Marcia V hat geschrieben: Fr 26. Jun 2026, 16:31
Und dann Morgens wurde es Wahr, ich richtete und schminkte mich zog mich an und ging voller Vorfreude Richtung Meer ich begegnete einigen Leuten hatte den Eindruck das sie mich schon ganz genau teils argwöhnisch musterten ich hoffe mal das lag an dem roten Kleid.
Dann wurde es wahr, feiner Sand unter den Füßen der Wind vom Meer her kommend der mit meinem Kleid spielte, die salzige Luft das warme Wasser ich muss wohl im Himmel sein. Mein Stativ wurde aufgestellt, manche Spaziergänger beobachteten dies interessiert auch wie ich dann, mit manchen Jauchzer der von der Stimmlage dann schon weiblich war, bis zum Knie ins Meer ging.
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Davon werde ich noch lange zehren können.
Liebe Marcia,
auch diesen Bericht hab ich mit Freude gelesen. Die verinnerlichte Sinnlichkeit der Momente ist soo gut nachzufühlen! Nur schön.
Du warst recht zeitig morgens unterwegs - das verraten der Sonnenstand und der Ort Ravenna. Ob die intensiveren Blicke an Deinem roten Kleidchen hingen? Ich weiß es natürlich nicht, vermute aber noch eine alternative Möglichkeit. Die Erscheinung von Mitmenschen steckt voller bewusst und unbewusst gelesener Codes, und wenn situativ der eine Teil oder mehrere Teile der Codes vom Erwartbaren abweichen, entsteht Aufmerksamkeit, denn die Situation, in der sich der Beobachter bzw. das Gegenüber befindet, verursacht plötzlich durch das Unerwartete ein Gefühl von Neuem, Unbekanntem, Unsicherem, was aufgeklärt und ergründet werden will, um wieder in den ausbalancierten sicheren Zustand zu kommen. Besonders schnell stolpert das Auge der Passierenden über den unerwarteten Widerspruch aus femininer Kleidung mit mindestens teilweise biologisch männlicher Physiognomie. Um dem wenigstens auf den ersten Blick zu entkommen, braucht‘s zumindest bei mir schon eine Fülle ausgefeilter und aufeinander abgestimmter Tricks, und spätestens beim zweiten Blick ist bei mir alles klar - ein Bio-Mann in Frauenkleidung. Dass sich der Mann in diesem Moment wie Frau fühlt, das erschließt sich vielen Passierenden nicht. Deshalb gucken sie eben.
Zur frühen Morgenstunde erwarten die frühen Vögel wohl eher weibliche Begegnungen im Sport-Dress oder in zweckmäßig orientierten Kleidungsstücken. Dein rotes Kleidchen ist für mein Empfinden erwartbar und vermutlich nicht Auslöser für‘s Gucken. Dein Make-up sieht man auf den morgendlichen Fotos kaum, aber auf den Bildern in Deinem Thread sieht man, dass Du Nylons trägst. Ich finde diese Wahl absolut klasse, kann mir aber gut vorstellen, dass die Augen der Passierenden daran hängen bleiben. Es dürfte kaum eine zweite Frau zu dieser Zeit an diesem Ort mit Nylons zu sehen gewesen sein.
Es ist schwierig in Worte zu fassen, was dieses Bild vermittelt. Es ist sicherlich etwas Unerwartbares, Überraschendes. Überraschungen können schön sein - dann guckt man, weil‘s schön ist. Allein das mögliche Spektrum an Strümpfen am Damenbein ist ja schon gigantisch. Die transparenten Nylons mit passender Tönung verleihen dem Bein einen zarten Schimmer und eine vitale Ebenmäßigkeit, lassen uns jünger erscheinen, erzeugen Anmut und Feinheit, Zierlichkeit und Verletzlichkeit - weshalb Laufmaschen der Killer sind. Mit Nylons ‚barfuß‘ im Sand und im Wasser zu gehen, das vermittelt ein „ich genieße meine Weiblichkeit in vollen Zügen“, ein „Ich kann‘s mir leisten“, ein „was kostet die Welt“, ein „Ich bin mit mir so richtig zufrieden“. Dann kommt noch ein glückliches Jauchzen dazu und fertig ist das völlig Unerwartete, das beäugt werden muss. Wer trägt seine Seele sonst so offen sichtbar? Die wenigsten Menschen tun das. Aber Du hast es getan, und das ist wunderbar! Das sollten viele mehr tun, mich eingeschlossen.
Soweit meine bescheidene Theorie. Es gibt aber sicher auch andere Ursachen oder Erklärungen. Danke für die Anregung!!!
Alles Liebe, Martina
PS: Steht das „V“ bei Marcia V eigentlich für Moto Guzzi oder für Harley Davidson? Oder wie oben - für was ganz anderes? Fünf?
