Die Lipstick-Lady aus Norddeutschland stellt sich vor
Die Lipstick-Lady aus Norddeutschland stellt sich vor

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Lipstick-Lady
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Die Lipstick„Lady aus Norddeutschland stellt sich vor

Post 1 im Thema

Beitrag von Lipstick-Lady »

Hallo zusammen,
ich (54) bin neu hier und möchte mich vorstellen. Wie jede von Euch habe ich meine ganz eigene Geschichte, die ich hier kurz erzählen möchte.

Im Alter von etwa 15 - ich war allein im Haus - fiel mein Blick beim abendlichen Zähneputzen auf die vielen Lippenstifte meiner Mutter, die auf der Ablage vor dem Spiegel standen. Mich überkam plötzlich ein verwegener Gedanke: Wie würdest du damit wohl aussehen? Und probierte den erstbesten aus. Der Cyclamen-Farbton mit reichlich Glimmer war einfach traumhaft! Es sah wirklich gut aus. Fortan nutzte ich öfter die Gelegenheit, wenn meine Eltern unterwegs waren, was oft vorkam.

Auch wenn meine Experimente nicht entdeckt wurden, es kam bald der Wunsch nach einem eigenen Lipppenstift auf. Auf einer Klassenfahrt nach München in einem großen Kaufhaus, wo mich garantiert niemand kannte, realisierte ich diesen Wunsch dann. Es war ein tiefdunkles Weinrot mit reichlich Glimmer von CHICOGO (später in RIMMEL aufgegangen). So eine Farbe stand bei uns zu Hause nicht herum. Der Kauf war auch überraschend "problemlos" gewesen. Die Frau an der Kasse hatte keine Miene verzogen. Wieder zuhause angekommen kaufte ich mir einen knallroten. Beiden Farben bin ich bis heute treu geblieben.

Die Pubertät brachte für mich wenig später schlimme Akne. Als es auch nach Jahren nicht besser wurde, und all die jungen Damen, in die ich mich bis dahin verliebt hatte, nicht das geringste Interesse an mir gezeigt hatten, traf ich wieder eine richtungsweisende Entscheidung: Ich ging in eines dieser (damals neuen) Douglas-Geschäfte und fragte nach einem "Make up", also einer Foundation. Die liebenswürdige junge Frau fragte dann gleich zurück, ob das für mich oder meine Freundin sein soll. Nach einmal Durchatmen sagte ich: "Für mich". Daraufhin wurde ich sehr fachkundig beraten und verließ den Laden mit einer sehr gut deckenden Foundation für die ölige Haut. Zuhause angekommen probierte ich die gleich aus und war wieder so überwältigt wie damals beim ersten Lippenstiftversuch. Von nun war mir auch klar, daß man es als Frau in unserer Gesellschaft in vieler Hinsicht besser hat.

Natürlich blieb meine kosmetische Verbesserung im Freundeskreis nicht unbemerkt. Man schrieb die frühen 80iger Jahre, und das Verständnis dafür war sehr übersichtlich. Es war ein Art "Shitstorm", was ich da erlebte, wenn auch noch ohne Internet. Aber ich ging damals selten einem Streit aus dem Weg, und entschloß mich zum Jetzt-erst-recht. Mein Bekanntenkreis änderte sich dadurch, und ich bin bis heute dankbar dafür.

Es blieb natürlich nicht bei der Foundation. Nach kurzer Zeit hatte ich Puder, Rouge, Kajal und Wimpertusche. Dann meldete sich meine Liebe zum Lippenstift wieder. Um es nicht zu übertreiben, kaufte ich mir von ESTEÉ LAUDER den "Roselit Beige", eine ganz natürliche Farbe die kaum auffiel. Trotzdem hat es jeder gemerkt. Aber es sah einfach toll aus. Meine Mutter - künstlerisch sehr begabt - hat mich darin unterstützt. Sehr zum Ärger meines Vaters. Aber der hatte sowieso nichts zu sagen. Im Laufe der Zeit wurden meine Farben kräftiger, und es wurde für mich immer selbstverständlicher, ein perfektes Make up zu tragen. Ein absoluter Höhepunkt war 1997 die Visagistenausbildung bei Ulrike Schütze (Hamburger Schule für Gesichtsgestaltung). Leider gab es aber auch immer wieder Phasen, wo ich aufgrund berufsbedingter Wechsel erstmal eine Weile verzichten mußte.

Erst in den letzten Jahren habe ich Perücken und Frauenkleider ausprobiert. Meine Begeisterung dafür nimmt ständig zu. Das hat auch ein bißchen damit zu tun, daß die Männlichkeit in unserer Gesellschaft immer weiter abgewertet wird. Aber das macht es andererseits ja auch wieder leichter, die eigene, weibliche Seite auszuleben. Frauen, die ihre männliche Seite ausleben, habe ich jedenfalls in diesem Leben reichlich kennengelernt.

Heute lebe ich im Norden Deutschlands und bin im Alltag immer geschminkt. Zu passenden Gelegenheiten auch mit Rock und Pumps. Ich bin mit einer lieben Frau verheiratet, die meine Leidenschaft akzeptiert, wenn auch manchmal mit leisem Stöhnen. Besonders wenn mich andere Frauen spontan anhimmeln, was immer öfter vorkommt.

Eure Lipstick-Lady
Sabrina Verena
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Re: Die Lipstick„Lady aus Norddeutschland stellt sich vor

Post 2 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena »

Hallo Lipstick Lady! (moin)
Herzlich Willkommen bei uns. (hs)
Wir hatten ja schon kurz Kontakt (Bilder).
Ich wünsche Dir hier viele nette Kontakte und Unterhaltungen.
Liebe Grüße
Verena :()b
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

Die Natur ist Wakan Tanka. Leider haben das nur Wenige verstanden.

Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux
Andrea aus Sachsen
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Re: Die Lipstick„Lady aus Norddeutschland stellt sich vor

Post 3 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Hallo Lipstick-Lady,
danke für deine ausführliche Vorstellung! Interessant, dass es auch so herum geht! Die meisten von uns (mich selbst eingeschlossen) fingen eher mit weiblicher Kleidung an und das Makeup kam erst zuletzt.
Wie auch immer, hier wirst du zu all diesen Fragen kompetente Ansprechpartner finden, mit denen du dich nach Herzenslust austauschen kannst.
Also sei herzlich willkommen und fühle dich wohl bei uns!
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Julia65

Re: Die Lipstick„Lady aus Norddeutschland stellt sich vor

Post 4 im Thema

Beitrag von Julia65 »

Hallo Lipstick-Lady,
das ist ja mal eine interessante Entwicklung. Ich versuche es immer, aber ich schaffe es kaum, mich in diese Situation hineinzufühlen. Es gibt einige ähnliche Berichte hier im Forum. Mal sind es Strumpfhosen, die das alles auszulösen scheinen, oder andere Mieder oder einfach ein rumliegender Rock der Schwester. Aber es fällt mir schwer das Gefühl zu verstehen, diese Dinge zu mögen, zu tragen (oder zu schminken), aber dennoch Mann bleiben zu wollen.

Ein herzliches Willkommen auch von mir
LG
Julia
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Re: Die Lipstick„Lady aus Norddeutschland stellt sich vor

Post 5 im Thema

Beitrag von MEL »

Moin und herzlich Willkommen!

Eine sehr ausführliche Vorstellung, vielen Dank dafür, und für mich auch etwas ungewöhnliche Entwicklung,
die deinen Weg bis dato bestimmt hat!
Bin gespannt, noch mehr von Dir zu erfahren, im Besonderen deine Beweggründe und welche Gefühle
du mit dem Ausleben "deiner feminen Seite" verbindest.

Viel Spaß im Forum,

liebe Grüße MEL
franziskabeata

Re: Die Lipstick„Lady aus Norddeutschland stellt sich vor

Post 6 im Thema

Beitrag von franziskabeata »

Hallo Lipstick-Lady,

auch von mir ein herzliches Willkommen im CD-Forum. Ich bin seit 1 Monat 60 Jahre alt und trage Frauenkleider und Damenunterwäsche seit ich 15 Jahre alt war. Auch meine Mutter hat mich von Anfang an aktiv unterstützt. Ich dufte ihre Unterwäsche anziehen und sie machte mir auch Vorschläge, was mir von ihrer Oberbekleidung gutstehen würde. Zu ihrem Erstaunen griff ich zielsicher die hübschesten Teile heraus.
Meinem Vater und meinem älteren Bruder passte das gar nicht - für die war ich schwul. Dabei interessierten mich Männer sexuell gar nicht. Meine Mutter wollte immer ein Mädchen haben. Wenn wir nicht einem 970 Einwohner großen Dorf (Gerolsbach in Oberbayern - die Sängerin Claudia Jung wohnt jetzt in der selben Straße, wenn ich noch dort leben würde, wären wir sogar Nachbarn) gelebt hätten, sondern in einer Großstadt, hätte sie mich von Anfang an als Mädchen gekleidet. Aber in unserem Bauerndorf in den 50-er und 60-er Jahren wäre das wohl sozial sehr zum Nachteil gewesen.
Der Freund meines jüngeren Bruders hatte sich einmal so hübsch als Mädchen verkleidet (zum Spaß), dass ich schnell mit meiner Mutter einig war, jetzt traue ich mich.
Damenunterwäsche von da ab immer. Zuhause trug ich Frauenkleider, wenn Vater und älterer Bruder nicht da waren.
Öffentlich zunächst nur im Fasching. Meine Mutter war 23 Jahre alt, als ich auf die Welt kam. Und sie liebte es selbst sehr, immer hübsch gekleidet zu sein.
Als ich dann mit meinen Freundinnen eine eigene Wohnung hatte mit 20 Jahren, war ich nach der Arbeit im Urlaub und am Wochenende - immer Frau.
Heute wissen das bereits sehr viele Bekannte und Freundinnen und haben kein Problem damit.
Magdalena
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Re: Die Lipstick„Lady aus Norddeutschland stellt sich vor

Post 7 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo Lipstick-Lady! (hs)

Vielen Dank für Deine interessante und ausführliche Vorstellung. Ich möchte Dich hier herzlich im Forum begrüßen.
Es freut mich für Dich, dass Deine Frau Dich so aktzeptiert. (yes)

Mit herzlichen Grüßen

Magdalena )))(:
Lebe jeden Tag.
Lipstick-Lady
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Re: Die Lipstick„Lady aus Norddeutschland stellt sich vor

Post 8 im Thema

Beitrag von Lipstick-Lady »

Herzlichen Dank
für Euren lieben Worte zu meinem Einstieg hier. Hinter mir liegen zwei traumhafte Wochenenden mit langem Rock und weißer Bluse (Landhausstil) auf unserem Campingplatz.

LG, Eure Lipstick-Lady
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