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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: So 2. Jul 2017, 17:23
von ab08
Hallo Emily,

einige persönliche Anmerkungen:
Wichtig ist, zunächst in Ruhe zu sich selbst zu finden.
-> Es gibt viele Transsexuelle, die auch ohne HET, ohne GAOP glücklich leben.

-> Hormone:
Ich (normale HET, dauerte ein paar Jahre) trage 90 C (bequem) bzw. wenn ich mich rausputze Pushup 85 B, aber das ist für den Busen sehr eng.
Ich bin sehr zufrieden und möchte keinesfalls mehr haben, denn es sieht ordentlich aus und es gibt öfter Komplimente von anderen Frauen.
Wie stark sich der Busen entwickelt, hängt wahrscheinlich von den Erbanlagen ab. Ich kenn eine TS mit DD(natürlich gewachsen!), aber in der Familie sind auch Tanten/Schwestern etc. extrem bestückt. -> Wie Michi bereits erwähnte, ist eine große Oberweite auch nicht unbedingt erstrebenswert...
-> GAOP:
Gut, ich bin etwas älter, wäre aber nie nach Thailand gefahren. Ich war bei Dr. Liedl und bin sehr zufrieden.

Aber vor allem sollte man sich Zeit lassen und gründlich überlegen,
damit man hinterher wirklich zufrieden und glücklich lebt.
:wink:

Liebe Grüße
Andrea
MichiWell hat geschrieben: So 2. Jul 2017, 15:03 ...Die größten Ansprüche haben zumeist jene TS, die von Natur aus bereits beste Voraussetzungen haben. Ich denke da z.B. an eine mittlerweile 18-Jährige, die bereits ohne Hormone und ungeschminkt(!) derart weiblich erschien und auch eine sehr weibliche Stimme hat, sodass da nicht der leiseste Zweifel aufkommt, dass sie als Junge geboren wurde. Als sie aufgezählt hat, was sie alles operiert haben will, bekam man den Eindruck, aus dem "Glöckner von Notre Dame" solle ein Model gemacht werden. Alle anderen Mädels in der Runde waren regelrecht erschrocken und ungläubig-entsetzt ob ihrer "Wünsche"...
:oops: Solche Fälle begegneten mir leider auch zu Genüge und erinnerten mich bisweilen an die Problematik "Anorexie"... :oops:

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 10:07
von Mina
Lina hat geschrieben: Sa 1. Jul 2017, 18:55 Und auch wenn die 80% der Bevölkerung nicht kapiert, dass man mit den sozial konstruierten Teilen der Männer- oder Frauenrollen tun kann, was man will, dann tue ich es trotzdem.
Die Quintessenz der gesamten Diskussion. )):m

Seinen Körper an das innere Bild anzupassen ist natürlich völlig legitim und braucht im fundamentierten Falle volle Unterstützung von allen Seiten.

Dazu muss man aber wissen und in sich so gefestigt sein, das Leid aufgehoben wird und nicht erzeugt. Diese Frage kann nur ein jeder Mensch für sich selber Beantworten. Es wird kein Orakel in Form von Psychologen, Fachärzten oder Anderen geben welche einem sagen: "Du bist - also ab unter das Messer".

Ich in meinem Fall würde für nichts auf der Welt meinen "Freund" opfern um einer geschminkten Entscheidung wegen. Die Biologie dahinter, die Funktion und die Orgsmusfähikeit - respektive das Gefühl dabei. Warum darf ich als weiblicher Teil in mir das nicht genießen?
Natürlich ist es interessant sich vorzustellen eine Vagina zu haben. Am Strand einen Bikini zu tragen oder wenigstens beim shoppen die "Beule" nicht mit Panzertape egalisieren zu müssen. Weitere Fragen in mir sind, würde es nach einer OP wirklich authentisch aussehen? Es wird etwas meinem Körper entnommen, werde ich mit Phantomschmerzen zutun haben? Würde ich mir meine neue Vagina im Spiegel ansehen und denken, mein Penis sah aber natürlicher aus?
Und wie wird ein eventueller Geschlechtspartner reagieren ob der Optik meiner Vagina?

Das sind alles Fragen welche ich für mich beantwortet habe. Und ich kann ja auch nur von mir sprechen. Mein Fazit: Nein, ich will quernormal bleiben ( Oder Genderfluid.....wie auch immer) jedenfalls so wie ich bin.

Das hat lange gedauert, das zu verstehen. Aber die Zeit mir darüber im Klaren zu werden hat sich in meinem Falle gelohnt.

Zeit heilt alle Wunden und noch viel mehr. Ganz sicher. (ki)

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 16:26
von emilyrosefrank
@ChristinaF Das ist für mich normal viel von sich zu verlangen. Ich weiß das manche solche Einstellungen nicht haben, aber ich habe so immer gelebt und gearbeitet.

Es gibt TS mit Hormone die sehen feminin aussehen, aber TS die männlich aussehen. Letztes kann man nur mit OP's in die voll Weiblichkeit hinbekommen. Für mich wären männliche Züge keine Option. Also ich würde mich dann nicht wohlfühlen. Stimmt aber, dass bei der richtige Schuh- und Bekleidungsgröße man keine Brust-OP machen muss. Da ich 41 als Schuhgröße und 40/M als Bekleidungsgröße habe, passt ja Brust-Größe B oder C. Aber D würde ich nie machen, das finde ich übertrieben und als unschön.

@MichiWell Kann sein, dass die Psychologin den Prozess begleitet und einem bei den Fragen und Antworten hilft, aber am Endeffekt führt dies ja zu einem Ergebnis. Für sie sind im falschen Körper oder es ist nur xy... So habe ich es mit Ergebnis gemeint.

@ ab08 Müsste mal schauen, welche Brust-Größe meine Mutter hat. xD Muss aber überlegen, wie ich sie dazu frage. Da sie nur weiß, dass ich gerne Frauenkleider anziehe und wir miteinander nur über FB in Kontakt stehen, war nur bis 9 bei mir.

Ich habe auch überlegt ohne GaOP. Vielleicht okay, aber mit GaOP hat man es als Frau einfacher. Du hast deine GaOP in Deutschland gemacht und ist da auch ein G-Punkt und merkt man was beim Geschlechtsverkehr?

@Steffi Readhead
1) Glaube ich auch langsam, nachdem ich lange darüber nachgedacht und mit anderen geschrieben habe. Der Thread hier und woanders dient ja dazu, die bisschen Unsicherheit zu klären.
2) Mache ich schon seit ca. ein Jahr und seit Ende 2016 style und ziehe ich mich je wie eine Frau an. Zuletzt bei Takko habe ich schon gemerkt, dass die Männerabteilung für mich nicht mehr interessant ist. Und ich kaufe ja online nur noch in der Damenabteilung.
3) Vielleicht nur meine Unsicherheit. Kann ja froh sein, dass ich in der Medienbranche selbstständig bin.

Ahso, die Kosten-Nutzen-Rechnung klingt eine sehr gute Idee. Vielleicht auch ein Ansatz für mich.

@Delfinium Also wie ich. Und mit Leuten mit hohen Ansprüche komme ich immer gut klar. xD

@Mina Deshalb werde ich fachliche Hilfe aussuchen, wegen den teilweisen Leiden. Mir wäre mein Geschlechtsteil im schlimmsten Fall egal, also wenn da unten was passieren würde. Aber Haarausfall oder noch mehr männliche Züge wären für mich der größte Alptraum. Teilweise kann ich die Körperbehaarung per SHR-Laserbehandlung loswerden, aber bei den Armen, Beine und Schulter eher nicht. Freue mich schon, wenn ich schon die schulterlange Haare im Sommer/Herbst 2018 erreiche.

Und zur GaOP. Nur die innovative aus Thailand oder keine. Weil ich über die deutsche GaOP selten was positives gelesen habe.

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 16:56
von Mina
emilyrosefrank hat geschrieben: Mo 3. Jul 2017, 16:26 SHR-Laserbehandlung
Ganz klar - Finger weg und Geld und Zeit wie Nerven besser investieren. Laserbehandelte Haare kommen je nach Typ und Veranlagung zu 60% nach fünf bis zehn Jahren wieder. Und dann geht der Trott von vorne los. Haarfollikel sind umgeben von Nährzellen und Stammzellen mit hohen regenerativen Eigenschaften. Der Effekt fällt bei hellem Haartyp weniger auf als bei dunklem. Wer Dir anderes weiß machen möchten, am besten noch für 75€ pro Sitzung - renne schnell weg und bewahre die Unversehrtheit Deiner Haut.

Die einzige wirklich dauerhafte Haarentfernung ist die Nadelepi. Aber auch hier Achtung, nicht alle Anbieter haben gute Geräte oder ein Händchen für den Vorgang. Da müßte man sich viele Anbieter ansehen und entscheiden wer einem kompetent genug erscheint um nicht nachher wie der Glöckner von Notre Damme rumzulaufen.

Wiegesagt, nur Hinweise im guten Sinne.

emilyrosefrank hat geschrieben: Mo 3. Jul 2017, 16:26 Mir wäre mein Geschlechtsteil im schlimmsten Fall egal,
Da widersprichst Du Dir. Zumindest in Bezug auf Deine Wünsche. Aus Deinen Beiträge lese ich den Wunsch nach guter Funktion und Echtheit. Ich vermute Du hast eine gute Sexualität welche Du gerne mit Vergnügen auch in Zukunft leben möchtest. Der Orgasmus an sich wird oft totgeschwiegen. Dennoch ist er gesund, vielfältig, stressabbauend, Immunstärkend und wichtig für viele einfach um des Lebens willen. Denke sehr gut darüber nach wie Du damit umgehen möchtest. Du weist nur wie Dein Orgasmus derzeit auf Dich wirkt, nicht wie er nachher ist. Keine leichte Entscheidung in Deinem Alter.

Ich meine es wirklich nur sehr gut und möchte nur ein Warnschild für Dich sein, kein Miesmachungsfaktor. Ich hoffe Du verstehst es so. )))(:

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 17:09
von ab08
emilyrosefrank hat geschrieben: Mo 3. Jul 2017, 16:26Du hast deine GaOP in Deutschland gemacht und ist da auch ein G-Punkt und merkt man was beim Geschlechtsverkehr?
Hallo Emiliy,

mit G-Punkt kenn ich mich nicht aus. -- Normaler Geschlechtsverkehr -> Keine Ahnung, da hab ich keine Erfahrung, denn momentan lebe ich allein.
Aber ... Gefühle sind heute sehr schön & intensiv... /In männlicher Rolle, also vor der GAOP, begegnete mir ähnliches nie/ :oops:
Jedenfalls bin ich diesbezüglich glücklich und zufrieden.

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Übrigens werde ich dieses Jahr 67, wuchs also in der Ära Adenauer auf (Motto "keine Experimente!"). - Mir ist der "Spatz in der Hand" lieber als die "Taube auf dem Dach" bzw. ich bin nicht extrem anspruchsvoll. -> GAOP`s mögen in Thailand durchaus besser/perfekter sein, aber die Qualität per KK in Deutschland genügt meinen Ansprüchen. (Trotz Alter, wäre mir eine kleine, kosmetische GAOP zu wenig, ev. treffe ich einen Mann, der zu mir passt -> Dann sollte Geschlechtsverkehr möglich sein...)

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 17:19
von Mina
ab08 hat geschrieben: Mo 3. Jul 2017, 17:09 Gefühle sind heute sehr schön & intensiv... /In männlicher Rolle, also vor der GAOP, begegnete mir ähnliches nie/
Danke Andrea für diesen Erfahrungswert. (flo)

Aber da tut sich die Frage auf, konntest Du das vor der GaOP absehen? Fokusiert auf die intensiven Gefühle?

Ich weiß, das es bei Dir nicht vordergründig um "die" Gefühle an sich ging, sondern um die Angleichung an sich und die Einbehaltung der Optionen. Dennoch ein nicht unwesentlicher Gedanke für besonders junge Menschen. )))(:

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 17:31
von ab08
Hallo Mina,

"konntest Du das vor der GaOP absehen?" - Nein, nein, damit rechnete ich überhaupt nicht! Und natürlich hab ich wirklich keine Ahnung, ob das häufiger so ist. - Vielleicht hatte ich nur Glück, oder der Operateur war geschickt.- Vielleicht liegt es daran, dass ich psychisch anders drauf bin. Ich wollte das Ding nur endlich los werden und rechnete damit, dass ich hinterher wenig bis gar nix spüre. (Das fürchtete ich, trotz aller Versprechungen!! -> Aber ich hätte die GAOP trotzdem gemacht!!!)

Heute sehe ich dieses Ergebnis als schönen Nebeneffekt(!) der GAOP. Sex war nie sehr wichtig für mich, eher unangenehm.
Durch die GAOP änderte sich das durchaus. Erstmals kann ich mit vorstellen, dass dies hübsch sein kann... :oops:

Liebe Grüße
Andrea

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 17:49
von Mina
ab08 hat geschrieben: Mo 3. Jul 2017, 17:31 Erstmals kann ich mit vorstellen, dass dies hübsch sein kann...
Ich freu mich so für Dich Andrea. Der "Schämsmiley" ist garnicht notwendig. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf eine gesunde Sexualität. Damit sollten wir wirklich vernünftig und offen umgehen. Es ist nichts schlimmes oder verwerfliches daran. Wer das denkt, nunja.......ohne intolerant sein zu wollen.......darf sich gerne öffnen und behaupten - hey ich lebe und es gehört dazu. )))(: (so) (ap) )))(:

Auch wenn Viele der gesunden Sexualität keine oder wenig Beachtung schenken wollen/können. Aber Sexualität hat ja auch nicht unbedingt immer etwas mit dem Akt an sich zutun. Es ist das gesamte Lebensgefühl. Und nur darauf kommt es an. Das jeder sich in seiner Haut wohl fühlt. :()b

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mo 3. Jul 2017, 19:50
von emilyrosefrank
@Mina Folgende Haarregionen haben ja dunkle Haare: Gesicht, Hals, Bauch und Brust. Da würde die neuartige SHR-Lasertechnik funktionieren. In allen anderen Regionen eher nicht. Und mein Bart muss weg, ich muss den schon jeden Tag rasieren, aber meine Haut macht es nicht mehr mit. Und nach 2 Tagen sehe ich total ungepflegt aus und als Frau müsste ich jeden Tag rasieren und alles mit schminke überarbeiten, damit bis abends kaum Bart erkannt werden kann.

Ich habe mich mit dem Geschlechtsteil vielleicht nicht genau wiedergegeben. Die Möglichkeit Kinder erzeugen würde ich durch Samen frieren sicheren. Und bei einer GaOP nach innovativer Technik würde meine sexuelle Lust erhalten lassen, wenn ich es richtig verstanden habe, daher gäbe es da kein Unterschied. Und somit muss ich mir bei meiner Sexualität keine Sorgen machen.

@ab08 Habe gerade nicht groß auf das Alter und Profilbild geschaut, aber gut zu wissen.

@AnAlle Zum Thema TS-Therapie habe ich schon paar Fragen, die nur betroffene TS beantworten können:

1.) Wenn ich Hormone nehme, kann es sein, dass die Haare über die Stirn wieder mehr werden, also der bisschen Haaraufall verschwindet?

2.) Ich habe eine schlimme Körperbehaarung, muss mich also jede 3 bis 4 Tage rasieren, damit es gerade so okay aussieht. Leider rechne ich damit, dass die blonde Körperbehaarung, also Bein, Arm und Schulter sich nicht mit der SHR-Lasertechnik behandeln lassen. Die Alternative Nadelepilation müsste ich wahrscheinlich bezahlen (?) und würde ja sehr lange dauern. Würde eine Hormonbehandlung da große positive Ergebnisse bringen? Oder sind die Veränderungen minimal? Vielleicht gibt es TS mit gleicher Vorgeschichte wie ich.

3.) Ich selten gelesen das man Brustgröße B oder C natürlich erreicht und es auch in den Genen liegt. Stimmt das? Und wie sind da die Erfahrungen? Brustgröße B oder C wäre nämlich meine Wunschgröße.

4.) Auch was mir Sorgen machen, die Nebenwirkungen der Hormon-Therapie. Aber vielleicht nur Panikmacherei? Thrombosen-Risiko kann durch Voruntersuchungen eingeschätzt werden und deshalb nehmen manche Hormone über die Haut. Aber was mir nicht gefällt, ist Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Wer hatte als TS diese Nebenwirkungen bzw treten diese oft auf?
Kopfschmerzen, Migräne, Bluthochdruck, Appetitsteigerung, Gewichtszunahme, Anstieg der Leberwerte, Leberfunktionsstörungen, Schilddrüsen-Funktionsstörungen, Zucker-Stoffwechselstörungen (Veränderungen der Glukose-Toleranz), Depressive Verstimmungen, Stimmungsschwankungen

Was sind da eure Tipps an mich?

Mehr fragen habe ich aktuell nicht, zumindest sind das die wichtigen offene Fragen die ich noch klären will.

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Di 4. Jul 2017, 00:32
von Lina
emilyrosefrank hat geschrieben: Sa 1. Jul 2017, 19:58 Danke für deine ausführliche Antwort.

Wenn ich dich richtig verstehe, willst du Aussagen, dass ich einfach meine Freiheit ausleben sollte und daher als Frau leben sollte und wenn ich damit nach x Zeiten klar komme, erst dann weitere Maßnahmen wie OP's machen sollte.

Und es falsch wäre von einer Experten eine Antwort zu holen und dann sofort alles zu machen, da man später vielleicht merkt, dass es eine schlechte Entscheidung war, aber dann nicht veränderbar wäre.
...
Zum ersten Ja, zum Zweiten Nein

Ja, du sollst wirklich los legen und die Freiheit genießen und weiterentwickeln, die du gefunden hast.

Und nein, es ist nicht falsch den Rat von einem Experten holen. Falsch ist wenn du so kommst wie: "Mein Psychoanalytiker sagt, dass ich mich zu viel von Expertenaussagen beeinflussen lasse". Faktum ist, der Psycho weiß es auch nicht - die Einzige, die es letztendlich weiß, bist du selbst. Wenn der Psycho/der Coach/der Berater gut ist, kann er dich mit den Denkanstößen versorgen, die du brauchst um es selber raus zu finden. Manche konsultieren ihn aber nicht deshalb, sonderen einfach um das entsprechende Gutachten zu bekommen ...

Aber zum Punkt Freiheit: Wir wissen ja alle nicht in Detail, was wir das ganze Leben machen wollen - dürfte ja klar sein. Tun wir nicht. Das man irgendwie die Ideen hat, das man auf dieser Welt besser aufgehoben wäre, wenn man eine Frau wäre, bedeutet ja nicht, dass wenn die gute Fee morgen kommt und mich in eine Frau verwandelt, dann ist alles normal, wie es sein sollte. Selbst das wäre nur ein Schritt einer Entwicklung. Wenn das passieren würde wäre der nächste logische Schritt nämlich rauszufinden, was dadurch im Leben, in der Interaktion mit anderen Menschen jetzt anders ist. Dann würde es u.a. darum gehen, rauszufinden, welche Handlungen, welche Aktivitäten jetzt möglich wären, die als Mann nicht möglich wären, oder zumindest anders wären. Usw., usw., usw. Im Grunde geht das ganze Leben darum, solche Dinge rauszufinden. Es ist mir schon klar, dass viele Leute das nicht wissen. Es gibt auch welche, die sich das Ziel setzen, einen bestimmten gut bezahlten Job zu finden, damit sie ein Haus von einem gewissen Standard kaufen können usw. Das ist ja auch völlig OK. Schlecht ist es nur, wenn sie das erreichen, nicht glücklich sind und eigentlich nicht wissen und nie gewusst haben, was die nach der Erreichung von diesem Ziel eigentlich damit machen wollen. Sie wissen nur, dass sie Opfer gemacht haben ...

Es gibt also viele Seiten von der Sache. Ich bin nicht die Expertin, wenn es darum geht den Körper zu verändern, weil der einem Fremd vorkommt. Mir ging es nie WIRKLICH so, also habe ich da keine eigenen Erfahrungen. Ich habe aber Erfahrung mit Leuten denen es so geht oder ging. Die sind eigentlich nie in Zweifel, dass sich da was verändern muss. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass in der Interaktion mit den Mitmenschen, mit denen du nicht Sex hast muss es nicht den geringsten Unterschied machen ob du Post-OP, Pre-OP oder möchtegarkeien-OP. Das weiß ich so 100% sicher, weil ich immer wieder - falls es überhaupt zur Sprache kommt - erlebe, dass Leute glauben, dass ich längst die GAOP machen lassen habe. Wobei ich nicht mal immer en femme bin. Meistens kommt es gar nicht auf die Tagesordnung. Wo ich en femme unterwegs bin kennen Leute mich meistens nur en femme, und umgekehrt auch. Wenige Ausnahmen.

Was ich damit sagen will: Ein großer Teil vom TG-Leben ist nun mal die Interaktion mit anderen Menschen, denen es gar nicht zu interessieren hat, welche primären Geschlechtsmerkmale du hast, und meistens auch tatsächlich nicht interessiert - was die interessiert, ist wie du als Mensch bist, und glaub mir, egal was die sagen: Die Verhalten sich so Frauen gegenüber, und Männern gegenüber so. Oder was sie für männlich oder weiblich halten.
Also zurück zur Ausgangsfrage und Ausgangsantwort: Ja, loslegen und nimm die soziale Rolle in Besitz, die du für dich zu diesem Zeitpunkt für richtig hältst. Da brauchst du niemanden um Erlaubnis fragen, und so wie du diese Rolle jetzt siehst, wirst du in einem Jahr wieder ein bisschen anders sehen und ein Jahr später wieder anders - es gibt kein Ziel, nur eine fließende Entwicklung.

Es spricht nichts dagegen, dass du jetzt in deiner femme Identität jetzt einfach da raus gehst, erfährst, lebst, Dinge tust, Leute kennen lernst, die völlig von Null anfangen und nicht fragen stellen wie "ja, aber da ich dich als Mann kenne, warum ..." - sondern die einfach Emily kennen, die vielleicht sofort wissen, dass du Trans bist, vielleicht auch nicht, aber die die Seite von deiner Persönlichkeit kennen lernen, die du für die Richtige hältst.

Was dann später passiert, ob du sagst - eigentlich ist es cool die Freiheit haben von männlich zu weiblich und wieder zurück fließen zu können, oder ob du später sagst - ich kann nur als Frau leben - ist jetzt nicht dafür entscheidend, ob du ab jetzt einfach ... lebst. -

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 13:01
von ChristinaF
Mina hat geschrieben: Mo 3. Jul 2017, 16:56
Ganz klar - Finger weg und Geld und Zeit wie Nerven besser investieren. Laserbehandelte Haare kommen je nach Typ und Veranlagung zu 60% nach fünf bis zehn Jahren wieder. Und dann geht der Trott von vorne los. Haarfollikel sind umgeben von Nährzellen und Stammzellen mit hohen regenerativen Eigenschaften. Der Effekt fällt bei hellem Haartyp weniger auf als bei dunklem. Wer Dir anderes weiß machen möchten, am besten noch für 75€ pro Sitzung - renne schnell weg und bewahre die Unversehrtheit Deiner Haut.

Die einzige wirklich dauerhafte Haarentfernung ist die Nadelepi. Aber auch hier Achtung, nicht alle Anbieter haben gute Geräte oder ein Händchen für den Vorgang. Da müßte man sich viele Anbieter ansehen und entscheiden wer einem kompetent genug erscheint um nicht nachher wie der Glöckner von Notre Damme rumzulaufen.

Wiegesagt, nur Hinweise im guten Sinne.
[/quote]

Sorry, das sehe ich etwas anders. Bei mir ist am/im Gesicht nach 8 +/- Laserbehandlungen nichts mehr von Bart zu sehen und zu spüren. Rasieren ist passe. Die Haut ist glatt und wunderbar weich. Ob das mit meiner HRT zusammenhängt, weiß ich nicht. Könnte jedoch sein.
LG
Christina

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 13:17
von ChristinaF
emilyrosefrank hat geschrieben: Mo 3. Jul 2017, 19:50
@AnAlle Zum Thema TS-Therapie habe ich schon paar Fragen, die nur betroffene TS beantworten können:

1.) Wenn ich Hormone nehme, kann es sein, dass die Haare über die Stirn wieder mehr werden, also der bisschen Haaraufall verschwindet?
Kann sein, muss es aber nicht. Ich denke, dass die normale Gynokadin HRT dies eher nicht bewirkt. Erkundige dich mal über "Finasterid".
emilyrosefrank hat geschrieben: Mo 3. Jul 2017, 19:50
2.) Ich habe eine schlimme Körperbehaarung, muss mich also jede 3 bis 4 Tage rasieren, damit es gerade so okay aussieht. Leider rechne ich damit, dass die blonde Körperbehaarung, also Bein, Arm und Schulter sich nicht mit der SHR-Lasertechnik behandeln lassen. Die Alternative Nadelepilation müsste ich wahrscheinlich bezahlen (?) und würde ja sehr lange dauern. Würde eine Hormonbehandlung da große positive Ergebnisse bringen? Oder sind die Veränderungen minimal? Vielleicht gibt es TS mit gleicher Vorgeschichte wie ich.
Bei mir ist kaum noch erkennbare Körperbehaarung vorhanden. Epilierung erfolgt einmal pro Monat mit Creme. Allerdings sind die Haare bei mir mehr Flaum und sehr sehr spärlich. Laut Auskunft meiner Ärztin ist dies das Ergebnis der Hormone. Also kanns bei dir ebenso sein, wenn du lange Zeit die HRT durchführst und natürlich heute schon keinen starken Haarwuchs hast.

emilyrosefrank hat geschrieben: Mo 3. Jul 2017, 19:50 4.) Auch was mir Sorgen machen, die Nebenwirkungen der Hormon-Therapie. Aber vielleicht nur Panikmacherei? Thrombosen-Risiko kann durch Voruntersuchungen eingeschätzt werden und deshalb nehmen manche Hormone über die Haut. Aber was mir nicht gefällt, ist Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Wer hatte als TS diese Nebenwirkungen bzw treten diese oft auf?
Kopfschmerzen, Migräne, Bluthochdruck, Appetitsteigerung, Gewichtszunahme, Anstieg der Leberwerte, Leberfunktionsstörungen, Schilddrüsen-Funktionsstörungen, Zucker-Stoffwechselstörungen (Veränderungen der Glukose-Toleranz), Depressive Verstimmungen, Stimmungsschwankungen
Nebenwirkungen hatte ich bislang überhaupt keine. Nehme ausschließlich das Gynokadin-Gel, schwimme täglich 600m und habe eine positive Einstellung zum Leben und meiner Umwelt. Hin und wieder kommen bei mir Stimmungsschwankungen, die sind aber derart kurz, dass ich gar nicht näher darauf eingehe.
All diese Fragen können dir auch erfahrene Endokrinologen oder andere Ärzte mitteilen, die ich auf alle Fälle vor Beginn irgendwelcher medikamentöser Einnahme aufsuchen würde.
LG
Christina

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 15:10
von Britt
Hallo Emilyrosefrank,
1) Wenn die Haare ausgefallen sind, sind sie für immer weg, dann hilft nur eine Haartransplantation. Falls nie nur aufgehört haben zu wachsen, dann fangen sie wieder an zu wachsen, wenn das Testo verschwunden ist. Bei mir haben die Haare in den Geheimratsecken wieder angefangen zu wachsen.
2) Die Körperbehaarung lässt etwas nach, wird weicher, geht aber nicht weg. Ich hatte allerdings nie allzuviel Haare am Körper. Dunkle Haare bekommt man mit IPL weg. Alles andere nur mit Nadeln. Die Krankenkasse zahlt nur die Epilation im Gesicht, Voraussetzung ist hierfür nach den Richtlinien des MDK 6 Monate Hormone und 1 Jahr Psychotherapie.
3) Die meisten bekommen nur eine A, ich auch niemanden der mehr als eine B bekommen hat. Falls du nach 24 Monaten HRT weniger als eine A bekommst, zahlt die Krankenkasse einen Brustaufbau (Richtlinie MDK). Je jünger man anfängt, desto mehr passiert noch. Ich meine nicht nur in der Größe, sondern auch in der Form. Mit meinen 50 wird es vermutlich bei Tanner 3 bleiben. Du wirst vermutlich einen Tanner 4 Busen bekommen.
4) Nebenwirkungen hatte ich bisher keine.
Das Thromboserisiko ist nun mal bei einer Frau Höher als beim Mann. Bei einer Transfrau liegt es unwesentlich höher als bei einer Cisfrau(sagt mein Endo). Rauchen ist hier ein Problem. Es erhöht das Thromboserisiko und verlangsamt die Feminisierung.
Man bekommt bei einer HRT noch zusätzlich die Risikofaktoren einer Frau wie z.B. Brustkrebs.


LG Britt

Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Verfasst: Mi 5. Jul 2017, 17:09
von Mina
ChristinaF hat geschrieben: Mi 5. Jul 2017, 13:01 Ob das mit meiner HRT zusammenhängt
Ja, das tut es. So zumindest nach der Aussage meiner Nadelepifrau. Sie macht den Job jetzt über 25 Jahre und hat sehr viele Transfrauen in Behandlung. Sie greift hier also schon auf etwas Erfahrung zurück. Aber natürlich ist Mensch nicht gleich Mensch. Ebenso die Haare. Nur bei relativ jungen Menschen ist das Risiko, je nach Veranlagung des Bartwuchses (Kräfig, schwach, hell, dunkel etc pp) eben größer das sich zunächst vom Laser verödete Haarfollikel erholen können.
Wiegesagt, ich behaupte hier nichts - gebe schlicht eine vertrauenswürdige Information weiter. ;-)