Seite 2 von 3

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Do 18. Jan 2018, 10:51
von Brigitta
Hallo zusammen,
)))(:
zwar hat Tessa schon viele Möglichkeiten aus ihrer Sicht beschrieben, doch lassen sie diese natürlich variieren. Zum Beispiel ...
... kommen nur die Zeiten in Frage in denen ich "auswärts" arbeite ...

geht natürlich auch, wenn man nicht zum Arbeiten außer Haus ist sondern zu privaten Anlässen bzw. Beschäftigungen.
Bei mir sind es private Reisen, die ich häufig und seit Jahren schon immer ohne meine Partnerin unternehme.
Ebenso kommen Wochenendreisen zu Aus- oder Fortbildungszwecken in Frage ...
Wie von Tessa bestätigt, ist dann auch keine Luxus-Suite erforderlich; es reicht ein mittelgroßes Hotelzimmer,
welches je nach Reiseziel schon deutlich unter 100,- €/Nacht zu haben ist. Wichtig ist nur, dass genug Platz ist,
um sich mit den Outfits auszubreiten und evtl. auch eine Kamera aufzustellen, um schönen "Selfies" zu bekommen.
Schließlich bietet ein Hotelaufenthalt in der Ferne auch die Möglichkeit en femme "nach draußen" zu gehen,
was in der Ferne sicher entspannter geht als in vertrauter Umgebung (ggf. Angst vor Nachbarn, Bekannten ...)
:D
Dies nur als weiterer Denkanstoß ...

Liebe Grüße
Brigitta ))):s

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Do 18. Jan 2018, 15:15
von Laila-Sarah
Hallo Brigitta,
Brigitta hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 10:51 Schließlich bietet ein Hotelaufenthalt in der Ferne auch die Möglichkeit en femme "nach draußen" zu gehen,
was in der Ferne sicher entspannter geht als in vertrauter Umgebung (ggf. Angst vor Nachbarn, Bekannten ...)
Im Prinzip ist dem nichts auszusetzen bis auf die Tatsache, dass es für mich viel zu verfrüht ist 'en femme' auszugehen. Momentan habe ich ja nicht mal (eigene) Klamotten zum Anziehen.

lG, Laila

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Do 18. Jan 2018, 15:21
von Laila-Sarah
Hallo Rose,
Rose hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 10:36 Ich bin fast daran kaputt gegangen mit dem schlechten Gewissen.
Um wirklich ehrlich zu sein: Ich kann schlecht nachvollziehen, warum Du einen schlechten Gewissen hast deiner Frau etwas zu verschweigen was sie kaputtmacht. Deine Unehrlichkeit ist ja nur durch die besten Absichten begründet Sie nicht aus ihrer heilen Welt herauszureißen. Eigentlich ist es sogar sehr nobel und ehrenhaft (von der Absicht her). Nur meine Meinung. Bitte bloß nicht falsch verstehen.

lG,

Laila

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Do 18. Jan 2018, 15:34
von Laila-Sarah
sbsr hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 09:26 Mein erster Schritt in die Freiheit war der Besuch des TV/TG Stammtischs, ich bin mir sicher solche gibt es in Deiner Nähe auch. Dort kannst Du erst mal als Mann hingehen um zu schauen, wie die Sache abläuft. Vielleicht lernst Du jemanden kennen, der Dir ein paar Tipps geben kann, oder Du traust Dich einfach mal und wirfst Dich so gut es eben geht in Schale und bittest um ehrliche Urteile.

Auch wenn die Gruppe im Biergarten unseres Stammtisch Lokals natürlich unter den Normalos heraus sticht und auch manchmal Leute kucken, gab mir das eine riesige Sicherheit nicht alleine zu sein. Das heißt die Leute haben zwar gekuckt, aber ich hatte nicht das Gefühl dass sie nur mich mustern, sondern ich war eine unter Vielen. Anderen ist es lieber, erst mal unauffällig alleine durch die Fußgängerzone zu gehen, das musst Du für Dich entscheiden.
Hallo sbsr,

Der Mensch ist ja bekannter maßen ein Gewohnheitstier. Man studiert gewisse Muster, verinnerlicht sie und dann wiederholt man diese. Bei mir sind bisweilen alle Freundschaften, Bekanntschaften, Liebschaften und sogar einige Feindschaften durch Zufallsbegegnungen oder Alltagssituationen entstanden. Dummerweise geht das sehr schlecht mit gerade diese Thematik. Weil ich schlecht in Gedankenlesen bin. Mir fehlt etwas die Routine bei Stammtisch/Verein/Selbsthilfe Geschichten. Ich komme mir wie ein Fisch im trockenen vor. Wenn man jetzt noch die eigentliche Situation hinzunimmt, wird daraus Fisch in der Bratpfanne. Aber der Laila wächst mir ihren Aufgaben also werde ich mal demnächst ins kalte Wasser springen^^

Danke für den Tipp und lG

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Do 18. Jan 2018, 16:13
von Theresa-Annalena
laila hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 15:21
... Ich kann schlecht nachvollziehen, warum Du einen schlechten Gewissen hast deiner Frau etwas zu verschweigen... Deine Unehrlichkeit ist ja nur durch die besten Absichten begründet Sie nicht aus ihrer heilen Welt herauszureißen. Eigentlich ist es sogar sehr nobel und ehrenhaft...

...Bei mir sind bisweilen alle Freundschaften, Bekanntschaften, Liebschaften und sogar einige Feindschaften durch Zufallsbegegnungen oder Alltagssituationen entstanden

Laila
:o Oh Oh :o

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Do 18. Jan 2018, 16:32
von Laila-Sarah
Hi Tessa,
TessaLouboutin hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 10:16 ..wende dich hier im Forum an Betroffene die auch Erfahrung
mit Psychotherapeuten haben (Ist auch einer meiner zukünftigen Meilensteine)..
Meine etwas Subtile Andeutung über meine Meinung über Psychologie und Psychotherapie scheint untergegangen zu sein (das war dieser Paragraph an Text wo die zwei Wörter Scharlatanerie und Arsch vorkammen). Kein Problem reden wir darüber (flow)

Lass uns doch bitte über einige Sachen im voraus einig werden:

a) Psychologie ist ein Fach, welches die Menschliche Psyche heuristisch als Black Box beobachtet, Abweichungen von der Norm feststellt und diese katalogisiert und benamt.
b) Normen sind Produkte der Zeit und Gesellschaft in dem wir Leben.
c) Psychologie macht keine Aussagen über die Auswirkungen der Abweichung auf die Psychen der einzelnen Personen. Weil Personen und deren Psychen sehr verschieden sind. Das wird in der jeweiligen Einzeltherapie festgestellt.

Zu c) Eine goldene Regel im Universum ist: Don't fix it if it's not broken.

Daher auch falls ich diese Störung habe und diese Störung im allgemeinen eine schlimme Sache ist, heißt es noch lange nicht, dass es mich fertig mach. Es könnte sein, dass ich damit ohne Probleme leben kann. Und lass dir eins in aller Liebe gesagt sein - ich kann.

Analoges Beipiel:
Danny DeVito - Dieser Mann ist nach der heutigen Norm weit außerhalb der Gauß-Glocke der Schönheitsideale für Männer. Einige meinen sogar, dass er unattraktivste männliche Schauspieler in diesem Spiralarm der Galaxie ist. Mann müsste meinen, der Mann stecke voller Komplexe und Minderwertigkeitsgefühle und sollte in alle Möglichen Therapien der Welt gesteckt werden. Er hat aber keine Komplexe sondern strotzt so von voller Wertgefühl und hat sich eine goldene Nase als Schauspieler verdient.

zu b) Wären wir in der Antike geboren wären wir keine Freaks. Es gibt auch andere Gesellschaften in der Geschichte wo sexuelle Abweichungen nicht verteufelt waren. Den momentanen Freak Zustand haben wir der katholischen Kirche zu verdanken zusammen mit der hoch hochtechnisierten Gesellschaft. Die Kirche hat die sexuelle Binärität als Norm erklärt. Jesus loves you - but only as a boy ;) Man kann Menschen besser kontrollieren wenn man Sie normt (Abweichungen sind Kaka) und ihre Lüste minimiert (Sex nur abends im Ehe-zimmer). Die hochtechnisierten Gesellschaft hat durch ihre Produktionsnormen (Produkte sind absolut identisch durch hohe Qualitätskontrollen und Produktionsstandards) die Menschen dazu gebracht auf alles was von der Norm abweicht mit dem Finger zu zeigen und zu lachen. Zu dick, zu große Nase, zu kleine Brüste. Früher ware Menschen toleranter. Nicht weil sie aufgeklärter waren, sondern weil sie es so kannten von der Natur und dem Lebewesen und Pflanzen.

Auch hier weigere ich mich strickt die Opferrolle anzunehmen und mich öffentlich als Freak anprangern zu lassen. Meine Andersartigkeit muss ich nicht als Fluch betrachten. Fast alle Künstler und Genies dieser Welt sind andersartig.

a) Ist der Grund warum wir keine echte künstliche Intelligenz erbauen können. Wir wissen nicht sehr viel über das Gehirn und wie sie funktioniert. Wir wissen vieles aber der Kreis ist noch nicht geschlossen. Daher können sich auch Psychologen irren. Gib Ihnen nicht dein Leben in die Hand. Es gibt viele Menschen die von Therapien viel gestörter herausgegangen sind als sie hereingegangen sind. Ein Paar gute Freunde sind nicht zu unterschätzen.

Ich hoffe das war nicht too much information :)

lG, deine Laila

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Do 18. Jan 2018, 17:00
von christine44
Hallo laila,

ich kann dir noch Schwesternzeit in Hamburg empfehlen. Von Berlin kommt man da doch auch Prima hin.

Da kannst du sehr schöne Stunden ganz nach deinen Wünschen verbringen. Ich fahre jetzt auch wieder hin zum Mädelsabend am Wochenende. Die Woche danach gleich nochmal. Da geht es mit der Bande ins Musical Kiny Boots :-) freu!

Liebe Grüße
Chris

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Do 18. Jan 2018, 21:54
von Laila-Sarah
christine44 hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 17:00 Hallo laila,

ich kann dir noch Schwesternzeit in Hamburg empfehlen. Von Berlin kommt man da doch auch Prima hin.

Da kannst du sehr schöne Stunden ganz nach deinen Wünschen verbringen. Ich fahre jetzt auch wieder hin zum Mädelsabend am Wochenende. Die Woche danach gleich nochmal. Da geht es mit der Bande ins Musical Kiny Boots :-) freu!

Liebe Grüße
Chris
Hall Chris,

Toller Vorschlag. Wenn es mich wieder mal nach Hamburg verschlägt schau ich dort mal vorbei. Danke

Ciao, Laila

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Fr 19. Jan 2018, 06:28
von Rose
laila hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 15:21 Hallo Rose,
Rose hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 10:36 Ich bin fast daran kaputt gegangen mit dem schlechten Gewissen.
Um wirklich ehrlich zu sein: Ich kann schlecht nachvollziehen, warum Du einen schlechten Gewissen hast deiner Frau etwas zu verschweigen was sie kaputtmacht. Deine Unehrlichkeit ist ja nur durch die besten Absichten begründet Sie nicht aus ihrer heilen Welt herauszureißen. Eigentlich ist es sogar sehr nobel und ehrenhaft (von der Absicht her). Nur meine Meinung. Bitte bloß nicht falsch verstehen.

lG,

Laila
Ich verstehe es nicht falsch. Weil ich seid der Geburt unserer Tochter Versuche sie offen für alles zu erziehen. Bei mir gibt es kein Iiihhh oder baahh. Alles wird ausprobiert. Egal ob Regenwürmer oder Kellerasseln. Sie spielt mit allem. Genau so probiere ich ihr beizubringen das man mit Ehrlichkeit weiter kommt. Mit Lügen halt nicht. Was bin ich dann für ein Vorbild wenn ich es genau anders mache. Bei unserer Tochter ist ein Mädchen in der Klasse die 2 Mütter hat ein lesbisches Pärchen. Im Gegensatz zur meiner Frau gehe ich ganz offen damit um und erkläre auch meiner Tochter das es nicht schlimm ist.
Darum kann ich schlecht Lügen ohne mich selber zu belasten.

LG
Rose

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: So 18. Feb 2018, 12:09
von Laila-Sarah
Hallo ChrisTina73,

Danke für deinen Beitrag.

Tut mir Leid, dass ich zu diesem Thema etwas überreagiert habe. Sorry auch an TessaLouboutin, die irgendwie unbeabsichtigt beim Versuch der Hilfe "unter den Bus" gekommen ist (dr)

Früher hatte ich auch Psychologie Bücher verschlungen. Aber irgendwie sah ich auch neben der Faszination auch die Gefahr die von diese Lehre ausgeht: Menschenleben in Schuhkartons zu stecken und viele Sonderheiten von Menschen als Krankheiten zu katalogisieren hat bestimmt auch Einfluss auf Patienten sowie Gesellschaft. Es hat sicherlich mit persönlichen Schicksalen von zwei Menschen zu tun, die mir sehr nahe stehen/standen. Höchstwahrscheinlich sind dies die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Ich weiß jetzt, dass 99% der Forumsbesucherinnen Therapien und Psychologie sehr nahe stehen und das respektiere ich voll und ganz nur habe ich halt eine andere Meinung. Ich würde es auch sehr begrüßen wenn dieser Respekt bilateral ist. Aber im Prinzip hast du in einer Sache völlig Recht: Psychologie Bücher sind spannender als Krimis. Hats du schon mal Erich Fromm probiert ?

Bei der Sache mit der sexuellen Befriedigung stimme ich dir 100% zu. Bei mir dient CD auch nicht der sexuellen Befriedigung sondern um mein Äußeres an einen Teil meines Inneren anzugleichen. CD ist aber sicherlich auch nicht hinderlich als Verstärker für die Sexualität. Sogar CIS Frauen machen kein Geheimnis daraus und sagen: Wenn wir uns hübsch machen fühlen wir uns attraktiver und sexier. Ich bin der Meinung: wer so fühlt sollte sich damit auch nicht verstecken. Wenn du Spaß mit deiner eigenen Sexualität hast kannst du auch anderen viel mehr damit geben.

Und glaub mir Männer wissen eigentlich sehr viel. Eine Ganze Menge. Aber geben es nicht immer zu. Während Frauen sich über die letzten Jahrhunderte immer weiter emanzipiert haben sind Männer (da sie ja gefühlt in der ultimativ Vorteilhaften Position standen) nicht sehr weit vom archaischen Weltbild des unkaputtbaren Alpha-Tiers abgerückt. Also ist zu viel Gefühl und Empfinden nicht sehr Alpha haft und deshalb weniger männlich. Aber ich denke der klassische Mann tut nur so als ob er aus Holz ist ist aber empfindsam wie jedes andere menschliche Wesen. Mal schauen wann sich das mal ändert und ob wir das überhaupt miterleben werden.
ChrisTina73 hat geschrieben: Sa 17. Feb 2018, 22:38 PS: wenn ich mir Dein Profilbild so anschaue und Deine Beiträge lese, scheinst Du Dir Deiner "archaisch" weiblichen Wirkung ziemlich unbewußt zu sein :)p
Ich habe die Aussage jetzt nicht 100% verstanden. Klingt für mich aber wie ein Kompliment. Wenn es denn so ist dann: Danke (flow)

In diesem Sinne. Liebe Grüße

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: So 18. Feb 2018, 20:17
von Laila-Sarah
Hallo liebe ChrisTina73,

Ich denke über die Psychologie haben wir einen gewissen Konsens erreicht, womit ich sehr zufrieden bin. Und hier nochmal Entschuldigung an alle Betroffenen für die schroffe Wortwahl im initialen Postings.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie illustre, mehrschichtige Menschen hier in diesem Forum zu finden sind. Ich bin mir nicht sicher aber vielleicht ist es unser aller gemeinsame Umstand, die uns (als Community) etwas tiefgreifender werden lässt. Langweilig wird es hier sicherlich nicht.
ChrisTina73 hat geschrieben: So 18. Feb 2018, 16:12 Der Begriff "Therapie" ist zum Beispiel bei vielen Männern und Animus betonten Frauen sehr ambivalent besetzt, will er doch alles aufgrund seines "Alpha" Instinktes aus eigener Kraft schaffen.
Wie heißt es doch so schön: Selbst ist der Mann. Das sag doch alles aus. Das wird uns quasi in die Wiege gelegt. Das ablehnen von fremder Hilfe oder jeglichen Krücken muss aber nicht zwangsweise etwas Schlimmes sein. Aber Männer neigen bei dieser Haltung gnadenlos zu übertreiben. Da hast du sicherlich recht. Wenn ein Mensch einen Husten hast, kann er "es geht schon alleine wieder weg" sagen und nicht zum Arzt gehen und da würde ich dem sogar zustimmen. Aber wenn der Bein ab ist dann vielleicht doch zum Arzt gehen und nicht warten bis alles wieder von alleine "wird". Die Frage ist wie immer wo ist die Schwelle ? Ist bestimmt von Mensch zu Mensch verschieden und bei Männern viel höher als bei Frauen.
ChrisTina73 hat geschrieben: So 18. Feb 2018, 16:12 Um mal auf das Kompliment zu sprechen zu kommen: Ich behaupte jetzt einfach mal, das aufgeschlossene Männer durchaus auf Deine weibliche Erscheinung reagieren, bisweilen sehr instinktiv, will meinen, Deine Dir anscheinend nicht bewußte unterschwellige weibliche Ausstrahlung, wie ich es zumindest Deinem Avatar entnehme, wird normale Männer bestimmt nicht kalt lassen ;) Also beobachte und sei auf der Hut :D

Ich hoffe, Du vestehst das nicht als "billige" Anmache. Ich beschreibe nur, was ich wahrnehme. (flow)
"billige" Anmache ? Ich bitte dich, nicht doch. Ich sehe das als schwesterliches Kompliment. Mein erstes Kompliment en femme (die Hoteltapete hält sich bis jetzt immer dezent zurück) und ich könnte mich wirklich daran gewöhnen. Aber um ehrlich zu sein sind es mehrere Schichten Makeup die auf "aufgeschlossene Männer" wirken sonst nichts. Wenn die ab sind sehe ich genau so aus wie der nette Nachbar von neben an. Schreib mir eine PN falls du Links zu Videos mit dem Indianer-anmal-Trick haben möchtest :D

Σ Liebe Grüße

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: So 18. Feb 2018, 23:31
von Laila-Sarah
ChrisTina73 hat geschrieben: So 18. Feb 2018, 21:12 Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Beim ersten mal denkt man Zufall, beim 2. mal wird man nachdenklich und beim 3. mal weiß man es. Mehr in der PM, falls Du magst.
Oh, aber gerne doch (ap)

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Mo 19. Feb 2018, 11:24
von Jaddy
Laila-Sarah hat geschrieben: Do 18. Jan 2018, 16:32 zu b) Wären wir in der Antike geboren wären wir keine Freaks. Es gibt auch andere Gesellschaften in der Geschichte wo sexuelle Abweichungen nicht verteufelt waren. Den momentanen Freak Zustand haben wir der katholischen Kirche zu verdanken zusammen mit der hoch hochtechnisierten Gesellschaft. Die Kirche hat die sexuelle Binärität als Norm erklärt. Jesus loves you - but only as a boy ;) Man kann Menschen besser kontrollieren wenn man Sie normt (Abweichungen sind Kaka) und ihre Lüste minimiert (Sex nur abends im Ehe-zimmer). Die hochtechnisierten Gesellschaft hat durch ihre Produktionsnormen (Produkte sind absolut identisch durch hohe Qualitätskontrollen und Produktionsstandards) die Menschen dazu gebracht auf alles was von der Norm abweicht mit dem Finger zu zeigen und zu lachen. Zu dick, zu große Nase, zu kleine Brüste. Früher ware Menschen toleranter. Nicht weil sie aufgeklärter waren, sondern weil sie es so kannten von der Natur und dem Lebewesen und Pflanzen.
Bei Referenzen auf frühere Zeit und ferne Kulturen bin ich immer extrem vorsichtig. Einzelne Aspekte mögen da in Berichten ganz nett klingen, aber viele andere wären für uns heutige Menschen sicherlich nicht erstrebenswert.

Viele Kulturen kennen ein drittes oder auch viertes soziales Geschlecht, aber in allen sind auch damit Vorgaben und Einschränkungen verbunden, was Ein&Auskommen, Betätigungen, Beziehungen, Familie und Sexualität betrifft.

"Die katholische Kirche" und "die hochtechnisierte Gesellschaft" sind auch keine aussergesellschaftlichen Naturphänomene, sondern Ausdruck der Wünsche und Bedürfnisse vieler Menschen, die unbewusst und häufig mehr ungeplant zusammenwirken und sich lange halten. Gilt ebenso für die kulturellen Faktoren in anderen Ecken und Zeiten der Menschheit.(*)

Treibende Kraft ist meines Erachtens vor allem ein Bedürfnis: Mensch möchte sich in seiner Umgebung auskennen. Eine einigermassen stabile Vorstellung haben, wie die Welt tickt und was zu erwarten ist für die absehbare Zukunft. Alle Strukturen zielen genau darauf ab. Unsicherheit ist Gift und Verunsicherung / Angst vor der Zukunft mobilisiert die übelsten Kräfte in sonst ganz normalen Menschen. Daher auch das Beharrungsvermögen von Traditionen, Konventionen, Riten.

Die Lösung für uns und andere diverse Menschen ist aber auch recht banal: Stetig zeigen, dass wir existieren und keine Bedrohung sind. Und dass jeder unnötige Konflikt mehr kostet, als er bringt. Dass wir letztlich die gleichen Bedürfnisse haben.

Eigentlich wollte ich noch einen Absatz über die Anfälligkeit von Monokulturen anfügen, aber den spare ich mir erst mal :)

(*) Btw, die kath. Kirche hat viele lokale Riten vereinahmt und christianisiert, die nicht der reinen Lehre entsprachen, aber den Menschen ein Bedürfnis waren. Andere Religionen ebenso. Religionen prägen Menschen, aber letztlich sind sie von den lebenden Menschen geprägte Formen. "Die Technik" wandelt sich bereits in einigen Bereichen unter den Bedürfnissen der Menschen nach individueller Passgenauigkeit von der reinen Massenproduktion zur Losgröße 1. Da sind die unzähligen Varianten bei Autos nur eine schwache Idee.

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Mo 19. Feb 2018, 16:30
von Laila-Sarah
Hallo Jaddy,
Jaddy hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 11:24 Bei Referenzen auf frühere Zeit und ferne Kulturen bin ich immer extrem vorsichtig. Einzelne Aspekte mögen da in Berichten ganz nett klingen, aber viele andere wären für uns heutige Menschen sicherlich nicht erstrebenswert.
Viele Kulturen kennen ein drittes oder auch viertes soziales Geschlecht, aber in allen sind auch damit Vorgaben und Einschränkungen verbunden, was Ein&Auskommen, Betätigungen, Beziehungen, Familie und Sexualität betrifft.
Ich gebe dir da natürlich recht, denn ich bin kein Zeitzeuge der Antike. Aber finde meine Aussagen immer noch schlüssig. Denn wir haben einiges an Informationen von dem was geschrieben und überliefert wurde und ich will jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass früher alles besser war und die Gesellschaft generell und immer viel toleranter war etc. Die Information hier bezog sich spezifisch auf die CD/TS/TV Geschichte. Meine These lautet, dass alle Bereiche des Lebens heutzutage zunehmen genormt und konsolidiert werden und alle Grauzonen zunehmend kartografiert werden und verschwinden. Ich denke früher gingen einfach viel mehr Sachen die heute als "anormal, dies oder das" gelten durch ohne genauer spezifiziert werden zu können. Das wir zunehmend unmöglicher. Lass uns mal von der Antike wegschauen und in die 60er bzw. 70er Jahre blicken. Da konnten Männer sich ziemlich schräg anziehen und das war gesellschaftlich akzeptiert und war nicht als CD oder sonstiges etikettiert. Ich habe Bilder von den 70er von meinen Verwandten die heute definitiv als nicht straight betitelt worden würden. Aber das war alles sehr normal damals. Die Leute haben auch sexuell mehr experimentiert ohne zu riskieren für das Eine oder Andere abgestempelt zu werden. Heutzutage lehnen sich die Leute nicht mehr so weit aus dem Fenster, wenn sie nichts riskieren wollen und die Industrie folgt der Zurückhaltung und so gibt es so gut wie keine Konfektion für Herren was nicht ins enge Korsett der Gesellschaft passt wie Herren sich anzuziehen haben.

Ich hoffe da sind wir uns einig ? Das geht in allen Bereichen weiter. Es gab früher viel mehr Währungen, Automarken. Also kurz Vielfalt. Das sind die Schattenseiten der ständigen Normierungs- und Konsolidierungswahn.
Jaddy hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 11:24 "Die katholische Kirche" und "die hochtechnisierte Gesellschaft" sind auch keine aussergesellschaftlichen Naturphänomene, sondern Ausdruck der Wünsche und Bedürfnisse vieler Menschen, die unbewusst und häufig mehr ungeplant zusammenwirken und sich lange halten. Gilt ebenso für die kulturellen Faktoren in anderen Ecken und Zeiten der Menschheit.(*)
Ich will hier niemandem zu nahe treten. Mit der katholischen Kirche ist es auch so eine Sache: Du siehst, dass ich einen sehr atheistischen Weltbild habe. Aber ich habe da sehr bewusst differenziert und nicht von Religion oder Christentum an sich geredet. Ich habe auch nie behauptet, dass Religionen Naturphänomene sind. In der tat sind Naturphänomene etwas was jegliche Diskussion unnötig macht weil sie einfach passieren und basta. Aber wenn du mir erzählst das Katholizismus ein Ausdruck eines Bedürfnisses und von allen Betroffenen gewollt ist, dann muss ich dir vehement widersprechen. Ich kann nicht glauben, dass mehrere Kreuzzüge, die Auslöschung der Ureinwohner zweier Kontinente und die anschließende Zwangsmissionierung, die Versklavung von Afrika und die jahrhundertelange Kolonialisierung der Welt von der "Religion des Friedens" von allen "Beteiligten" gewollt ist.

Mit der "hochtechnisierten Gesellschaft" ist leider der Glaube der Menschen an die Vielfältigkeit der Natur verloren gegangen. In der Natur variiert alles. Es gibt viele Größen, Formen und Farben für Apfel. In der "hochtechnisierten Gesellschaft" ist alles genormt nach irgendwelchen ISO Normen. Alle Produkte müssen innerhalb von klar definierten Toleranzgrenzen für Qualität und Inhaltsstoffe sein. Alle Packungen müssen in die Regale passen. Das form unterbewusst die Gesellschaft. Die Menschen projizieren diese Maßstäbe auch in ihre Mitmenschen.
Jaddy hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 11:24 Die Lösung für uns und andere diverse Menschen ist aber auch recht banal: Stetig zeigen, dass wir existieren und keine Bedrohung sind. Und dass jeder unnötige Konflikt mehr kostet, als er bringt. Dass wir letztlich die gleichen Bedürfnisse haben.
Da gebe ich dir völlig recht aber möchte auch von dir wissen wie du dazu stehst ? Viele hier im Forum wollen ja gesellschaftlich akzeptiert werden und passen sich mit allen Mittel die Ihnen zur Verfügung steht der Gesellschaft an. Sie wollen "so zu sagen" mit der Umwelt verschmelzen und als Frauen wahrgenommen werden. Bei dir sehe ich da eine Punkrock-Haltung. Ich beziehe das auf deinen Dresscode im allgemeinen. Ich meine rosa Prinzesinnen-Ballkleid und Vollbart sind als Kombination sehr polarisierend. Ist es deshalb weil du die Toleranzen der Normalos höher setzen möchtest ? Das würde der Community helfen. Aber könnte das die 0815 Bürger noch weiter traumatisieren ?

Liebe Grüße

Re: Tipps zum "reinschnuppern"

Verfasst: Mo 19. Feb 2018, 18:57
von Jaddy
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 16:30 Ich gebe dir da natürlich recht, denn ich bin kein Zeitzeuge der Antike. Aber finde meine Aussagen immer noch schlüssig. Denn wir haben einiges an Informationen von dem was geschrieben und überliefert wurde und ich will jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass früher alles besser war und die Gesellschaft generell und immer viel toleranter war etc. Die Information hier bezog sich spezifisch auf die CD/TS/TV Geschichte.
Also bei Westeuropa bin ich ziemlich sicher, dass es mindestens in den letzten 2000 Jahren dezidierte Kleidungsvorschriften für Männer, Frauen und Kinder gab, und zwar ausserdem schön nach Rang und Ständen sortiert, in Farben und Formen beschränkt. Die Moden wechselten, aber so völlig frei in der Kleidungswahl wie heute war es meines Wissens noch nie.

Auch bei den antiken Gesellschaften Europas würde es mich stark wundern, wenn nicht zwischen Männer- und Frauenkleidung ziemlich genau unterscheidbar gewesen wäre. Bestimmt nach anderen Kriterien als bei uns heute, aber für jeden Zeitgenossen deutlich erkennbar.

Kannst Du da Beispiele bringen, wann und wo es für CD/TV/TS einfacher gewesen wäre als heute?
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 16:30 Meine These lautet, dass alle Bereiche des Lebens heutzutage zunehmen genormt und konsolidiert werden und alle Grauzonen zunehmend kartografiert werden und verschwinden. Ich denke früher gingen einfach viel mehr Sachen die heute als "anormal, dies oder das" gelten durch ohne genauer spezifiziert werden zu können. Das wir zunehmend unmöglicher. Lass uns mal von der Antike wegschauen und in die 60er bzw. 70er Jahre blicken. Da konnten Männer sich ziemlich schräg anziehen und das war gesellschaftlich akzeptiert und war nicht als CD oder sonstiges etikettiert. Ich habe Bilder von den 70er von meinen Verwandten die heute definitiv als nicht straight betitelt worden würden. Aber das war alles sehr normal damals. Die Leute haben auch sexuell mehr experimentiert ohne zu riskieren für das Eine oder Andere abgestempelt zu werden.
Da habe ich andere Erfahrungen. Zum einen gab es in den 60er und 70er Jahren reichlich Gegenwind für die (insgesamt wenigen) "Hippies", "Gammler", "Ausgeflippten". Noch so um ca. 1982 herum bekam ich in der Strassenbahn von einer betagten Dame zu hören, man solle mir nicht nur die (schulter)langen Haare, sondern auch noch was anderes abschneiden. Well, wenn die oder ich damals schon gewusst hätten... Heute, siehe unten, kein Thema mehr. Haarfarben, Tattoos, Piercings, Klamotten sind heute viel bunter und extravaganter, nicht zuletzt weil die Mode- und andere Industrie begierig jeden Trend aufnehmen und superschnell passende Produkte dazu rausbringen.

Auch die sexuelle Experimentierfreudigkeit war meines Wisens auf eher kleine Gruppen beschränkt. Ich weiss es aus der BDSM-Szene insoweit, dass aus den verhuschten Grüppchen mit konspirativen Treffen und verschwurbelten Magazinen inzwischen eine blühende Szene geworden ist. Meine "old school"-Mentoren hantierten Anfang der 90er noch mit Pseudonymen. "Die Geschichte der O" war indiziert, es gab drei Spezialversender und im Quelle-Katalog gab es ein Modell "Massagestab". Heute kriegt man alles bei Amazon, Durex macht Gleitgelwerbung im Fernsehen und die Sex-Shops sind hell und offen und die Leute gehen einfach vorne rein. Die VHS macht Trantrakurse, in der Brigitte gibt es SM-Tipps. So viel zum Thema Industrie :) Das ist nicht mal Normierung. Das ist fast schon Banalisierung.
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 16:30Heutzutage lehnen sich die Leute nicht mehr so weit aus dem Fenster, wenn sie nichts riskieren wollen und die Industrie folgt der Zurückhaltung und so gibt es so gut wie keine Konfektion für Herren was nicht ins enge Korsett der Gesellschaft passt wie Herren sich anzuziehen haben.

Ich hoffe da sind wir uns einig ? Das geht in allen Bereichen weiter. Es gab früher viel mehr Währungen, Automarken. Also kurz Vielfalt. Das sind die Schattenseiten der ständigen Normierungs- und Konsolidierungswahn.
Ich teile einen Teil Deiner Beobachtungen, aber folge nicht Deinen Schlüssen :)

Die Konsolidierung in etlichen Branchen sehe ich auch, aber die Triebkraft ist aus meiner Sicht vor allem Geld. Erstens der Geiz der Kunden, zweitens die Gewinnmaximierung der Firmen. Ein Shirt nur in S, M, L und XL anzubieten ist einfach günstiger als von 32 bis 58 jeweils mit und ohne Taillierung und verschiedenen Ärmellängen.

Währungen, sorry, ich bin Euro-Fan. Ich hab Veranstaltungen in Dänemark gemacht, zu der auch Briten, Österreicher und Schweizer kamen. Ein idiotischer Aufwand.

Bei Autos... Marken gibt es, aber nur wenige Konzerne. Liegt auch an den Kosten für Entwicklung, Produktion, Vermarktung. Ich rechne allerdings mit mehr Vielfalt in Zukunft bei den E-Fahrzeugen. Da kann aus technischen Gründen viel besser modularisiert und OEM-gebaut werden.

Bei der Vielfalt für Männerklamotten gebe ich Dir recht, da wird es erst langsam besser. Aber ich erinnere mich nicht, dass es in den 60er, 70er, 80er Jahren wirklich mehr Vielfalt als heute gegeben hätte. Ist mein Bauchgefühl. Vielleicht können da andere mal Beispiele bringen.

Und Normierung? Da gibt es diese wunderbare Gurkenfabel, bei der angeblich "Die EU", wer immer das auch sein mag, die Gurken normiert und alle anderen verboten hätte. Stimmt ja nicht. Das waren von den großen Handelskonzernen eingetütete Handelsklassen. Und klar haben die Konzerne gesagt, "wir kaufen euch Produzenten nur noch Handelsklasse A ab", weil die gerade Gurken besser stapel- und berechenbar sind. Da wiegen alle Paletten gleich viel. Also vergleichbare Preise und besseres gegeneinander Ausspielen der Produzenten. Und warum? Siehe oben: Kunden wollen billige Sachen, Aktionäre wollen Dividende. Fahr zum Hofladen oder lass dir ne Gemüsekiste vom Hipsterkochlieferservice bringen: krumme Gurken, alte Haustierrassen, seltene Gemüsesorten. Gibt's alles, nur nicht bei Aldi, Rewe, real. Aber der Gegentrend zur Supermarktware existiert - wird aber durch den Reallohnverlust seit Mitte der 80er Jahre gebremst.

Aber von wegen aus dem Fenster lehnen: Ich sehe draussen diverse Stile und Trends nebeneinander. Veganer, Überzeugungsgriller, Outdoorfreaks, urbane Hipster, Musiktrends von Folk bis Metal, Fahrrad-Evangelisten, SUV-Fans, Mittelalterleute, SciFi-Nerds, etc.pp. Und das wird so ingesamt gesehen prima toleriert. Übrigens auch gleichgeschlechtliche Paare, "wilde Ehen", Poly-Familien, usw.

Wir haben eine viel buntere Landschaft als früher, schon weil mittels Internet jede noch so kleine Gruppe zueinander findet - leider auch Verschwörungstheoretiker, Humbug-Gläubige und Faschos. Alle diese Grüppchen werden heute mit Produkten und Medien bedient, je nach Größe und Kaufkraft. Wenn eines heutzutage sicher ist, dann dass jede Marktnische umgehend mit Produkten geflutet wird.
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 16:30
Jaddy hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 11:24 "Die katholische Kirche" und "die hochtechnisierte Gesellschaft" sind auch keine aussergesellschaftlichen Naturphänomene, sondern Ausdruck der Wünsche und Bedürfnisse vieler Menschen, die unbewusst und häufig mehr ungeplant zusammenwirken und sich lange halten. Gilt ebenso für die kulturellen Faktoren in anderen Ecken und Zeiten der Menschheit.(*)
Ich will hier niemandem zu nahe treten. Mit der katholischen Kirche ist es auch so eine Sache: Du siehst, dass ich einen sehr atheistischen Weltbild habe. Aber ich habe da sehr bewusst differenziert und nicht von Religion oder Christentum an sich geredet. Ich habe auch nie behauptet, dass Religionen Naturphänomene sind. In der tat sind Naturphänomene etwas was jegliche Diskussion unnötig macht weil sie einfach passieren und basta. Aber wenn du mir erzählst das Katholizismus ein Ausdruck eines Bedürfnisses und von allen Betroffenen gewollt ist, dann muss ich dir vehement widersprechen. Ich kann nicht glauben, dass mehrere Kreuzzüge, die Auslöschung der Ureinwohner zweier Kontinente und die anschließende Zwangsmissionierung, die Versklavung von Afrika und die jahrhundertelange Kolonialisierung der Welt von der "Religion des Friedens" von allen "Beteiligten" gewollt ist.
Die äusseren Aktionen wie Kreuzzüge und Missionierung haben zwar mit der Unterdrückung abweichender Lebensweisen und Weltsichten schon etwas zu tun, aber Dir ging es doch vor allem um die Wirkung innerhalb der Gesellschaften, oder? Also genauer darum, dass Abweichler in der unmittelbaren Umgebung sanktioniert wurden. Da bin ich eben der Ansicht, dass dies nicht ohne ein Grundbedürfnis von Otto und Liesa Normalbürger nach "geordneten Verhältnissen" möglich war. Das wechselwirkte natürlich mit den vorhandenen Ordnungsmächten. Vereinfacht: Wenn die Menschen nicht ohnehin eine Abneigung gegen Ungewohntes sozial vererbt hätten, hätte sich die katholische Kirche vermutlich auch anders entwickelt. Ihre heutige, verglichen mit 1500 fast schon humanistische Einstellung kommt ja nicht von ungefähr, sondern wurde von äusseren Kräften bewirkt, denen sich die Kirche anpassen musste, um ihre Kundschaft zu halten.

Kreuzzüge, Zwangsmissionierung, Völkermord und Sklaverei irgendwo anders auf der Welt interessierten mangels Bild- und Ton im Dorf hier nur, wenn die Steuern zu hoch waren oder die Kinder wegrekrutiert wurden.
Laila-Sarah hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 16:30
Jaddy hat geschrieben: Mo 19. Feb 2018, 11:24 Die Lösung für uns und andere diverse Menschen ist aber auch recht banal: Stetig zeigen, dass wir existieren und keine Bedrohung sind. Und dass jeder unnötige Konflikt mehr kostet, als er bringt. Dass wir letztlich die gleichen Bedürfnisse haben.
Da gebe ich dir völlig recht aber möchte auch von dir wissen wie du dazu stehst ? Viele hier im Forum wollen ja gesellschaftlich akzeptiert werden und passen sich mit allen Mittel die Ihnen zur Verfügung steht der Gesellschaft an. Sie wollen "so zu sagen" mit der Umwelt verschmelzen und als Frauen wahrgenommen werden. Bei dir sehe ich da eine Punkrock-Haltung. Ich beziehe das auf deinen Dresscode im allgemeinen. Ich meine rosa Prinzesinnen-Ballkleid und Vollbart sind als Kombination sehr polarisierend. Ist es deshalb weil du die Toleranzen der Normalos höher setzen möchtest ? Das würde der Community helfen. Aber könnte das die 0815 Bürger noch weiter traumatisieren ?
*lach* also Punkrock hat mir noch niemand nachgesagt :)

Ich gehe zwar nicht im Ballkleid raus, dafür wäre es mir zu schade, aber bin ansonsten meist in Rock oder Kleid unterwegs. Der Bart ist inzwischen kürzer aber soll auch weiterhin erkennbar sein. Als Enbi gibt es bisher kaum Stilvorbilder für den Alltag, also trage ich, was ich schick finde.

Mein Alltagslook scheint weder in Bremen und im ländlichen Umland, noch in Hamburg, Berlin oder kleineren Städten wie Uelzen, Freiburg, Oldenburg zu polarisieren. Jedenfalls bekomme ich minimale Reaktionen. Also wenn man sich "aus dem Fenster lehnt", passiert einfach nix. Eine Traumatisierung kann ich mit ziemlicher Sicherheit ausschliessen :)

Ich weiss, dass ich draussen meine ständige kleine Demo bin. Das ist neben meinem eigenen Wohlgefühl auch ein wichtiger Punkt.

Allerdings kann ich auch Transpersonen verstehen, die im Stealth Mode leben möchten. Wer sich prima mit einer der etablierten Rollen identifizieren kann, aber aus einer Laune der Natur heraus biologisch die falschen Signale präsentiert, hat wohl kein Problem mit sozialen Geschlechterkonventionen an sich, sondern nur damit, falsch eingeordnet zu werden.

Dass durch die weitgehende Unsichtbarkeit gut integrierter Menschen nach der Transition die Normalität von Transidentität nicht gerade gefördert wird... tja, doofes Problem.

Für Enbis entfällt diese Möglichkeit. Für uns gibt es keine Anreden, Berufs- oder Verwandtschaftsbezeichnungen, praktisch nirgends die "richtige" Toilette. Wir sind selbst beim Kauf von Klamotten immer in der falschen Rubrik. Egal wie wir uns präsentieren, wir werden meistens binär eingeordnet, weil viele (_noch_) gar nicht auf die Idee kommen, dass eins weder auf die männliche, noch auf die weibliche soziale Rolle eingeschränkt werden will.

Also können wir (Enbis) nur auffallen. Und da ist mein Ansatz: Dann mit (eigenem) Stil.