Nicole Doll hat geschrieben: Sa 18. Jan 2020, 14:07
Ich möchte jetzt nicht unhöflich sein, deshalb antworte ich. Wenn man mir vorwirft an irgend etwas, dass aufgrund äußerer Umstände und dem sich daraus für mich ergebenden Wissen schief gelaufen ist, selbst schuld zu sein, läuten bei mir die Alarmglocken und ich gehe hoch wie eine Rakete. Wie frei können eigene Entscheidungen wirklich sein? Zudem mag ich Anja sehr gerne und habe Spaß an Streitgesprächen mit ihr.
Liebe Nicole,
auf die Gefahr hin, dass ich Dich hiermit "auf 180" bringe, möchte ich doch trotzdem noch einen Gedanken dazu dalassen....nur mit der Bitte, das mal in aller Ruhe zu überdenken.
Ich möchte damit niemanden angreifen und niemanden verletzen oder irgendwem Vorwürfe machen - das liegt mir fern.
Und das hat auch absolut gar nichts mit irgeneiner Trans*-Thematik zu tun, sonder bezieht sich auf das Leben ganz allgemein:
Eine der schmerzhaftesten Erkenntnisse meines Lebens war bislang, dass ich IMMER eine Wahl habe, dass ich selbst verantwortlich für mein Leben bin und das niemand im Aussen daran Schuld ist, dass mein Leben so gelaufen ist, wie es gelaufen ist.
Für sich selbst zu erkennen und zu begreifen, dass man der "Schöpfer" des eigenen Lebens und damit auch des eigenen Glücks ist, und dass man sich aus der Opferrolle heraus befreien muss, war super schwierig und ein langer Prozess, der aber notwendig war!
Es ist natürlich wesentlich einfacher, zu sagen: "Die Umstände sind schuld" - "was kann ich denn dafür, dass..." - "der andere ist Schuld, weil er dieses getan hat..." ....aber Du hast IMMER eine Wahl, wie Du damit umgehen möchtest.
Ich sage hier nicht, dass ich das schon beherrsche oder immer hinbekomme - absolut nein! Aber ich habe das Prinzip verstanden und übe mich darin, jeden Tag.
Als Beispiel: natürlich bin ich nicht dafür verantwortlich, dass mein Vater Alkoholiker war! ABER - ICH entscheide, wie ich damit umgehe, wie das mein Leben weiter beeinflusst. Ruhe ich mich aus in dem Opferbewusstsein, dass ich immer wieder sage, ja, das ist so, weil mein Vater Alkoholiker war - oder bekomme ich den Hintern irgendwann hoch - verstehend, dass das nichts mit mir und meinem eigenen Leben zu tun hat?!
Natürlich passiert einem Menschen "Unglück" im Leben, Schicksalsschläge, die man nicht selbst hätte verhindern können - aber darum geht es auch nicht - es geht darum, wie man dann damit umgeht.
Glücklichsein ist kein Zustand der einem geschenkt wird - es ist eine Entscheidung, die man selber trifft. Und Dankbarkeit ist der Schlüssel dazu! Je mehr ich mir bewusst mache, für wie vieles in meinem
Leben ich zutiefst dankbar sein kann, desto mehr Zufriedenheit stellt sich ein.
Weiteres kleines Beispiel: ich gehe mit meinem Hund spazieren und jemand geht mürrisch grußlos an mir vorbei...ich habe die Wahl....denke ich "blöder Affe, könntest mal freundlicher sein" und begebe mich damit in negative Energie, oder lächel ich ihn extra fröhlich an und trällere ihm noch lauthals hinterher "ich wünsche ihnen auch einen schönen Tag"....damit geht es mir selbst doch viel besser. Es ist meine Entscheidung, wie ich die Dinge, die mir passieren, ohne dass ich sie beeinflussen kann, annehme oder ablehne, wie ich damit umgehe - will ich mich davon runterziehen lassen, oder nicht?!
So uralte Sprüche, wie: "Jeder ist seines Glückes Schmied" - "Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus" etc. sagen im Endeffekt nichts anderes!
Vielleicht ein kleiner Gedankenanstoss ?!
In diesem Sinne an alle einen schönen Sonntag ...
...die Carry