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Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 08:51
von Svetlana L
Wenn ich's verstanden hätte, dann hätte ich nicht gefragt!
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 09:22
von lexes
Ich finde "Transe" absolut fürchterlich ..., keine Ahnung warum , empfinde ich als richtige Beleidigung.
Mir gegenüber hat sich mal jemand ( der nie en Femme aus dem Haus geht ) als Stuben-Transe bezeichnet .. hat mich maximal befremdet ...
Das Wort ist echt gruselig
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 09:51
von Michelle_Engelhardt
Wenn sich jemand als Transe bezeichnet, so soll mir das egal sein. Für mich persönlich lehne ich das Wort ab, da ich es einfach nicht mag. Ich bin Frau, sonst nix!
Liebe Grüße
Michelle
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 10:21
von Lina
BiancaC hat geschrieben: Do 11. Jan 2018, 08:36
Hallo zusammen,
Ich finde das Wort auch abwertend ,aber gibt es denn eine deutsche alternative ohne "Trans" die man (Frau) etablieren kann ?
VG Bia
"Trans" als Praefix oder als Adjektiv - "trans" - ist ja auch lange nicht das selbe wie "Transe".
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 10:32
von BiancaC
@ Lina ,ja du hast Recht ! aber gibt es für das Wort "Transe" eine alternative ?
VG Bia
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 11:42
von Tatjana_59
Auch ich habe es für mich schon beschrieben.
Transe ist einfach nur schrecklich und abwertend für uns.
Wenn sich jemand selbst so nennt ist es für mich OK, wenn ich es auch nicht verstehen kann.
Ich wurde mit diesem Wort schon massiv beleidigt.
Alles was ich bisher real erlebt habe, drückte nur negative Eindrücke aus. Auch andere betreffend.
Ich werde sicher nichts in Richtung das Wort Salonfähig zu machen unternehmen.
Nicht in Aufklärungsarbeit, nicht in Selbstbetitelung.
LG Tatjana
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 11:55
von YvonneTV
Ich nutze das Wort Transe selten für mich, doch es ist ok, auch wenn andre das zu mir sagen. Ich hab da kein Problem mit, finde es nicht schlimm !
Es ist nur ein Wort, oft auch von "Unwissenden" genutzt - nicht bös gemeint. Ich spreche von den Menschen die Drag, TV, CD, Transident,non-binär, ..... nicht wirklich unterscheiden (können ?) und "Transe" als Oberbegriff nutzen.
Sicher meinen manche Menschen das auch nicht Grad nett ....
Doch egal wie man mich nennt - ich bin einfach ich
Eine Cis-Freundin, die viele Mädels von uns kennt, nannte mich mal Highdefinition-Transe
Das hab ich als fettes Kompliment aufgefasst und so meinte sie es auch (hat ganz viel Liebes gesagt)

Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 12:19
von Jenina
Mädels,
mal etwas ruhig hier, ja!
Es geht überhaupt nicht darum ob eine einzelne das Wort schrecklich findet. Hier geht es darum, dass man dieses Wort offensiv für die Öffentlichkeit, die von den vilen Facetten und kleinlichen "Unterschieden" der trans* Welt nicht die geringste Ahnung hat, ein Schimpfwort einfach wegzunehmen.
Und zwar dadurch, dass man es mit Selbstbewusstsein und Stolz auf sich selber anwendet. Das analog zu "schwul" und "lesbisch", "Schwuler" und "Lesbe". Dort hat das weitgehend funktioniert, ein Oberbürgermeister kann offen und ohne Konsequenzen sagen dass er schwul ist und dass das auch noch gut ist. Nicht jeder Schwule oder jede Lesbe wird das genau so sehen, aber sie profitieren auch davon wenn es ein Schimpfwort weniger gibt, wenn das zur neutralen Bezeichnung wird.
Es geht daher nicht darum, dass eine jede das so sieht und tut. Es geht darum, dass es akzeptiert wird, dass unter uns Aktivistinnen gibt - ich zähle mich dazu - die versuchen bei ihren Äußerungen dieses Schimpfwort in ein neutrales Wort umzuwandeln.
Freilich ist es generalisierend und bildet nicht jede Feinheit ab und es nützt auch nichts wenn man sich selbst als Frau begreift, aber jemand, der diejenige sieht, das eben nicht lesen kann. Demjenigen einen Vorwurf zu machen ist einfach nur weltfremd bei dem in der Gesellschaft vorhandenen Wissen über trans* im allgemeinen und über die Menschen dahinter schon gar nicht.
Wir dürfen uns nicht beschimpfen lassen! Und wenn das Schimpfwort an uns abprallt weil auch wir sagen "Ich min Transe und das ist gut so!" kann sich etwas tun. Warum so wenig Mut?
Und schon gar nicht geht es das Wort "Stubentranse" abwertend zu betrachten. Bitte lest doch noch mal meinen Beitrag.
http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 15#p187021
Jenina
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 12:39
von Nicole Fritz
Hallo,
ich habe an anderer Stelle bereits gesagt, dass ich manchmal, wenn mich jemand fragt, was ich bin, "Transe" sage. Ich denke, da bin ich einfach nur sarkastisch und benutze dieses Geusenwort. Richtig wäre "non-binär", aber ich habe nicht immer Lust lange zu erklären, was das ist. Auf diese Äußerung hin hat mich bereits Jaddy in
einem langen Beitrag über den Gebrauch non-binärer Begriffe aufgeklärt. Vor einem Jahr kannte ich aber selbst noch keinen einzigen solcher Begriffe, obwohl ich betroffen bin. Und bei der großen Mehrheit der Bevölkerung ist das auch so. Also sollte ich besser wie Jaddy bestrebt sein meine Mitmenschen aufzuklären. Aber da gibt es diese Sozialphobie, in die ich mich als Mann zurück gezogen habe.
Wenn ich nun über einige Beiträge hier nachdenke, frage ich mich, ob ich mich selbst weiter als Transe bezeichnen soll. Es fördert ja schließlich den allgemeinen Gebrauch dieses Schimpfwortes, das viele von uns als unangenehm empfinden. Vielleicht sollte ich statt "Transe" einfach "Transvestit" sagen, wenn ich mal wieder nicht viel reden will - wer als Mann homosexuell ist, sagt ja auch "schwul" und nicht "Schwuchtel".
LG Nicole
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 13:43
von Jenina
Daenerys Targaryen hat geschrieben: Do 11. Jan 2018, 13:34
....
Bei mir kommt an: Ich soll ich meinen kleinlichen Egoismus über Bord werfen und "Transe" offensiv als Bezeichnung für mich selbst oder andere akzeptieren, sonst stehe ich dem edlen Solidargedanken der Aktivist_innen im Weg. Hab ich das so richtig verstanden?
Warum das so bei Dir ankommt weiss ich zwar nicht.
Es wäre nur schön wenn es weniger Bedenken gäbe das es solche Bestrebungen gibt und das man das etwas anerkennt und vielleicht sogar moralisch unterstützt, auch wenn man selbst das nicht für sich annehmen kann. Wozu dann dieser pejorative Beigeschmack mit dem "edlen Solidargedanken" hilfreich sein soll kann wiederum ich nicht erkennen.
@Nicole
Vielleicht sollte ich statt "Transe" einfach "Transvestit" sagen,
Das ist sehr gut! Ich selber bezeichne mich so und auch da ist es so dass sich manche leiber als Crossdresser bezeichnet, was ja nichts anderes heißt, aber nicht so "belastet" ist. Wir müssen das mit allen belasteten Wörtern so machen. Das wichtigste ist sich nicht selber klein zu machen und vor popeligen Worten zu kapitulieren. Dann kann man durchaus erreichen dass eine Eskalation von verbaler Gewalt in körperliche unterbleibt.
Jenina
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 14:37
von _ChrisTine_
Hallo zusammen
Also ich für mich persönlich finde das Wort "Transe" auch absolut abwertend und beleidigend.
Ich würde es weder für mich noch für jemand anderen verwenden da ich es immer als negativ behaftet empfinde.
Wenn sich jemand selbst so bezeichnet dann ist das natürlich jedem selbst überlassen.
Ganz allgemein wird "Transe" meiner Ansicht nach oft als Sammelbegriff für Menschen mit abweichender (sexueller)Ausrichtung als der der Masse verwendet.
Mitmenschen, welche die Feinheiten und Vielfältigkeit der persönlichen Ausrichtungen nicht genau kennen nutzen es m.E. ohne genau darüber nachzudenken.
Genau das erzeugt für mich diesen negativen Touch der im Wort "Transe" mitschwingt und weshalb ich es nicht verwende.
Ich gebe da dem/der ein oder anderen schon recht das wir uns von einem Wort nicht geleidigen oder runterziehen lassen sollen.
Auch das manche Wörter sich im Laufe der Zeit verändern/abschwächen ist unbestreitbar aber trotz alledem ist für mich ein No-Go...
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 15:54
von Frauke
Jede/r kann sich so bezeichnen, wie sie/er möchte. Aber ein Schimpfwort aufwerten, als Selbstbezeichnung? Ist nichts für mich. Und andere Menschen würde ich auch so nicht nennen. Diverse abwertende Begriffe werden i.d.R. heute nicht mehr verwendet. Und das ist auch gut so.
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 18:32
von Michi
Svetlana L hat geschrieben: Do 11. Jan 2018, 06:57
Könntest du mal bitte erklären, was du mit "in den Rücken fallen" meinst.
Ich weiß zwar nicht, was da jetzt so schwer zu verstehen ist, und halte dich für eine recht kluge Frau, aber gut:
Ich meine damit, dass man nicht aus den eigenen Reihen auf mich und andere verbal eindrischt und das Bemühen sabotiert, dem Wort seine negative Bedeutung zu nehmen.
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 18:48
von Michi
_ChrisTine_ hat geschrieben: Do 11. Jan 2018, 14:37
Ganz allgemein wird "Transe" meiner Ansicht nach oft als Sammelbegriff für Menschen mit abweichender (sexueller)Ausrichtung als der der Masse verwendet.
Ach. Ist das so? Seit wann werden denn Schwule und Lesben als Transen bezeichnet?
Ich habe es bisher nur umgekehrt erlebt, dass TS, TV, CD u.ä. als Schwule oder Schwuchteln beschimpft wurden.
Überhaupt ist doch bei der Allgemeinheit alles "schwul", was irgendwie anders ist.
Re: Sich selbst "Transe" nennen?!
Verfasst: Do 11. Jan 2018, 18:51
von Michi
VanessaL hat geschrieben: Do 11. Jan 2018, 08:18
Für mich ist das Wort Transe daher ein auf bestimmte Menschen anwendbare Bezeichnung und kein Schimpfwort ....
das wird es erst, wenn ich diese Menschen (Transen) selbst abstoßend finde und mich beleidigt fühle, wenn ich mit Ihnen verglichen - in einen Topg geworfen - werde.
Hallo Vanessa,
vielen Dank für den Hinweis. Das ist ein sehr interessanter Gedanke.
Da hätte ich eigentlich gleich selbst drauf gekommen sein können.
Ich habe immer mal wieder erlebt, wie manche TS sich massiv dagegen verwehrt haben und mit aller Macht ablehnen, in irgendeiner Weise mit CD, TV und Teilzeitfrauen in einen Topf geworfen zu werden, wohl, weil sie diesen pauschal sexuelle Motivation und/oder mangelnde Ernsthaftigkeit unterstellen, und daraus resultierend Angst haben, dass dies nach außen hin - gegenüber der Gesellschaft - auf sie abfärben und ihrem verständlichen Wunsch, ganz als Frau leben zu wollen, in irgendeiner Weise abträglich sein könne. Es könnte die wohl als höherwertig angesehenen Ziele gefährden, und ganz ehrlich, ich spürte da immer wieder hirarchisches und elitäres Denken, wenn man mir zu verstehen gibt, dass ich nur trans* Mensch 2. Klasse sei.
Und genau das passiert auch bei der Bezeichnung "Transe". Sie differenziert den Betreffenden nicht genug, includiert anstatt ab- und auszugrenzen.
Ich persönlich habe kein Problem, mit Transsexuellen als eine größere Gruppe gesehen zu werden. Wir haben halt ein unterschiedlich ausgeprägtes abweichendes Geschlechtsidentitätsempfinden. Wo ist das Problem? Und wenn mich jemand fragt, ob ich "Frau werden möchte", dann kann ich ohne Probleme sagen, dass das für mich leider nicht die Lösung ist, auch wenn sie womöglich die einfachere wäre (aus Sicht der Gesellschaft und des bipolaren Geschlechtermodells).
Liebe Grüße
Michi