Queer.de | Deutscher Ärztetag fordert Einschränkung von Pubertätsblockern
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Nico
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Queer.de | Deutscher Ärztetag fordert Einschränkung von Pubertätsblockern
Die Bundesärztekammer will Pubertätsblocker und Hormontherapien bei trans Jugendlichen nur noch im Rahmen kontrollierter Studien erlauben.
https://www.queer.de/detail.php?article_id=49486
Je öfter ich sowas oder ähnliches lese, desto mehr sorgen Mache ich mir um unsere Zukunft.
Da ich keine Ahnung habe: Wie viel Einfluss bzw. Macht hat die Bundesärztekammer?
https://www.queer.de/detail.php?article_id=49486
Je öfter ich sowas oder ähnliches lese, desto mehr sorgen Mache ich mir um unsere Zukunft.
Da ich keine Ahnung habe: Wie viel Einfluss bzw. Macht hat die Bundesärztekammer?
LG Nico
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Anne-Mette
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Re: Queer.de | Deutscher Ärztetag fordert Einschränkung von Pubertätsblockern
Stellungnahme der dgti
128. Deutscher Ärztetag — Beschlüsse gegen Selbstbestimmung
https://dgti.org/2024/05/11/deutscher-aerztetag/
128. Deutscher Ärztetag — Beschlüsse gegen Selbstbestimmung
https://dgti.org/2024/05/11/deutscher-aerztetag/
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Lana
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Re: Queer.de | Deutscher Ärztetag fordert Einschränkung von Pubertätsblockern
Solche Schlagzeilen sind irreführend. Die Medikation mit Pubertätsblockern war noch nie selbstbestimmt möglich. Der Arzt hat schon immer das letzte Wort.
Gerade in Zusammenhang mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz muss man sich dann nicht wundern, wenn viele Menschen verwirrt sind und glauben, dass auch medizinische Fragen von diesem Gesetz erfasst werden.
Auch die dgti legt großen Wert auf sprachliche Genauigkeit, z.B. beim Gendern. Da sollte man umgekehrt erwarten können, dass sie selbst sich präzise ausdrücken kann, vor allem bei Pressemitteilungen.
LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
Blaise Pascal
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Jaddy
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Re: Queer.de | Deutscher Ärztetag fordert Einschränkung von Pubertätsblockern
Der eine Beschluss des Ärztetags, Beschlussantrag Ic — 128, bezieht sich auf das Selbstbestimmungsgesetz: "Der 128. Deutsche Ärztetag 2024 fordert den Bundestag zu einer Änderung des Selbstbestimmungsgesetzes dahingehend auf, dass es unter Achtzehnjährigen nicht gestattet werden darf, ohne vorherige fachärztliche kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik und Beratung Angaben zu ihrem Geschlecht und Personenstand im Personenregister vorzunehmen oder vornehmen zu lassen."Lana hat geschrieben: Mo 13. Mai 2024, 23:24Solche Schlagzeilen sind irreführend. Die Medikation mit Pubertätsblockern war noch nie selbstbestimmt möglich. Der Arzt hat schon immer das letzte Wort.
Gerade in Zusammenhang mit dem neuen Selbstbestimmungsgesetz muss man sich dann nicht wundern, wenn viele Menschen verwirrt sind und glauben, dass auch medizinische Fragen von diesem Gesetz erfasst werden.
Auch die dgti legt großen Wert auf sprachliche Genauigkeit, z.B. beim Gendern. Da sollte man umgekehrt erwarten können, dass sie selbst sich präzise ausdrücken kann, vor allem bei Pressemitteilungen.
Vorsicht: Insbesondere die Begründung strotzt vor biologistischem Unfug.
Dies ist die erste Passage der dgti PM, Überschrift "Beratungszwang unter 18 Jahren für Personenstandsänderung ". Der Titel der PM ist also mindestens hier zutreffend.
Allerdings gibt es noch einen anderen Aspekt: Der zweite Beschluss, die Gabe von Pubertätsverzögerern und Hormonen für KuJ an eine vorherige psychiatrische "Austherapierung" als Voraussetzung und ein zwangsweise Studienteilnahme zu knüpfen, widerspricht dem Ansatz der neuen S2k Leitlinie für KuJ für eine partizipativen Behandlung. Also eine, in der die individuellen Bedürfnisse und Entscheidungen im Vordergrund stehen. Der Ärztetag stellt sich also gegen die von den Fachgesellschaften (in D und vielen anderen Ländern, ebenso der WPATH) befürworteten Strategie medizinisch und psychologisch begleiteter Selbstbestimmung.
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Lana
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Re: Queer.de | Deutscher Ärztetag fordert Einschränkung von Pubertätsblockern
Mag sein. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, die Stellungnahme der Ärztekammer zu lesen.
Die Kurzdarstellung im Eingangsbeitrag hier (der auf der PM basiert) ist m.E. irreführend. Da würde ich mir mehr Sorgfalt wünschen, so wie ich das geschrieben habe, weil nicht nur ich nicht alle Texte selbst lesen kann und es gelegentlich mit dem Konsum von Titel und Anreise bewenden lasse. Ich bin mir der verkürzten Darstellung bewusst, erwarte aber, dass gute Artikel und Pressemitteilungen inhaltlich mit ihrer Zusammenfassung und dem Titel übereinstimmen.
Letztlich sind es diese Teile, die meinungsbildend wirken.
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Jaddy
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Re: Queer.de | Deutscher Ärztetag fordert Einschränkung von Pubertätsblockern
Dr. Peter Spork kennt sich recht gut aus im Thema - und mit seinen Kollegys:
https://www.riffreporter.de/de/wissen/d ... -kommentarKommentar: Ist der Deutsche Ärztetag trans* feindlich?
Die Hauptversammlung der Bundesärztekammer fordert, den Einsatz sogenannter Pubertätsblocker gesetzlich einzuschränken. Die Mittel sind für Kinder gedacht, die sich nicht mit ihrem Geschlecht identifizieren. Über ihre Anwendung gab es lange Unsicherheit, schließlich haben sich Expert*innen auf eine Leitlinie für die Behandlung verständigt. Darin wird der Einsatz unter bestimmten Umständen empfohlen. Nun fällt die Ärzteschaft den eigenen Fachkolleg*innen in den Rücken. Warum bloß? Eine Spurensuche.
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Jaddy
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Re: Queer.de | Deutscher Ärztetag fordert Einschränkung von Pubertätsblockern
Und Heinz Jürgen Voß, Professur für Sexualwissenschaft und Sexuelle Bildung in Merseburg: "Die Beschlüsse des Deutschen Ärztetages widersprechen den weltweiten medizinischen Übereinkünften der Ärzteschaft." (hier)
Voß zitiert die Stellungnahme zu trans der World Medical Association: "Die WMA betont, dass jeder Mensch das Recht hat, sein Geschlecht selbst zu bestimmen, und erkennt die Vielfalt der Möglichkeiten in dieser Hinsicht. Die WMA fordert die Ärzt*innen auf, das Recht jedes Einzelnen auf Selbstbestimmung des Geschlechts zu wahren."
Und Voß verlinkt die Stellungnahme des Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit e.V.
Schlussstatement: "Es ist für die Ärzt*innenschaft blamabel, dass - ohne jegliche Evidenz und ohne jegliche Literaturverweise - so weitreichende Beschlüsse gefasst werden. Sie widersprechen dem Hippokratischen Eid und dem Genfer Gelöbnis, die beide zu Sorgfalt in der Bearbeitung von Themen mahnen und darauf orientieren, Menschen - auch jungen Menschen - zu nützen und nicht zu schaden."
Voß zitiert die Stellungnahme zu trans der World Medical Association: "Die WMA betont, dass jeder Mensch das Recht hat, sein Geschlecht selbst zu bestimmen, und erkennt die Vielfalt der Möglichkeiten in dieser Hinsicht. Die WMA fordert die Ärzt*innen auf, das Recht jedes Einzelnen auf Selbstbestimmung des Geschlechts zu wahren."
Und Voß verlinkt die Stellungnahme des Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit e.V.
Schlussstatement: "Es ist für die Ärzt*innenschaft blamabel, dass - ohne jegliche Evidenz und ohne jegliche Literaturverweise - so weitreichende Beschlüsse gefasst werden. Sie widersprechen dem Hippokratischen Eid und dem Genfer Gelöbnis, die beide zu Sorgfalt in der Bearbeitung von Themen mahnen und darauf orientieren, Menschen - auch jungen Menschen - zu nützen und nicht zu schaden."
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Re: Queer.de | Deutscher Ärztetag fordert Einschränkung von Pubertätsblockern
Ich liebe ja fein gedrechselte Diskussionsbeiträge mit messerscharfen Kanten und subtilen Spitzen (Loriot: "Ach!"). Der wissenschaftliche Fachbeirat der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld hat sich auch zu den Anträgen des Ärztetags geäussert und kommt meinem Ideal schon ziemlich nahe 
https://mh-stiftung.de/2024/05/27/bmh-f ... gefordert/
Highlight: "... lassen eine Orientierung an Evidenz vermissen, auf die sich die Ärzt_innenschaft eigentlich verpflichtet hat. Sie stellen vielmehr eine politische Stellungnahme dar, die sogar der bereits verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz widerspricht. Es ist uns unerklärlich, wie derart unwissenschaftliche Anträge auf dem Ärztetag angenommen werden konnten."
Und geht so weiter. "Widerspricht rechtlich dem verfassungs- und menschenrechtlichen Stand", "behauptet für biologische, medizinische und sexualwissenschaftliche Fragestellungen grob falsch", "verstößt gegen das Genfer Gelöbnis", bis hin zu dem Punkt, dass durch solche Verweigerung das psychische Leiden und sogar mögliche Suizidalitätbefördert wird.
Zum Thema Pubertätsverzögerung wäre meiner Ansicht nach noch mehr drin gewesen. Aber ich finde schon wesentlich, dass so ein unqualifizierter, überholter Unfug zu einem vollkommen unmedizinischen Thema wie Vornamen und Geschlechtseinträgen nichts auf einer Medizinversammlung zu suchen hat.
https://mh-stiftung.de/2024/05/27/bmh-f ... gefordert/
Highlight: "... lassen eine Orientierung an Evidenz vermissen, auf die sich die Ärzt_innenschaft eigentlich verpflichtet hat. Sie stellen vielmehr eine politische Stellungnahme dar, die sogar der bereits verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz widerspricht. Es ist uns unerklärlich, wie derart unwissenschaftliche Anträge auf dem Ärztetag angenommen werden konnten."
Und geht so weiter. "Widerspricht rechtlich dem verfassungs- und menschenrechtlichen Stand", "behauptet für biologische, medizinische und sexualwissenschaftliche Fragestellungen grob falsch", "verstößt gegen das Genfer Gelöbnis", bis hin zu dem Punkt, dass durch solche Verweigerung das psychische Leiden und sogar mögliche Suizidalitätbefördert wird.
Zum Thema Pubertätsverzögerung wäre meiner Ansicht nach noch mehr drin gewesen. Aber ich finde schon wesentlich, dass so ein unqualifizierter, überholter Unfug zu einem vollkommen unmedizinischen Thema wie Vornamen und Geschlechtseinträgen nichts auf einer Medizinversammlung zu suchen hat.