Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
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Anne-Mette
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Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
In einer Notsituation wurde die trans Frau Jessica nach eigenen Angaben vom Frauenhaus Pirmasens abgewiesen. Sie wusste dann nicht mehr wohin. Das hat System.
https://www.queer.de/detail.php?article_id=53261
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Knäckebrötchen
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Aus dem Text: "Auch scheinen die Diskurse in die komplett falsche Richtung zu gehen. Anstatt darüber zu diskutieren, ob trans Frauen eine Gefahr für cis Frauen sind, sollte darüber gesprochen werden, auf welche Weise man trans Personen vor sexistischer und queerfeindlicher Gewalt schützen kann.
Das Frauenhaus Pirmasens lieferte auf mehrfache Nachfrage von queer.de keine Erklärung, wie es zu trans Frauen steht. So geraten am Ende Menschen wie Jessica unter die Räder. Für sie bleibt kein Schutzraum über – wenn sie sich nicht selbst helfen können, sind sie der Gewalt schutzlos ausgeliefert."
Und das ist imho eines der größten Probleme für Menschen wie "uns": die angebliche Traumatisierung, die angebliche Gewalt die von uns ausgeht, die angebliche Pädokriminalität, die angebliche [Angstfaktor]... es ist zum Kotzen, wenn man dann die reelen Zahlen liest und das macht mich dann auch so wütend: warum wird sowas nicht viel stärker kommuniziert? Warum findet sich das immer nur im Text zu Artikeln zu Problemen? Da geht es dann unter, kaum jemand bekommt es mit. Das müsste mal eine Schlagzeile auf Spiegel oder Zeit oder auch der taz sein: Keine Übergriffe durch Transfrauen in Frauenhäusern dokumentiert
Das Frauenhaus Pirmasens lieferte auf mehrfache Nachfrage von queer.de keine Erklärung, wie es zu trans Frauen steht. So geraten am Ende Menschen wie Jessica unter die Räder. Für sie bleibt kein Schutzraum über – wenn sie sich nicht selbst helfen können, sind sie der Gewalt schutzlos ausgeliefert."
Und das ist imho eines der größten Probleme für Menschen wie "uns": die angebliche Traumatisierung, die angebliche Gewalt die von uns ausgeht, die angebliche Pädokriminalität, die angebliche [Angstfaktor]... es ist zum Kotzen, wenn man dann die reelen Zahlen liest und das macht mich dann auch so wütend: warum wird sowas nicht viel stärker kommuniziert? Warum findet sich das immer nur im Text zu Artikeln zu Problemen? Da geht es dann unter, kaum jemand bekommt es mit. Das müsste mal eine Schlagzeile auf Spiegel oder Zeit oder auch der taz sein: Keine Übergriffe durch Transfrauen in Frauenhäusern dokumentiert
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alchknd
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Ich war diese „Jessica“, von der sie da schreiben. Die, die „unter die Räder“ geraten ist, weil sie trans ist. Weil sie nicht in dieses dreckige, enge Weltbild passt, das immer noch entscheidet, wer Schutz verdient – und wer nicht. Ich stand damals vor der Tür vom Frauenhaus Pirmasens. Nicht aus Jux. Sondern weil ich keinen anderen Ort mehr hatte. Weil ich bedroht wurde, weil ich geschlagen wurde, weil ich Angst hatte, zu sterben. Ich war verletzt, zerrissen, verzweifelt, und man ließ mich nicht rein.
Weißt du, wie das ist, wenn du offiziell eine Frau bist, das auch rechtlich schwarz auf weiß steht, und du trotzdem wie ein Virus behandelt wirst? Als wäre deine bloße Anwesenheit eine Gefahr. Als würde deine Existenz irgendwen traumatisieren. Dabei bin ich die, die traumatisiert ist. Ich bin die, die Schutz braucht. Ich habe ihn nicht bekommen.
Diese Angst, die sie so gerne auf uns projizieren – sie gehört in Wahrheit uns. Ich hatte Angst. Panik. Ich war obdachlos. Ich hab mir selbst die Wunden genäht, metaphorisch und wörtlich. Ich hab geschrien, geweint, bin wieder aufgestanden. Aber die Narben – die bleiben. Nicht von irgendwelchen Schlägen auf der Straße, sondern von dieser institutionellen Kälte, dieser feigen Diskriminierung, getarnt als "Sicherheitsbedenken".
Und dann liest du immer wieder diese scheiß Begriffe: „angeblich gefährlich“, „angeblich übergriffig“, „angeblich pädokriminell“. Ja, fickt euch. Denn die Realität sieht anders aus: Keine einzige dokumentierte Gewalttat durch Transfrauen in Frauenhäusern. Null. Nada. Und trotzdem werden wir behandelt wie tickende Zeitbomben, als wären wir Monster mit Lippenstift.
Das ist doch das wahre Verbrechen: Dass Schutzräume keine Räume für alle Frauen sind. Dass diese Zahlen, diese Fakten, nie laut gesagt werden. Dass sie immer irgendwo im Fließtext zwischen all den Vorurteilen und Sensationsschlagzeilen versinken.
Warum steht das nicht mal fett auf Seite 1 ?? Warum schreit das keiner raus: „Transfrauen begehen keine Übergriffe in Frauenhäusern – aber werden trotzdem ausgeschlossen.“ Warum wird unsere Sicherheit verhandelbar gemacht? Warum wird unser Menschsein unter Fußnoten versteckt?
Ich bin müde. Aber ich bin nicht leise.
Lasst uns endlich die Debatte drehen. Weg von „Gefahr durch trans“, hin zu: „Wie schützen wir trans Personen vor der realen Gewalt?“
Denn ich war da draußen. Und ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn niemand da ist.
Und an all die, die das System verändern können – macht verdammt nochmal euren Job. Reißt die Türen auf. Macht sie sicher für alle, nicht nur für die, die ins alte Schema passen. Denn Schutz ist kein Privileg. Schutz ist verdammt nochmal ein Menschenrecht.
Weißt du, wie das ist, wenn du offiziell eine Frau bist, das auch rechtlich schwarz auf weiß steht, und du trotzdem wie ein Virus behandelt wirst? Als wäre deine bloße Anwesenheit eine Gefahr. Als würde deine Existenz irgendwen traumatisieren. Dabei bin ich die, die traumatisiert ist. Ich bin die, die Schutz braucht. Ich habe ihn nicht bekommen.
Diese Angst, die sie so gerne auf uns projizieren – sie gehört in Wahrheit uns. Ich hatte Angst. Panik. Ich war obdachlos. Ich hab mir selbst die Wunden genäht, metaphorisch und wörtlich. Ich hab geschrien, geweint, bin wieder aufgestanden. Aber die Narben – die bleiben. Nicht von irgendwelchen Schlägen auf der Straße, sondern von dieser institutionellen Kälte, dieser feigen Diskriminierung, getarnt als "Sicherheitsbedenken".
Und dann liest du immer wieder diese scheiß Begriffe: „angeblich gefährlich“, „angeblich übergriffig“, „angeblich pädokriminell“. Ja, fickt euch. Denn die Realität sieht anders aus: Keine einzige dokumentierte Gewalttat durch Transfrauen in Frauenhäusern. Null. Nada. Und trotzdem werden wir behandelt wie tickende Zeitbomben, als wären wir Monster mit Lippenstift.
Das ist doch das wahre Verbrechen: Dass Schutzräume keine Räume für alle Frauen sind. Dass diese Zahlen, diese Fakten, nie laut gesagt werden. Dass sie immer irgendwo im Fließtext zwischen all den Vorurteilen und Sensationsschlagzeilen versinken.
Warum steht das nicht mal fett auf Seite 1 ?? Warum schreit das keiner raus: „Transfrauen begehen keine Übergriffe in Frauenhäusern – aber werden trotzdem ausgeschlossen.“ Warum wird unsere Sicherheit verhandelbar gemacht? Warum wird unser Menschsein unter Fußnoten versteckt?
Ich bin müde. Aber ich bin nicht leise.
Lasst uns endlich die Debatte drehen. Weg von „Gefahr durch trans“, hin zu: „Wie schützen wir trans Personen vor der realen Gewalt?“
Denn ich war da draußen. Und ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn niemand da ist.
Und an all die, die das System verändern können – macht verdammt nochmal euren Job. Reißt die Türen auf. Macht sie sicher für alle, nicht nur für die, die ins alte Schema passen. Denn Schutz ist kein Privileg. Schutz ist verdammt nochmal ein Menschenrecht.
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Annette
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Dieser ganze Scheiss kommt doch nur von Männern! Ich kenne keine cis-Frau, die sich von mir bedroht fühlt, im Gegenteil. Würden misogyne Machotypen sich halbwegs benehmen, so gäbe es erstens viel weniger Gewalttaten gegen Frauen und zweitens hätten Frauen keinen Grund, gegenüber anderen (auch trans Frauen) so mißtrauisch zu sein.
Früher habe ich einige Jahre Krav Maga gemacht. Das kommt mir zugute, aber es kann doch nicht sein, dass eine trans Frau sich im Ernstfall physisch selbst verteidigen muss, nur weil sie nicht als Frau anerkannt wird.
Annette
Früher habe ich einige Jahre Krav Maga gemacht. Das kommt mir zugute, aber es kann doch nicht sein, dass eine trans Frau sich im Ernstfall physisch selbst verteidigen muss, nur weil sie nicht als Frau anerkannt wird.
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Knäckebrötchen
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Eine der Top-Antworten von Frauen zur Frage, warum sie Männer brauchen: um sie vor anderen Männern zu beschützen...
Der Fisch stinkt wie immer vom Kopf.
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HeikeCD
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Da hab ich neulich einen interessanten Text gelesen, es geht um die Amerikanerin die einen aufdringlichen Typen abgewehrt hat, allerdings mit einem Messer. Aber wer will ihr dss verübeln.Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 21. Apr 2025, 19:10 Eine der Top-Antworten von Frauen zur Frage, warum sie Männer brauchen: um sie vor anderen Männern zu beschützen...
"Weil ein Mann sie sexuell belästigt, sticht eine junge Frau zu – mit tödlicher Folge. Jetzt hat ein Gericht geurteilt: Die US-Amerikanerin handelte nicht in Notwehr, sondern wurde vielmehr zur Angreiferin." (welt-online)
Hier der erwähnte Text:
"Könnten wir mal kurz darüber reden, ob und wie Frau sich wehren darf? tagesschau.de/inland/regiona…
Der eingefügte Fall: Frau wird mehrfach am Gesäß gepackt - der Täter lässt nicht locker, belästigt weiter, schließlich packt er die Frau am Arm - es kommt zu einem "Gerangel" und sie sticht zu. Leider trifft sie den Täter dabei tatsächlich tödlich.
Ich frage mich nun - und ich denke es geht vielen Frauen so - wie, wann und in welchem Umfang dürfen wir uns wehren?
Als Frau sind wir einem Mann idR. körperlich unterlegen. Bei einem Antatschen von Hintern, Brust etc, wäre das mildeste Mittel eine Ohrfeige - und dann? Wenn der Typ dann daraufhin komplett ausrastet? Also eher versuchen deeskalieren zu sein? Die sexuelle Belästigung schlucken und flüchten? Bei einer Anzeige danached wird offensichtlich der Täter niemals zu ermitteln sein.
Wird es - wie in diesem Fall - eine Stufe heftiger: Person lässt nicht locker, gibt nicht auf und hält die Frau am Arm fest. Auch hier: was tun (um Hilfe rufen? Wer kümmert sich heute noch oder möchte sich einmischen) Frau muss also in Sekundenbruchteilen abwägen - wird der Typ weiter übergriffig werden? Habe ich die Möglichkeit unbeschadet aus der Situation heraus zu kommen. Sie zieht letztendlich ein Messer und sticht zu - final in diesem Fall mit Todesfolge. Und nun ist sie Täterin. Und muss mir einer Gefängnisstrafe rechnen.
Also erneut: wie darf, kann und muss eine Frau sich wehren können?
Der Täter ist in den 60ern und belästigt eine Frau in den 20ern. Der Typ ist verheiratet und hat Kinder. Wie ekelhaft ist das bitte? Und von dem Opfer - dass nun Täterin wurde, wird der Hintergrund durchleuchtet. Wieso muss sich die Frau rechtfertigen? Warum liegt das Hauptaugenmerk nicht bei dem Täter?
Und was soll die Beeinflussung durch die Presse, die sich auf die Ehefrau stürzt, die Totschlag fordert? Für einen Ehemann und Vater, der offensichtlich es ok findet junge Frauen zu belästigen und sexuelle anzugehen?
Also erneut: wie dürfen Frauen sich zur Wehr setzen? Oder ist die Botschaft im Grunde, man möge sich nicht so anstellen? Ist ja im Grunde nix dramatisch passiert? So ein bissl Arschgrabschen und penetrant aufdringlich werden - jo mei! Sind halt Menners...."
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Anne-Mette
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Moin,
ich würde begrüßen, wenn ihr einigermaßen beim Thema bleibt!
Wir sind in der guten Lage, dass alchknd sich hier angemeldet hat und über ihre direkte Sicht auf die Geschehnisse geschrieben hat.
Ich würde es eher fördern, dass sie sich weiter am Thema beteiligt und es nicht "verwässert" wird und in eine endlose Nebendiskussion führt.
Da ich Mitarbeiterinen von Frauenhäuser bisher als offen erlebt habe und eine "Ablehnung aus trans*-Gründen" nie ein Thema war in unseren Gesprächen, bin ich sehr interessiert daran,
an was es "in diesem Fall" gelegen hat.
Allerdings werden Aufnahmen in Frauenhäusern immer "als Einzelfall" entschieden, wobei es verschiedene Gründe für eine Aufnahme oder Ablehnung gibt.
Gruß
Anne-Mette
ich würde begrüßen, wenn ihr einigermaßen beim Thema bleibt!
Wir sind in der guten Lage, dass alchknd sich hier angemeldet hat und über ihre direkte Sicht auf die Geschehnisse geschrieben hat.
Ich würde es eher fördern, dass sie sich weiter am Thema beteiligt und es nicht "verwässert" wird und in eine endlose Nebendiskussion führt.
Da ich Mitarbeiterinen von Frauenhäuser bisher als offen erlebt habe und eine "Ablehnung aus trans*-Gründen" nie ein Thema war in unseren Gesprächen, bin ich sehr interessiert daran,
an was es "in diesem Fall" gelegen hat.
Allerdings werden Aufnahmen in Frauenhäusern immer "als Einzelfall" entschieden, wobei es verschiedene Gründe für eine Aufnahme oder Ablehnung gibt.
Gruß
Anne-Mette
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Knäckebrötchen
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Naja, da hast du schon recht, Anne-Mette. Gleichzeitig ist es natürlich im Prinzip fertig hier. Die schreckliche Erfahrung der Abweisung aus vermutlich vorgeschobenen und definitiv falschen "Gründen" wurde gemacht, es wurde berichtet und da es ja eben Einzelfallentscheidungen sind und bleiben, wird sich daran auch erstmal nichts so einfach ändern.
Und da ja auch nicht-Trans* Personen abgewiesen werden, ist es nicht mal Diskriminierung per se. Und kann vermutlich auch gar nicht als generelle Auflage so umgesetzt werden.
Und wir werden mit Sicherheit keine klare Antwort zur Frage erhalten, warum in diesem Fall so entschieden wurde. Es werden genug neutrale und rechtssichere Gründe vorhanden sein, von Kapazität über die Verfasstheit der Person (hysterisch, aggressiv, Blabla) oder eine vorhandene Schutzsuchende, die durch eine trans* Person retraumatisiert werden könnte... Ach, man muss nur ein bisschen nachdenken und dann fallen einem genügend Dinge ein.
Und da ja auch nicht-Trans* Personen abgewiesen werden, ist es nicht mal Diskriminierung per se. Und kann vermutlich auch gar nicht als generelle Auflage so umgesetzt werden.
Und wir werden mit Sicherheit keine klare Antwort zur Frage erhalten, warum in diesem Fall so entschieden wurde. Es werden genug neutrale und rechtssichere Gründe vorhanden sein, von Kapazität über die Verfasstheit der Person (hysterisch, aggressiv, Blabla) oder eine vorhandene Schutzsuchende, die durch eine trans* Person retraumatisiert werden könnte... Ach, man muss nur ein bisschen nachdenken und dann fallen einem genügend Dinge ein.
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Erhalten, am 17.04.25 - 2 Tage, nachdem queer.de darüber Berichtet hat. Das offizielle Statement vom Frauenhaus, mir zugesandt via E-Mail, und Veröfentlicht auf deren
Facebookseite, aber so, dass man es nicht bzw. dass es nicht jeder kommentieren kann. (Die wissen warum)..
Der offene Brief von alchknd, welcher uns als Frauenzufluchtsstätte Pirmasens e.V. am 6. April 2025 erreichte, hat uns irritiert.
Die Schilderungen in dem Brief sowie der dazugehörigen Website www.alchknd.de entsprechen nicht unserer Wahrnehmung der Abläufe. Es tut uns leid zu hören, dass die Prozesse damals (Juni 2022) so unterschiedlich aufgefasst wurden. Wir möchten an dieser Stelle nicht auf die detaillierten Abläufe eingehen, da wir als Einrichtung die Privatsphäre einer jeden Betroffenen schützen möchten, ganzgleich, ob sie es von sich aus öffentlich macht. Wir nehmen unseren Schutzauftrag und die damit einhergehende Schweigepflicht sehr ernst.
Wir als Verein Frauenzufluchtsstätte Pirmasens e.V. verstehen uns als Zufluchtsort für alle Frauen und Kinder. Dabei besteht die Möglichkeit der Unterbringung in unserem Frauenhaus sowie das ambulante Beratungsangebot. Unsere Haltung deckt sich mit jener der Frauenhauskoordinierung e.V.: „Ob ein Frauenhaus für eine gewaltbetroffene Frau und ihre Kinder die passende Unterstützung bieten kann, wird dann stets im Einzelfall von qualifizierten Fachkräften vor Ort entschieden. Dies gilt unterschiedslos für die Aufnahme jeder Frau“ (www.frauenhauskoordinierung.de FHK-Positionierung für ALLE Frauen vom 13.09.2022, Zugriff am 16.04.2025). Diese Auffassung entspringt der Istanbul Konvention, welche, und dies erkennen wir ebenso, besagt, dass auch Transfrauen als besonders schutzbedürftig gelten.
Wir sehen, dass so manche Betroffene mit Ideen und Lösungsstrategien zu uns kommen, die in der Art, aus unserer fachlichen Sicht, nicht eins zu eins umsetzbar sind. Es gibt telefonische Erstgespräche, in denen geklärt wird, welcher Problemkomplex besteht. Teamintern wird geprüft, was geleistet werden kann. Wenn sich bei persönlichen Beratungsgesprächen im Anschluss noch andere komplexe Themen auftun, prüfen wir als Einrichtung erneut, ob das Schutzhaus in diesem Moment die passende Maßnahme ist.
In unserem Frauenschutzhaus in Pirmasens haben wir eine Wohnstruktur von lediglich sechs Bewohnerinnenzimmern. Küche und Badezimmer werden dabei gemeinschaftlich genutzt. Somit entscheiden wir bei Neuaufnahmen immer auch für die bestehenden Bewohnerinnen sowie für die potenzielle neue Bewohnerin mit. Eine Einschätzung der Gruppendynamik ist somit unumgänglich, weil wir keine abgeschlossenen Apartments haben. Da kein begegnungsfreier Raum zur Verfügung steht, können Aufnahmen beispielsweise von Frauen mit akuten psychischen Erkrankungen und starken Suchterkrankungen nicht erfolgen. Nicht zu vergessen an dieser Stelle ist auch das eigene Schutzbedürfnis der Kinder, die bei uns wohnen.
Kommt es nicht zu einer Aufnahme, zeigen wir den Betroffenen in diesen Fällen auf, welche Alternativen wir anbieten und bzw. oder wohin wir weitervermitteln können. Nicht zuletzt kann es zu übergangsweisen Unterbringungen in Hotels und/oder Wohnungsorganisationen kommen. Zusätzlich steht unser ambulantes Beratungsangebot zur Verfügung. In jedem Fall, so auch in diesem geschilderten, zeigen wir weitere Unterstützungsangebote auf. Welche davon letztendlich genutzt werden, obliegt der selbstbestimmten Entscheidung der Betroffenen.
Wir wissen, dass Frauen mit besonderen Bedarfen mehr Unterstützungsangebote benötigen. Es dreht sich dabei auch wesentlich um den geeigneten Schutz der Frau, die aufgenommen werden soll. Das Schutzbedürfnis mehrfach vulnerablen Gruppen ist oftmals ein anderes. Für weitere Schutzmöglichkeiten stehen wir politisch mit ein, denn der Auftrag liegt beim Staat.
Wir verstehen uns also als eine queerfreundliche Schutz- und Beratungsstelle für alle Frauen und bieten in den Fällen, in den wir uns nicht als geeignete Anlaufstelle sehen, andere Unterstützungsangebote. Wir als Fachkräfte behalten uns vor, unsere Kompetenzen und Kapazitäten einschätzen zu können.
So bunt wie wir Menschen sind, so bunt müssen auch Entscheidungen sein. Unsere Arbeit ist bunt, vielfältig und jeden Tag mit den unterschiedlichsten Anforderungen geprägt. Und jeder Frau steht eine Beratung zu, die genauso bunt ist. Wir arbeiten nicht nach einer Schablone, sondern sind in unserer Beratung flexibel, wir passen sie der jeweiligen Schutzsuchenden an. Bunt zu denken ist für uns ein Menschenrecht und genauso arbeiten wir.
gez.
der Vorstand und die Mitarbeiterinnen der Frauenzufluchtsstätte Pirmasens e.V.
Facebookseite, aber so, dass man es nicht bzw. dass es nicht jeder kommentieren kann. (Die wissen warum)..
Der offene Brief von alchknd, welcher uns als Frauenzufluchtsstätte Pirmasens e.V. am 6. April 2025 erreichte, hat uns irritiert.
Die Schilderungen in dem Brief sowie der dazugehörigen Website www.alchknd.de entsprechen nicht unserer Wahrnehmung der Abläufe. Es tut uns leid zu hören, dass die Prozesse damals (Juni 2022) so unterschiedlich aufgefasst wurden. Wir möchten an dieser Stelle nicht auf die detaillierten Abläufe eingehen, da wir als Einrichtung die Privatsphäre einer jeden Betroffenen schützen möchten, ganzgleich, ob sie es von sich aus öffentlich macht. Wir nehmen unseren Schutzauftrag und die damit einhergehende Schweigepflicht sehr ernst.
Wir als Verein Frauenzufluchtsstätte Pirmasens e.V. verstehen uns als Zufluchtsort für alle Frauen und Kinder. Dabei besteht die Möglichkeit der Unterbringung in unserem Frauenhaus sowie das ambulante Beratungsangebot. Unsere Haltung deckt sich mit jener der Frauenhauskoordinierung e.V.: „Ob ein Frauenhaus für eine gewaltbetroffene Frau und ihre Kinder die passende Unterstützung bieten kann, wird dann stets im Einzelfall von qualifizierten Fachkräften vor Ort entschieden. Dies gilt unterschiedslos für die Aufnahme jeder Frau“ (www.frauenhauskoordinierung.de FHK-Positionierung für ALLE Frauen vom 13.09.2022, Zugriff am 16.04.2025). Diese Auffassung entspringt der Istanbul Konvention, welche, und dies erkennen wir ebenso, besagt, dass auch Transfrauen als besonders schutzbedürftig gelten.
Wir sehen, dass so manche Betroffene mit Ideen und Lösungsstrategien zu uns kommen, die in der Art, aus unserer fachlichen Sicht, nicht eins zu eins umsetzbar sind. Es gibt telefonische Erstgespräche, in denen geklärt wird, welcher Problemkomplex besteht. Teamintern wird geprüft, was geleistet werden kann. Wenn sich bei persönlichen Beratungsgesprächen im Anschluss noch andere komplexe Themen auftun, prüfen wir als Einrichtung erneut, ob das Schutzhaus in diesem Moment die passende Maßnahme ist.
In unserem Frauenschutzhaus in Pirmasens haben wir eine Wohnstruktur von lediglich sechs Bewohnerinnenzimmern. Küche und Badezimmer werden dabei gemeinschaftlich genutzt. Somit entscheiden wir bei Neuaufnahmen immer auch für die bestehenden Bewohnerinnen sowie für die potenzielle neue Bewohnerin mit. Eine Einschätzung der Gruppendynamik ist somit unumgänglich, weil wir keine abgeschlossenen Apartments haben. Da kein begegnungsfreier Raum zur Verfügung steht, können Aufnahmen beispielsweise von Frauen mit akuten psychischen Erkrankungen und starken Suchterkrankungen nicht erfolgen. Nicht zu vergessen an dieser Stelle ist auch das eigene Schutzbedürfnis der Kinder, die bei uns wohnen.
Kommt es nicht zu einer Aufnahme, zeigen wir den Betroffenen in diesen Fällen auf, welche Alternativen wir anbieten und bzw. oder wohin wir weitervermitteln können. Nicht zuletzt kann es zu übergangsweisen Unterbringungen in Hotels und/oder Wohnungsorganisationen kommen. Zusätzlich steht unser ambulantes Beratungsangebot zur Verfügung. In jedem Fall, so auch in diesem geschilderten, zeigen wir weitere Unterstützungsangebote auf. Welche davon letztendlich genutzt werden, obliegt der selbstbestimmten Entscheidung der Betroffenen.
Wir wissen, dass Frauen mit besonderen Bedarfen mehr Unterstützungsangebote benötigen. Es dreht sich dabei auch wesentlich um den geeigneten Schutz der Frau, die aufgenommen werden soll. Das Schutzbedürfnis mehrfach vulnerablen Gruppen ist oftmals ein anderes. Für weitere Schutzmöglichkeiten stehen wir politisch mit ein, denn der Auftrag liegt beim Staat.
Wir verstehen uns also als eine queerfreundliche Schutz- und Beratungsstelle für alle Frauen und bieten in den Fällen, in den wir uns nicht als geeignete Anlaufstelle sehen, andere Unterstützungsangebote. Wir als Fachkräfte behalten uns vor, unsere Kompetenzen und Kapazitäten einschätzen zu können.
So bunt wie wir Menschen sind, so bunt müssen auch Entscheidungen sein. Unsere Arbeit ist bunt, vielfältig und jeden Tag mit den unterschiedlichsten Anforderungen geprägt. Und jeder Frau steht eine Beratung zu, die genauso bunt ist. Wir arbeiten nicht nach einer Schablone, sondern sind in unserer Beratung flexibel, wir passen sie der jeweiligen Schutzsuchenden an. Bunt zu denken ist für uns ein Menschenrecht und genauso arbeiten wir.
gez.
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Ich hab die Antwort von denenauf meinen offenen Brief gelesen und ehrlich, es fühlt sich an wie ein Schlag in die Fresse.
Da steht viel von "bunt", von "Schutz", von "alle Frauen", aber zwischen den Zeilen schreit es: "Du bist zu viel. Du passt nicht."
Kein echtes Bedauern. Nur glattgebügelte Sätze, damit sie gut dastehen. Keine einzige Zeile, die sagt: "Es tut uns leid, dass wir dich im Stich gelassen haben."
Stattdessen erklären sie, warum es ja wohl okay war, mich draußen stehen zu lassen. Weil ich angeblich nicht in ihre "Struktur" passe. Weil ich "zu komplex" bin.
Sie verstecken sich hinter Paragraphen und Gruppendynamik, als wär ich ein Problem, das man vermeiden muss. Kein Mensch, kein Schmerz, keine Geschichte, die zählt.
Sie schreiben von Schutz.. aber sie meinen Schutz vor Menschen wie mir, nicht für uns.
Beim Lesen wurde mir schlecht. Weil ich spüre, wie tief diese Ablehnung geht. Weil ich spüre, dass ich für sie nie wirklich dazugehört habe, egal wie sehr sie sich in ihrem Text feiern, wie offen und bunt sie angeblich sind.
Es zeigt mir, dass es scheißegal ist, was auf irgendwelchen Webseiten steht, wenn es im echten Leben keinen Platz für dich gibt. Wenn du in dem Moment, wo du alles verlierst, in ihrer Welt trotzdem nur ein Risiko bist, das man nicht eingehen will.
Ich war nicht "bunt" genug für ihre bunte Welt. Ich war nicht sicher genug, nicht einfach genug, nicht passend genug.
Und das frisst sich in mich rein.
Dieses Gefühl, wieder nicht zu zählen, wieder draußen zu stehen, obwohl sie sich hinter schönen Worten verstecken.
Dieses Gefühl, dass du kämpfen musst, selbst wenn du am Boden liegst.
Ich schreibe das hier, weil ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, der das passiert.
Weil diese schönen Statements nichts ändern an dem Drecksgefühl, das bleibt, wenn du wieder allein gelassen wirst.
alchknd
Da steht viel von "bunt", von "Schutz", von "alle Frauen", aber zwischen den Zeilen schreit es: "Du bist zu viel. Du passt nicht."
Kein echtes Bedauern. Nur glattgebügelte Sätze, damit sie gut dastehen. Keine einzige Zeile, die sagt: "Es tut uns leid, dass wir dich im Stich gelassen haben."
Stattdessen erklären sie, warum es ja wohl okay war, mich draußen stehen zu lassen. Weil ich angeblich nicht in ihre "Struktur" passe. Weil ich "zu komplex" bin.
Sie verstecken sich hinter Paragraphen und Gruppendynamik, als wär ich ein Problem, das man vermeiden muss. Kein Mensch, kein Schmerz, keine Geschichte, die zählt.
Sie schreiben von Schutz.. aber sie meinen Schutz vor Menschen wie mir, nicht für uns.
Beim Lesen wurde mir schlecht. Weil ich spüre, wie tief diese Ablehnung geht. Weil ich spüre, dass ich für sie nie wirklich dazugehört habe, egal wie sehr sie sich in ihrem Text feiern, wie offen und bunt sie angeblich sind.
Es zeigt mir, dass es scheißegal ist, was auf irgendwelchen Webseiten steht, wenn es im echten Leben keinen Platz für dich gibt. Wenn du in dem Moment, wo du alles verlierst, in ihrer Welt trotzdem nur ein Risiko bist, das man nicht eingehen will.
Ich war nicht "bunt" genug für ihre bunte Welt. Ich war nicht sicher genug, nicht einfach genug, nicht passend genug.
Und das frisst sich in mich rein.
Dieses Gefühl, wieder nicht zu zählen, wieder draußen zu stehen, obwohl sie sich hinter schönen Worten verstecken.
Dieses Gefühl, dass du kämpfen musst, selbst wenn du am Boden liegst.
Ich schreibe das hier, weil ich weiß, dass ich nicht die Einzige bin, der das passiert.
Weil diese schönen Statements nichts ändern an dem Drecksgefühl, das bleibt, wenn du wieder allein gelassen wirst.
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Knäckebrötchen hat geschrieben: Mo 21. Apr 2025, 20:41 Naja, da hast du schon recht, Anne-Mette. Gleichzeitig ist es natürlich im Prinzip fertig hier. Die schreckliche Erfahrung der Abweisung aus vermutlich vorgeschobenen und definitiv falschen "Gründen" wurde gemacht, es wurde berichtet und da es ja eben Einzelfallentscheidungen sind und bleiben, wird sich daran auch erstmal nichts so einfach ändern.
Und da ja auch nicht-Trans* Personen abgewiesen werden, ist es nicht mal Diskriminierung per se. Und kann vermutlich auch gar nicht als generelle Auflage so umgesetzt werden.
Und wir werden mit Sicherheit keine klare Antwort zur Frage erhalten, warum in diesem Fall so entschieden wurde. Es werden genug neutrale und rechtssichere Gründe vorhanden sein, von Kapazität über die Verfasstheit der Person (hysterisch, aggressiv, Blabla) oder eine vorhandene Schutzsuchende, die durch eine trans* Person retraumatisiert werden könnte... Ach, man muss nur ein bisschen nachdenken und dann fallen einem genügend Dinge ein.
Das sagt die Antidiskriminierungsstelle dazu:
Zentral für eine Diskriminierung ist das Ergebnis, nicht die Absicht, die allgemeine Verwaltungspraxis oder etwa Gedankenlosigkeit. So wie Sie es in Ihrer Mail und Ihrem offenen Brief beschreiben, wurde Ihnen ein Platz im Frauenhaus aufgrund Ihrer trans*geschlechtlichkeit verwehrt. Im Ergebnis stellt das Vorgehen eine Diskriminierung aufgrund von Geschlecht dar, da sie wegen eines geschützten Merkmales gegenüber nicht- trans*Frauen benachteiligt wurden. Rechtlich kommt es in der Folge darauf an, ob die Benachteiligung gerechtfertigt war, z.B. weil es die Kapazität nicht erlaubt. Das Frauenhaus begründet die Absage mit der Gruppendynamik. Auch in Ihrem offenen Brief schreiben Sie, dass folgender Satz gefallen ist: „Wir können dich nicht aufnehmen. Frauen wie du könnten andere triggern“. Aus unserer Perspektive stellen die Gründe vorurteilsbehaftete Vorannahmen dar, die eine Benachteiligung nicht rechtfertigten.
Aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive kommt es allgemein nicht auf eine Rechtfertigung an. Soweit Ihnen ein gleichberechtigter Zugang zu Leistungen verwehrt wird, handelt es sich um eine Diskriminierung. Das ist bei Ihnen der Fall.
Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand besteht keine gesetzliche Pflicht von Frauenhäusern, Frauen aufzunehmen. Ein Rechtsanspruch soll im neuen Gewaltschutzgesetz normiert werden. Dennoch darf die Geschlechtsidentität als trans*Frau zunächst in einem Frauenhaus kein Ausschlusskriterium sein, insbesondere dann, wenn Sie durch Ihre Umwelt auch als Frau gelesen werden.
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Jaddy
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
So lese ich das auch. Sehr ausführlich und sich selbst positiv darstellend, aber kein Wort zu der konkreten Situation, keine Rede von dir und ob und wie sie dich "weiter vermittel" hätten. Haben sie ja auch nicht, wenn ich das richtig verstanden habe. Sprich: Das Ding ist PR, sonst nichts.alchknd hat geschrieben: Sa 26. Apr 2025, 13:47 Ich hab die Antwort von denenauf meinen offenen Brief gelesen und ehrlich, es fühlt sich an wie ein Schlag in die Fresse.
Da steht viel von "bunt", von "Schutz", von "alle Frauen", aber zwischen den Zeilen schreit es: "Du bist zu viel. Du passt nicht."
Kein echtes Bedauern. Nur glattgebügelte Sätze, damit sie gut dastehen. Keine einzige Zeile, die sagt: "Es tut uns leid, dass wir dich im Stich gelassen haben."
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Knäckebrötchen
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Ich hab mir das mal auf der Homepage angeschaut und da steht in dem offenen BriefJaddy hat geschrieben: Sa 26. Apr 2025, 17:57So lese ich das auch. Sehr ausführlich und sich selbst positiv darstellend, aber kein Wort zu der konkreten Situation, keine Rede von dir und ob und wie sie dich "weiter vermittel" hätten. Haben sie ja auch nicht, wenn ich das richtig verstanden habe. Sprich: Das Ding ist PR, sonst nichts.alchknd hat geschrieben: Sa 26. Apr 2025, 13:47 Ich hab die Antwort von denenauf meinen offenen Brief gelesen und ehrlich, es fühlt sich an wie ein Schlag in die Fresse.
Da steht viel von "bunt", von "Schutz", von "alle Frauen", aber zwischen den Zeilen schreit es: "Du bist zu viel. Du passt nicht."
Kein echtes Bedauern. Nur glattgebügelte Sätze, damit sie gut dastehen. Keine einzige Zeile, die sagt: "Es tut uns leid, dass wir dich im Stich gelassen haben."
"Ihr habt mir keine Chance gegeben. Kein Netz, kein Halt.
Nur nen billigen Raum für sieben Tage, damit ich schnell wieder aus den Augen bin. Damit ihr euch nicht länger mit dem Problem befassen müsst, das ich für euch darstelle."
Das klingt für mich schon wie ein vermittelten Angebot? Es wird halt nicht konkreter und die Antwort des Frauenhaus hält sich aus Datenschutzgründen sehr zurück, was das ganze Verfahren angeht.
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alchknd
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Knäckebrötchen hat geschrieben: Sa 26. Apr 2025, 18:18Ich hab mir das mal auf der Homepage angeschaut und da steht in dem offenen BriefJaddy hat geschrieben: Sa 26. Apr 2025, 17:57So lese ich das auch. Sehr ausführlich und sich selbst positiv darstellend, aber kein Wort zu der konkreten Situation, keine Rede von dir und ob und wie sie dich "weiter vermittel" hätten. Haben sie ja auch nicht, wenn ich das richtig verstanden habe. Sprich: Das Ding ist PR, sonst nichts.alchknd hat geschrieben: Sa 26. Apr 2025, 13:47 Ich hab die Antwort von denenauf meinen offenen Brief gelesen und ehrlich, es fühlt sich an wie ein Schlag in die Fresse.
Da steht viel von "bunt", von "Schutz", von "alle Frauen", aber zwischen den Zeilen schreit es: "Du bist zu viel. Du passt nicht."
Kein echtes Bedauern. Nur glattgebügelte Sätze, damit sie gut dastehen. Keine einzige Zeile, die sagt: "Es tut uns leid, dass wir dich im Stich gelassen haben."
"Ihr habt mir keine Chance gegeben. Kein Netz, kein Halt.
Nur nen billigen Raum für sieben Tage, damit ich schnell wieder aus den Augen bin. Damit ihr euch nicht länger mit dem Problem befassen müsst, das ich für euch darstelle."
Das klingt für mich schon wie ein vermittelten Angebot? Es wird halt nicht konkreter und die Antwort des Frauenhaus hält sich aus Datenschutzgründen sehr zurück, was das ganze Verfahren angeht.
Ich verstehe, wie es für Außenstehende wie ein "vermitteltes Angebot" wirken könnte, aber meine Situation war eine andere.
Ich bin nicht ins Frauenhaus gegangen, weil ich dringend ein Dach über dem Kopf gesucht habe.. ich habe bis dahin im Auto geschlafen, auf Raststätten geduscht und gegessen. Das war für mich okay. Ich kannte das schon aus meiner Jugend, als ich unter Brücken lebte. Ich hatte es also schon mal schlechter.
Meine damalige Lehrerin meinte es gut und vermittelte mich ans Frauenhaus, weil sie dachte, sie könnte mir damit helfen. Und ich nahm diese Hilfe an, nicht wegen einem Bett, sondern weil ich seelischen Beistand, sozialarbeiterische Unterstützung und psychologische Gespräche gebraucht hätte, um die Gewalt, vor der ich geflohen war, überhaupt irgendwie zu verarbeiten.
Was ich bekam, war: Erst eine Zusage, dann, nachdem ich sagte, dass ich trans bin, plötzlich ein Rückzug. Statt Hilfe: ein anonymes Hotelzimmer, bezahlt für 7 Tage, mit dem klaren Hinweis: "Danach musst du selbst klarkommen."
Dazu gab es eine Schminkpalette, als ob das irgendetwas von dem auffangen könnte, was in mir kaputt war.
Natürlich hatte ich so kurzfristig einen Schlafplatz. Aber was hilft das, wenn du dort zitternd, heulend und voller Angst in einer winzigen Kammer sitzt, komplett allein, ohne Ansprechpartner, ohne Perspektive, mit dem Wissen, dass die Uhr läuft?
In dieser Zeit kamen noch Anwaltstermine, Gerichtstermine, die Härtefallscheidung, Wohnungssuche, alles musste ich alleine stemmen, ohne Geld (weil das gemeinsame Konto leergeräumt war) und ohne jede Begleitung.
Ja, irgendwann übernahm der Weiße Ring die Kosten für das Hotel und half bei der Wohnungssuche. Aber die Verletzung bleibt: Das Frauenhaus ließ mich in meiner akuten Notlage einfach fallen.
Und ja, ich frage mich bis heute:
Wäre das auch passiert, wenn ich eine cis Frau gewesen wäre?
Oder ein trans Mann?
Es wurde telefonisch ein Platz zugesichert, bis "trans" zur Sprache kam. Plötzlich ging es nicht mehr, wegen "Gruppendynamik" und anderen vorgeschobenen Gründen.
Und ja, das hat ein tiefes Trauma in mir hinterlassen. Ich arbeite bis heute daran.
Man kann das "Hilfe" nennen, wenn man möchte. Für mich war es ein weiterer Schlag, in einer Zeit, in der ich eigentlich Heilung gebraucht hätte.
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Anne-Mette
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Re: Nicht Frau genug fürs Frauenhaus | queer.de
Zum Festhalten und Sammeln:
Bundesweite
Frauenhaus-Statistik
2023
https://www.frauenhauskoordinierung.de/ ... _final.pdf
NDR
Stand: 22.05.2024 16:30 Uhr
Zu wenig Plätze in Frauenhäusern in SH
Nach Angaben des Frauenhauses in Norderstedt mussten allein im vergangenen Jahr mehr als 650 schutzsuchende Frauen und Kinder abgewiesen werden. Für 2024 sei die Tendenz ähnlich.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... ws534.html
Fortschrittsbericht zum Kompetenzzentrum gegen geschlechtsspezifische Ge-
walt
https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wa ... -02645.pdf
Bundesweite
Frauenhaus-Statistik
2023
https://www.frauenhauskoordinierung.de/ ... _final.pdf
NDR
Stand: 22.05.2024 16:30 Uhr
Zu wenig Plätze in Frauenhäusern in SH
Nach Angaben des Frauenhauses in Norderstedt mussten allein im vergangenen Jahr mehr als 650 schutzsuchende Frauen und Kinder abgewiesen werden. Für 2024 sei die Tendenz ähnlich.
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswi ... ws534.html
Fortschrittsbericht zum Kompetenzzentrum gegen geschlechtsspezifische Ge-
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https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wa ... -02645.pdf