und gebrochene Wimpern sind nicht erstrebenswert. Nimmst du eine ordentliche porentiefe Hautreinigung und wirksames De-Make-up? Hast du eine Nachtcreme und eine gute Tagescreme als Make-up-Grundlage?
Ich hatte riesiges Glück, dass ich mich schon als damaliger Kerl intensiv gepflegt habe, ohne zu wissen, Frau zu sein. Es waren einfach Angst und Abscheu, so auszusehen wie die anderen Männer, was mir nie passierte. Heute profitiere ich davon und kann mein Damen-Pflegeritual darauf aufbauen. Es schmeichelt schon, im Alter mindestens 10 Jahre jünger geschätzt zu werden.
Ansonsten richtet sich das Make-up nach den Erfordernissen. Willst du Bartschatten abdecken, Fältchen kaschieren oder einfach nur deinen Teint verschönern?
Steffi-BLN hat geschrieben: Fr 15. Mär 2019, 22:03
Die Haut wird wohl auch etwas feiner, weicher. Aber bin mir nicht sicher ob das nun von den Hormonen schon kommt, oder vom Microneedling.
Hilfe, warst du das mit dem Perforieren der Epidermis? Brrrr... Es gibt so viele andere Möglichkeiten, der Haut Hyaloron zukommen zu lassen. Sollen sich die Stars zerlöchern lassen, ich mach's nicht. Und hast du das wirklich nötig?
Ja, die Haut wurde bei mir weicher und feinporiger. Aber auch das ist ein
Prozess, der meinetwegen nie zu enden braucht. Auch die Fettverteilung und sogar der Knochenbau änderten sich drastisch. Oder wie sollte ich mir erklären, als ehemalige Männergröße 50 jetzt in Damengröße 42 zu passen? Allein durch Abnehmen geht das m.E. nicht, denn ich hatte keine Muskel- oder Fettpakete auf den Schultern. Die müssen demnach deutlich schmaler geworden sein. Und weil die Hüftverbreiterung soooo lange dauert (Ungeduld!), finde ich im Gegenzug die Schulterverschmälerung sehr begrüßenswert.
Ich wünsche dir jedenfalls alles Glück der Welt für deinen Weg

und werde dein Hormontagebuch weiter mit Interesse verfolgen!
LG
Diva
