Hallo Ihr Lieben,
ich habe in der letzten Zeit wieder mehr mitgelesen und als Partnerin bin ich durch dieses Forum sehr nachdenklich geworden.
Hauptsächlich darüber, wie wenig ich vor dem Thema Transsexualität über den eigenen Tellerrand geschaut habe.
Dann kam die Erkenntnis Transsexualität ist ja nur ein Thema über den Tellerrand hinaus, da gibt es ja auch noch mehr und wie soll ein Mensch dieses Gesamtpaket verkraften?
Per Definition etwas zu unterscheiden allein macht ein Denken von schwarz und weiß, doch aus allen Bereichen des Lebens wissen wir, dass es dazwischen nicht nur Graustufen gibt, sondern noch ganz andere Farben mit weiteren Farbnuancen und Farbvarianten.
Durch das Thema der Transition mit Denies und unserer Veränderung kam vor einer Weile auf, "Wenn du zu deinem Mann hältst, der in der Transition zur Frau ist, dann bist du lesbisch!"
Ich stand da mit offenem Mund. Hä? Weil - ich fühle mich nicht lesbisch. Wieso? Weil ich mich zu diesem einen Menschen, zu dieser einen Frau hingezogen fühle, jedoch nicht generell zu Frauen.
Jedoch wird es sehr viele Menschen geben, die meinen, ich sei dann lesbisch. Sie dürfen ihre Meinung gerne haben.
Einer Freundin habe ich das erzählt und sie meinte: du das schockt mich jetzt, darüber habe ich bei dir noch gar nicht nachgedacht.
Ich bin mir sicher, kein Mensch passt einfach so in eine vorgefertigte Schublade und selbst, wenn man für jeden eine eigene anfertigen würde, wäre diese nicht passend, denn wir Menschen entwickeln uns weiter und verändern uns.
Weiter bin ich hier nachdenklich geworden über die Begriffe: Toleranz und Akzeptanz und schließlich habe ich mir die Definitionen der Begriffe angeschaut.
tolerare ("erdulden", "ertragen")
https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz
https://www.wertesysteme.de/toleranz/
"accipere" für gutheißen, annehmen, billigen
https://de.wikipedia.org/wiki/Akzeptanz
https://www.wertesysteme.de/akzeptanz/
Prost Mahlzeit.
Wertesysteme.de gibt beiden Begriffen Synonyme, die sich gefälliger und viel freundlicher anhören.
Dennoch liegt in "erdulden, ertragen, billigen" die Ablehnung.
Für mich heißt das diesen Begriffen nach, dass, wenn ich etwas toleriere, akzeptiere = erdulde, ertrage, billige, ich zwar keine Gegenmaßnahmen ergreife und meine Ablehnung im besten Fall auch nicht äußere - diese Ablehnung genau genommen immer noch vorhanden ist.
Draußen regnet es, habt im inneren einen sonnigen Tag.
Herzliche Grüße vom sehr sehr nachdenklichen Drachen