Rausgehen und verstecken ?
Rausgehen und verstecken ? - # 5

Crossdresser, Transgender DWT... Plauderecke - was sonst nirgendwo passt
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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 61 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Moin,
lexes hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 08:48 wir denken da zu viel nach : wie wirke ich gerade
ich denke auch, dass es das ist. Dazu kommt, dass Du als Nachtschwärmerin besonders auffällig unterwegs bist. Tagsüber mit Jeans, Bluse/Top, dezent geschminkt etc. ist das grundlegend anders. Aber die Frage "Wie wirke ich" habe ich mit der Zeit ersetzt durch "ich bin durch und durch eine gestandene Frau" und auf andere achte ich kaum noch. Da kommt es schon vor, dass ich auch als Frau angesprochen werde. Da ist kaum zu spüren, was mein Gegenüber denkt. Es ist die (selbstverständliche) innere Haltung des Frauseins, das den Unterschied macht. Teenie-Mädchen machen sich vielleicht noch Gedanken um ihre Wirkung, aber keine Frau. Sie sind Frau, ... ich auch.
Sophia69 hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 08:46 was deine innere Einstellung damit zu tun hat, dass du unbesorgt im Internet persönliches Preis gibst, wobei du zuvor eben darum auch Sorge hattest? Magst du das kurz erklären?
Es ist ähnlich wie im Ansatz oben. Früher hatte ich immer das Gefühl, ich mache etwas Unrechtes. Scham und Angst standen im Mittelpunkt. Ich habe in weiten Bereichen zu mir gefunden. Es ist nichts Falsches daran, mich weiblich zu fühlen. Das Grundgefühl durchzieht mich immer mehr. Warum sollte ich also heute Probleme damit haben, mich im Netz zu zeigen ? Im Gegenteil, je mehr ich das tue und auch in der Öffentlichkeit präsent bin, um so sicherer bin ich mir. Mit dem, was ich hier schreibe, bezwecke ich zweierlei. Zum einen weiß ich, dass viele noc Probleme haben, zu sich selber zu finden. Hier möchte ich durch Offenheit zeigen, dass daran gar nichts schlimmes ist. Und andererseits kann ich meine eigenen Thesen durch die Diskussion überprüfen. Dabei fällt mir immer wieder auf, wie sehr auch wir in Klischees verwoben sind. Einer meiner Fragen lautet: Was macht eine Frau aus ? Aber das ist ein anderes, sehr vielschichtiges Thema.
Zuletzt geändert von ExUserIn-2026-04-08 am Fr 7. Feb 2025, 10:58, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
Vicky

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ExUserIn-2026-04-08
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 62 im Thema

Beitrag von ExUserIn-2026-04-08 »

Desiree Maxima hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 20:51 ...Ich muß ehrlich zugeben, der erste Beitrag von Vicky hat mich schon etwas geärgert. Darum war es wahrscheinlich gut, dem Thread mal beim Wachsen zuzusehen und nicht gleich, wie es leider manchmal meine Art war/ist, als beleidigte Leberwurst gepfeffert zu reagieren ;-) Mittleweile sind auch schon einige Antworten gekommen, in denen ich mich gut wiederfinden konnte.
Liebe Maxima,

mea culpa, Du hast Recht. Ich wollte verärgern. Um Dinge anzustoßen, sie anders zu sehen. Das Problem ist doch hauptsächlich im eigenen Kopf. Da nehmen viele (ich früher auch) vermeintlich Rücksicht auf andere und verbiegen sich bis zum selber Nichtwiedererkennen. Ich versuche nur ein Nachdenken und Nachspüren zu provozieren. Weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass das nur Mist ist.

Sind wir uns so wenig wert, dass wir uns selber verleugnen ?

Ich rufe nicht dazu auf, in die Öffentlichkeit zu gehen. Das ist dann wieder Interpretation. Nebenbei: wenn Du Dich ärgerst, sind das Deine Gefühle und die Ursache dafür liegt bei Dir, denn ich habe niemanden angegriffen. Es könnte sich lohnen, dem auf den Grund zu gehen. Und wenn Du "gepfeffert" reagiert hast, ist das für mich kein Problem. Ich hätte mich früher auch geärgert ...
Desiree Maxima hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 20:51 Liebe Vicky, Du schreibst sinngemäß, daß Du selbst lange gebraucht hast, bis Du Dich zeigen konntest. Darum verstehe ich nicht, warum Du anderen nicht auch die Zeit, sich zu entwickeln, zugestehst, um so weit zu kommen wie Du. Bei mir kommt Dein erster Beitrag in diesem Thread ein wenig wie "Drängen" an. Fast so wie "Macht Euch nicht in die Hosen." Bei all der Entwicklung, die Du durchgemacht hast - in DEINEM Tempo - kann ich diesen Beitrag nicht nachvollziehen.
Ich gestehe jeder die Zeit zu, die sie braucht. Und wenn gar nichts passiert, ist das auch i.O. Ich bin auch nicht mit jedem Beitrag einverstanden. Ich suche mir das heraus, was mir wichtig ist. Ja, "macht Euch nicht in die Hosen" und geht vor die Tür. Wenn Euch danach ist. Aber jammert nicht herum, man würde Euch nicht lassen. Nichts ist ohne Konsequenzen, handeln oder auch nichthandeln. Wenn jemand in der Stube zufrieden ist, super. Aber wenn das nicht reicht, was dann ?

Alle Argumente, die ich so im Laufe der Zeit gelesen habe und die ich auch früher mir selber vorgebracht habe, sind nur Scheinargumente, die zeigen, dass man selber nicht genug Selbstbewußtsein, um nicht zu sagen Selbstliebe, hatte, sich wirklich wichtig zu nehmen. Es sind wir selber, die sich in die Opferrolle begeben. Und es sind wir selber, die sich daraus befreien können. Ich weiß, dass das bei einigen heftiges Magengrummeln verursacht. Ich habe weit über 50 Jahre (seit der ersten Strumpfhose meiner Mutter) gebraucht, bis ich an dem Punkt stand, an dem ich stehe.

Verschwendet nicht die Zeit. Es ist Eure Zeit.
Viele Grüße
Vicky

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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 63 im Thema

Beitrag von Lavendellöwin »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 19:24 Kenn ich. Die Reaktion meines Onkels in seinem beschaulichen 5000 Menschen Städtchen im Schwarzwald war "ich möchte nicht, das er uns nochmal besuchen kommt. Wenn die Leute das mitkriegen..
Hey..

ach ich weiss nicht-sag mir mal welcher Ort es ist und ich kann dir sagen was wahrscheinlich ist.

Es gibt definitiv Unterschiede zwischen Nord- Mittel- und Hochschwarzwald, ob man mehr an der Rheinebene ist
auf der Baar oder schon Richtung Schwäbische Alb.

Und die Täler an sich, da hab ich manchmal den Eindruck, das man den Leuten, nicht den zugezogenen,
alles aus der Nase ziehen muss. Mehr als ein "häsch dess g´si" brauchst du als Reaktion aber nicht zu erwarten.
Vermutlich...

Alles Liebe Marie (flo)
Fang an. Schritt für Schritt. Denn Mut wächst im Tun. Jeder kleine Schritt zählt – auch der unperfekte.
Lana
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 64 im Thema

Beitrag von Lana »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 10:18 Ich habe weit über 50 Jahre (seit der ersten Strumpfhose meiner Mutter) gebraucht, bis ich an dem Punkt stand, an dem ich stehe.

Verschwendet nicht die Zeit. Es ist Eure Zeit.
Ich, weiß, du meinst es gut mit den anderen und möchtest helfen.

Ich kann nur für mich sagen, dass alles seine Zeit hat. Ich empfinde es tatsächlich so.

Natürlich hab ich auch manchmal den Gedanken, dass ich doch etwas schneller gewesen sein könnte mit meiner Identitätssuche. Wenn ich ehrlich bin, hätte es nicht funktioniert. Damals war ich noch nicht so weit, ich war noch nicht bereit dafür. Das musste erst in mir heranreifen. Das hat lange gedauert, dafür ist es jetzt stabil.

Zudem war diese Zeit auch von vielen schönen Dingen erfüllt, die ich nicht missen möchte und die mit meinem heutigen Selbstverständnis nicht möglich gewesen wären.

"Verschwendet" habe ich die Zeit nicht, nur anders genutzt. Ich habe ja trotzdem gelebt. Etwas übers Knie brechen und meinen, man müsse jetzt dies und jenes endlich mal machen, um auf seinem Weg voran zu kommen, das funktioniert nicht und führt nur zu Blessuren und Rückschlägen.

Wenn man gelernt hat, ehrlich mit sich selbst umzugehen und das ernst nimmt, was man in sich spüren kann, dann merkt man schon, wenn die Zeit reif ist.

LGL
Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt.
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 65 im Thema

Beitrag von Juliane »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 10:18 Ich habe weit über 50 Jahre (seit der ersten Strumpfhose meiner Mutter) gebraucht, bis ich an dem Punkt stand, an dem ich stehe.

Verschwendet nicht die Zeit. Es ist Eure Zeit.
Liebe Vicky,

das was du schreibst kommt mir sowas von bekannt vor :wink: .
Bei waren es sogar 65 Jahre um, vom anziehen der ersten Nylonstrümpfe meiner Mutter
Ende der 50er, zu dem zu werden was ich heute bin.

Und heute gehe ich mit recht stabilem Selbstbewußtsein als Frau gekleidet raus, wann
immer mir danach ist und es in den Wochenplan passt.

Jede von uns hat ihren eigenen Hintergrund, ihre eigenen Gefühle und sicher auch Ängste.
Und deswegen auch ihre eigenen Ziele und die Geschwindigkeit sie zu erreichen.

Zeigen wir ihnen mit Beispielen und Lebensläufen wie wir es gemeistert haben.

LG )))(: Juliane
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 66 im Thema

Beitrag von lexes »

Vicky_Rose hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 13:01
lexes hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 12:19 Ich möchte schon als Frau gesehen, nicht aber als Mann erkannt ( und ggf. sogar darauf angesprochen werden ( Angst vor Ablehnung / Spott oder Schlimmeres )
Jetzt verstehe ich Deine neulich beschriebene Nervosität besser. Ich denke, es ist ein Unterschied, ob man Frausein "spielt" (ich sehe das nicht negativ) oder innerlich das Gefühl hat, als Frau leben zu wollen. Im letzteren Fall habe ich ja gar keine andere Chance, als mich mehr oder weniger täglich Kontakten zu stellen. Da bekomme ich natürlich eine andere Haltung, während Du etwas "Sanktionierbares" machst.
Ich habe das nicht als negativ verstanden und "sanktionierbar" finde ich in dem Kontext ein passendes Wort.
Zwischen uns ist auf jeden Fall ein klarer Unterschied... ich bin wirklich gerne ein Mann und manchmal eben eine Frau.

Seit wir dieses "Anfänge-in-der-Nacht / Ausflüge im Dunklen"-Thema hatten, durchwühle ich konsequent meine alten Bilder und hab´Spaß daran :-) Alles .. aber auch wirklich ALLES im Dunklen :-)

Das rechte ist von 2012 , das linke ( in den Hintergrund des rechten eingefügt ) aus 2022. Das zweite Bild ist an der gleichen Stelle entstanden , Fußgängerzone-Dortmund-Mitte

Auch zehn Jahre später bin ich ( bei spontaneren Ausflügen / ohne Hotel und Profi-MakeUp ) noch immer eine Nachteule (smili)

6917




hier ist noch ein älteres Werk .... 2009 !! :-) .. und ohne die Laterne wäre es da seeeehr dunkel :-)

4669




.... und ich hab´immer Tränengas in der Tasche (ki)

Stay safe und genießt die Zeit

Lexi

P.S. habt ihr auch solche Lieblingsorte an die es euch immer wieder zieht ?
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 67 im Thema

Beitrag von lexes »

Juliane hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 13:37

Zeigen wir ihnen mit Beispielen und Lebensläufen wie wir es gemeistert haben.

LG )))(: Juliane
Und "gemeistert" ist das richtige Wort ....

da steckt Arbeit drin .. und Angst .. und Überwindung .. das macht keiner zum Spaß oder weil es so leicht wäre (he)

Lexi
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 68 im Thema

Beitrag von lexes »

Lana hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 13:33
Natürlich hab ich auch manchmal den Gedanken, dass ich doch etwas schneller gewesen sein könnte mit meiner Identitätssuche. Wenn ich ehrlich bin, hätte es nicht funktioniert. Damals war ich noch nicht so weit, ich war noch nicht bereit dafür. Das musste erst in mir heranreifen. Das hat lange gedauert, dafür ist es jetzt stabil.
Das ist völlig richtig ... eine rückwirkende Betrachtung ist naheliegend aber dem alten-selbst gegenüber völlig ungerecht,

Wäre ein solcher Schritt damals völlig plausibel gewesen , dann wäre man / Frau ihn ja auch gegangen.

Man muss sich das immer wieder sagen ( trotzdem wäre es natürlich schön mit dem Wissen von heute nochmal im Körper von vor 25 Jahren zu starten .... was man da alles anders machen würde .-) )

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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 69 im Thema

Beitrag von Juliane »

lexes hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 15:01
( trotzdem wäre es natürlich schön mit dem Wissen von heute nochmal im Körper von vor 25 Jahren zu starten .... was man da alles anders machen würde .-) )

Lexi

Och nöööö Lexi, nicht noch einmal 20 Jahre arbeiten :wink: :lol: .
Ich bin froh jetzt Ruhe zu haben und das Rentner(innen)dasein genießen zu können.

)))(: Juliane
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 70 im Thema

Beitrag von Desiree Maxima »

Liebe Vicky,
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 10:18 mea culpa, Du hast Recht. Ich wollte verärgern. Um Dinge anzustoßen, sie anders zu sehen. Das Problem ist doch hauptsächlich im eigenen Kopf. Da nehmen viele (ich früher auch) vermeintlich Rücksicht auf andere und verbiegen sich bis zum selber Nichtwiedererkennen. Ich versuche nur ein Nachdenken und Nachspüren zu provozieren. Weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass das nur Mist ist.
mir ist bewußt, daß Du einigen von uns einen Schubser geben wolltest, um sich vielleicht schneller entwickeln zu können als Du. Weil Du aus eigener, schmerzvoller Erfahrung weißt, wie sich das Zaudern und Zögern anfühlt.
Malvine hat geschrieben: Do 23. Jan 2025, 17:17 Es ist insoweit verständlich, da wir uns in der weiblichen Rolle schon emotional sehr weit aus dem Schutzraum der Männlichkeit hinaus gewagt haben und uns angreifbar machen.
Ich denke Malvines Aussage in einem anderen Thread trifft es hier für mich recht gut. So lange mein Selbstbewusstsein en femme noch nicht so stark wie jenes en homme ausgeprägt ist, ist es eine Art von Verletzlichkeit, die mich zögern lässt.

Ich bin sicher, daß sich das noch ändern wird - immerhin war ich ja letzten Sonntag schon draussen. Ich habe zwar die belebtesten Flanierstraßen ausgeleassen, in den Gässchen rund herum waren immer noch genug Menschen unterwegs.
Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 10:18 wenn Du Dich ärgerst, sind das Deine Gefühle und die Ursache dafür liegt bei Dir, denn ich habe niemanden angegriffen.
.
.
.
Ja, "macht Euch nicht in die Hosen" und geht vor die Tür. Wenn Euch danach ist. Aber jammert nicht herum, man würde Euch nicht lassen.
Da hast Du völlig recht. Wenn man sich über jemanden ärgert, dann sagt das am meisten über einen selbst aus. Anders ausgedrückt: Wer auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich selbst ;-) Und, um Mißverständnissen vorzubeugen - ich bin abolut nicht sauer auf Dich. Ganz im Gegenteil. Ich habe empfindlich reagiert, weil Du mich mit der Nase auf meine Ängste gestoßen hast. Der einzige Mensch, der mich nicht (raus)läßt bin ich selbst.

Dein Weckruf ist angekommen. Vielen Dank (flow)

Alles Liebe
Desiree
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 71 im Thema

Beitrag von Flora »

Vicky_Rose hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 10:18 mea culpa, Du hast Recht. Ich wollte verärgern. Um Dinge anzustoßen, sie anders zu sehen. [...]
Danke für diesen insgesamt versöhnlichen Beitrag, der dabei hilft, hier ein bisschen die Schärfe herauszunehmen.

Für mich war es nach nächtlichen Ausflügen und einem Abend in der relativ belebten Stadt, aber weit weg von daheim (siehe hier: viewtopic.php?p=388229#p388229 ) kein kleiner Schritt, zum ersten Mal ungeschminkt in Wohnortnähe am helllichten Tag draußen zu sein, zum ersten Mal überhaupt Fotos zu machen und zum ersten Mal hier Fotos einzustellen, verborgenes Gesicht hin oder her. Mit so viel Kritik habe ich daher ehrlich gesagt nicht gerechnet.
Zuletzt geändert von Flora am Fr 7. Feb 2025, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 72 im Thema

Beitrag von Flora »

Lana hat geschrieben: Do 6. Feb 2025, 23:38 Im Prinzip ist doch klar, was hier mit "Hobby" (mit oder ohne Anführungszeichen :wink:) gemeint ist, vor allem im Gegensatz zum komplett "Als-Frau-leben":
Stelle ich mal diese beiden Schubladen gegenüber, dann ist die Teilzeitfrau (=Hobby) zwar nicht in der Lage, ihr Crossdressing komplett einzustellen, sehr wohl besteht aber die Möglichkeit, zeitweise freiwillig darauf zu verzichten. Eine gewisse Wahlmöglichkeit ist immer gegeben.
Danke für diesen Beitrag. Das trifft es natürlich, und wenn es denn so wichtig zu sein scheint nochmal zur Klarstellung: natürlich war die Hervorhebung durch Anführungszeichen nicht zur Betonung, sondern zu einer gewissen ironischen Distanzierung gemeint - eben so, wie es im Duden steht.
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 73 im Thema

Beitrag von Lana »

Desiree Maxima hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 18:22 So lange mein Selbstbewusstsein en femme noch nicht so stark wie jenes en homme ausgeprägt ist, ist es eine Art von Verletzlichkeit, die mich zögern lässt.
Ohje, wie sehr ich doch in mir und meinem eigenen Selbstbild feststecke. Damit lässt sich eben nicht alles erklären :roll:

Darauf wäre ich im Leben nicht gekommen, dass es an einem (gefühlten) Mangel von Selbstbewusstsein liegen könnte,von dem ihr in eurer männlichen Rolle genug habt, in der weiblichen jedoch nicht. Das fühlt sich sicherlich erstmal bedrohlich an.
So langsam bekomme ich eine vage Vorstellung davon, womit manche hadern :idea:

Ich kenne das in der Form nämlich nicht. In vergangenen männlichen Zeiten, an die ich mich noch erinnern kann, war bei mir nicht viel mit Selbstbewusstsein oder souveränem Auftreten. Das kannte ich nicht mal vom Hörensagen. Ich war unsichtbar, und das war mir meistens auch ganz recht so. Auf Dauer macht das leider unglücklich.

Insofern konnte ich da nichts vermissen, als ich meine ersten Schritte nach draußen in weiblicher Form unternahm. Im Gegenteil, weil es sich endlich richtig anfühlte, entwickelte sich daraus zum ersten Mal in meinem Leben so langsam etwas wie Selbstbewusstsein. Und das ist was ganz anderes als die alten männlich-verkrampften Versuche, souverän zu erscheinen.

Das ist auch ein wichtiger Grund, warum ich nicht mehr dorthin zurück kann, auch nicht zeitweise. Weil ich dann sehr schnell wieder in alte Muster verfallen würde, die mir nicht gut tun.

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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 74 im Thema

Beitrag von Knäckebrötchen »

Lana hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 22:33 Darauf wäre ich im Leben nicht gekommen, dass es an einem (gefühlten) Mangel von Selbstbewusstsein liegen könnte,von dem ihr in eurer männlichen Rolle genug habt, in der weiblichen jedoch nicht.
Echt nicht? Das liegt doch auf der Hand.

Ich habe aber einen anderen (verrückten) Blick auf diese ganze Argumentation, da mein Erfahrungshorizont einfach anders ist. Als Mann habe ich ich regelmäßig Vorträge gehalten, auch vor internationalem Publikum auf Englisch. Ich habe regelmäßig die Gottesdienste meiner Gemeinde geleitet. Das sind jetzt keine Sachen die ich bewußt angestrebt oder eingefordert habe, so karrieregeil bin ich nicht, statt dessen wurde ich eingeladen, diese Aufgaben zu übernehmen. Weil Menschen mir diese Aufgabe zugetraut haben. Und mein Selbstbewußtsein gibt mir die nötige "egal was kommt, du wirst das schaffen"-Ruhe.

Darum würde ich auch, wenn ich es nicht besser wüsste (Anmerkung vorweg: Konjunktiv! also rein hypothetisch!) hier rufen: hört auf rum zu heulen und steht halt zu eurer Neigung, eurem "Hobby" oder als was auch immer ihr das jetzt bezeichnen wollt. Habt doch wenigstens einmal die Eier, euer Leben so zu gestalten, wie es für euch passt.

Aber: das mache ich natürlich nicht. Weil ja auch einige schon geschrieben haben, dass sie ganz zufrieden sind mit ihrem Weg. Und dagegen ist ja nichts einzuwenden. Und weil Angst nunmal Angst ist und irrational und subjektiv. Und über weitere Gründe spekuliere ich nicht.

Nur weil ich bereit war, mich rückwärts in ein Loch fallen zu lassen, bereit mit den Folgen und Konsequenzen umzugehen wie sie kommen, heißt das ja noch lange nicht, dass das ein Weg für die Allgemeinheit ist. Wäre ja auch noch schöner. Dann könnte ich mich gar nicht mehr überlegen fühlen ;)

Ahso. Eine kleine Übertreibung steckt in dem Satz oben: das was ich weiter oben vorgeschlagen habe, das "Vorfühlen" - genau das habe ich an meinem Arbeitsplatz gemacht. Mit ausgewählten Personen gesprochen, ihre Einschätzung abgeholt, mich über Möglichkeiten zur Kommunikation zu bestimmten Personen und ins Haus ausgetauscht... Ich kann das nur empfehlen. Aber den ersten Schritt aus der eigenen Schweinehundkomfortzone, den muss man leider immer alleine gehen.

Fazit: macht weiter so, wie ihr es für euch für richtig haltet. Ihr schafft das schon.
Sapphic | Trans* | Femme
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Re: Rausgehen und verstecken ?

Post 75 im Thema

Beitrag von Lana »

Knäckebrötchen hat geschrieben: Fr 7. Feb 2025, 23:26 Echt nicht? Das liegt doch auf der Hand.
Nein, echt nicht. Ich bin da komplett anders gestrickt als du. Vielleicht abgesehen davon, dass ich auch nie Karriereambitionen hatte. Offenbar war das so unübersehbar, dass ich nie für vergleichbare Rollen angefragt wurde wie du, auch nicht im Freizeitbereich. Allen war klar, dass ich völlig ungeeignet war, vor einer größeren Gruppe aufzutreten. Bei "Pflichtveranstaltungen" - wie etwa Referate halten - wurde das auch sehr deutlich.

Erst sehr spät bin ich doch noch in deine Richtung gerutscht. Ich "durfte" im Namen meiner Arbeitsgruppe auf Fachkonferenzen vortragen. Wer jemals an sowas teilgenommen hat, der weiß, dass dort nicht die Fähigkeit eine packende Präsentation abzuliefern im Vordergrund steht. Es geht um sehr fachspezifische Inhalte, alles andere ist Bonus. Damals redete ich mir ziemlich erfolgreich ein, dass es ein Rollenspiel sei und ich nahm das an.

Wenig später fiel mir meine weibliche Rolle auf die Füße. Zum Glück war ich inzwischen offener im Umgang mit unbekannten Herausforderungen. Auch diese "Rolle" habe ich nach einiger Zeit akzeptiert, und später dann so verinnerlicht, dass ich gelernt habe, dass es gar nicht um eine "Rolle" geht, sondern um meine Identität.

LGL
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