Wo seid ihr?
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Lana
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Wo seid ihr?
Hallo ihr Lieben,
wenn ich in der Stadt unterwegs bin, begegnen mir so gut wie nie trans* Menschen. Zumindest erkenne ich euch nicht, sehe euch nicht.
Woran liegt es, dass ihr in der Öffentlichkeit kaum sichtbar seid?
Ist euer Passing so perfekt?
Seid ihr so unauffällig unterwegs?
Zeigt ihr eurer Trans*-Sein bewusst nicht nach außen?
Lebt ihr es nur hinter verschlossenen Türen aus?
Oder bin ich einfach nur blind und unaufmerksam?
Ich habe häufig das Gefühl, der einzige Mensch in der Stadt zu sein, der sich bewusst so zeigt, dass er auch sichtbar ist. Dabei wird "Sichtbarkeit" im Alltag im queeren Kontext als wichtig empfunden. Immer wieder lese ich auch hier, dass man "gesehen" werden möchte, so wie man wirklich ist. Auch, um das Thema Trans besser in der Gesellschaft zu integrieren, ist "Sichtbarkeit" ganz wichtig.
Also, wo seid ihr, dass man euch viel zu selten "sehen" kann?
Oder müsste es heißen:
Wie seid ihr, was macht ihr, dass man euch nicht sieht? Und warum?
LGL
wenn ich in der Stadt unterwegs bin, begegnen mir so gut wie nie trans* Menschen. Zumindest erkenne ich euch nicht, sehe euch nicht.
Woran liegt es, dass ihr in der Öffentlichkeit kaum sichtbar seid?
Ist euer Passing so perfekt?
Seid ihr so unauffällig unterwegs?
Zeigt ihr eurer Trans*-Sein bewusst nicht nach außen?
Lebt ihr es nur hinter verschlossenen Türen aus?
Oder bin ich einfach nur blind und unaufmerksam?
Ich habe häufig das Gefühl, der einzige Mensch in der Stadt zu sein, der sich bewusst so zeigt, dass er auch sichtbar ist. Dabei wird "Sichtbarkeit" im Alltag im queeren Kontext als wichtig empfunden. Immer wieder lese ich auch hier, dass man "gesehen" werden möchte, so wie man wirklich ist. Auch, um das Thema Trans besser in der Gesellschaft zu integrieren, ist "Sichtbarkeit" ganz wichtig.
Also, wo seid ihr, dass man euch viel zu selten "sehen" kann?
Oder müsste es heißen:
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Malvine
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Re: Wo seid ihr?
Hallo Lana
...und danke für das Thema.
Ich stelle jetzt mal ein paar eigene Thesen in den Raum.
Wenn ich durch die Stadt oder sonst wo unterwegs bin, dann schaue ich mir zwar gerne auch die Menschen um mich herum an, doch ist mein Focus mehr auf dem Weg vor mir und den Gegebenheiten um mich herum - sprich, es gibt viele Sachen, die meine Aufmerksamkeit erfordern, so dass ich nicht ständig auf der Suche sein kann, ob diese oder jener einen trans Hintergrund hat.
Auffallen tun mir Menschen eigentlich nur, wenn sie deutlich von der gewohnten "Norm" abweichen, durch Verhalten oder Aussehen. Da kommt ein gutes Passing - das nicht perfekt sein muß - dem ganzen entgegen, unsichtbar zu bleiben.
Dann stellt sich mir natürlich auch noch die Frage, ob wir - egal ob Trans oder CD - wirklich so oft in der Stadt beim Bummeln oder Einkaufen unterwegs sind. Es gehört wohl viel Glück dazu, den passenden Augenblick für eine Begegnung zu erwischen. Denn letztendlich sind wir doch nicht so stark in der Bevölkerung vertreten, wie wir es vielleicht manchmal denken.
LG
Malvine
...und danke für das Thema.
Ich stelle jetzt mal ein paar eigene Thesen in den Raum.
Wenn ich durch die Stadt oder sonst wo unterwegs bin, dann schaue ich mir zwar gerne auch die Menschen um mich herum an, doch ist mein Focus mehr auf dem Weg vor mir und den Gegebenheiten um mich herum - sprich, es gibt viele Sachen, die meine Aufmerksamkeit erfordern, so dass ich nicht ständig auf der Suche sein kann, ob diese oder jener einen trans Hintergrund hat.
Auffallen tun mir Menschen eigentlich nur, wenn sie deutlich von der gewohnten "Norm" abweichen, durch Verhalten oder Aussehen. Da kommt ein gutes Passing - das nicht perfekt sein muß - dem ganzen entgegen, unsichtbar zu bleiben.
Dann stellt sich mir natürlich auch noch die Frage, ob wir - egal ob Trans oder CD - wirklich so oft in der Stadt beim Bummeln oder Einkaufen unterwegs sind. Es gehört wohl viel Glück dazu, den passenden Augenblick für eine Begegnung zu erwischen. Denn letztendlich sind wir doch nicht so stark in der Bevölkerung vertreten, wie wir es vielleicht manchmal denken.
LG
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Susi T
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Re: Wo seid ihr?
Interessant, aber woher soll man das so genau wissen?Lana hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 11:23
Ist euer Passing so perfekt?
Seid ihr so unauffällig unterwegs?
Zeigt ihr eurer Trans*-Sein bewusst nicht nach außen?
Lebt ihr es nur hinter verschlossenen Türen aus?
Oder bin ich einfach nur blind und unaufmerksam?
Also hinter verschlossenen Türen leb ich nicht und mein Schatz schließ ich auch nicht weg. Wir sind ganz normal unterwegs, auf dem Land, in kleinen Städten und in etwas größeren.
Manchmal sind wir als Mann und Frau unterwegs, wobei mein Schatz auch dann keine Berührungsängste mit femininer Kleidung hat, selbst Röcke sind da normal.
Außerhalb des Wohnorts ist dann aber Mann/Frau Kombi äusserst selten.
Der Aufwand zum Styling ist aber häufig auf wenige Minuten reduziert, denke von perfekten Passing kann da nicht immer gesprochen werden.^^
Uns ist aber das nicht soo wichtig, weder das perfekte weibliche Styling, noch das Lebel Trans. Wir genießen unsere Freiheit so unterwegs sein zu können wie wir wollen und uns fühlen.
Sichtbarkeit...ja eine gute Frage, aber ich liebe mein Frausein und das ich besonders bin, ist bei über 1,80m Größe normal, da duck ich mich nicht weg. Und wenn da 2 Frauen mit ü 1,80m unterwegs sind, ziehst du eigentlich leicht Blicke.
Trotzdem schwer zu sagen wer trans ist und wer nicht.
Trans Männer sind deutlich in der Mehrheit, aber du wirst sie kaum/nie erkennen. 1 Jahr Testo und ich erkenne meinen Brieffreund nur noch mit viel Glück weil ich das ein und andere Bild gesehen habe. Andere würde ich auch nur an weiche Faktoren erkennen und wäre immer unsicher, bzw. hatte mit der Zuordnung Schwierigkeiten, als die mich deswegen angesprochen hatten, mir wäre das nie aufgefallen.
Trans Frauen die schon früh in Transition gegangen sind sind auch nicht immer leicht zu erkennen.
Ich sehe aber schon manchmal welche die ich klar in den Trans* Kosmos einsortieren würde, wenn auch öfter ein genauer Blick nötig ist. Wer schaut da schon immer genau nach?^^ Trotzdem kommt es Mal vor das ich gesagt bekomme, "haste eben dort Die gesehen? Groß und große Hände und...?" Bin ich halt dran vorbei gegangen ohne was zu bemerken.
Die im Wohnort musste mich schon fast um rennen und an der Kasse stand sie fast direkt vor mir. Aber weder sie noch ihre cis Frau haben mich eines Blickes gewürdigt, zu sehr mit sich beschäftigt, auch beim zweiten Mal nicht. Ich hab auch kein Bedürfnis das Thema trans von mir aus anzusprechen, ich lebe normal und das ist gut. Was sich die Leute denken? Zumindest unterhält man sich mit mir gerne und ich hab auch sonst keine Probleme. An meinem alten Wohnort kennt manche meine Besonderheit und haben damit mittlerweile keine Probleme mehr und an meinem Neuen komm ich auch ohne dieses Vergangenheitsthema gut klar.
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HeikeCD
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Re: Wo seid ihr?
Hallo,
"Wo seid ihr?"
Im Supermarkt in der Nähe...und zwar war ich dort mal eben zum Bäcker, Brötchen holen, und im weggehen seh ich aus dem Augenwinkel jemand im Eingangsbereich stehen, am Smartphone daddeln, ca. 1,85 m groß, schwarze lockige halblange Haare, Augen geschminkt, ansonsten Hose, Pullover, der etwas im femininen Style und Doc Martens-Halbschuhe. Ich hab erst so richtig für 3 Sek. hingesehen als ich merkte wie sie mich auch im rausgehen ansah. War aber im MM dort. Auf dem Weg nach Hause, nach ca. 50 Metern ärgerte ich mich etwas das ich sie nicht mal angesprochen hab. Allerdings wäre mir in dem Überraschungsmoment auch nichts passendes eingefallen.
Ich wüsste auch nicht ob man mich ansprechen würde, wäre ich unterwegs. Sowas ist dann wohl eher Zufall aus der Situation heraus. Gesehen selbst habe ich in der Vergangenheit allerdings schon mal die eine oder andere. Unter anderem auf einer Bank sitzend, breitbeinig.
P.S. Bei shopping-queen nehmen diese Woche zwei Transfrauen teil, Daniela und vermutlich Funda.
Liebe Grüße Heike
"Wo seid ihr?"
Im Supermarkt in der Nähe...und zwar war ich dort mal eben zum Bäcker, Brötchen holen, und im weggehen seh ich aus dem Augenwinkel jemand im Eingangsbereich stehen, am Smartphone daddeln, ca. 1,85 m groß, schwarze lockige halblange Haare, Augen geschminkt, ansonsten Hose, Pullover, der etwas im femininen Style und Doc Martens-Halbschuhe. Ich hab erst so richtig für 3 Sek. hingesehen als ich merkte wie sie mich auch im rausgehen ansah. War aber im MM dort. Auf dem Weg nach Hause, nach ca. 50 Metern ärgerte ich mich etwas das ich sie nicht mal angesprochen hab. Allerdings wäre mir in dem Überraschungsmoment auch nichts passendes eingefallen.
Ich wüsste auch nicht ob man mich ansprechen würde, wäre ich unterwegs. Sowas ist dann wohl eher Zufall aus der Situation heraus. Gesehen selbst habe ich in der Vergangenheit allerdings schon mal die eine oder andere. Unter anderem auf einer Bank sitzend, breitbeinig.
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Liebe Grüße Heike
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Re: Wo seid ihr?
Hallo Lana,Lana hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 11:23 Auch, um das Thema Trans besser in der Gesellschaft zu integrieren, ist "Sichtbarkeit" ganz wichtig.
da sprichst Du einen verdeckten Widerspruch an. Tun wir nicht viel dafür, nicht erkannt zu werden ? Ist das nicht unser Ziel, wenn wir als Frau wahrgenommen werden wollen ? Sichtbarkeit kann doch nur bedeuten, dass unsere Themen, Sorgen, Nöte, Probleme etc. sichtbar machen.
Auf der Straße lege ich keinen Wert, als TRANSfrau erkannt zu werden. Aber wenn, ist es mir i.d.R. auch egal, aber ich bevorzuge als diejenige wahrgenommen zu werden, die ich auch zeige. Es kommt selten vor, dass ich eine Frau sehe, die definitiv einen Transhintergrund hat. Das liegt auch daran, dass ich mir die Menschen nicht näher anschaue. Und jetzt kommt die Statistik. Man spricht davon, dass ca. 0,5% der Menschen einen irgendwie gearteten Transhintergrund haben. Davon sind geschätzt die Hälfte Transmänner, die, wie Tira schreibt, praktisch nicht erkannt werden können. Bleiben also 0,25%. Das sind 25 Transfrauen auf 10000 Menschen, denen ich statistisch begegnen muss.Gehe ich davon aus, dass nicht alle fulltime en femme sind, wird die Zahl noch kleiner. Hier auf dem Land (unser Ort hat mit allen Nebengemeinden weniger als 9000 Einwohner) sind das Zahlen, da brauche ich gar nicht darüber nachdenken, eine Transfrau zu sehen, schon gar nicht, wenn ich unaufmerksam bin. Sind dann die anderen Transfrauen dann auch unterwegs ? Ich verbringe die meiste Zeit in einem Gebäude. Somit habe ich nur wenig Zeit, die eine unter 400 Menschen zu finden. Und trotzdem habe ich schon zweimal in unserem Ort eine Transfrau wahrgenommen.
Es ist für mich nicht verwunderlich, wenn ich kaum die Gelegenheit zu einer Begegnung habe. Sichtbarkeit zeigt sich, wie ich eingangs beschrieb, anders.
Viele Grüße
Vicky
Respekt ist nicht teilbar.
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Olivia
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Re: Wo seid ihr?
...vor Jahren gab es mal ein ähnliches Thema, hieß damals "Crossdresser-Sichtungen" -
viewtopic.php?t=5526&hilit=CD+Sichtungen
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Shoshana
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Re: Wo seid ihr?
Hallo Lana,
die statistische Wahrscheinlichkeit ist schon nicht so hoch und zumeist hat man doch eigenen Kram im Kopf. Um die Quote zu erhöhen müßte man schon irgendwo rum sitzen und die Passanten studieren.
Hin und wieder kassiere ich mal einen zweiten Blick aber Streß gibt es keinen.
LG, Shoshana
die statistische Wahrscheinlichkeit ist schon nicht so hoch und zumeist hat man doch eigenen Kram im Kopf. Um die Quote zu erhöhen müßte man schon irgendwo rum sitzen und die Passanten studieren.
Für mich sieht das so aus: Passing sicher nicht perfekt und auch nicht gezielt unauffällig unterwegs. Wenn jemand Trans/CD bemerkt, ist es Ok aber ich lauf nicht mit Schildchen rum.Lana hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 11:23 Ist euer Passing so perfekt?
Seid ihr so unauffällig unterwegs?
Zeigt ihr eurer Trans*-Sein bewusst nicht nach außen?
Hin und wieder kassiere ich mal einen zweiten Blick aber Streß gibt es keinen.
LG, Shoshana
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Flora
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Re: Wo seid ihr?
Danke für die Frage! Manchmal sieht man "es" halt nur bei genauerem Hinsehen, und als höflicher Mensch will man ja andererseits auch niemanden anstarren. Aber genau dieselbe Frage hab ich mir tatsächlich auch schon öfters gestellt. Ich freue mich immer total, wenn ich jemanden sehe, aber wie du schon sagst, das passiert so gut wie nie, wobei ich auch ganz überwiegend im ländlich-kleinstädtischen Raum unterwegs bin, ich weiß nicht, ob das für dich auch zutrifft.
Was mich angeht bin ich fast nur im stillen Kämmerchen feminin unterwegs, in Wohnortnähe nach draußen gehen möchte ich nur "bis zur Unkenntlichkeit verschönert" - und dazu brauche ich ein sehr großes Zeitfenster (was seltenst verfügbar ist, dazu noch in einer Phase, in der ich auch tatsächlich Lust dazu habe). Gefragt war jetzt zwar nach trans und dazu zähle ich mich selber nicht, aber beim Thema Sichtbarkeit für die Gesellschaft gilt ja für uns alle, dass je öfter die Leute Menschen wie uns sehen, desto alltäglicher wird es und desto weniger nehmen infolgedessen daran Anstoß oder überhaupt davon Notiz - individuelles Gesehenwerdenwollen hin oder her. (Und eine Teilantwort auf deine Frage liegt für mich auch genau in dem Spannungsfeld dieses Nachsatzes: man will vielleicht gesehen werden, aber nicht erkannt werden (weil nicht geoutet) und gibt sich daher möglichst unauffällig. Oder: Man möchte gern angenehm elegant auffallen, aber bevor man unangenehm auffällt, dann doch lieber gar nicht. Oder: Man hat das perfekte Passing drauf und will als Frau gesehen werden, aber nicht als trans.)
Umgekehrt gehöre ich von Haus aus zu den vielen Menschen, die auch in der Fußgängerzone eher auf ihren eigenen Kram fokussiert sind statt auf andere Menschen zu achten. Bei Passantinnen häufig einen unauffälligen kurzen, aber bewussten Blick auf Stil, Mode und Accessoires von Kopf bis Fuß zu werfen war mir völlig fremd, bevor mir klargeworden ist, dass man anders als bei Herrenbekleidung zigtausend Kombinationsmöglichkeiten hat, von denen leider nicht alle vorteilhaft sind. Seitdem ich da ein gewisses Interesse entwickelt habe, nehme ich auch mehr Menschen bewusst wahr.
Und so registriere ich dann auch manches, was mir früher wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wäre, wie zum Beispiel die ältere Dame, die mir beim Bäcker im Einkaufszentrum schräg gegenüber zum Kuchenessen saß und dann doch ausgesprochen männliche Gesichtszüge hatte, oder die mir in der Innenstadt entgegenkommende Person, von mir weiblich gelesen, aber dann hatte sie diesen einen Tick zu breitbeinigen Gang und im Vorbeigehen schließlich noch dieses ängstliche seitliche Hat-der-jetzt-was-bemerkt?-Schielen unter der tief ins Gesicht gezogenen Mütze. Allerhöchstens noch die 1,85m-Person mit den breiten Schultern, die ansonsten auf die Entfernung durchaus weiblich aussah, als sie mit ihrer Begleitung gutgelaunt im h&m shoppen war, aber vielleicht noch nicht mal die. Alles in den letzten 1-2 Monaten gesehen... und wie viele, die seitdem an mir vorbeigegangen sind, habe ich nicht gesehen?
Ich will dir damit nicht Unaufmerksamkeit unterstellen, sondern im Gegenteil nur sagen, dass man es vielleicht kaum glauben würde, was man auch als grundsätzlich aufmerksamer Mensch in der Zwischenzeit alles übersieht - man hat ja trotzdem oft grad was anderes im Kopf. Ich persönlich sehe übrigens - bei aller Seltenheit - tendenziell mehr trans-Menschen auf der Straße als noch vor zwei, drei Jahren.
Liebe Grüße
Flora
Was mich angeht bin ich fast nur im stillen Kämmerchen feminin unterwegs, in Wohnortnähe nach draußen gehen möchte ich nur "bis zur Unkenntlichkeit verschönert" - und dazu brauche ich ein sehr großes Zeitfenster (was seltenst verfügbar ist, dazu noch in einer Phase, in der ich auch tatsächlich Lust dazu habe). Gefragt war jetzt zwar nach trans und dazu zähle ich mich selber nicht, aber beim Thema Sichtbarkeit für die Gesellschaft gilt ja für uns alle, dass je öfter die Leute Menschen wie uns sehen, desto alltäglicher wird es und desto weniger nehmen infolgedessen daran Anstoß oder überhaupt davon Notiz - individuelles Gesehenwerdenwollen hin oder her. (Und eine Teilantwort auf deine Frage liegt für mich auch genau in dem Spannungsfeld dieses Nachsatzes: man will vielleicht gesehen werden, aber nicht erkannt werden (weil nicht geoutet) und gibt sich daher möglichst unauffällig. Oder: Man möchte gern angenehm elegant auffallen, aber bevor man unangenehm auffällt, dann doch lieber gar nicht. Oder: Man hat das perfekte Passing drauf und will als Frau gesehen werden, aber nicht als trans.)
Umgekehrt gehöre ich von Haus aus zu den vielen Menschen, die auch in der Fußgängerzone eher auf ihren eigenen Kram fokussiert sind statt auf andere Menschen zu achten. Bei Passantinnen häufig einen unauffälligen kurzen, aber bewussten Blick auf Stil, Mode und Accessoires von Kopf bis Fuß zu werfen war mir völlig fremd, bevor mir klargeworden ist, dass man anders als bei Herrenbekleidung zigtausend Kombinationsmöglichkeiten hat, von denen leider nicht alle vorteilhaft sind. Seitdem ich da ein gewisses Interesse entwickelt habe, nehme ich auch mehr Menschen bewusst wahr.
Und so registriere ich dann auch manches, was mir früher wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wäre, wie zum Beispiel die ältere Dame, die mir beim Bäcker im Einkaufszentrum schräg gegenüber zum Kuchenessen saß und dann doch ausgesprochen männliche Gesichtszüge hatte, oder die mir in der Innenstadt entgegenkommende Person, von mir weiblich gelesen, aber dann hatte sie diesen einen Tick zu breitbeinigen Gang und im Vorbeigehen schließlich noch dieses ängstliche seitliche Hat-der-jetzt-was-bemerkt?-Schielen unter der tief ins Gesicht gezogenen Mütze. Allerhöchstens noch die 1,85m-Person mit den breiten Schultern, die ansonsten auf die Entfernung durchaus weiblich aussah, als sie mit ihrer Begleitung gutgelaunt im h&m shoppen war, aber vielleicht noch nicht mal die. Alles in den letzten 1-2 Monaten gesehen... und wie viele, die seitdem an mir vorbeigegangen sind, habe ich nicht gesehen?
Ich will dir damit nicht Unaufmerksamkeit unterstellen, sondern im Gegenteil nur sagen, dass man es vielleicht kaum glauben würde, was man auch als grundsätzlich aufmerksamer Mensch in der Zwischenzeit alles übersieht - man hat ja trotzdem oft grad was anderes im Kopf. Ich persönlich sehe übrigens - bei aller Seltenheit - tendenziell mehr trans-Menschen auf der Straße als noch vor zwei, drei Jahren.
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Malvine
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Re: Wo seid ihr?
Ich denke, ein freundliches Lächeln an die Person wäre schon oft genug Anerkennung und Aufmerksamkeit. Würde ich Menschen auch ansprechen, wenn mir ihre Schuhe gefallen, die Haare schön sind? OK, mich hat an der Kasse schon einmal eine ältere Dame wegen meiner schönen farbigen Strumpfhose angesprochen - was aber bisher echt eine Ausnahme ist.
Ein Lächeln ist unverbindlich und sympathisch - ein an stieren oder gaffen wäre genau das Gegenteil.
LG
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Christiane
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Re: Wo seid ihr?
Regelmäßig unterwegs.
Ob Du mich aber dann als Hybrid oder trans wahrnehmen würdest, weiß ich nicht, denn im Alltag keine Perücke, keine Schminke, nur perfekt rasiert und evtl. einen leicht rosa Lippenbalsam.
Vor allem jetzt, bei dem Hudelwetter - kannst ja eh Männlein nicht von Weiblein unterscheiden - und dann auch noch trans?
Ich war heute im Baumarkt und ich glaub, ich bin als "Kunde" durchgegangen.
Ich glaube nicht, dass meine aufgepeppten Formen unter der Regenkombi (Damenabteilung, rot/Radlfahrerin) groß ins Auge gefallen sind.
Vor allem, weil irgendwie alles mit den Regenklamotten unterwegs war.
Ich falle nur auf, wenn ich mein rotes Wintermäntelchen anhabe. Dann gibts schon mal einen zweiten Blick und auch manchmal ein Lächeln (meist von Frauen).
Sonst lauf ich wohl eher unter dem Radar.
Muss zu meiner Schande aber auch eingestehen, dass ich im Einkaufsmodus selbst meine beste Freundin übersehen würde, wenn sie mich nicht aktiv ausbremst.
Christiane
Ob Du mich aber dann als Hybrid oder trans wahrnehmen würdest, weiß ich nicht, denn im Alltag keine Perücke, keine Schminke, nur perfekt rasiert und evtl. einen leicht rosa Lippenbalsam.
Vor allem jetzt, bei dem Hudelwetter - kannst ja eh Männlein nicht von Weiblein unterscheiden - und dann auch noch trans?
Ich war heute im Baumarkt und ich glaub, ich bin als "Kunde" durchgegangen.
Ich glaube nicht, dass meine aufgepeppten Formen unter der Regenkombi (Damenabteilung, rot/Radlfahrerin) groß ins Auge gefallen sind.
Vor allem, weil irgendwie alles mit den Regenklamotten unterwegs war.
Ich falle nur auf, wenn ich mein rotes Wintermäntelchen anhabe. Dann gibts schon mal einen zweiten Blick und auch manchmal ein Lächeln (meist von Frauen).
Sonst lauf ich wohl eher unter dem Radar.
Muss zu meiner Schande aber auch eingestehen, dass ich im Einkaufsmodus selbst meine beste Freundin übersehen würde, wenn sie mich nicht aktiv ausbremst.
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Re: Wo seid ihr?
Hmm, mir geht es ähnlich. Ich beobachte wenn ich hier unterwegs bin, mitten in München, auch in den Öffis und sehe eigentlich keine Personen die ich als Trans identifizieren könnte. Nur ein mal, auf dem Corso Leopoldo. Sehr gutes Passing, aber wie ich > 1,90 - das fält halt egal wie auf.
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Re: Wo seid ihr?
Hallo Malvine,
Meine Frau macht das tatsächlich gelegentlich wenn ihr der Kleidungsstil oder das Aussehen bei einer Verkäuferin oder einer anderen Frau gefällt. Die freuen und bedanken sich dann.
Liebe Grüße Heike
Ja, daß meinte ich, nur lächeln und vielleicht noch "Tolles Make-up" z.B.Malvine hat geschrieben: Di 19. Nov 2024, 17:47 Ich denke, ein freundliches Lächeln an die Person wäre schon oft genug Anerkennung und Aufmerksamkeit. Würde ich Menschen auch ansprechen, wenn mir ihre Schuhe gefallen, die Haare schön sind?
Ein Lächeln ist unverbindlich und sympathisch - ein an stieren oder gaffen wäre genau das Gegenteil.
Meine Frau macht das tatsächlich gelegentlich wenn ihr der Kleidungsstil oder das Aussehen bei einer Verkäuferin oder einer anderen Frau gefällt. Die freuen und bedanken sich dann.
Liebe Grüße Heike
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Re: Wo seid ihr?
Lana, ich sag's mal anders rum:
meinst du, du würdest einen Mann erkennen, den du einmal als CD, also "en femme" gesehen hast ? Ich bin gespannt.
aber generell zum Thema: wenn ich in der Stadt unterwegs bin, denke ich manchmal schon, das könnte vielleicht eine Transfrau oder TV sein. Die Betonung liegt auf 'vielleicht'. Ist mir aber auch egal, spielt ja auch keine Rolle.
Bei nonbinären ist es noch mal was anderes, wenn eine Person Kleidung und (nicht-)Makeup bewusst mischt, oder einfach als Transfrau bequemlichkeitshalber sich nicht um ein Passing bemüht, dann ist das schon sichtbar. Dann isses eben so.
LG ascona
meinst du, du würdest einen Mann erkennen, den du einmal als CD, also "en femme" gesehen hast ? Ich bin gespannt.
aber generell zum Thema: wenn ich in der Stadt unterwegs bin, denke ich manchmal schon, das könnte vielleicht eine Transfrau oder TV sein. Die Betonung liegt auf 'vielleicht'. Ist mir aber auch egal, spielt ja auch keine Rolle.
Bei nonbinären ist es noch mal was anderes, wenn eine Person Kleidung und (nicht-)Makeup bewusst mischt, oder einfach als Transfrau bequemlichkeitshalber sich nicht um ein Passing bemüht, dann ist das schon sichtbar. Dann isses eben so.
LG ascona
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Susi T
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Re: Wo seid ihr?
Es gibt Cis Frauen, die sogar über 2m groß sind. Allerdings werden die dann auch angegafft^^
Ich kenne 2 Frauen rund um 1,90m bei denen du sicher bist das sie cis sind, trotz Transvergangenheit. Egal auf welchem Bild oder auch persönlich, da ist von männlicher Vergangenheit nichts zu lesen, allerhöchstens z.b. an der Größe der Hände. Aber wenn du sie komplett siehst, macht dein Kopf da nicht mit bei dem Versuch was anderes als Frau zu sehen. Dann wären über 90% der Frauen trans*.
Aber es stimmt schon, das da genauer hingeschaut wird. Da musste früh lernen besonders mit umzugehen
Und ich weiß das beide mehr als das übliche getan haben, genau aus diesen Gründen.
Da bin ich Meilenweit von entfernt und trotzdem muss ich immer schmunzeln wenn gesagt wird bei welcher Größe und mit welchem Körperbau was nicht geht. Manchmal bedeutet "fast unmöglich" nur das es eine größere Herausforderung ist
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Anja61
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Re: Wo seid ihr?
Hallo,
ich bin sehr selten en femme unterwegs, bisher nie komplett, und am Ehesten hätte man mich an den rot lackierten Fingern "erkannt".
Bisher bevorzuge ich den geschützten, privaten Raum. Das hindert mich allerdings nicht daran, Frauenkleidung im Geschäft einzukaufen und mich mit der Verkäuferin über die Vorzüge dieses und jenes Kleidungsstücks zu unterhalten - bevor ich es dann in der Umkleidekabine auch anprobiere. Genauso kaufe ich auch Schuhe im Laden, nicht online.
Da ich in der Großregion Köln/Bonn lebe, habe ich den Vorteil, dass ich in der Fußgängerzone oder in der Straßenbahn immer wieder mal auf Menschen aufmerksam werde, die ich im weitesten Sinne als "trans" einschätzen würde. Wobei - ich gebe es zu - ich habe überhaupt keine Antenne für Trans-Männer.
Ich finde schon, dass es in den letzten Jahren mehr Menschen geworden sind, die sich trauen. Oder bin ich nur aufgrund meiner eigenen Entwicklung stärker sensibilisiert?
Wie reagiere ich auf diese Personen in der Öffentlichkeit? Einem geschminkten Jugendlichen, der in der Straßenbahn "Orlando" von Virginia Woolf las, habe ich z.B. zugelächelt und -genickt.
Auch mache ich einer Frau im Supermarkt - nicht trans - deren Ausstrahlung mich fasziniert, schon einmal im Vorübergehen ein Kompliment, das dann erfreut zur Kenntnis genommen wird.
Liebe Grüße
Anja
ich bin sehr selten en femme unterwegs, bisher nie komplett, und am Ehesten hätte man mich an den rot lackierten Fingern "erkannt".
Bisher bevorzuge ich den geschützten, privaten Raum. Das hindert mich allerdings nicht daran, Frauenkleidung im Geschäft einzukaufen und mich mit der Verkäuferin über die Vorzüge dieses und jenes Kleidungsstücks zu unterhalten - bevor ich es dann in der Umkleidekabine auch anprobiere. Genauso kaufe ich auch Schuhe im Laden, nicht online.
Da ich in der Großregion Köln/Bonn lebe, habe ich den Vorteil, dass ich in der Fußgängerzone oder in der Straßenbahn immer wieder mal auf Menschen aufmerksam werde, die ich im weitesten Sinne als "trans" einschätzen würde. Wobei - ich gebe es zu - ich habe überhaupt keine Antenne für Trans-Männer.
Ich finde schon, dass es in den letzten Jahren mehr Menschen geworden sind, die sich trauen. Oder bin ich nur aufgrund meiner eigenen Entwicklung stärker sensibilisiert?
Wie reagiere ich auf diese Personen in der Öffentlichkeit? Einem geschminkten Jugendlichen, der in der Straßenbahn "Orlando" von Virginia Woolf las, habe ich z.B. zugelächelt und -genickt.
Auch mache ich einer Frau im Supermarkt - nicht trans - deren Ausstrahlung mich fasziniert, schon einmal im Vorübergehen ein Kompliment, das dann erfreut zur Kenntnis genommen wird.
Liebe Grüße
Anja
"Mein Name ist Mensch"
Rio Reiser
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